Schwiesau
Schwiesau Stadt Klötze
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(310)&title=Schwiesau 52° 36′ N, 11° 15′ O
{{#coordinates:52,596944444444|11,258055555556|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Schwiesau | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 80 m | |||||
| Fläche: | 14,58 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 310 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 21 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 2010 | |||||
| Postleitzahl: | 39638 | |||||
| Vorwahl: | 039085 | |||||
Lage von Schwiesau in Sachsen-Anhalt
| ||||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Schwiesau ist Ortschaft und Ortsteil der Stadt Klötze im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />
Geographie
Schwiesau ist ein nach Norden und Osten erweitertes Rundplatzdorf in der Altmark.<ref name="HOB-12"/> Es liegt 7 Kilometer östlich von Klötze, unweit der B 71 in Richtung Salzwedel, im Landschaftsschutzgebiet „Zichtauer Berge und Klötzer Forst“. Der Kakerbecker Mühlenbach fließt südwestlich des Ortes nach Norden an der Schwiesauer Heide vorbei in das Naturschutzgebiet Jemmeritzer Moor.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> Früher wurde das Flüsschen nur Bäke (Bach) genannt.
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Schwiesau wurde im Jahr 1301 zum ersten Mal urkundlich als Zuisowe erwähnt,<ref name="Riedel-22" /> als die Markgrafen Otto, Konrad und Johann dem Kloster Neuendorf bisherige Besitzungen des Ritters von Buzt in Schwiesau schenkten.
Im Jahr 1588 wurde die Roggenernte des Orts durch Hagel zerstört. Der Schaden war so groß, dass das benachbarte Amt Klötze, für die im Gebiet des Amtes durch Schwiesau angepachtete Weiden, die Haferpacht in Höhe von 60 Scheffeln erließ.<ref>Corrie Leitz in 1258-2008, 750 Jahre Breitenfeld, Festschrift, Gemeinde Breitenfeld (Herausgeber), Block-Verlag Kremkau 2008, ISBN 978-3-934988-66-8, Seite 83</ref>
Weitere Nennungen sind 1494 Swißow, 1543 Schwyssou, 1646 Zwisau, 1687 Schwiesow<ref name="HOB-12"/> sowie schließlich 1804 Schwiesau.<ref name="Bratring-1" />
Herkunft des Ortsnamens
Franz Mertens leitet den Namen vom wendischen swestka für Zwetschge ab. Der Ort hieße übersetzt also Zwetschgenplatz.<ref name="Mertens-Gardelegen" /> Johannes Schwarz meint, der Name könnte auch von swina für Schwein kommen, also Schweineflur oder Schweineau bedeuten.<ref name="Schwarz 2001" />
Eingemeindungen
Schwiesau gehörte früher zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Danach lag es ab 1807 bis 1810 im Kanton Zichtau auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Gardelegen, dem späteren Landkreis Gardelegen.<ref name="HOB-12" />
Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Schwiesau dem Kreis Gardelegen zugeordnet. Seit dem 1. Juli 1994 gehört Schwiesau zum Altmarkkreis Salzwedel.<ref name="Metzler-Poeschel" />
Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Schwiesau am 13. Januar 2009, dass die Gemeinde Schwiesau in die Stadt Klötze eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.<ref name="AB-SAW 2009-02" /><ref>StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010</ref>
Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Schwiesau wurde Schwiesau Ortsteil der Stadt Klötze. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Schwiesau wurde ein Ortschaftsrat mit drei Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.
Einwohnerentwicklung
Gemeinde
|
|
|
Ortsteil
|
Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1993:<ref name="HOB-12" />
Religion
Die evangelischen Christen der Kirchengemeinde Schwiesau, die früher zur Pfarrei Breitenfeld gehörte,<ref name="Almanach1903" /> werden heute betreut vom Pfarrbereich Klötze im Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Politik
Ortsbürgermeister
Ortsbürgermeister ist Manfred Hille.<ref name="OR" />
Letzter Bürgermeister der Gemeinde war Helmut Fuchs.<ref name="AB-SAW 2009-02" />
Ortschaftsrat
Bei der Ortschaftsratswahl am 9. Juni 2024 stellte sich die Wählervereinigung „Wir für Schwiesau“ zur Wahl. Sie errang alle 3 Sitze, mit gleicher Besetzung wie im Jahre 2019.<ref name="Wahl-2024" /><ref name="Wahl-2019" />
Gewählt wurden eine Frau und zwei Männer. Die Wahlbeteiligung betrug 68,44 Prozent.<ref name="Wahl-2024" />
Wappen
Blasonierung: „Im schwarzen, golden flankierten Schild eine steigende, nach links gewendete, golden bekrönte und bezungte silberne Schlange; die Schildflanken belegt mit je einem blühenden roten Mohnstengel.“
Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.
Flagge
Die Flagge von Schwiesau ist Schwarz - Weiß - Schwarz gestreift, deren breiterer Mittelstreifen mit dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Schwiesau belegt ist.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
- Die evangelische Dorfkirche Schwiesau ist ein spätromanischer Feldsteinbau mit eingezogenem rechteckigem Chor.<ref name="Altmarkkirchen" />
- Das alte Schulhaus im Stil der Neogotik hat ein Hauptportal aus dem Jahre 1906 mit fünffachem Rücksprung.
- In Schwiesau stehen mehrere Denkmale für die Gefallenen der Kriege 1864–1871 und des Ersten und Zweiten Weltkrieges.<ref name="Denkmalprojekt" />
- Der Ortsfriedhof liegt am nordöstlichen Ortsausgang.
- Nördlich der Straße Schwiesau-Klötze steht der „Totschlagstein“, ein Flurdenkmal, von dem eine Sage berichtet.<ref name="suehnekreuz" />
Sport
Der Sportverein Schwalbe Schwiesau (von 1951 bis 1990: Traktor Schwiesau) wurde 1920 gegründet. Die 1. Fußball-Herrenmannschaft spielt in der Kreisoberliga Salzwedel.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Agrargemeinschaft Schwiesau GmbH bewirtschaftet eine Fläche von etwa 750 Hektar, baut Getreide, Raps, Zuckerrüben und Kartoffeln an und betreibt Milchproduktion. Der Betrieb wurde 1991 als Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gegründet.<ref name="AZ 2016" />
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
- Johannes Schwarz: Heimatdorf Schwiesau. 1301–2001. 2001.
Einzelnachweise
<references> <ref name="AB-SAW 2009-02"> Gebietsänderungsvertrag zur Eingemeindung von Gemeinden in die Stadt Klötze mit Genehmigung des Altmarkkreises Salzwedel vom 26. Januar 2009. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt Altmarkkreis Salzwedel. 15. Jahrgang, Nr. 2, 18. Februar 2009, S. 36–38 (altmarkkreis-salzwedel.de [PDF; 388 kB; abgerufen am 30. Januar 2022]). </ref>
<ref name="Almanach1903"> Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903 </ref>
<ref name="Altmarkkirchen"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>
<ref name="AZ 2016"> Wolfram Weber: Die Anfangsjahre waren wilde Jahre. Als LPG gegründet: Agrargemeinschaft Schwiesau GmbH feiert 25-jähriges Bestehen. In: Altmark Zeitung, Ausgabe Klötze. 6. Juni 2016 (az-online.de). </ref>
<ref name="Bratring-1"> Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 385 (Digitalisat). </ref>
<ref name="Denkmalprojekt"> Schwiesau. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. April 2018, abgerufen am 2. Oktober 2022. </ref>
<ref name="EW-1964-2007"> Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Bevölkerung der Gemeinden nach Kreisen 1964 – 2007 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / -/ 07). Halle (Saale) Februar 2009 (sachsen-anhalt.de [PDF]). </ref>
<ref name="EW-2018"> Stadt Klötze, Einwohnermeldeamt (Hrsg.): Einwohnerbestand am 31.12.2018. 9. Januar 2019. </ref>
<ref name="EW-2021"> Markus Schulze: Weiterhin mehr Frauen als Männer. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau. 21. Januar 2022, DNB 1047268213, S. 18. </ref>
<ref name="EW-2023"> Henning Lehrmann: 21 Einwohner weniger. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 22. Januar 2024, DNB 1047268213, S. 7. </ref>
<ref name="EW-LSA"> Bevölkerung der Gemeinden (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / A / II / A / III / 102). Halle (Saale) – (statistischebibliothek.de). (Jahr anklicken) </ref>
<ref name="Hauptsatzung"> Stadt Klötze: Hauptsatzung der Stadt Klötze, § 15 Ortschaftsverfassung vom 3. Mai 2023. 3. Mai 2023, abgerufen am 24. April 2024. </ref>
<ref name="HOB-12"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>
<ref name="Mertens-Gardelegen"> Franz Mertens: Heimatbuch des Kreises Gardelegen und seiner näheren Umgebung. Hrsg.: Rat des Kreises Gardelegen. Gardelegen 1956, DNB 1015184308, S. 202. </ref>
<ref name="Metzler-Poeschel"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>
<ref name="OR"> Henning Lehrmann: Alles beim Alten in Schwiesau. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 9. August 2024, DNB 1047268213, S. 16. </ref>
<ref name="Pfarrbereich"> Pfarrbereich Klötze. Abgerufen am 29. März 2019. </ref>
<ref name="Riedel-22"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref>
<ref name="suehnekreuz"> Datenbank der bekannten Flurdenkmäler mit geschichtlichen Anmerkungen und einer Sammlung von Sagen und Überlieferungen. Schwiesau. In: suehnekreuz.de. Abgerufen am 30. März 2019. </ref>
<ref name="Schwarz 2001"> Johannes Schwarz: Schwiesau: Zwetschgenplatz oder Schweineau? In: apenburg.de. 2001, abgerufen am 30. März 2019. </ref>
<ref name="Wahl-2019"> Ortschaftsrat Schwiesau 2019. In: stadt-kloetze.de. Stadt Klötze, abgerufen am 12. März 2023. </ref>
<ref name="Wahl-2024"> Ortschaftsratswahl Schwiesau vom 9. Juni 2024. Stadt Klötze, 9. Juni 2024, abgerufen am 13. August 2024. </ref>
<ref name="Zahn-1928"> Vorlage:BibOCLC </ref> </references>
Ortschaften und Ortsteile: Altferchau | Böckwitz | Dönitz | Hohenhenningen | Immekath | Jahrstedt | Klötze | Kunrau | Kusey | Lockstedt | Nesenitz | Neuendorf | Neuferchau | Neu-Ristedt | Quarnebeck | Rappin | Ristedt | Röwitz | Schwarzendamm | Schwiesau | Siedentramm | Steimke | Trippigleben | Wenze – Wohnplätze: Belfort, Döllnitz, Germenau, Hahnenberg, Hasselbusch, Hoppenmühle, Kolonie I, Kolonie II, Klötze Nord, Pansau, Zartau