Katherina Reiche
Katherina Birgitt Reiche (* 16. Juli 1973 in Luckenwalde) ist eine deutsche Politikerin (CDU), Lobbyistin und Managerin. Sie ist seit dem 6. Mai 2025 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie im Kabinett Merz.
Zuvor war sie von 1998 bis 2015 Mitglied des Deutschen Bundestages, von 2005 bis 2009 eine der stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von 2009 bis 2013 war sie Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und von 2013 bis 2015 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Im September 2015 verzichtete sie auf ihr Bundestagsmandat.
Nach ihrem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag arbeitete Reiche als Hauptgeschäftsführerin beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und als Vorsitzende der Geschäftsführung von Westenergie. Von Juni 2020 bis zu ihrem Amtsantritt als Ministerin war sie Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrates der Bundesregierung.
Herkunft und Ausbildung
Katherina Birgitt Reiche wurde am 16. Juli 1973 in Luckenwalde, Bezirk Potsdam, als Tochter einer Chemikerin und eines Chemie-Ingenieurs geboren. Nach dem Abitur 1992 am Gymnasium Luckenwalde absolvierte Reiche ein Chemiestudium an der Universität Potsdam, an der Clarkson University (Bundesstaat New York, USA) und der Universität Turku (Finnland), das sie 1997 als Diplom-Chemikerin beendete. Im Anschluss an ihr Studium war Reiche bis 1998 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Potsdam tätig.
Parteilaufbahn
1992 gehörte Reiche zu den Gründungsmitgliedern des Rings Christlich-Demokratischer Studenten an der Universität Potsdam und wurde im selben Jahr Mitglied der Jungen Union und Mitglied im Landesvorstand der Jungen Union Brandenburg. Seit 1996 ist sie Mitglied der CDU. Reiche gehörte von 2001 bis 2015 dem Landesvorstand der CDU in Brandenburg und von 2000 bis 2010 sowie von 2014 bis 2016 dem CDU-Bundesvorstand als Beisitzerin an.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wahlergebnisse des 22. Bundesparteitages ( vom 7. Januar 2009 im Internet Archive)</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Personalien: Die CDU-Führung nach dem Stuttgarter Parteitag.] Spiegel, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. November 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Wahlergebnisse des 23. Bundesparteitages der CDU.] CDU, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. November 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Wahlergebnisse des 27. Bundesparteitages der CDU.] CDU, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. November 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Thorsten Metzner: Brandenburg-CDU nicht mehr im Bundesvorstand: Katherina Reiche beim CDU-Parteitag durchgefallen. In: pnn.de. 7. Dezember 2016, abgerufen am 9. März 2024.</ref>
Im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2002 wurde sie von Edmund Stoiber in sein Wahlkampfteam als Expertin für Frauen-, Jugend- und Familienpolitik berufen. Diese Nominierung wurde von konservativen Kreisen und seitens der katholischen Kirche kritisiert. Der Grund hierfür waren einerseits Katherina Reiches Haltung zu bioethischen Fragen wie der embryonalen Stammzellforschung, andererseits ihr Familienstand: Sie erwartete als unverheiratete Frau ihr zweites Kind.<ref>Markus Decker: Reaktion auf Frau Reiche gefürchtet. In: Kölner Stadtanzeiger, 1. Juli 2002.</ref><ref name="SP1">Markus Deggerich: Keine Familienpolitik ohne Trauschein. In: Der Spiegel. 1. Juli 2002, abgerufen am 1. Mai 2025.</ref><ref name="SP2">Katherina Reiche bringt Tochter zur Welt. In: Der Spiegel. 27. August 2002, abgerufen am 1. Mai 2025.</ref> Die Deutsche Bischofskonferenz intervenierte bei der CDU/CSU-Führung<ref>Förmlicher Protest Bischöfe wettern gegen Stoibers Familienfrau. Spiegel Online, 17. Juli 2002; abgerufen am 23. August 2012.</ref> und erwog, in einem Hirtenbrief ihre familienpolitischen Vorstellungen von jener der Union abzugrenzen.<ref>Katholische Bischöfe drohen Stoiber mit Hirtenbrief. In: Die Welt, 14. Juli 2002.</ref>
Sie war Vorsitzende der Frauen-Union im Kreisverband Potsdam-Mittelmark und Vorstandsmitglied des Kreisverbandes der CDU Potsdam-Mittelmark. Nachdem im Nachbarverband Potsdam dessen Kreisvorsitzender Wieland Niekisch nach massivem parteiinternem Druck von seinem Amt zurückgetreten war, entschied sich Reiche, in den Kreisverband der CDU Potsdam zu wechseln und sich auf dem Kreisparteitag am 8. Juli 2008 für den Kreisvorsitz zu bewerben. Damit kam es zu einer Kampfkandidatur zwischen Reiche und dem vom Kreisverband bereits nominierten Hans-Wilhelm Dünn, die Reiche mit 152 zu 129 Stimmen für sich entschied. Im Herbst 2009 wurde sie ohne Gegenkandidaten im Amt bestätigt.
Während der Koalitionsabsprachen zwischen CDU/CSU und FDP nach der Bundestagswahl 2009 vereinbarten die Koalitionäre, Reiche zur Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium zu berufen.<ref>Norbert Röttgen wird neuer Bundesumweltminister. europaticker.</ref>
Bei der Neuwahl des Kreisvorsitzes der CDU Potsdam trat überraschend der Unternehmer und ehemalige Profi-Wasserballer Andreas Ehrl gegen Katherina Reiche an. Am 1. April 2011 setzte sich Reiche auf dem Kreisparteitag mit 97 zu 91 Stimmen knapp gegen Ehrl durch. In den Augen vieler Mitglieder war es Reiche nicht ausreichend geglückt, den stark zerstrittenen Kreisverband zu einen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Knapper Sieg: Reiche als Vorsitzende der Potsdamer CDU wiedergewählt.] Tagesspiegel, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. November 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Am 22. März 2013 wählten die Mitglieder der CDU Potsdam Reiche mit einem Ergebnis von 73 Prozent erneut zur Kreisvorsitzenden.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Reiche bleibt CDU-Kreischefin: Fraktionsvize Dünn wird nicht Stellvertreter.] Märkische Allgemeine, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. November 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Mit 82,19 Prozent der Stimmen wurde Reiche am 2. September 2014 zum vierten Mal zur Kreisvorsitzenden der CDU Potsdam gewählt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Bestes Ergebnis für Reiche Potsdamer CDU-Chefin wiedergewählt.] Potsdamer Neueste Nachrichten, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. November 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Nach ihrem Rücktritt von ihrem Bundestagsmandat trat sie am 9. September 2015 auch vom Vorsitz der CDU Potsdam zurück.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lobbyistin gibt letztes politisches Amt auf – Reiche legt auch CDU-Kreisvorsitz in Potsdam nieder ( vom 4. Januar 2016 im Internet Archive), rbb-online.de vom 9. September 2015; abgerufen am 26. Dezember 2015.</ref> Zu ihrem Nachfolger wurde Steeven Bretz gewählt.
Abgeordnete
Von 1998 bis 2015 war Katherina Reiche Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war sie von 2002 bis 2005 Vorsitzende der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Am 29. November 2005 wurde sie zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden für die Bereiche Bildung und Forschung sowie Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gewählt.
Von Oktober 2009 bis September 2013 war Katherina Reiche Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, erst unter Minister Norbert Röttgen, ab 2012 dann unter Minister Peter Altmaier.<ref>Die Köpfe der zweiten Reihe. In: Die Zeit. 24. Oktober 2009, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 24. August 2025]).</ref> In dieser Rolle stimmte sie am 30. Juni 2011 in namentlicher Abstimmung für den Atomausstieg bis 2022<ref>Was macht Katherina Reiche eigentlich beruflich? In: DER SPIEGEL (online). 12. April 2026, abgerufen am 13. April 2026.</ref> und verteidigte die als Photovoltaik-Novelle bekannte Reform des EEG im Jahr 2012, die zu Einschnitten bei der deutschen Solarförderung führte.<ref>Anette Sach: Deutscher Bundestag – Regierung verteidigt Einschnitte bei der Solarförderung. Abgerufen am 24. August 2025.</ref>
Bei der Bundestagswahl 2013 kandidierte sie für die CDU im Wahlkreis 61 in Brandenburg. Bei der CDU-Aufstellungsversammlung setzte sie sich im Oktober 2012 mit 223 zu 184 Stimmen gegen die kurz zuvor als Partei- und Fraktionsvorsitzende zurückgetretene Saskia Ludwig durch. Aufgrund der großen Beteiligung wurden zunächst ausschließlich CDU-Mitglieder in den Versammlungsraum eingelassen, die Pressevertreter durften dagegen nicht teilnehmen. Da den Journalisten von Tageszeitungen, Rundfunk- und TV-Sendern sowie Nachrichtenagenturen lediglich in einem Nebenraum die Veranstaltung übertragen wurde, ohne sich einen eigenen Eindruck machen zu können, sprachen Medienvertreter von Pressezensur.<ref>Brandenburg: CDU sperrt Journalisten aus, Reiche gewinnt. pnn.de, 20. Oktober 2012, abgerufen am 6. Februar 2015.</ref>
Bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 gewann Katherina Reiche ihren Wahlkreis direkt (32,6 Prozent der Erststimmen). Reiche gewann dabei gegenüber 2009 rund 18.000 Erststimmen hinzu.<ref>Landeshauptstadt Potsdam – Referat Statistik und Wahlen: Vorläufige Ergebnisse der Bundestagswahl. potsdam.de; abgerufen am 23. September 2013.</ref>
Nachdem Reiche seit 22. Oktober 2013 die Funktion der parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur geschäftsführend wahrgenommen hatte, wurde ihr das Amt am 17. Dezember 2013 offiziell übertragen.<ref>Peter Tiede: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Katherina Reiche ( vom 17. August 2014 im Internet Archive) auf der Webseite des BMVI.</ref> Anfang Februar 2015 wurde bekannt, dass Reiche in die Wirtschaft wechseln will.<ref>Mitschrift Regierungspressekonferenz vom 2. Februar 2015. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 2. Februar 2015, abgerufen am 5. Februar 2015.</ref> Mit Ablauf des 4. September 2015 schied sie aus dem Bundestag aus.<ref>Katherina Reiche, CDU/CSU – Biografie. Website des Deutschen Bundestags, abgerufen am 9. September 2015.</ref> Das Bundestagsmandat wurde nicht wieder besetzt, da Andrea Voßhoff als einzig verbliebene Nachrückerin der brandenburgischen CDU-Landesliste dieses nicht annahm (ein Bundestagsmandat wäre mit ihrer Tätigkeit als Bundesdatenschutzbeauftragte nicht vereinbar gewesen).
Zur Kernenergie
Reiche verteidigte im Einklang mit der CDU-Parteilinie jahrelang die Kernenergie: Unter anderem erklärte sie wiederholt, Kernenergie sei CO2-frei, sie trage circa 30 Prozent zur Stromproduktion bei und sei daher nicht so leicht zu ersetzen.<ref>Atom- oder Windkraft? Die Energie- und Klimawochenschau: Unionspolitiker fordern längere Laufzeiten für Atomkraftwerke heise.de, 2. Juli 2008, abgerufen am 23. August 2012.</ref> Im Jahr 2006 stellte Reiche Teile des Koalitionsvertrages in Frage, in dem sich Union und SPD 2005 darauf geeinigt hatten, dass der Ausstiegs-Beschluss von 2000 („Atomkonsens“) Bestand haben sollte. Reiche sagte, der Koalitionsvertrag sei „keine Aufforderung für ein Denkverbot. […] Ohne längere Laufzeiten stehen wir vor der Wahl, neue fossile Kraftwerke zu bauen, was den Klimaschutzzielen zuwiderläuft.“<ref>„Wir lernen aus Erfahrung“ heise.de, 30. August 2006, abgerufen am 23. August 2012.</ref> Im gleichen Zusammenhang sagte sie 2006, die erneuerbaren Energien seien noch nicht auf dem Stand der traditionellen Energien und noch nicht so wirtschaftlich, und sprach sich für eine Verlängerung der Laufzeiten aus.<ref>Große Koalition – Atomkraft als Spaltmaterial. sueddeutsche.de, 3. Januar 2006, abgerufen am 23. August 2012.</ref> Zu dieser kam es im Herbst 2010 unter der neuen Regierung mit der FDP tatsächlich. Jedoch revidierte nur wenige Monate später die Bundeskanzlerin Angela Merkel am Tag nach dem Beginn der Nuklearkatastrophe von Fukushima ihre Atompolitik und leitete den erneuten Atomausstieg ein, der die sofortige und endgültige Stilllegung von 8 der 17 damals betriebenen Atomkraftwerke in Deutschland implizierte.
Reiche forderte wiederholt Gorleben als Standort für ein Endlager. Unter anderem erklärte sie, die Schachtanlage Asse sei von 1909 bis 1964 als Salzbergwerk genutzt worden und deshalb löchrig, der Salzstock in Gorleben sei intakt.<ref>Lichterkette gegen Atomkraft – Tausende gegen Asse. sueddeutsche.de, 26. Februar 2009; abgerufen am 23. August 2012.</ref> Im Jahr 2009 erklärte sie, die Blockade Gorlebens sei „politisch motiviert“, im Falle eines Wahlsiegs könnte die Union die Erkundung wieder aufnehmen.<ref>Gabriel gegen Gorleben. sueddeutsche.de, 21. Juli 2009, abgerufen am 23. August 2012.</ref> Im Februar 2009 forderte Reiche ein Nachdenken über den Bau neuer Kernkraftwerke in Deutschland.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: fr-online.de, 8. Februar 2009. Abgerufen am 17. Juli 2011Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Sie beteiligte sich aktiv an der Diskussion um die Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke und stimmte im Herbst 2010 für diese.
Zur Gentechnik
Nachdem im Jahr 2005 das Bundesverbraucherministerium unter anderem dem Forscher Joachim Schiemann Fördermittel für ein Projekt zur biologischen Sicherheit transgener Pflanzen verweigert hatte, erklärte Reiche, Wissenschaftler würden Forschungsverbot erhalten und mundtot gemacht. Die Grüne Gentechnik würde ausgetrocknet und solle am langen, ausgestreckten Arm der Ministerin Renate Künast verhungern. Hierbei zog Reiche Parallelen zur Verfolgung von Wissenschaftlern während des Stalinismus.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Grüne Forschungsfeinde? ( vom 17. November 2016 im Internet Archive) heise.de, 31. März 2005; abgerufen am 23. August 2012.</ref> Im gleichen Jahr bezeichnete Reiche militante Gentechnikgegner als „Bioterroristen“ und prangerte deren angebliche Duldung durch die rot-grüne Regierung als Skandal an, weil sie die Gentechnik behindere und mit Zukunftsängsten Wahlkampf machen wolle. Weiterhin sprach sie sich ausdrücklich für die Nutzung der Gentechnik in der Landwirtschaft („Grüne Gentechnik“) aus. Reiche erklärte in diesem Zusammenhang: „Deutschland muss endlich die Chance ergreifen und in die Zukunftsbranchen einsteigen, damit es in unserem Land wieder aufwärts geht. Weltweit werden schon rund 80 Mio. Hektar gentechnisch gezüchteter Sorten angebaut, ohne dass ein Sicherheitsrisiko oder Schäden aufgetreten wären. Die weltweiten Erfahrungen und auch der im letzten Jahr in Deutschland durchgeführte Erprobungsanbau zeigen, dass ein ungestörtes Nebeneinander von konventionellem, ökologischem und gentechnischem Anbau möglich ist“. Sie forderte, das Gentechnikgesetz zu liberalisieren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tanz ins Gen-Feld. ( vom 27. November 2024 im Internet Archive) heise.de, 1. Juli 2005; abgerufen am 23. August 2012.</ref>
Zur eingetragenen Lebenspartnerschaft
Im Juli 2002 erklärte Reiche, sie unterstütze die Klage der unionsgeführten Länder Bayern, Sachsen und Thüringen gegen das Lebenspartnerschaftsgesetz, weil es nicht dem Familienbild der Union entspreche. Das am 1. August 2001 in Kraft getretene Gesetz sei ein „Angriff auf Ehe und Familie“ und gehe „weit über das hinaus, was ich bereit wäre zu regeln“.<ref>Katherina Reiche Nein zur Homo-Ehe, Ja zur eigenen Hochzeit. Spiegel Online, 16. Juli 2002; abgerufen am 23. August 2012.</ref>
Im August 2012 sprach sich Reiche in der Bild-Zeitung entschieden dagegen aus, die eingetragene Lebenspartnerschaft mit der Ehe gleichzustellen:<ref name="Bild">CDU Reiche kämpft für Ehe auf Bild.de.</ref> „Unsere Zukunft liegt in der Hand der Familien, nicht in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften […] Neben der Euro-Krise ist die demografische Entwicklung die größte Bedrohung unseres Wohlstands.“<ref name="Bild" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CDU-Politikerin Katherina Reiche und ihre Äußerungen zum Thema Homosexualität ( vom 24. August 2012 im Internet Archive), wochenblatt.de, 22. August 2012; abgerufen am 22. August 2012.</ref> Nur weil die Ehe von Mann und Frau für einige an Bedeutung verloren habe, dürfe man sie als Lebensentwurf nicht grundsätzlich in Frage stellen. Die Union müsse ganz klar sagen, dass sie auf Familie, Kinder, Ehe setze. Die Gesellschaft werde nicht von kleinen Gruppen zusammengehalten, sondern von der stabilen Mitte. Für Reiche steht fest: „Gleichgeschlechtliche Partnerschaften dürfen nicht diskriminiert werden. Nur wird keiner diskriminiert, wenn das Lebensmodell, das den Erhalt unserer Gesellschaft garantiert, besonders geschützt und gefördert wird.“<ref name="Bild" /> Ihre Aussagen führten zu scharfen Reaktionen seitens der Opposition, einiger Unions-Mitglieder und in den Medien;<ref>Homo-Gesetz Katherina Reiche: Staatssekretärin Reiche löst Wutsturm aus. In: Berliner Zeitung, 23. August 2012.</ref> sie nahm vorübergehend ihre Facebook-Seite vom Netz.<ref>Streit um Homo-Ehe – Schnarrenberger wagt Vorstoß, Reiche erntet Wutsturm. sueddeutsche.de, 22. August 2012; abgerufen am 22. August 2012.</ref>
Lobby- und Wirtschaftstätigkeit 2015–2025
Von 2015 bis 2019 war Reiche Hauptgeschäftsführerin beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU).<ref>Hauptgeschäftsstelle | Struktur des VKU | Verband | Verband kommunaler Unternehmen e. V. Abgerufen am 13. September 2019.</ref> Ihre Wahl beim VKU im Februar 2015<ref name="vku-weiche-vku">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Pressemitteilung 08/2015.] In: vku.de. Verband kommunaler Unternehmen e. V., , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 26. März 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> fachte die Debatte über Karenzzeiten von Politikern weiter an.<ref>Katherina Reiche: Ein Wechsel zur rechten (Karenz-)Zeit? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. Februar 2015, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 21. Juni 2016]).</ref><ref name="tagesschau-reiche-wechsel">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Karenzdebatte um Politiker: Reiche wechselt in die Wirtschaft.] In: Tagesschau. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 26. März 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="zeit-reiche-wechsel-fazit">Matthias Lohre: Katherina Reiche: „Kurzfristiges Angebot“. In: Die Zeit, Nr. 7/2015</ref> Im Oktober 2015 wurde sie außerdem zur Präsidentin des Bundesverbands öffentliche Dienstleistungen (BvöD) gewählt.<ref>Katherina Reiche als neue Präsidentin des bvöd gewählt. In: Bundesverband Öffentliche Dienstleistungen. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Juni 2016; abgerufen am 21. Juni 2016.</ref><ref>Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU): Katherina Reiche zur Präsidentin des Europäischen Dachverbandes CEEP gewählt. In: www.vku.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Juni 2016; abgerufen am 21. Juni 2016.</ref>
Im September 2019 gab der Energiekonzern E.ON bekannt, dass Katherina Reiche für den Vorsitz der Geschäftsführung der innogy-Tochter innogy Westenergie GmbH vorgesehen sei,<ref>Frühere CDU-Politikerin übernimmt Führungsposten bei Eon. In: FAZ.net. 11. September 2019, abgerufen am 28. Januar 2024.</ref> den sie vom 1. Januar 2020 bis zum Wechsel ins Bundeswirtschaftsministerium innehatte.<ref>innogy gründet neue Tochtergesellschaft für das kommunale Geschäft. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juni 2020; abgerufen am 5. Juni 2020.</ref> Im Juni 2020 wurde sie Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrates der Bundesregierung.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Watsche vom Wasserstoffrat: Experten kritisieren Vorgehen der Bundesregierung.] Handelsblatt, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. November 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Wirtschaftsministerin
Nach der Bundestagswahl 2025 wurde Reiche am 28. April als designierte Bundesministerin für Wirtschaft und Energie im Kabinett Merz vorgestellt.<ref>Sarah Frühauf: Wen Merz ins Kabinett ruft – und warum. In: Tagesschau. Abgerufen am 28. April 2025.</ref> Ihre Ernennung erfolgte nach der Wahl von Friedrich Merz zum Bundeskanzler am 6. Mai 2025.
Rentenpolitik und Kontroverse (2025)
Im Juli 2025 forderte Katherina Reiche eine längere Lebensarbeitszeit sowie mehr Eigenverantwortung bei der Altersvorsorge und begründete dies mit dem demografischen Wandel und steigender Lebenserwartung.<ref name="ZEIT2025">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Kritik an Reiches Forderung nach längerer Arbeitszeit.] Die Zeit, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 30. Juli 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die SPD bezeichnete den Vorstoß als „fern der Lebensrealität“, Gewerkschaften und Sozialverbände warnten vor Rentenkürzung durch die Hintertür.<ref name="ZEIT2025" /> Auch Teile der CDU, etwa der CDA-Vize Christian Bäumler, kritisierten Reiche als „Fehlbesetzung“ und monierten, der Vorschlag sei nicht im Koalitionsvertrag verankert.<ref name="BZ2025">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Harte Kritik aus den eigenen Reihen an Katherina Reiche.] Berliner Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 30. Juli 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Reiche verteidigte ihren Kurs mit dem Hinweis, dass längeres Arbeiten notwendig sei und dass Kritik selbst aus CDU-Kreisen den Reformbedarf nicht infrage stelle.<ref name="FR2025">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Wirtschaftsministerin Reiche verteidigt ihren Renten-Vorstoß.] Frankfurter Rundschau, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 30. Juli 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die Debatte wurde breit medial geführt und war Teil einer größeren Diskussion zur Zukunft der Rentenversicherung in Deutschland.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Wer soll länger arbeiten? Das steckt hinter Reiches kontroversen Rentenplänen.] Berliner Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 30. Juli 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Im November 2025 bekräftigte sie ihren Vorstoß. Für jüngere Menschen prognostizierte sie, dass die Rente trotz hoher Beiträge später „nicht zum Leben reichen“ werde.<ref>Reiche vermutet, dass Rente nicht mehr zum Leben reichen wird. In: spiegel.de. 11. November 2025, abgerufen am 11. November 2025.</ref>
Energiepolitik
In der Energiepolitik sorgte Reiche laut Susanne Götze und Annika Joeres bereits in den ersten Monaten ihrer Amtszeit mit mehreren Weichenstellungen für weitere Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Energieträgern.<ref>Susanne Götze, Annika Joeres: Die Sicherheitslüge. Wie Europa sich mit Waffen schützen will - aber mit Öl und Gas erpressbar macht. München 2025, S. 20.</ref> Reiche legte den Schwerpunkt auf den Bau neuer Gaskraftwerke. Dazu forderte sie Kapazitäten von mindestens 20 Gigawatt.<ref>Klaus Stratmann: Alles auf Gas – Kritik an Reiches Kraftwerks-Strategie. In: Handelsblatt. Abgerufen am 4. Oktober 2025.</ref><ref name=":1">Reiches Energiewende: Kurskorrektur oder Vollbremsung? 16. September 2025, abgerufen am 4. Oktober 2025.</ref> Dieses Vorhaben wird bisher von Seiten der Europäischen Kommission, deren Zustimmung es bedarf, kritisch beurteilt.<ref name=":0">Markus Becker, Sophie Garbe, Konstantin von Hammerstein, Martin Hesse, Timo Schober: Katherina Reiche und die Energiewende: Schroff, abweisend, beratungsresistent. In: Der Spiegel. 4. Oktober 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 4. Oktober 2025]).</ref> Im September 2025 stellte Reiche einen von ihrem Ministerium beim Energiewirtschaftlichen Institut BET Consulting GmbH an der Universität zu Köln gGmbH (EWI) in Auftrag gegebenen Monitoringbericht zur Energiewende und ein 10-Punkte-Programm vor, mit dem energiepolitische Entscheidungen stärker an Marktmechanismen ausgerichtet werden sollen.<ref>Energiewende. Effizient. Machen. – Monitoringbericht zum Start der 21. Legislaturperiode, im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. EWI & BET, 15. September 2025, abgerufen am 18. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Klimaneutral werden – wettbewerbsfähig bleiben. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 15. September 2025, abgerufen am 5. Januar 2026.</ref> Klimaschützer sowie Unternehmen aus der Mobilitäts- und der Erneuerbare-Energien-Branche kritisierten ihre Pläne. Sie würde den Bedarf an Gaskraftwerken überhöht darstellen, regenerative, dezentral einsetzbare Technologien vernachlässigen und so die Energiewende ausbremsen.<ref>Markus Becker: Energie-Studie: Experten warnen vor Fokus auf Gaskraftwerke. In: Der Spiegel. 30. September 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 4. Oktober 2025]).</ref><ref name=":1" /><ref>Amy Walker: Reiche steuert auf ihren Habeck-Moment zu. In: T-Online, 10. Februar 2026, abgerufen am 9. März 2026.</ref> Unterstützung erhielten Reiches Pläne hingegen vom Branchenverband der chemischen Industrie sowie von dem Ökonomen Andreas Löschel, der Reiches Vorhaben als weiterhin mit den Zielen der Energiewende kompatibel sah.<ref>Reiche: „Die Energiewende steht an einem Scheideweg“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. September 2025, abgerufen am 5. Oktober 2025.</ref><ref name=":1" />
Reiches 10-Punkte-Plan wies in zentralen Punkten inhaltliche Überschneidungen mit Positionspapieren der Energiekonzerne RWE und E.on auf. Dies führte zu erheblichen Bedenken und Kritik in Bezug auf ihre Unabhängigkeit durch Opposition (Grüne) und Nichtregierungsorganisationen (Campact, BUND).<ref>Malte Kreutzfeldt: Reiches Zehn-Punkte-Plan: Ähnlichkeit zum Eon/RWE-Papier sorgt für Kritik. 25. September 2025, abgerufen am 4. Oktober 2025.</ref><ref>Die Ministerin und die Konzerne: Hat Katherina Reiche ihre Pläne von RWE und Eon abgeschrieben? In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 4. Oktober 2025]).</ref><ref>Liudmila Kotlyarova: Wortgleich mit RWE und Eon: Reiche übernimmt Konzernsprache ins BMWE-Papier. 24. September 2025, abgerufen am 4. Oktober 2025.</ref><ref>Birgit Marschall: Der einsame Kampf der Wirtschaftsministerin. Katherina Reiche findet bisher wenig Mitstreiter. Nun zeichnet sich auch noch eine Niederlage im Ringen um Gaskraftwerke mit der EU ab. In: General-Anzeiger (Bonn). 23. Oktober 2025, abgerufen am 25. November 2025.</ref> Greenpeace warf Reiche außerdem vor, das ursprüngliche Gutachten vor der Veröffentlichung an mehreren Stellen verändert zu haben, sodass es besser zu ihren eigenen Positionen passe.<ref>A. Krüger: Umstrittenes Gutachten zur Energiewende: Greenpeace wirft Reiche Manipulation vor. taz – die tageszeitung, 16. Dezember 2025, abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref> Im April 2026 wurde bekannt, dass Reiche sich Anfang 2026 an den Energiekonzern EnBW wandte, der neue Gaskraftwerke bauen möchte, und von diesem Argumente erbat, wie Batterie-Speicherkraftwerke bei zukünftigen Auktionen für Reiches Kraftwerksstrategie gegenüber Gaskraftwerken benachteiligt werden könnten. Der EnBW-Cheflobbyist schickte daraufhin eine Liste von Vorschlägen an Reiche. Diese Vorschlagsliste wurde zunächst auch nicht wie vorgeschrieben im Lobbyregister vermerkt, sondern erst nach Anfrage des Magazins Spiegel an EnBW, der den Fall enthüllte. EnBW erklärte, die Nachricht sei „auf Ersuchen“ des Ministeriums erstellt worden; das Ministerium dementierte diese Aussage nicht.<ref>Katherina Reiche soll bei Energiekonzern Argumente für Gaskraftwerke bestellt haben. In: n-tv.de, 15. April 2026. Abgerufen am 18. April 2026.</ref>
Ende Februar 2026 wurde ein Entwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unter Katherina Reiche zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bekannt, wonach für neue Photovoltaik-Anlagen bis 25 Kilowatt die feste Einspeisevergütung entfallen soll.<ref>Catiana Krapp, Klaus Stratmann: Energie: Reiche will Vergütung für kleine PV-Anlagen streichen. 26. Februar 2026, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref> Stattdessen ist eine verpflichtende Direktvermarktung des erzeugten Stroms als Anschlussbedingung vorgesehen. Das Ministerium verwies auf gesunkene Kosten und geringeren Förderbedarf. Branchenvertreter warnten hingegen, die Maßnahme würden private Investitionen deutlich verringern, Großkonzerne bevorteilen, Diversifizierung reduzieren, und insgesamt den Zubau von Photovoltaik zum Erliegen bringen.<ref name="spiegel-eeg">Stefan Schultz: (S+) Solarenergie: Katherina Reiche plant massive Einschnitte für Dachanlagen. In: Der Spiegel. 26. Februar 2026, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 26. Februar 2026]).</ref><ref>dpa: Energiepolitik: Reiche-Ministerium plant Einschnitte bei der Solarförderung. In: Die Zeit. 26. Februar 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 26. Februar 2026]).</ref> Ein gleich gelagertes Ziel verfolgte und verantworte Reiche bereits 2012 als Staatssekretärin unter Peter Altmaier, welches ab 2013 zu Einschnitten in der deutschen Solarförderung führte.<ref>heise online: Die Solarfalle der Katherina Reiche. 28. Februar 2026, abgerufen am 28. Februar 2026.</ref><ref>Anette Sach: Deutscher Bundestag - Regierung verteidigt Einschnitte bei der Solarförderung. Abgerufen am 28. Februar 2026.</ref>
Im März 2026 stellte Reiche auf der Ceraweek, einem Branchentreffen der Öl- und Gasindustrie, im texanischen Houston das Ziel der EU in Frage, bis 2050 klimaneutral zu wirtschaften. Statt „100-Prozent-Lösungen“ forderte sie, auch eine Lücke von 5–10 % zu akzeptieren, wenn damit energieintensive Industrien in Deutschland und Europa erhalten werden könnten.<ref>Ministerin Katherina Reiche stellt EU-Klimaziel für 2050 infrage. In: Der Spiegel. 24. März 2026, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 24. März 2026]).</ref>
Nachdem Reiche die SPD in der Debatte um etwaige Energiepreisentlastungen scharf angegriffen und deren Forderung nach einer Übergewinnsteuer für Energiekonzerne abgelehnt hatte, die diese im April 2026 aufgrund des Irankrieges vorgeschlagen hatte, wurde Reiche auch aus der eigenen Partei öffentlich kritisiert und u. a. aus dem Umfeld von Kanzler Merz zur Zurückhaltung aufgefordert. Christian Bäumler, Vize-Vorsitzender des CDU-Arbeitnehmerflügels, forderte den Rücktritt Reiches und warf ihr vor, „eine Koalition mit der AfD anzustreben“.<ref>CDU-Sozialflügel fordert Rauswurf von Wirtschaftsministerin Reiche. In: Tagesschau.de, 11. April 2026. Abgerufen am 11. April 2026.</ref> Unterstützung erhielt Reiche vom Bundesvorsitzenden der Jungen Union, Johannes Winkel und von Hildegard Müller, der Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie.<ref>Team Reiche gegen Merz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. April 2026, abgerufen am 12. April 2026</ref>
Deutschlandfonds
Der Deutschlandfonds wurde am 18. Dezember 2025 von Reiche gemeinsam mit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Stefan Wintels, dem Vorstandsvorsitzenden der staatlichen KfW-Bankengruppe, vorgestellt. Der Fonds soll Investitionen in u. a. Zukunftstechnologien, Energienetze und kritische Rohstoffe fördern. Der Bund stellt dafür etwa 30 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln bereit. Reiche betonte, das Ziel sei es, privates Kapital „dorthin zu lenken, wo Innovation entsteht, um die Resilienz der Lieferketten zu erhöhen und Deutschland zukunftsfähig zu machen“. Die Gesamtkoordination des Fonds liegt beim Bundesministerium der Finanzen (BMF) und beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE). Die KfW koordiniert und implementiert die Maßnahmen.<ref name=":02">Deutschlandfonds startet: Bundesregierung und KfW setzen deutlichen Impuls für mehr private Investitionen in zentralen Zukunftsfeldern – Bundesfinanzministerium – Presse. Abgerufen am 19. Dezember 2025.</ref><ref name=":2">Der Deutschlandfonds: Private Investitionen für Deutschlands Zukunft | KfW. Abgerufen am 19. Dezember 2025.</ref><ref name=":12">Leon Ginzel: Deutschlandfonds: Bundesregierung startet neuen Deutschlandfonds mit 30 Milliarden Euro. In: Die Zeit. 18. Dezember 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 19. Dezember 2025]).</ref>
Privates
Katherina Reiches Vater war zu DDR-Zeiten technischer Leiter der 1946 von ihrem Großvater Helmut Schulze gegründeten Firma Hesco, eines kunststoffverarbeitenden Unternehmens, das 1972 verstaatlicht wurde (damals auch „Plaste Schulze“ genannt). Nach dem Ende der DDR und der Reprivatisierung übernahmen zunächst Katherina Reiches Eltern Klaus und Birgitt Reiche die Geschäftsführung und 2012 dann ihr Bruder Felix. Katherina Reiche war an der Firma bis 2003 als Gesellschafterin beteiligt.<ref>Katherina Reiche – Munzinger Biographie. Abgerufen am 16. November 2025.</ref> Nach einer Insolvenz und Neugründung 2003 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Reiches Eltern wegen Insolvenzverschleppung, Untreue und Unterschlagung. Katherina Reiche, die bis Mai 2003 9,6 % der Geschäftsanteile gehalten hatte, war als Zeugin geladen.<ref name="Insolvenz3">Armin Fuhrer: Einstige Vorzeigefrau in Bedrängnis. In: focus.de. 24. Januar 2007, abgerufen am 28. März 2012.</ref>
Katherina Reiche heiratete 2003 den CDU-Politiker Sven Petke, das Ehepaar hat drei Kinder. Im April 2025 wurde Reiches Beziehung mit dem früheren Verteidigungs- und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) durch den gemeinsamen Anwalt Christian Schertz bestätigt.<ref>Auf Wolke 7: Neues Glück für Karl Theodor zu Guttenberg. In: oe24.at. 12. Juli 2024, abgerufen am 29. April 2025.</ref>
Sonstiges Engagement
Katherina Reiche war Vorsitzende des MCI Advisory Boards des Management Center Innsbruck und ist seit April 2025 Trägerin einer MCI Ehrenprofessur (Prof. h.c.).<ref>MCI verleiht akademische Würden an verdiente Persönlichkeiten, auf science.apa.at, 9. April 2025, abgerufen am 12. Juni 2025</ref><ref>MCI Ehrenprofessorin Katherina Reiche neue deutsche Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Auf mci.edu, 8. Mai 2025, abgerufen am 12. Juni 2025.</ref>
Auszeichnungen
- 2021: Preisträgerin des Mestemacher-Preises Managerin des Jahres<ref>Mestemacher Preis Managerin des Jahres (Stand 29.12.2022). In: Mestemacher.de. Abgerufen am 30. März 2024.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references responsive />
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
Ludwig Erhard (parteilos, 1949–1963) | Kurt Schmücker (CDU, 1963–1966) | Karl Schiller (SPD, 1966–1972) | Helmut Schmidt (SPD, 1972) | Hans Friderichs (FDP, 1972–1977) | Otto Graf Lambsdorff (FDP, 1977–1982) | Manfred Lahnstein (SPD, 1982) | Otto Graf Lambsdorff (FDP, 1982–1984) | Martin Bangemann (FDP, 1984–1988) | Helmut Haussmann (FDP, 1988–1991) | Jürgen Möllemann (FDP, 1991–1993) | Günter Rexrodt (FDP, 1993–1998) | Werner Müller (parteilos, 1998–2002) | Wolfgang Clement (SPD, 2002–2005) | Michael Glos (CSU, 2005–2009) | Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU, 2009) | Rainer Brüderle (FDP, 2009–2011) | Philipp Rösler (FDP, 2011–2013) | Sigmar Gabriel (SPD, 2013–2017) | Brigitte Zypries (SPD, 2017–2018) | Peter Altmaier (CDU, 2018–2021) | Robert Habeck (B90/Grüne, 2021–2025) | Katherina Reiche (CDU, seit 2025) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Kabinett Merz
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Reiche, Katherina |
| ALTERNATIVNAMEN | Reiche, Katherina Birgitt (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Politikerin (CDU), MdB, Bundeswirtschaftsministerin |
| GEBURTSDATUM | 16. Juli 1973 |
| GEBURTSORT | Luckenwalde, Bezirk Potsdam, DDR |
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:Datum
- Wikipedia:LCCN in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Wirtschaftsminister (Deutschland)
- Parlamentarischer Staatssekretär (Bundesrepublik Deutschland)
- Person (Bundesministerium für Umwelt)
- Person (Bundesministerium für Verkehr, Deutschland)
- Bundestagsabgeordneter (Brandenburg)
- CDU-Bundesvorstand
- Politiker (21. Jahrhundert)
- Politiker (20. Jahrhundert)
- Person (Robert-Bosch-Stiftung)
- DDR-Bürger
- Geboren 1973
- Frau
- Energieminister (Deutschland)
- Deutscher