Kirschendorf
Kirschendorf Markt Lichtenau
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(37)&title=Kirschendorf 49° 16′ N, 10° 46′ O
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| Höhe: | 393–427 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 37 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Postleitzahl: | 91586 | |||||
| Vorwahl: | 09874 | |||||
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Kirschendorf (fränkisch: Kiaschndorf<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 114. Dort folgendermaßen transkribiert: „kiʳschndorf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lichtenau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Kirschendorf liegt in der Gemarkung Schlauersbach.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Der Weiler liegt am Weihergraben, einem rechten Zufluss der Fränkischen Rezat. Der Ort ist westlich vom Hinterholz und östlich von den Oberen Hölzern umgeben. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Sauernheim (1,5 km südlich) bzw. zur Staatsstraße 2223 (0,6 km nördlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 14. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Der Ort wurde 1304 als „Churssindorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist das mittelhochdeutsche Wort „kürsen“ (= Pelzrock). Demnach war das Dorf für seine Pelzrockherstellung bekannt. 1613 wurde der Ort erstmals als „Kirschendorff“ umgedeutet, da die Bedeutung des ursprünglichen Wortes offensichtlich nicht mehr bekannt war. Kirschenanbau ist im Übrigen aufgrund der dafür ungünstigen Ortslage unwahrscheinlich.<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 114.</ref>
Das Kloster Heilsbronn erwarb dort ein Anwesen.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 228.</ref> Laut dem Salbuch der Deutschordenskommende Nürnberg aus dem Jahr 1343 gehörten dem Stadtvogteiamt Eschenbach in Kirschendorf 1 Hube.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg, Salbuch 134 (= Gerhard Pfeifer (Bearb.): Die ältesten Urbare der Deutschordenskommende Nürnberg, Neustadt/Aisch 1981, S. 55–78). Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 531.</ref> Im Salbuch des nürnbergischen Pflegamtes Lichtenau von 1515 wurde Kirschendorf aufgelistet, jedoch ohne weitere Angaben.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 744.</ref>
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für Kirschendorf 4 Mannschaften verzeichnet: 2 Höfe unterstanden dem Stiftsamt Ansbach, 1 Hof dem Stadtvogteiamt Eschenbach und 1 Hof der Reichsstadt Nürnberg. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 731.</ref> 1707 wurde eine Zapfenhäuslein errichtet, das dem Kastenamt Windsbach unterstand. In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 zählte der Ort zur Hauptmannschaft Immeldorf. Es gab 5 Untertansfamilien, von denen ein Halbhof dem St.-Klara-Klosteramt der Reichsstadt Nürnberg unterstand.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 745.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kirschendorf fünf Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Kastenamt Windsbach: 1 Schenkstatt, Stiftsamt Ansbach: 1 Halbhof, Pfarrei Sachsen: 1 Söldengut), das Stadtvogteiamt Eschenbach (1 Hof) das St.-Klara-Klosteramt (1 Halbhof).<ref name="J875">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 875f.</ref> Es gab zu dieser Zeit 6 Untertansfamilien, von denen 4 ansbachisch waren.<ref>Johann Bernhard Fischer: Kirschendorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 406 (Digitalisat).</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.<ref name="J1009">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1009.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kirschendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Immeldorf und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Immeldorf zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963.</ref> Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Kirschendorf in die neu gebildete Ruralgemeinde Schlauersbach umgemeindet. Am 1. April 1971 wurde diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Lichtenau eingegliedert.<ref name="J1009"/><ref>Lichtenau (Mittelfranken) > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref>
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Georg (Immeldorf) gepfarrt. Ein Anwesen war jedoch bis ins 18. Jahrhundert nach St. Margareta (Windsbach) gepfarrt.<ref name="J875"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannes (Lichtenau) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/><ref>Pfarrverband Heilsbronn. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 14. März 2023.</ref>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Kirschendorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 111 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 114–115.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Vorlage:Kelber Immeldorf
- Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 228 (Volltext [Wikisource] – Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Kirschendorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Kirschendorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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