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Martin Landolt

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Datei:Martin Landolt 2019.jpg
Martin Landolt (2019)

Martin Landolt (* 30. Juni 1968 in Näfels; heimatberechtigt in Glarus Nord) ist ein Schweizer Politiker (Die Mitte, vormals BDP). Er war 2009–2023 Mitglied des Nationalrats. Von Mai 2012 bis zu deren Fusion mit der CVP zur neuen Partei Die Mitte Anfang 2021 war er Präsident der BDP.

Beruf

Landolt absolvierte eine kaufmännische Lehre bei der Glarner Kantonalbank. Später bildete er sich berufsbegleitend zum eidgenössisch diplomierten Betriebsökonomen HWV weiter. Neben der Glarner Kantonalbank zählen Swisscanto und die Bank Vontobel zu seinen wichtigsten beruflichen Stationen. Von November 2010 bis Oktober 2013 arbeitete Landolt bei der UBS als politischer Berater.<ref>Hubert Mooser: «So wie der UBS-Job gestaltet ist, sehe ich keine Konflikte». In: Tages-Anzeiger. 7. März 2012 (Interview).</ref><ref>Doris Kleck: UBS hat sich mehr von «ihrem» Nationalrat Martin Landolt erhofft. In: Aargauer Zeitung. 5. Mai 2013.</ref>

Seit Juni 2022 ist er in Nachfolge von Heinz Brand Verwaltungsratspräsident des Krankenkassenverbands Santésuisse.<ref name="tagi">Markus Brotschi: Was sagt er wohl, wenn im Herbst die Prämien explodieren? In: Tages-Anzeiger. 22. Juni 2022.</ref>

Politik

Landolt wurde 1998 in den Glarner Landrat (Legislative) gewählt, den er 2006/2007 präsidierte. Von 2001 bis 2005 war er Fraktionschef der Glarner SVP und von 2003 bis 2008 Vizepräsident der SVP Glarus. Am 19. Mai 2008 gab er seinen Rücktritt als Vizepräsident der SVP Glarus und seinen Austritt aus der SVP bekannt. Als Begründung führte er an, dass das von ihm vertretene liberale Gedankengut nicht mehr in die Partei passe. Zudem habe er Mühe mit dem Stil der Partei und vermisse bei parteiinternen Auseinandersetzungen die Fairness.<ref>Streit in der Glarner SVP. In: Neue Zürcher Zeitung. 19. Mai 2008.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />SVP-Präsi hat genug von Blochers Stil (Memento vom 3. Januar 2014 im Internet Archive). In: Blick. 19. Mai 2008.</ref> Der Parteiaustritt erfolgte vor dem Hintergrund des Ausschlussverfahrens der SVP Schweiz gegen die SVP-Kantonalpartei Graubünden, das eröffnet wurde, nachdem diese Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf nicht aus der Partei ausgeschlossen hatte.

Am 28. August 2008 gründete er zusammen mit rund 100 weiteren Interessierten die Bürgerlich-Demokratische Partei des Kantons Glarus, die er anschliessend präsidierte. Am 8. Februar 2009 wurde er als Nachfolger des zurückgetretenen Werner Marti in den Nationalrat gewählt. Mit seiner Wahl erreichte die Bürgerlich-Demokratische Partei Fraktionsstärke, womit sie seit der Frühlingssession 2009 eine eigene Fraktion (Fraktion der Bürgerlich-Demokratischen Partei) bildet.<ref>Martin Landolt in den Nationalrat gewählt. BDP mit eigener Bundeshausfraktion. In: Bieler Tagblatt. 8. Februar 2009 (Medienmitteilung der BDP).</ref> Landolt wurde am 2. März 2009 als Nationalrat vereidigt.<ref>Vereidigung. Bundesversammlung, 2. März 2009.</ref>

Am 5. Mai 2012 wurde Landolt per Akklamation zum Nachfolger von Hans Grunder als Präsident der BDP gewählt.<ref>Der neue Mann an der Spitze der BDP: Martin Landolt. In: Tagesschau (SRF). 5. Mai 2012, abgerufen am 2. April 2022 (Video; 0:53 min).</ref> Die BDP galt aufgrund ihrer grossen Übereinstimmung mit den schweizerischen Volksentscheiden als Partei der Mitte<ref>Marc Brupbacher: Das ist die wahre Volkspartei. In: Tages-Anzeiger. 11. September 2016 (Datenblog).</ref>; gemäss Landolt sei niemand näher beim Volk, nur weil er behaupte, die anderen seien es nicht. Landolt beklagte ein zunehmendes Verständnis für Lügen in Abstimmungskämpfen als angebliche «Gesetzmässigkeiten» und wollte die Partei für 2017 in der Mitte als Partei der Vernunft gegen solche Praktiken positionieren: «Wenn Linkspopulismus die Antwort auf Rechtspopulismus ist, dann gewinnt am Schluss niemand anders als der Populismus.»<ref>Martin Landolt: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Revolution der Vernunft (Memento vom 19. April 2017 im Internet Archive). Referat an der Parteiversammlung der BDP Schweiz. 14. Januar 2017, Yverdon. BDP Schweiz (PDF; 133 kB).</ref> Im Jahr 2020 wollte er als BDP-Präsident zurücktreten, blieb mangels eines geeigneten Nachfolgers aber bis zur Fusion der BDP mit der CVP zur neuen Partei Die Mitte Anfang 2021 im Amt.<ref>Kein Nachfolger in Sicht. BDP-Chef Landolt bleibt doch im Amt. In: Blick. 6. Januar 2020.</ref>

Er ist Mitglied der 2013 auf Initiative der Getränkehersteller gegründeten Lobbygruppe für Süssgetränke IG Erfrischungsgetränke.<ref>Georg Humbel: Süsse Macht. Die Zuckerlobby im Parlament. In: SRF News. 7. März 2018, abgerufen am 8. März 2018 (mit Link zur Sendung in der Rundschau).</ref>

Bei den Parlamentswahlen im Herbst 2023 trat er nicht mehr an,<ref>Matthias Bärlocher: Und tschüss: Landolt, Köppel, Markwalder & Co. zum letzten Mal im Parlament. In: Nau. 29. September 2023.</ref> was er bereits früher angekündigt hatte.<ref name="tagi"/> Im Februar 2023 teilte er zudem mit, dass er per Ende Mai 2023 auch aus dem Glarner Landrat zurücktritt.<ref>Ehemaliger BDP-Präsident. Martin Landolt verabschiedet sich aus Politik. In: SRF News. 14. Februar 2023, abgerufen am 14. Februar 2023.</ref>

Er lebt zusammen mit seinen drei Töchtern in einer Patchworkfamilie in Näfels.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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