Laudenau
Laudenau Gemeinde Reichelsheim (Odenwald)
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(350)&title=Laudenau 49° 43′ N, 8° 48′ O
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dim=10000 | globe= | name=Laudenau | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 386 (318–409) m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 3,3 km²<ref name=Gindex /> | |||||
| Einwohner: | 350 (2017)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ortsteil Laudenau. ( vom 18. April 2018 im Internet Archive) In: Webauftritt der Gemeinde Reichelsheim</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 106 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 64385 | |||||
| Vorwahl: | 06164 | |||||
Laudenau ist ein Ortsteil der Gemeinde Reichelsheim im südhessischen Odenwaldkreis.
Geographie
Das offene Dorf bei getrennter doppelseitiger Tallage, Laudenau, liegt im Granitgebiet des Odenwaldes, am Ende des oberen Gersprenztals. Es liegt ca. 14,5 km nordwestlich von Erbach und 3,5 km südöstlich der Kerngemeinde Reichelsheims. Durch den Ort fließt der Laudenauer Bach, der bei Klein-Gumpen in den Mergbach mündet, einem der Quellbäche der Gersprenz. Der Ortsteil Laudenau wird begrenzt durch die 329,5 Hektar umfassenden Gemarkung Laudenau.<ref name=Gindex>Gemarkung Laudenau. In: GEOindex. Abgerufen im Dezember 2024.</ref> In der Gemarkung liegt der Siedlungsplatz Dengers Mühle.<ref>Dengers Mühle, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Januar 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>
An den Ortsteil Laudenau grenzen, von Norden beginnend, im Uhrzeigersinn, der Ortsteil Winterkasten der Stadt Lindenfels, die Gemeinde Fränkisch-Crumbach, die Reichelsheimer Ortsteile Eberbach, der Hauptort und Gumpen. Durch den Ort verläuft die Kreisstraße 77, die Bundesstraße 38/47 in der Kerngemeinde mit der Landesstraße 3399 in Winterkaste verbindet.
Geschichte
Ersterwähnung
Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt von 1012.<ref name="lagis" /> In erhaltenen Urkunden wurde Laudenau unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):
- Lutenhaha (1012)
- Ludenowe (1347)
- Ludena (1398–1400)
- Ludenaw (1433)
- Ludenau (1443)
- Laudenaw uff der Eberbach (1561)
- Laudenau unter den Bäumen (17. Jahrhundert)
- Laudenau (1748)
Verwaltungsgeschichte und Gerichtszugehörigkeit
Laudenau gehörte als Kondominat den Grafen von Erbach und den Herren von Gemmingen.
In der Grafschaft Erbach gehörte Laudenau zum Amt Reichenberg der Grafschaft Erbach. Das Patrimonialgericht Laudenau hatten allerdings die Freiherren von Gemmingen inne. Die Mediatisierung 1806 unterstellte die Grafschaft dem Großherzogtum Hessen. 1826 trat die Familie Gemmingen ihre Rechte an dem Patrimonialgericht an den Staat ab.<ref>Bekanntmachung, die Abtretung der Patrimonial-Gerichtsbarkeit der Freifrau von Gemmingen in den Ortschaften Laudenau, Kleingumpen und Winterkasten an den Staat betreffend vom 9. Februar 1827. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 6 vom 2. März 1827, s. 33.</ref> Laudenau gehörte nun zum Landratsbezirk Erbach, ab 1852 zum Kreis Lindenfels, ab 1874 zum Kreis Bensheim, der seit 1939 nach dem Zusammenschluss mit dem damaligen Landkreis Heppenheim den Namen Landkreis Bergstraße trägt.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Nach einer Bürgerbefragung im Zuge der Gebietsreform in Hessen schloss sich die bis dahin selbständige Gemeinde Laudenau zum 1. Juli 1971 freiwillig der Gemeinde Reichelsheim an<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 16. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 5,0 MB]).</ref><ref></ref> und kam so zum Landkreis Erbach, der im Jahr darauf den Namen Odenwaldkreis erhielt. Für Laudenau sowie für die meisten im Zuge der Gebietsreform nach Reichelsheim eingegliederten Gemeinden wurde ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung § 6. (PDF; 281 kB) Gemeinde Reichelsheim, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. Dezember 2022; abgerufen im Oktober 2020.</ref> Gerichte
1826 trat die Familie von Gemmingen ihre Rechte an dem Patrimonialgericht an den Staat ab. Nach Auflösung des Patrimonialgerichts 1827 nahm die erstinstanzliche Rechtsprechung „provisorisch“ zunächst für ein Jahr das Landgericht Lichtenberg<ref>Bekanntmachung, die Abtretung der Patrimonial-Gerichtsbarkeit der Freifrau von Gemmingen in den Ortschaften Laudenau, Kleingumpen und Winterkasten an den Staat betreffend vom 9. Februar 1827. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 6 vom 2. März 1827, s. 33.</ref>, dann ab 1828 das Landgericht Michelstadt wahr<ref>Reus, [ohne Seitenzählung] Abschnitt: Landgericht Lichtenberg.</ref>, ab 1853 das Landgericht Fürth<ref>Bekanntmachung, 1. die Errichtung neuer Landgerichte zu Darmstadt und Waldmichelbach,
2. die künftige Zusammensetzung der Stadt- und Landgerichtsbezirke in der Provinz Starkenburg betreffend vom 20. Mai 1853. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 19 vom 26. April 1853, S. 221–230 (223f).</ref>, ab 1879 das Amtsgericht Fürth<ref>§§ 1, 3 Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197f.</ref>, ab 1904 das Amtsgericht Reichelsheim<ref>Bekanntmachung, die Errichtung eines Amtsgerichts in Reichelsheim i. O. betreffend vom 1. März 1904. In: Großherzogliches Ministerium der Justiz (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1904 Nr. 6, S. 84 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,9 MB]).</ref> und nach dessen Auflösung 1968 das Amtsgericht Michelstadt.<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 2, Abs. 1 d) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref>
- Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Laudenau angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1718: Heiliges Römisches Reich, Kondominat zwischen den Grafen von Erbach und den Herren von Gemmingen, Amt Reichenberg
- ab 1718: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Erbach-Erbach, Anteil an der Grafschaft Erbach / Herren von Gemmingen, Amt Reichenberg
- ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),<ref group="Anm.">Mediatisierung infolge der Rheinbundakte.</ref> Fürstentum Starkenburg, Amt Reichenberg (Standesherrschaft Erbach / Herren von Gemmingen)
- ab 1815: Großherzogtum Hessen<ref group="Anm.">Das Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung.</ref> (Souveränitätslande), Provinz Starkenburg, Amt Reichenberg
- ab 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Reichenberg (Patrimonialgericht Laudenau)
- ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Erbach<ref group="Anm.">1927: Trennung zwischen Justiz (Landgericht Lichtenberg) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Lindenfels
- ab 1867: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1871: Deutsches Reich,<ref group="Anm.">Infolge des Deutsch-Französischen Krieges.</ref> Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen,<ref group="Anm.">Infolge des Ersten Weltkriegs.</ref> Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Erbach<ref name=RB1937 /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach, Gemeinde Reichelsheim<ref group="Anm.">Am 1. Juli 1971 als Ortsbezirk zur Gemeinde Reichelsheim.</ref>
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Odenwaldkreis, Gemeinde Reichelsheim
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
- 1961: 226 evangelische (= 89,3 %), 24 katholische (= 9,49 %) Einwohner<ref name="lagis" />
| Laudenau: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2011 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1829 | 137 | |||
| 1834 | 274 | |||
| 1840 | 297 | |||
| 1846 | 317 | |||
| 1852 | 304 | |||
| 1858 | 325 | |||
| 1864 | 319 | |||
| 1871 | 335 | |||
| 1875 | 325 | |||
| 1885 | 322 | |||
| 1895 | 316 | |||
| 1905 | 312 | |||
| 1910 | 304 | |||
| 1925 | 285 | |||
| 1939 | 247 | |||
| 1946 | 338 | |||
| 1950 | 313 | |||
| 1956 | 278 | |||
| 1961 | 253 | |||
| 1967 | 246 | |||
| 1970 | 257 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 318 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Laudenau 318 Einwohner. Darunter waren 21 (6,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 42 Einwohner unter 18 Jahren, 342 zwischen 18 und 49, 141 zwischen 87 und 64 und 45 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 141 Haushalten. Davon waren 42 Singlehaushalte, 39 Paare ohne Kinder und 45 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 24 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 102 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Politik
- Ortsbeirat
Für Laudenau besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Laudenau) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung gebildet. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Rohrbach 85,84 %. Dabei wurden gewählt: drei Mitglieder der SPD und zwei Mitglieder der Gemeinschaftsliste „CDU und Reichenbacher Wählergemeinschaft“ (CDU-RWG).<ref>Ortsbeiratswahl OrtsbezirkLaudenau. In: Votemanager. Gemeinde Reichelsheim, abgerufen im Januar 2025.</ref> Der Ortsbeirat wählte Wolfgang Bersch (SPD) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeiräte der Gemeinde Reichelsheim. In: Webauftritt. Gemeinde Reichelsheim, abgerufen im Januar 2025.</ref>
Weblinks
- Ortsteil Laudenau. In: Webauftritt der Gemeinde Reichelsheim.
- Über Laudenau. Ortsgeschichte, Bilder. In: www.laudenauertal.de. Private Website
- Laudenau, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Vorlage:HessBib
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Laudenau, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 38 und 92, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021. </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>
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