Zum Inhalt springen

Mildenburg (Miltenberg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 4. Dezember 2025 um 17:06 Uhr durch imported>Commander-pirx.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Mildenburg
Datei:Miltenberg Aerial fg203.jpg
Luftbild 2008

Luftbild 2008

Staat Deutschland
Ort Miltenberg
Entstehungszeit um 1200
Burgentyp Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand Größtenteils erhalten
Ständische Stellung Klerikale
Bauweise Buckelquader- und Bruchsteinmauerwerk
Geographische Lage 49° 42′ N, 9° 15′ OKoordinaten: 49° 41′ 54,9″ N, 9° 15′ 2,7″ O
 {{#coordinates:49,698577454722|9,2507457733333|primary
dim=200 globe= name= region=DE-BY type=building
  }}
Höhenlage 175 m ü. NHN

Die Mildenburg ist eine Mitte des 12. Jahrhunderts entstandene, ursprünglich staufische, später mainzische Burg (Spornburg) oberhalb der Kreisstadt Miltenberg im unterfränkischen Landkreis Miltenberg in Bayern.

Name

Der Name Mildenburg, ursprünglich Mildenberg oder Miltenberg, besteht aus den mittelhochdeutschen Wörtern milte im Sinne von gütig oder freigebig und bërc für Berg oder Burg. Sie sollten die Eigenschaften der Burg und ihres Herrn charakterisieren.<ref name="LfO"></ref> Der Burgname ging auf den Ort Miltenberg über.

Geschichte

Die auf einem nördlichen Vorsprung des Greinbergs errichtete Mildenburg wurde nach Forschungsergebnissen von Wolfgang Hartmann (s. u. Literatur) sehr wahrscheinlich ab 1144 von einem Angehörigen der edelfreien Herren von Weinsberg namens Burkard im Auftrag König Konrads III. erbaut. 1140 hatte der erste Herrscher aus dem Hochadelsgeschlecht der Staufer in der Schlacht von Weinsberg (bei Heilbronn) seinen mächtigen Gegner Herzog Welf VI. besiegt. Den Frauen der kapitulierenden Besatzung der welfischen Burg Weinsberg erlaubte Konrad freien Abzug mit tragbarer Habe. Die Frauen nutzten diese Zusage zu einer List: Sie trugen ihre Männer aus der Burg und retteten sie somit vor der drohenden Hinrichtung. Durch die in der Kölner Königschronik verbürgte Begebenheit ist der Begriff „Treue Weiber von Weinsberg“ weltweit berühmt geworden. Die Burg Weinsberg kam durch dieses Ereignis zu ihrem Namen „Weibertreu“.

König Konrad hat sein Versprechen gehalten und die Frauen mit ihrer unerwarteten „Habe“ gehen lassen. Wie erschlossen werden konnte, beauftragte der Staufer wenige Jahre später den Anführer der begnadigten Burgverteidiger namens Burkard sowie dessen Bruder Rupert – er wurde zum Stammvater der Herren von Dürn (Walldürn) – mit der Erbauung von zwei Burgen auf Besitz des Klosters Amorbach, dessen Obervogtei er 1144 übernommen hatte. Die beiden an strategisch vorteilhaften Positionen des verkehrswichtigen südlichen Mainvierecks errichteten staufischen Burgen erhielten die Namen Mildenburg und Frohburg (Vorgängerin der Freudenburg, als „Räuberschlösschen“ bekannt). Ihre Benennungen bringen offensichtlich die Dankbarkeit der Weinsberger gegenüber König Konrad zum Ausdruck und rühmen seine Milde.

Wahrscheinlich gelangte die Mildenburg um 1200, während des Deutschen Thronstreits zwischen Staufern und Welfen, in den Besitz des Mainzer Erzbischofs Siegfried II. von Eppstein. Er urkundete 1226 in „Miltinberg“, sicherlich auf der erstmals 1248 als Mainzer Lehensbesitz (der Dürn) namentlich belegten „Miltenburch“.<ref>www.miltenberg.info/article/museum-burg-miltenberg-und-mildenburg/</ref> Sie sicherte die mainzische Machtposition und Zollstelle am südwestlichen Untermain. Bis ins 18. Jahrhundert diente die Burg als Amtssitz der adeligen Mainzer Burggrafen in ihrer Eigenschaft als Vertreter des Landesherrn im Amt Miltenberg.

Der aus Buckelquadern erbaute, 27 Meter hohe Bergfried ist der älteste Teil der Burganlage. Er ist an der meistgefährdeten Stelle, dem ansteigenden Hang gegen Süden, angelegt. Das heutige Wohngebäude mit hohem Dach und Treppengiebel wurde von 1390 bis 1396 unter dem Mainzer Erzbischof Konrad von Weinsberg erbaut. Die bereits 1525 im Bauernkrieg eroberte Burg wurde 1552 im Zweiten Markgrafenkrieg zerstört und erneut eingenommen.

Die Burg wurde mehrfach erweitert und nach der Zerstörung im Markgrafenkrieg durch den Erzbischof Daniel Brendel von Homburg (1555–1582) teilweise wieder aufgebaut.

Die Burg diente bis ins 18. Jahrhundert als Sitz der erzbischöflichen Burggrafen.

Datei:Schloss Miltenberg Stahlstich 1847.jpg
Mildenburg 1847

1803 fiel die Burg an den Fürsten von Leiningen. Von 1807 bis 1979 war sie in Privatbesitz. Eigentümer waren unter anderem Friedrich Gustav Habel (1858–1867) und Wilhelm Conrady (1867–1903), 1908 kam sie durch Kauf in den Besitz der Familie von Normann-Loshausen. Die Anlage des Burghofes im Stil der Burgenromantik des 19. Jahrhunderts sowie umfangreiche Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen der Innenräume folgten. 1943–1979 war die Burg in Besitz der Normann-Loshausenschen Erben, der Familie Bock von Wülfingen, dann erwarb die Stadt Miltenberg den Gebäudekomplex.<ref>Museen der Stadt Miltenberg: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Mildenburg (Memento vom 29. November 2018 im Internet Archive)</ref>

Im Juli 2011 wurde die Burg wieder eröffnet und beherbergt nun ein Museum zu Ikonen und moderner Kunst.

Museum Burg Miltenberg

Seit Juli 2011 beherbergt die sanierte Mildenburg das Museum Burg Miltenberg als Teil der Museen Miltenbergs. Die Ausstellung besteht aus ca. 170 Kunstwerken des 20. und 21. Jahrhunderts (Sammlung Jürgen Lenssen) sowie russischen und griechischen Ikonen des 16. bis 19. Jahrhunderts der (Sammlung Diözese Würzburg) und aus über 180 rumänischen Hinterglasikonen (Sammlung Joachim und Marianne Nentwig).

Persönlichkeiten

Literatur

  • Wolfgang Hartmann: Das Burgenrätsel Miltenberg - Freudenberg und die Treuen Weiber von Weinsberg. Auf Spuren der Herren von Dürn vom Kloster Amorbach zum ersten Stauferkönig. Neustadt an der Aisch 2021, ISBN 978-3-9816592-2-1.
  • Alexander Antonow: Burgen im Main-Viereck. Breuberg, Freudenberg, Miltenberg, Prozelten, Rothenfels, Wertheim, Wildenberg. Antonow, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-924086-30-3, S. 57–67 (Handbuchreihe Historische Bauten 1).
  • Walter Hotz: Burgen der Hohenstaufenzeit im Odenwaldraum. In: Winfried Wackerfuß (Hrsg.): Beiträge zur Erforschung des Odenwalds und seiner Randlandschaften II. Festschrift für Hans H. Weber. Breuberg-Bund, Breuberg-Neustadt 1977, S. 155–168, bes. S. 162 f.

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Burgstall Altes Köpfchen | Palais Amorbach | Schloss Alsbach | Alte Burg | Altes Schloss | Schloss Auerbach | Bacheburg | Schloss Bad König | Beerfurther Schlösschen | Schloss Birkenau | Palais Boisserée | Burg Breuberg | Ringwall Bürgstadter Berg | Burgschell | Jagdschlösschen Carlsruhe | Curti-Schloss | Schloss Dallau | Darmstädter Schloss (Groß-Umstadt) | Burg Dauchstein | Bergfeste Dilsberg | Burg Dorndiel | Emichsburg | Burg Eberbach | Schloss Erbach | Erdwerk Ohrenbacher Schanze | Schloss Ernsthofen | Jagdschloss Eulbach | Schloss Fechenbach | Burg Frankenberg (Amorbach) | Burg Frankenstein | Burg Freienstein | Burg Freudenberg | Schloss Fürstenau | Staatspark Fürstenlager | Burg Fürstenstein | Jagdschloss Gammelsbach | Gans’scher Adelshof | Ringwall Greinberg | Burgstall Güttersbach | Burg Guttenberg | Großherzogliches Palais (Heidelberg) | Hammerschlösschen | Hardheimer Schloss | Harfenburg | Haus zum Riesen | Heddersdorf’scher Adelshof | Heidelberger Schloss | Schloss Heiligenberg | Heppenheimer Stadtschloss | Hinterburg | Hirschburg | Burg Hirschhorn | Schloss Hochhausen | Burg Hornberg | Burg Hundheim | Burg Jossa | Burg Kirchbrombach | Jagdschloss Krähberg | Kronenburg | Kurmainzer Amtshof | Kurmainzische Kellerei | Burg Landsehr | Schloss Lichtenberg | Burg Limbach | Burg Lindenfels | Burg Lohrbach | Schloss Löwenstein | Burg Lützelbach | Mauersechseck | Jagdschloss Max-Wilhelmshöhe | Burg Michelstadt | Mildenburg | Minneburg | Mittelburg | Burgstall Mörlenbach | Palais Morass | Mühlhäuser Schlößchen | Schloss Neuburg (Baden) | Burg Nieder-Modau | Obere Burg Heidelberg | Burg Obrigheim | Burg Ohrsberg | Veste Otzberg | Pfälzer Schloss | Schloss Reichenberg | Burg Reichenstein | Wasserburg Riedern | Burg Rodenstein | Rodensteiner Schloss | Burg Rohrbach | Schloss Rohrbach | Burg Schaafheim | Schanzenköpfle | Schauenburg | Burg Schlierbach | Schlösschen Ober-Beerbach | Wasserburg Schloß-Nauses | Turmhügel Schneirersbuckel | Burg Schnellerts | Schloss Schönberg | Schwalbennest | Wasserburg Schwarzach | Burg Schweinberg | Starkenburg | Burg Stolzeneck | Strahlenburg | Burg Stutz | Templerhaus Amorbach | Burg Tannenberg | Untere Burg Hardheim | Vorderburg | Wachenburg | Burgstall Waldau | Burg Waldeck | Schloss Waldleiningen | Burg Wald-Michelbach | Wambolt’sches Schloss | Weilerhügel | Palais Weimar | Weinheimer Schloss | Schloss Wiser | Burg Wildenberg | Burg Windeck | Schloss Wörth (Wörth am Main) | Burg Zwingenberg

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein