Liste der Kernreaktoren in Deutschland
Die Liste der Kernreaktoren in Deutschland umfasst Kernkraftwerke, die Kernenergie in Deutschland bereitstellten, sowie Kernkraftwerke ohne Betriebsaufnahme und Forschungsreaktoren.
Geschichte
Während bei den ersten kerntechnischen Versuchsanlagen im Dritten Reich im Rahmen des Uranprojekts 1940–1945 zwar der Nachweis der Neutronenvermehrung, jedoch keine sich selbstständig erhaltende Kettenreaktion erreicht werden konnte, wurden in Deutschland zwischen 1957 und 2004 etwa 110 kerntechnische Anlagen in Betrieb genommen. Man unterscheidet zwischen Kernreaktoren zur Energiegewinnung und Forschungsreaktoren. Als erste Kernreaktoren gingen im Oktober bzw. Dezember 1957 der Forschungsreaktor München in Garching bei München und der Rossendorfer Forschungsreaktor (DDR) in Betrieb. Das Kernkraftwerk Kahl ging im Juni 1961 als erstes Kernkraftwerk ans Netz. Als letzter kommerzieller Kernreaktor wurde 1989 der Block 5 des Kernkraftwerks Greifswald mit dem Netz synchronisiert. Der Ausbildungskernreaktor Dresden erhielt 2004 als bislang letzter Forschungsreaktor seine Betriebsgenehmigung.
Am 1. Januar 1960 trat in Westdeutschland das Gesetz über die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Gefahren (kurz Atomgesetz) in Kraft. Es wurde seitdem mehrfach geändert und ergänzt. Seit der Vereinbarung zwischen der Bundesregierung Schröder I und den Energieversorgungsunternehmen vom 15. Juni 2000 (dem sogenannten Atomkonsens) war die Nutzung der vorhandenen Kernkraftwerke zeitlich begrenzt und es gilt ein Neubauverbot (keine Genehmigungen für den Bau neuer Kernkraftwerke). Die Forschung auf dem Gebiet der Kerntechnik ist vom Atomkonsens unberührt. Der Kernenergie-Konsens-Vertrag legte eine noch zu erzeugende Strommenge („Reststrommenge“) für jedes Kernkraftwerk fest. Grundsätzlich konnten diese sogenannten Reststrommengen von älteren Kraftwerken auf neuere übertragen werden, umgekehrt nur in Ausnahmefällen. Hatte ein Kernkraftwerk seine zugeteilte Reststrommenge erzeugt, musste es abgeschaltet werden. Die getroffenen Abmachungen wurden durch das Gesetz zur geordneten Beendigung der Kernenergienutzung zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität vom 22. April 2002 umgesetzt.<ref>Gesetz zur geordneten Beendigung der Kernenergienutzung zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität. (PDF; 690 kB) 22. April 2002, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Oktober 2016; abgerufen am 5. Januar 2017.</ref>
Damals war vorgesehen, die ursprünglich 19 kommerziell genutzten Kernkraftwerksblöcke bis 2021 abzuschalten. Das Kernkraftwerk Stade wurde am 14. November 2003 abgeschaltet und das Kernkraftwerk Obrigheim am 11. Mai 2005. Der Block 2 des Kernkraftwerks Neckarwestheim sollte als letztes vom Netz gehen. Somit waren zum Ende der Regierungsbeteiligung der SPD im Oktober 2009<ref>nach der Bundestagswahl 2009 kam am 28. Oktober 2009 das schwarz-gelbe Kabinett Merkel II ins Amt.</ref> noch 17 kommerziell genutzte Kernkraftwerksblöcke und 11 Forschungsreaktoren (davon 6 Unterrichtsreaktoren) in Betrieb.
Die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundestag beschloss am 28. Oktober 2010 eine Laufzeitverlängerung, nachdem diese zuvor vom schwarz-gelben Bundeskabinett gebilligt worden war. Im Schnitt sollten die Kernkraftwerke zwölf Jahre länger in Betrieb sein als der Atomkonsens aus dem Jahr 2000, geschlossen zwischen der rot-grünen Regierung (Schröder/Fischer) und der Atomwirtschaft, vereinbart war. Am 8. Dezember 2010 unterschrieb Bundespräsident Christian Wulff das Gesetz zur Laufzeitverlängerung. Die SPD-geführten Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz reichten gegen dieses Gesetz am 28. Februar 2011 Klage beim Bundesverfassungsgericht ein.<ref>SPD und Grüne reichen Verfassungsklage ein. In: Spiegel Online. 28. Februar 2011, abgerufen am 5. Januar 2017.</ref>
Vier Tage nach dem Beginn der Nuklearkatastrophe von Fukushima verkündete Bundeskanzlerin Merkel am 15. März 2011 ein „Atom-Moratorium“, während dessen die sieben ältesten Kernreaktoren in Deutschland abgeschaltet werden sollten<ref name="faz-2011-03-15">Sieben Kernkraftwerke gehen vorerst vom Netz. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 15. März 2011, abgerufen am 5. Januar 2017.</ref> – dies entsprach vermutlich nicht der Rechtslage, da die Regierung nicht ohne weiteres ein vom Parlament beschlossenes Gesetz außer Kraft setzen darf.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ARD-Beitrag ( vom 17. März 2011 im Internet Archive), „Kann die Regierung das einfach beschließen?“ vom 16. März 2011, zuletzt abgerufen am 16. März 2011.</ref> Dieses Atom-Moratorium beinhaltete auch eine auf drei Monate befristete Aussetzung der Laufzeitverlängerung.<ref name="faz-2011-03-15" /><ref>So riskant sind die alten Reaktoren. In: stern.de. 15. März 2011, abgerufen am 5. Januar 2017.</ref> Der hiervon neben anderen betroffene Konzern RWE reichte am 1. April 2011 Klage gegen die Abschaltung des Kernreaktors Biblis A beim zuständigen Hessischen Verwaltungsgerichtshof ein. RWE berief sich auf die fehlende Rechtsgrundlage für das Moratorium.<ref>RWE klagt gegen Biblis-Abschaltung. In: Focus Online. 1. April 2011, abgerufen am 5. Januar 2017.</ref>
Mit dem Inkrafttreten der Novellierung des Atomgesetzes am 6. August 2011 verloren die sieben ältesten Kernkraftwerksblöcke Deutschlands sowie das Kernkraftwerk Krümmel die Erlaubnis zum Leistungsbetrieb. Der Plan, einen der Blöcke als Reserve vorzuhalten, wurde von der Bundesnetzagentur Ende August 2011 verworfen.<ref>Bundesnetzagentur wird den Reservebetrieb eines Kernkraftwerks nicht anordnen. In: Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen. 31. August 2011, abgerufen am 5. Januar 2017.</ref> Die verbliebenen neun Blöcke hätten gemäß dem Atomgesetz bis spätestens 31. Dezember 2022 abgeschaltet werden müssen. Der Bundestag verlängerte diese Frist am 11. November 2022 für die letzten drei Kernreaktoren Isar 2, Emsland A und Neckarwestheim 2 um 3,5 Monate.<ref>Götz Hausding: Deutscher Bundestag – Bundestag beschließt AKW-Laufzeitverlängerung bis Mitte April 2023. Abgerufen am 18. Juli 2023.</ref>
Grund dafür war, dass russische Streitkräfte am 24. Februar 2022 einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Ukraine begonnen haben. Dadurch waren seit 2021 die Energiepreise erheblich gestiegen. Am Abend des 15. April 2023 wurden die letzten drei Kernreaktoren vom Netz genommen.
Kernkraftwerke
Kernkraftwerk nennt man alle Leistungsreaktoren und Prototypanlagen, die zur kommerziellen Stromerzeugung genutzt werden. Vorlage:Tabellenstile
| Bezeichnung | Land | Kürzel | Typ | Betreiber | Brutto-leistung in MW |
Netto-leistung in MW |
Energie-erzeugung bis Abschaltung in TWh <ref>Nettostrom in TWh – Netto-Stromerzeugung in Milliarden Kilowattstunden von der Inbetriebnahme bis zur Abschaltung. Datenquelle: IAEO – Power Reactor Information System. Abgerufen am 24. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> |
Bau-beginn | Beginn des kommer-ziellen Betriebs | Außer Betrieb | Mittlere Verfügbarkeit über Betriebs-zeitraum <ref>Datenquelle: IAEO – Power Reactor Information System, Stand: 4. Aug 2024</ref> |
Status |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Isar/Ohu 2 | BY | KKI 2 | DWR (KWU Konvoi) | PreussenElektra | 1485 | 1410 | 382,7 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 15. Apr. 2023<ref group="Anm." name="Laufzeitverlängerung 2022">Laufzeit gesetzlich bis zum 15. April 2023 begrenzt (neuer § 7 Abs. 1e AtG vom 4. Dezember 2022).</ref> | 93,5 % | Außer Betrieb (Rückbau bis 2040 geplant)<ref>Betreiber verkündet endgültiges Aus für Atomkraftwerk Isar 2. 26. Oktober 2023, abgerufen am 16. August 2024.</ref> |
| Brokdorf | SH | KBR | DWR (KWU Vor-Konvoi) | PreussenElektra | 1480 | 1410 | 364,4 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 89,7 % | Außer Betrieb |
| Philippsburg 2 | BW | KKP 2 | DWR (KWU Vor-Konvoi) | EnBW | 1468 | 1402 | 357,0 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 88,2 % | Im Rückbau |
| Grohnde | NI | KWG | DWR (KWU Vor-Konvoi) | PreussenElektra | 1430 | 1360 | 386,8 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 91,6 % | Im Rückbau (bis 2039<ref>NDR: Das AKW Grohnde – Ein von Pannen geplagter „Weltmeister“. Abgerufen am 1. April 2024.</ref>) |
| Unterweser | NI | KKU | DWR (KWU, Gen.2) | PreussenElektra | 1410 | 1345 | 289,8 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle<ref>Das Kraftwerk wurde gemäß Atom-Moratorium am 18. März 2011 vom Netz genommen</ref> | 83,7 % | Im Rückbau (bis 2031<ref>AKW Unterweser darf abgebaut werden. In: Heise online. 6. Februar 2018, abgerufen am 27. Februar 2022.</ref>) |
| Krümmel | SH | KKK | SWR (KWU-Baulinie 69) | Vattenfall | 1402 | 1346 | 201,7 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle<ref group="Anm.">Am 4. Juli 2009 kam es zu einer Reaktorschnellabschaltung aufgrund einer Störung in einem Maschinentransformator. Von da an bis zum Verlust der Betriebsgenehmigung („Atomausstieg“) zum 6. August 2011 war Krümmel im 'Stillstandsbetrieb'</ref> | 69,2 % | Im Rückbau (bis 2040) |
| Emsland | NI | KKE | DWR (KWU Konvoi) | RWE | 1406 | 1335 | 372,7 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 15. Apr. 2023<ref group="Anm." name="Laufzeitverlängerung 2022">Laufzeit gesetzlich bis zum 15. April 2023 begrenzt (neuer § 7 Abs. 1e AtG vom 4. Dezember 2022).</ref> | 93,7 % | Außer Betrieb |
| Neckarwestheim 2 | BW | GKN 2 | DWR (KWU Konvoi) | EnBW | 1400 | 1310 | 351,2 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 15. Apr. 2023<ref group="Anm." name="Laufzeitverlängerung 2022" /> | 92,7 % | Außer Betrieb |
| Grafenrheinfeld | BY | KKG | DWR (KWU Vor-Konvoi) | PreussenElektra | 1345 | 1275 | 315,6 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 88,7 % | Im Rückbau (bis 2035<ref>Klaus Rüfer: Atomkraftwerk soll bis 2035 verschwinden. In: Bayerischer Rundfunk. 12. April 2018, abgerufen am 4. September 2018.</ref>) |
| Gundremmingen C | BY | KRB C | SWR (KWU-Baulinie 72) | RWE | 1344 | 1288 | 344,7 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 89,3 % | Im Rückbau |
| Gundremmingen B | BY | KRB B | SWR (KWU-Baulinie 72) | RWE | 1344 | 1284 | 314,5 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 90,4 % | Im Rückbau (bis 2040<ref>Christian Kirstges: So wird das Atomkraftwerk Gundremmingen rückgebaut. In: Augsburger Allgemeine. 25. März 2017, abgerufen am 31. Dezember 2017.</ref>) |
| Mülheim-Kärlich | RP | KMK | DWR (Babcock-BBC) | RWE | 1302 | 1219 | 10,3 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 76,0 % | Im Rückbau (bis 2029<ref>Kühlturm des AKW Mülheim-Kärlich ist Geschichte. Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 18. Februar 2021.</ref>) |
| Biblis B | HE | KWB B | DWR (KWU Gen.2) | RWE | 1300 | 1240 | 247,4 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 74,5 % | Im Rückbau (bis nach 2032) |
| Biblis A | HE | KWB A | DWR (KWU Gen.2) | RWE | 1225 | 1167 | 232,8 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 68,7 % | Im Rückbau (bis nach 2032) |
| Philippsburg 1 | BW | KKP 1 | SWR (KWU-Baulinie 69) | EnBW | 926 | 890 | 187,6 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle<ref>Philippsburg 1 wurde am 17. März 2011 für das dreimonatige Atom-Moratorium heruntergefahren</ref> | 80,3 % | Im Rückbau |
| Isar/Ohu 1 | BY | KKI 1 | SWR (KWU-Baulinie 69) | PreussenElektra | 912 | 878 | 198,3 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle<ref>Isar/Ohu wurde im Rahmen des Atom-Moratoriums am 17. März 2011 heruntergefahren</ref> | 86,0 % | Im Rückbau (bis 2032) |
| Neckarwestheim 1 | BW | GKN 1 | DWR (KWU Gen.2) | EnBW | 840 | 785 | 186,8 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 84,7 % | Im Rückbau (bis 2035<ref>Kernkraftwerk Neckarwestheim: Rückbau schwerster Einzelkomponente | EnBW. Abgerufen am 18. Februar 2021.</ref>) |
| Brunsbüttel | SH | KKB | SWR (KWU-Baulinie 69) | Vattenfall | 806 | 771 | 120,4 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle<ref>Brunsbüttel wurde am 21. Juli 2007 komplett abgeschaltet und bis zum Erlöschen seiner Betriebsgenehmigung nicht wieder hochgefahren.</ref> | 57,9 % | Im Rückbau (bis 2033<ref>Atomausstieg: Schleswig-Holstein erlaubt Abriss von AKW in Brunsbüttel. In: Spiegel Online. 21. Dezember 2018, abgerufen am 23. Dezember 2018.</ref>) |
| Stade | NI | KKS | DWR (Siemens-KWU Gen.1) | PreussenElektra | 672 | 640 | 145,9 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 85,3 % | Im Rückbau (bis 2026<ref>Stade: AKW-Rückbau dauert drei Jahre länger. NDR, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Januar 2021; abgerufen am 18. Februar 2021.</ref>) |
| Würgassen | NW | KWW | SWR (AEG) | PreussenElektra | 670 | 640 | 69,7 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 71,9 % | Im Rückbau (bis 2028<ref>hna.de HNA.de:AKW Würgassen: Rückbau noch bis 2028, abgerufen am 4. März 2014.</ref>) |
| Greifswald 1 | MV | KGR 1 | WWER-440/230 | EWN | 440 | 408 | 35,5 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 65,8 %<ref name="DieterNebel">Dieter Nebel: Zur Reaktorsicherheitsphilosophie sowjetischer Kernkraftwerke. In: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät. 7 (1995), ISSN 0947-5850, S. 69–92, hier S. 85 ff. (leibnizsozietaet.de [PDF; 623 kB]).</ref> | Im Rückbau (bis 2028) |
| Greifswald 2 | MV | KGR 2 | WWER-440/230 | EWN | 440 | 408 | 36,6 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 70,6 %<ref name="DieterNebel" /> | Im Rückbau (bis 2028) |
| Greifswald 3 | MV | KGR 3 | WWER-440/230 | EWN | 440 | 408 | 33,3 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 78,8 %<ref name="DieterNebel" /> | Im Rückbau (bis 2028) |
| Greifswald 4 | MV | KGR 4 | WWER-440/230 | EWN | 440 | 408 | 28,9 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 78,0 %<ref name="DieterNebel" /> | Im Rückbau (bis 2028) |
| Greifswald 5 | MV | KGR 5 | WWER-440/213 | EWN | 440 | 408 | 0,0 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Im Rückbau (bis 2028) | |
| Obrigheim | BW | KWO | DWR (Siemens Gen.1) | EnBW | 357 | 340 | 86,8 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 83,7 % | Im Rückbau (bis 2030<ref>S. W. R. Aktuell: 20 Jahre nach der Abschaltung: Wie geht es im Kernkraftwerk Obrigheim weiter? 29. April 2025, abgerufen am 11. Juni 2025.</ref>) |
| Hamm-Uentrop | NW | THTR | HTR | HKG | 308 | 296 | 2,8 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 56,0 % | Im sicheren Einschluss (bis 2030<ref>Dietmar Seher: Das teure Ende eines Atomkraftwerks. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 30. Juli 2011, abgerufen am 30. Juli 2011.</ref>) |
| Lingen | NI | KWL | SWR | RWE | 268 | 183 | 9,1 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 42,2 % | Im Rückbau (bis 2035) |
| Gundremmingen A | BY | KRB | SWR | RWE | 250 | 237 | 13,8 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 81,2 % | Rückbau ausgesetzt, 2006 Umbau zu „Technologie-zentrum“ |
| Niederaichbach | BY | KKN | HWCR | ohne („Grüne Wiese“) |
106 | 100 | 0,015 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 9,0 % | rückgebaut |
| Rheinsberg | BB | KKR | WWER-70 | EWN | 70 | 62 | 9,0 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 61,0 %<ref name="DieterNebel" /> | Im Rückbau (bis 2040) |
| MZFR Karlsruhe | BW | MZFR | DWR | EWN | 57 | 52 | 4,8 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 73,3 % | rückgebaut |
| Großwelzheim | BY | HDR | HDR | ohne („Grüne Wiese“) |
25 | 25 | 0,0062 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | rückgebaut | |
| KNK Karlsruhe I<ref>nicht mehr in der aktuellen Statistik der IAEO</ref> | BW | KNK I | BR | EWN | 21 | 17 | 0,5 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Im Rückbau (bis 2030) | |
| KNK Karlsruhe II | BW | KNK II | BR | EWN | 21 | 17 | 0,3 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 26,8 % | Im Rückbau (bis 2035)<ref>Kompakte Natriumgekühlte Kernreaktoranlage II (KNK II). 28. Juni 2024, abgerufen am 16. August 2024.</ref> |
| Kahl | BY | VAK | SWR | ohne („Grüne Wiese“) |
16 | 15 | 2,0 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 67,8 % | rückgebaut |
| Jülich | NW | AVR | HTR | EWN | 15 | 13 | 1,5 | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | Vorlage:DatumZelle | 65,9 % | Im Rückbau <ref group="Anm.">siehe AVR (Jülich)#Rückbau, Entsorgung.</ref> |
Anmerkungen <references group="Anm." />
Kernkraftwerke ohne Betriebsaufnahme
Diese Liste enthält geplante Kernkraftwerke, für die ein Genehmigungsantrag eingereicht und abgelehnt wurde, sowie Kernkraftwerke, die teilweise gebaut oder fertiggestellt wurden, aber nie in Betrieb gingen. Dunkelgrau hinterlegt sind diejenigen Kernkraftwerke, deren Bau begonnen wurde.
| Bezeichnung | Bundes- land |
Plan- ung |
Baube- ginn |
Projekt- ende |
Weitere Informationen | Brutto (MW)<ref>Brutto – Bruttoleistung in Megawatt (MW)</ref> |
Netto (MW)<ref>Netto – Nettoleistung in Megawatt (MW)</ref> |
Typ | Be- leg |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bad Breisig | Datei:Flag of Rhineland-Palatinate.svg RP | 1971 | – | ? | Planung nach kurzer Zeit wegen Platzmangels (Trinkwasserschutz, Erdbebengebiet)<ref>Gewerbegebiet Goldene Meile – Das Beinahe-Atomkraftwerk. 24. Oktober 2013, abgerufen am 9. Dezember 2018.</ref> eingestellt, als Ersatz wurde wenige Kilometer flussaufwärts das Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich errichtet | 1300 | ? | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />6-1.2 Verzeichnis der Empfehlungen und Stellungnahmen der Reaktor-Sicherheitskommission (RSK). ( vom 22. Februar 2014 im Internet Archive; PDF) bfs.de</ref> |
| BASF 1 | Datei:Flag of Rhineland-Palatinate.svg RP | 1973 | – | 01.12.1976 | wurde durch fossil beheiztes Dampfkraftwerk ersetzt (Inbetriebnahme 2005) | 425 | 385 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk BASF 1 ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> |
| Biblis C | Datei:Flag of Hesse.svg HE | 1975 | – | 1995 | Bereits gefertigte Komponenten wurden für das Kernkraftwerk Angra 2 (Brasilien) verwendet | 1315 | 1238 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Biblis C ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> |
| Biblis D | Datei:Flag of Hesse.svg HE | 1973 | – | 01.01.1979 | ? | 1300 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Biblis D ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> | |
| Borken | Datei:Flag of Hesse.svg HE | 1974 | – | 1995 | 1300 | 1200 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Borken ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> | |
| Dahlen 1 | Datei:Flag of Saxony.svg SN | 1980 | – | Frühj. 1990 | 1000 | 950 | DWR | <ref name="Dahlen">Felix Christian Matthes: Dahlen 1-4: Stromwirtschaft und deutsche Einheit. BoD – Books on Demand, 2000, ISBN 3-89811-806-1, S. 59–60.</ref> | |
| Dahlen 2 | Datei:Flag of Saxony.svg SN | 1980 | – | Frühj. 1990 | 1000 | 950 | DWR | <ref name="Dahlen" /> | |
| Dahlen 3 | Datei:Flag of Saxony.svg SN | 1980 | – | Frühj. 1990 | 1000 | 950 | DWR | <ref name="Dahlen" /> | |
| Dahlen 4 | Datei:Flag of Saxony.svg SN | 1980 | – | Frühj. 1990 | 1000 | 950 | DWR | <ref name="Dahlen" /> | |
| Emden | Datei:Flag of Lower Saxony.svg NI | 1975 | – | ? | geplanter Standort war Rysumer Sand | 1300 | ? | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Emden ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> |
| Greifswald 6 | Datei:Flag of Mecklenburg-Western Pomerania.svg MV | ? | 01.12.1976 | 01.01.1990 | Bau wurde fertiggestellt, keine Betriebsaufnahme | 440 | 408 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Greifswald 6 ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> |
| Greifswald 7 | Datei:Flag of Mecklenburg-Western Pomerania.svg MV | ? | 01.12.1978 | 01.10.1990 | Bau wurde abgebrochen | 440 | 408 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Greifswald 7 ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> |
| Greifswald 8 | Datei:Flag of Mecklenburg-Western Pomerania.svg MV | ? | 01.12.1978 | 01.10.1990 | Bau wurde abgebrochen | 440 | 408 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Greifswald 8 ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> |
| Hamm | Datei:Flag of North Rhine-Westphalia.svg NW | 1975 | – | 1995 | geplant auf dem Gelände des THTR,
als Ersatz wurde das Kernkraftwerk Emsland gebaut |
1301 | 1231 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Hamm ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> |
| Kalkar 1 | Datei:Flag of North Rhine-Westphalia.svg NW | 1969 | 23.04.1973 | 20.03.1991 | 1985 fertiggestellt, aufgrund Sicherheitsbedenken und Protesten keine Betriebsaufnahme | 327 | 295 | SNR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Kalkar ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> |
| Kalkar 2 (SNR-2) | Datei:Flag of North Rhine-Westphalia.svg NW | 1975 | 1982 | Der Standort Kalkar stand noch nicht endgültig fest | 2160 | 2000 | SNR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk SNR 2 ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> | |
| Neupotz A | Datei:Flag of Rhineland-Palatinate.svg RP | 1977 | – | 1987 | 1368 | 1289 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Neupotz A ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> | |
| Neupotz B | Datei:Flag of Rhineland-Palatinate.svg RP | 1977 | – | 1987 | 1368 | 1289 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Neupotz B ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> | |
| Pfaffenhofen A | Datei:Flag of Bavaria (lozengy).svg BY | 1976 | – | 1999 | 1315 | 1238 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Pfaffenhofen ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> | |
| Stendal 1 | Datei:Flag of Saxony-Anhalt (state).svg ST | 1980 | 01.12.1982 | 01.03.1991 | Bau wurde zu 85 Prozent fertiggestellt | 970 | 900 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Stendal 1 ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> |
| Stendal 2 | Datei:Flag of Saxony-Anhalt (state).svg ST | 1980 | 01.12.1984 | 01.03.1991 | Bau wurde zu 15 Prozent fertiggestellt | 970 | 900 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Stendal 2 ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> |
| Vahnum A | Datei:Flag of North Rhine-Westphalia.svg NW | 1975 | – | ? | 1300 | 1231 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Vahnum A ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> | |
| Vahnum B | Datei:Flag of North Rhine-Westphalia.svg NW | 1975 | – | ? | 1300 | 1231 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Vahnum B ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> | |
| Wyhl 1 | Datei:Flag of Baden-Württemberg.svg BW | 1973 | – | ? | Ursprünglich vorgesehener Standort war Breisach. Planung wurde 1977 abgebrochen und die Komponenten für das Kernkraftwerk Philippsburg 2 verwendet | 1375 | 1300 | DWR | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kernkraftwerk Wyhl 1 ( vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wyhl-1. ( vom 22. Mai 2014 im Internet Archive) WNA Reactor Database (englisch)</ref> |
Forschungsreaktoren
„Forschungsreaktor“ nennt man Kernreaktoren, die nicht der Stromerzeugung dienen, sondern überwiegend Forschungszwecken (kern- und materialtechnischen Untersuchungen, Isotopenproduktion für Medizin und Technik). Die folgende Liste ist nach der Inbetriebnahme der Forschungsreaktoren sortiert. Gelb markierte Reaktoren sind noch in Betrieb.
| Name | Bezeich- nung |
Betreiber | Bundes- land |
Inbetrieb- nahme |
Außer Betrieb | Status | Leistung (therm.) |
Reaktortyp |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Forschungsreaktor München | FRM | TU München | Datei:Flag of Bavaria (lozengy).svg BY | 31.10.1957 | 28.07.2000 | Stilllegung am 3. April 2014<ref name="BFS-Kernanlagen_Stilllegung_Aug_2011.pdf">Auflistung kerntechnischer Anlagen in der Bundesrepublik Deutschland. (PDF; 110 kB) Anlagen „In Stilllegung“ Stand: August 2011. Bundesamt für Strahlenschutz, 1. November 2011, S. 13, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. Januar 2012; abgerufen am 7. Juni 2012.</ref>, in Rückbau |
4 MW | Schwimmbad/MTR |
| Rossendorfer Forschungsreaktor | RFR | FZ Rossendorf | Datei:Flag of Saxony.svg SN | 16.12.1957 | 27.06.1991 | rückgebaut<ref>atommuellreport.de</ref> | 10 MW | LWR |
| Forschungsreaktor Frankfurt-1 | FRF-1 | Uni Frankfurt | Datei:Flag of Hesse.svg HE | 10.01.1958 | 19.03.1968 | begonnener Umbau zum FRF-2, rückgebaut<ref name="BFS-Kernanlagen_Stilllegung_Aug_2011.pdf" /> |
50 kW | homogen (L)/L-54 (L) |
| Forschungsreaktor Frankfurt-2 | FRF-2 | Uni Frankfurt | Datei:Flag of Hesse.svg HE | entfällt | entfällt | nicht fertiggestellt, rückgebaut |
1 MW (geplant) |
Schwimmbad/TRIGA |
| Berliner Experimentier-Reaktor I | BER I | Helmholtz-Zentrum Berlin | Datei:Flag of Berlin.svg BE | 24.07.1958 | 1972 | im sicheren Einschluss | 50 kW | homogen (L)/L-54 (L) |
| Forschungsreaktor Geesthacht-1 | FRG-1 | GKSS | Datei:Flag of Schleswig-Holstein.svg SH | 23.10.1958 | 28.06.2010 | im Rückbau bis 2020 | 5 MW | Schwimmbad/MTR |
| Siemens Argonaut Reaktor | SAR | TU München | Datei:Flag of Bavaria (lozengy).svg BY | 23.06.1959 | 31.10.1968 | rückgebaut | 1 kW | Argonaut |
| AEG-Prüfreaktor | PR-10 | Kraftwerk Union | Datei:Flag of Bavaria (lozengy).svg BY | 27.01.1961 | 1976 | stillgelegt | 180 Watt | Argonaut |
| Forschungsreaktor 2 | FR-2 | FZ Karlsruhe | Datei:Flag of Baden-Württemberg.svg BW | 07.03.1961 | 21.12.1981 | im Rückbau | 44 MW | HWR |
| Forschungsreaktor Jülich 1 (MERLIN) | FRJ-1 | FZ Jülich | Datei:Flag of North Rhine-Westphalia.svg NW | 23.02.1962 | 22.03.1985 | rückgebaut | 10 MW | Schwimmbad/MTR |
| Siemens-Unterrichtsreaktor München | SUR-M | TU München | Datei:Flag of Bavaria (lozengy).svg BY | 28.02.1962 | 10.08.1981 | rückgebaut<ref name="BFS-Kernanlagen_Stilllegung_Aug_2011.pdf" /> | 0,1 Watt | homogen (S)/SUR-100 |
| Forschungsreaktor Jülich 2 (DIDO) | FRJ-2 | FZ Jülich | Datei:Flag of North Rhine-Westphalia.svg NW | 14.11.1962 | 02.05.2006 | im Rückbau | 23 MW | Tank/HWR |
| Rossendorfer Ringzonenreaktor | RRR | FZ Rossendorf | Datei:Flag of Saxony.svg SN | 16.12.1962 | 25.09.1991 | rückgebaut | 1 kW | Argonaut |
| Schnell-Thermischer Argonaut-Reaktor | STARK | FZ Karlsruhe | Datei:Flag of Baden-Württemberg.svg BW | 11.01.1963 | 03.1976 | rückgebaut | 10 Watt | Argonaut |
| Forschungsreaktor Geesthacht-2 | FRG-2 | GKSS | Datei:Flag of Schleswig-Holstein.svg SH | 16.03.1963 | 28.01.1993 | im Rückbau | 15 MW | Schwimmbad/MTR |
| Siemens-Unterrichtsreaktor Berlin | SUR-B | TU Berlin | Datei:Flag of Berlin.svg BE | 26.07.1963 | 15.10.2007 | Stilllegung am 16. April 2013<ref name="Kernanlagen_Stilllegung_Mai13.pdf">Auflistung kerntechnischer Anlagen in der Bundesrepublik Deutschland. (PDF; 110 kB) Anlagen „In Stilllegung“ Stand: Mai 2013. Bundesamt für Strahlenschutz, 1. Mai 2013, S. 13, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 12. Mai 2013 (keine Mementos). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> | 0,1 Watt | homogen (S)/SUR-100 |
| Siemens-Unterrichtsreaktor Darmstadt | SUR-DA | TU Darmstadt | Datei:Flag of Hesse.svg HE | 23.09.1963 | 22.02.1985 | rückgebaut<ref name="BFS-Kernanlagen_Stilllegung_Aug_2011.pdf" /> | 0,1 Watt | homogen (S)/SUR-100 |
| Anlage für Nullleistungsexperimente | ANEX | GKSS | Datei:Flag of Schleswig-Holstein.svg SH | 05.1964 | 05.02.1975 | rückgebaut | 100 Watt | Nullleistungsreaktor |
| Siemens-Unterrichtsreaktor Stuttgart | SUR-S | Uni Stuttgart | Datei:Flag of Baden-Württemberg.svg BW | 24.08.1964 | in Betrieb | 0,1 Watt | homogen (S)/SUR-100 | |
| Siemens-Unterrichtsreaktor Hamburg | SUR-HH | FH Hamburg | Datei:Flag of Hamburg.svg HH | 15.01.1965 | 08.1992 | rückgebaut<ref name="BFS-Kernanlagen_Stilllegung_Aug_2011.pdf" /> | 0,1 Watt | homogen (S)/SUR-100 |
| Forschungsreaktor Mainz | FRMZ | Uni Mainz | Datei:Flag of Rhineland-Palatinate.svg RP | 03.08.1965 | in Betrieb | 100 kW | Schwimmbad/TRIGA-II | |
| Siemens-Unterrichtsreaktor Aachen | SUR-AA | RWTH Aachen | Datei:Flag of North Rhine-Westphalia.svg NW | 22.09.1965 | 2000<ref name=atomaufsicht /> | Der Genehmigungsbescheid zur Stilllegung und zum vollständigen Abbau des SUR-AA wurde am 26. Juni 2020 erteilt. Er ist kernbrennstofffrei.<ref name=atomaufsicht>Abbau</ref>
Antrag auf Stilllegung 2010 gestellt<ref name="BFS-Kernanlagen_Stilllegung_Aug_2011.pdf" /> |
0,1 Watt | homogen (S)/SUR-100 |
| Siemens-Unterrichtsreaktor Ulm | SUR-U | Hochschule Ulm | Datei:Flag of Baden-Württemberg.svg BW | 01.12.1965 | in Betrieb | 0,1 Watt | homogen (S)/SUR-100 | |
| Siemens-Unterrichtsreaktor Kiel | SUR-KI | FH Kiel | Datei:Flag of Schleswig-Holstein.svg SH | 29.03.1966 | 11.12.1997 | rückgebaut | 0,1 Watt | homogen (S)/SUR-100 |
| Siemens-Unterrichtsreaktor Karlsruhe | SUR-KA | FZ Karlsruhe | Datei:Flag of Baden-Württemberg.svg BW | 07.03.1966 | 09.1996 | rückgebaut<ref name="BFS-Kernanlagen_Stilllegung_Aug_2011.pdf" /> | 0,1 Watt | homogen (S)/SUR-100 |
| Forschungsreaktor TRIGA Heidelberg I | TRIGA HD I | DKFZ | Datei:Flag of Baden-Württemberg.svg BW | 26.08.1966 | 31.03.1977 | rückgebaut | 250 kW | Schwimmbad/TRIGA-I |
| Schnelle Nullenergie-Anordnung | SNEAK | FZ Karlsruhe | Datei:Flag of Baden-Württemberg.svg BW | 15.12.1966 | 11.1985 | stillgelegt | 1 kW | Nullleistungsreaktor |
| Abbrandmessung | ADIBKA | FZ Jülich | Datei:Flag of North Rhine-Westphalia.svg NW | 18.03.1967 | 30.10.1972 | Stilllegung am 12/1977<ref name="BFS-Kernanlagen_Stilllegung_Aug_2011.pdf" /> | 100 Watt | homogen/L77 A |
| AEG-Nullenergiereaktor | TKA | Kraftwerk Union | Datei:Flag of Bavaria (lozengy).svg BY | 23.06.1967 | 1973 | Stilllegung am 21. Dezember 1981<ref name="BFS-Kernanlagen_Stilllegung_Aug_2011.pdf" /> | 100 Watt | Tank/Nullleistungsreaktor |
| Forschungs- und Messreaktor Braunschweig | FMRB | PTB | Datei:Flag of Lower Saxony.svg NI | 03.10.1967 | 19.12.1995 | rückgebaut | 1 MW | Schwimmbad/MTR |
| Siemens-Unterrichtsreaktor Bremen | SUR-HB | Hochschule Bremen | Datei:Flag of Bremen.svg HB | 10.10.1967 | 17.06.1993 | rückgebaut<ref name="BFS-Kernanlagen_Stilllegung_Aug_2011.pdf" /> | 0,1 Watt | homogen (S)/SUR-100 |
| Nuklearschiff „Otto Hahn“ | OH | GKSS | Datei:Flag of Schleswig-Holstein.svg SH | 26.08.1968 | 22.03.1979 | verschrottet<ref name="BFS-Kernanlagen_Stilllegung_Aug_2011.pdf" /> | 38 MW | DWR/Schiffsreaktor |
| Rossendorfer Anordnung für kritische Experimente | RAKE | FZ Rossendorf | Datei:Flag of Saxony.svg SN | 03.10.1969 | 26.11.1991 | rückgebaut | 10 Watt | Tank/Nullleistungsreaktor |
| Kritisches Experiment | KEITER | FZ Jülich | Datei:Flag of North Rhine-Westphalia.svg NW | 15.06.1971 | 1982 | Stilllegung am 6/1988<ref name="BFS-Kernanlagen_Stilllegung_Aug_2011.pdf" /> | 1 Watt | Nullleistungsreaktor |
| Siemens-Unterrichtsreaktor Hannover | SUR-H | Uni Hannover | Datei:Flag of Lower Saxony.svg NI | 09.12.1971 | 2008 | Stilllegung im September 2019<ref>haz.de</ref><ref>umwelt.niedersachsen.de</ref> | 0,1 Watt | homogen (S)/SUR-100 |
| Forschungsreaktor Neuherberg | FRN | GSF | Datei:Flag of Bavaria (lozengy).svg BY | 23.08.1972 | 16.12.1982 | sicherer Einschluss | 1 MW | Schwimmbad/TRIGA-III |
| Forschungsreaktor Hannover | FRH | MH Hannover | Datei:Flag of Lower Saxony.svg NI | 31.01.1973 | 18.12.1996 | rückgebaut | 250 kW | Schwimmbad/TRIGA-I |
| Siemens-Unterrichtsreaktor Furtwangen | SUR-FW | Hochschule Furtwangen | Datei:Flag of Baden-Württemberg.svg BW | 28.06.1973 | in Betrieb | 0,1 Watt | homogen (S)/SUR-100 | |
| Kritische Anordnung | KAHTER | FZ Jülich | Datei:Flag of North Rhine-Westphalia.svg NW | 02.07.1973 | 03.02.1984 | Stilllegung am 6/1988<ref name="BFS-Kernanlagen_Stilllegung_Aug_2011.pdf" /> | 100 Watt | Nullleistungsreaktor |
| Berliner Experimentier-Reaktor II | BER II | Helmholtz-Zentrum Berlin | Datei:Flag of Berlin.svg BE | 09.12.1973 | 11.12.2019 | im Rückbau bis 2033<ref>Strahlendes Erbe: Berlins Forschungsreaktor BER II wird Geschichte. heise online, abgerufen am 11. Dezember 2019.</ref> | 10 MW | Schwimmbad/MTR |
| Forschungsreaktor TRIGA Heidelberg II | TRIGA HD II | DKFZ | Datei:Flag of Baden-Württemberg.svg BW | 28.02.1978 | 30.11.1999 | rückgebaut | 250 kW | Schwimmbad/TRIGA-I |
| Ausbildungskernreaktor Dresden-1 | AKR-1<ref>AKR-1 – Der Ausbildungskernreaktor wurde 2004 zum AKR-2 umgebaut.</ref> | TU Dresden | Datei:Flag of Saxony.svg SN | 28.07.1978 | 03.2004 | ersetzt durch AKR 2 | 2 Watt | homogen/SUR-Typ |
| Zittauer Lehr- und Forschungsreaktor | ZLFR | Hochschule Zittau | Datei:Flag of Saxony.svg SN | 25.05.1979 | 24.03.2005 | rückgebaut | 10 Watt | HWR |
| Forschungsreaktor München II | FRM II | TU München | Datei:Flag of Bavaria (lozengy).svg BY | 02.03.2004 | in Betrieb | 20 MW | Schwimmbad/HWR | |
| Ausbildungskernreaktor Dresden-2 | AKR-2 | TU Dresden | Datei:Flag of Saxony.svg SN | 22.03.2005 | in Betrieb, ersetzt AKR 1 | 2 Watt | homogen/SUR-Typ |
Stand: Dezember 2019
Daneben wurden während des Zweiten Weltkriegs im deutschen Uranprojekt eine Reihe von Versuchsreaktoren konstruiert, die jedoch allesamt nicht kritisch wurden. Der letzte dieser Versuche war der Forschungsreaktor Haigerloch, ein Schwerwasserreaktor, der durch das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik im März/April 1945 in einem Felsenkeller im hohenzollerischen Haigerloch aufgebaut wurde.
Reaktortyp
- DWR = Druckwasserreaktor: Das im Reaktorkern erhitzte Wasser zirkuliert im Primärkreislauf. Es steht unter so hohem Druck, dass es nicht verdampft. Es gibt in einem Dampferzeuger seine Wärme an den Sekundärkreislauf ab. Dieser Wasser-Dampf-Kreislauf ist frei von Radioaktivität, was z. B. die Wartung der Dampfturbine wesentlich erleichtert.
- SWR = Siedewasserreaktor: Beim Siedewasserreaktor wird das Kühlmittel Wasser im Reaktor in Dampf zum direkten Antrieb der Turbine verwandelt.
- Nullleistungsreaktor: Ein Reaktor mit sehr geringer thermischer Leistung, der zu Ausbildungs- und Forschungszwecken eingesetzt wird. Dieser Reaktortyp hat aufgrund der geringen Leistung selbst in der Spaltzone faktisch keine Temperaturerhöhung, weswegen sich Systeme zur Wärmeabfuhr erübrigen.
- TRIGA: Ein Forschungsreaktor des Schwimmbad-Typs, bei dem die Sicherheit durch Naturgesetze gewährleistet wird und nicht durch Ingenieurmaßnahmen, die man überbrücken könnte.
- HDR = Heißdampf-Siedewasserreaktor: Ein Siedewasserreaktor mit integrierter nuklearer Überhitzung.
- homogen: Ein Reaktor, in dem der Brennstoff als Gemisch mit Moderator oder Kühlmittel vorliegt.
- HTR = Hochtemperaturreaktor: Beim Hochtemperaturreaktor wird der Reaktorkern mit dem Edelgas Helium gekühlt, das beim Durchströmen der Kugelschüttung (Schüttung von kugelförmigen Brennelementen) erhitzt wird.
- HWR = Heavy Water Reactor: Ein Reaktortyp, bei dem schweres Wasser als Kühlmittel und Moderator verwendet wird.
- HWCR: Schwerwassermoderierter, CO2-gekühlter Druckröhrenreaktor; im Reaktor befinden sich die Brennelemente innerhalb zahlreicher Röhren, in denen das Kühlmittel (CO2-Gas) umläuft.
- MTR: Ein Materialtestreaktor mit einem sehr kompakten Reaktorkern, um eine möglichst große Neutronenflussdichte zu erzielen.
- Schwimmbad: Die Brennelemente sind in ein offenes Wasserbecken eingetaucht, so dass etwa Eingriffe und Experimente für Forschungszwecke und Ausbildung möglich sind.
- SBR = Schneller Brutreaktor: Die Kernspaltung erfolgt mit schnellen, ungebremsten Neutronen.
Siehe auch
- Liste der Kernkraftwerke weltweit
- Liste kerntechnischer Anlagen weltweit
- Liste meldepflichtiger Ereignisse in deutschen kerntechnischen Anlagen
Literatur
- Manfred Petroll, Liane Philipp: Kerntechnik – Anlagen in Deutschland. Hrsg. v. INFORUM Verlags- und Verwaltungsgesellschaft, Bonn 1997, ISBN 3-926956-11-9.
Weblinks
- Bundesamt für Strahlenschutz
- Country Statistics Germany IAEA, Power Reactor Information System (englisch)
- Germany (PDF) IAEA, Nuclear Profile (englisch)
- Kernkraftwerke in Deutschland und vom Bundesamt für Strahlenschutz empfohlene Evakuierungsradien und Umfang der betroffenen Bevölkerung, Modul des ZDF
Einzelnachweise
<references />
Algerien | Argentinien | Armenien | Australien | Bangladesch | Belgien | Brasilien | Bulgarien | Volksrepublik China | Dänemark | Deutschland | Finnland | Frankreich | Ghana | Griechenland | Indien | Iran | Israel | Italien | Japan | Kanada | Kasachstan | Litauen | Mexiko | Niederlande | Nordkorea | Österreich | Pakistan | Rumänien | Russland | Schweden | Schweiz | Slowakei | Slowenien | Spanien | Südafrika | Südkorea | Taiwan | Thailand | Tschechien | Ukraine | Ungarn | Vereinigtes Königreich | Vereinigte Staaten