Klein-Gumpen
Klein-Gumpen Gemeinde Reichelsheim (Odenwald)
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(830)&title=Klein-Gumpen 49° 42′ N, 8° 50′ O
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| Höhe: | 218–236 m ü. NN | |||||
| Fläche: | 2,92 km²<ref name=Gindex /> | |||||
| Einwohner: | 830 (2022) ca.<ref name="DF"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ortsteil Gumpen ( vom 18. Dezember 2023 im Internet Archive) In: Webauftritt der Gemeinde Reichelsheim, abgerufen im Januar 2025.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 285 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 64385 | |||||
| Vorwahl: | 06164 | |||||
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Klein-Gumpen ist ein Ortsteil der Gemeinde Reichelsheim im südhessischen Odenwaldkreis.
Geographie
Das offene, langgestreckte Dorf bei doppelseitiger Gehängelage, Klein-Gumpen, liegt im Granitgebiet des Odenwaldes, am Ende des oberen Gersprenztal. Es liegt ca. 13,5 km nordwestlich von Erbach und einen Kilometer südöstlich der Kerngemeinde Reichelsheims entfernt. Der Ort liegt innerhalb des Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald am Mergbach. Der Ortsteil Klein-Gumpen ist begrenzt durch die 291,5 Hektar umfassenden Gemarkung Klein-Gumpen.<ref name=Gindex>Gemarkung Klein-Gumpen. In: GEOindex. Abgerufen im Dezember 2024.</ref> In der Gemarkung liegt der Siedlungsplatz Windhof.<ref>Windhof, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 17. Januar 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref> An der südöstlichen Gemarkungsgrenze fließt der Mergbach, der hier durch mehrere kleine Bäche gespeist wird und zusammen mit dem Osterbach die Gersprenz bildet.
An den Ortsteil Klein-Gumpen grenzen, von Norden beginnend, im Uhrzeigersinn, die Reichelsheimer Ortsteile Laudenau, der Hauptort, Gumpen sowie der Ortsteil Winterkasten der Stadt Lindenfels. Der Ortsteil Klein-Gumpen grenzt im Südosten an die Bundesstraßen 38 und 47 die hier auf einer gemeinsamen Trasse verlaufen. Durch den Ort führt die Kreisstraße 77 die am südlichen Ende der Kerngemeinde von der Bundesstraße abzweigt.
Geschichte
Ersterwähnung
Die älteste erhaltene Erwähnung des Dorfes stammt von 1321.<ref name="lagis" /> In der Folgezeit wurde Klein-Gumpen unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):
- Niedergumpen (1321)
- Zum Gumpen (1363)
- Gumppen in den langen Erlen (1438)
- in der langen Erlen zu Gumpen (1456)
- Gümpen inferior (16. Jahrhundert)
- Gumrsen in der largen Erben (1722)
- Klein Gumpen (1748)
- Ober-Kleingumpen; Kleingumpen (1827)
Ortsgeschichte
Klein-Gumpen gehörte als Kondominat den Grafen von Erbach und den Herren von Gemmingen.
In der Grafschaft Erbach gehörte Klein-Gumpen zum Amt Reichenberg der Grafschaft Erbach<ref>Reus, [ohne Seitenzählung] Abschnitt: Standesherrliche Ämter und Patrimonialgerichte bis 1820 in Starkenburg.</ref>, die mit der Mediatisierung 1806 Teil des Großherzogtums Hessen wurde. Das Patrimonialgericht Laudenau, zu dem auch Klein-Gumpen gehörte, hatten allerdings die Freiherren von Gemmingen inne.<ref>Reus, [ohne Seitenzählung] Abschnitt: Standesherrliche Ämter und Patrimonialgerichte bis 1820 in Starkenburg.</ref> Ab 1822 gehörte Klein-Gumpen zum Landratsbezirk Erbach, ab 1852 zum Kreis Lindenfels, ab 1874 zum Kreis Erbach (ab 1939: „Landkreis Erbach“), der – mit leichten Grenzberichtigungen – seit 1972 Odenwaldkreis heißt.
1826 trat die Familie von Gemmingen ihre Rechte an dem Patrimonialgericht an den Staat ab. Nach Auflösung des Patrimonialgerichts 1827 nahm die erstinstanzliche Rechtsprechung „provisorisch“ zunächst für ein Jahr das Landgericht Lichtenberg<ref>Bekanntmachung, die Abtretung der Patrimonial-Gerichtsbarkeit der Freifrau von Gemmingen in den Ortschaften Laudenau, Kleingumpen und Winterkasten an den Staat betreffend vom 9. Februar 1827. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 6 vom 2. März 1827, s. 33.</ref>, dann ab 1828 das Landgericht Michelstadt wahr<ref>Reus, [ohne Seitenzählung] Abschnitt: Landgericht Lichtenberg.</ref>, ab 1853 das Landgericht Fürth<ref>Bekanntmachung, 1. die Errichtung neuer Landgerichte zu Darmstadt und Waldmichelbach,
2. die künftige Zusammensetzung der Stadt- und Landgerichtsbezirke in der Provinz Starkenburg betreffend vom 20. Mai 1853. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 19 vom 26. April 1853, S. 221–230 (223f).</ref>, ab 1879 das Amtsgericht Fürth<ref>§§ 1, 3 Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197f.</ref>, ab 1904 das Amtsgericht Reichelsheim<ref>Bekanntmachung, die Errichtung eines Amtsgerichts in Reichelsheim i. O. betreffend vom 1. März 1904. In: Großherzogliches Ministerium der Justiz (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1904 Nr. 6, S. 84 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,9 MB]).</ref> und nach dessen Auflösung 1968 das Amtsgericht Michelstadt.<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 2, Abs. 1 d) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref>
Im Jahr 1927 wurde Ober-Klein-Gumpen als eigene Gemeinde ausgegliedert.<ref name="lagis" />
- Hessische Gebietsreform (1970–1977)
zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Klein-Gumpen im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Reichelsheim i. Odw. eingegliedert.<ref>Gemeindegebietsreform Hessen; Zusammenschlüsse und Eingliederung von Gemeinden vom 29. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84 ff., Punkt 94, Abs. 74 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref></ref> Für Klein-Gumpen sowie für die meisten im Zuge der Gebietsreform nach Reichelsheim eingegliederten Gemeinden ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung § 6. (PDF; 281 kB) Gemeinde Reichelsheim, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. Dezember 2022; abgerufen im Oktober 2020.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Klein-Gumpen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1718: Heiliges Römisches Reich, Kondominat zwischen den Grafen von Erbach und den Herren von Gemmingen, Amt Reichenberg
- ab 1718: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Erbach-Erbach, Anteil an der Grafschaft Erbach / Herren von Gemmingen, Amt Reichenberg
- ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),<ref group="Anm.">Mediatisierung infolge der Rheinbundakte.</ref> Fürstentum Starkenburg, Amt Reichenberg (Standesherrschaft Erbach / Herren von Gemmingen)
- ab 1815: Großherzogtum Hessen<ref group="Anm.">Das Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung.</ref> (Souveränitätslande), Provinz Starkenburg, Amt Reichenberg
- ab 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Reichenberg (Patrimonialgericht Laudenau)
- ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Erbach<ref group="Anm.">1927: Trennung zwischen Justiz (Landgericht Lichtenberg) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Lindenfels
- ab 1867: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1871: Deutsches Reich,<ref group="Anm.">Infolge des Deutsch-Französischischen Krieges.</ref> Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1874: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen,<ref group="Anm.">Infolge des Ersten Weltkriegs.</ref> Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Erbach<ref name=RB1937 /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Gemeinde Reichelsheim<ref group="Anm.">Am 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Gemeinde Reichelsheim.</ref>
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
- 1961: 221 evangelische (= 87,70 %), 31 katholische (= 12,30 %) Einwohner<ref name="lagis" />
| Klein-Gumpen: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1829 | 306 | |||
| 1834 | 210 | |||
| 1840 | 236 | |||
| 1846 | 255 | |||
| 1852 | 261 | |||
| 1858 | 258 | |||
| 1864 | 222 | |||
| 1871 | 233 | |||
| 1875 | 227 | |||
| 1885 | 242 | |||
| 1895 | 243 | |||
| 1905 | 245 | |||
| 1910 | 249 | |||
| 1925 | 253 | |||
| 1939 | 218 | |||
| 1946 | 266 | |||
| 1950 | 271 | |||
| 1956 | 270 | |||
| 1961 | 252 | |||
| 1967 | 299 | |||
| 1970 | 379 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 822 | |||
| 2022 | 830 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />; Gemeinde Reichelsheim | ||||
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Klein-Gumpen 822 Einwohner. Darunter waren 51 (6,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 123 Einwohner unter 18 Jahren, 342 zwischen 18 und 49, 204 zwischen 50 und 64 und 153 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 357 Haushalten. Davon waren 96 Singlehaushalte, 102 Paare ohne Kinder und 114 Paare mit Kindern, sowie 36 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 60 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 246 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Politik
- Ortsbeirat
Für Klein-Gumpen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Klein-Grmpen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung gebildet. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Klein-Gumpen 52,09 %. Dabei wurden gewählt: zwei Mitglieder der SPD und drei Mitglieder der Gemeinschaftsliste „CDU und Reichenbacher Wählergemeinschaft“ (CDU-RWG).<ref>Ortsbeiratswahl Ortsbezirk Klein-Gumpen. In: Votemanager. Gemeinde Reichelsheim, abgerufen im Januar 2025.</ref> Der Ortsbeirat wählte Michael Grün (CDU-RWG) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeiräte der Gemeinde Reichelsheim. In: Webauftritt. Gemeinde Reichelsheim, abgerufen im Januar 2025.</ref>
Wissenswert
Klein-Gumpen war wiederholt im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden erfolgreich.
Literatur
- Heribert Reus: Gerichte und Gerichtsbezirke seit etwa 1816/1822 im Gebiete des heutigen Landes Hessen bis zum 1. Juli 1968. Hg.: Hessisches Ministerium der Justiz, Wiesbaden [1984].
- Vorlage:HessBib
Weblinks
- Ortsteil Klein-Gumpen. In: Webauftritt der Gemeinde Reichelsheim.
- Klein-Gumpen, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Klein-Gumpen, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 38 und 92, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021. </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>
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