Lavant (Fluss)
| Lavant | ||||||||||||
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Die Lavant bei St. Paul | ||||||||||||
| Daten | ||||||||||||
| Lage | Kärnten, Österreich | |||||||||||
| Flusssystem | Donau | |||||||||||
| Abfluss über | Drau → Donau → Schwarzes Meer | |||||||||||
| Ursprung | Lavantsee unterhalb des Zirbitzkogels in der Steiermark 47° 3′ 34″ N, 14° 34′ 39″ O {{#coordinates:47,059444444444|14,5775|
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dim=500 | globe= | name=Ursprung Lavant | region=AT-6 | type=waterbody
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| Quellhöhe | 2053 m ü. A.<ref>Österreichische Karte 1:50.000. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen Österreich, abgerufen am 3. Oktober 2024.</ref> | |||||||||||
| Mündung | bei Lavamünd in die DrauKoordinaten: 46° 38′ 22″ N, 14° 56′ 39″ O
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| Mündungshöhe | 340 m ü. A.<ref name="kagis" /> | |||||||||||
| Höhenunterschied | 1713 m | |||||||||||
| Sohlgefälle | 24 ‰ | |||||||||||
| Länge | 72 km<ref name="kagis"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />KAGIS – Kärnten Atlas ( des Vorlage:IconExternal vom 19. Januar 2022 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> | |||||||||||
| Einzugsgebiet | 968,7 km²<ref name="FlVerz">Vorlage:HydrographischeBeitraegeOesterreich</ref> | |||||||||||
| Abfluss am Pegel Krottendorf<ref name="hydr_jb">Vorlage:HydrographischesJahrbuchOesterreich</ref> AEo: 954,5 km² Lage: 4,32 km oberhalb der Mündung |
NNQ (21.01.2002) MNQ 1951–2011 MQ 1951–2011 Mq 1951–2011 MHQ 1951–2011 HHQ (20.06.2004) |
2,79 m³/s 5,29 m³/s 11,9 m³/s 12,5 l/(s km²) 99,2 m³/s 235 m³/s | ||||||||||
| Mittelstädte | Wolfsberg | |||||||||||
| Kleinstädte | Bad St. Leonhard, St. Andrä | |||||||||||
Die Lavant (slowenisch: Labotnica<ref>Heinz-Dieter Pohl: Deutsch-slowenisches Verzeichnis der Kärntner Orts-, Gewässer- und Bergnamen im Auftrag des Volksgruppenbüros Kärnten auf ktn.gv.at, 2011/12, abgerufen am 6. Jänner 2025.</ref>) ist ein linker Nebenfluss der Drau in Kärnten. Der Ursprung des Namens reicht bis in die vorkeltische Zeit zurück und bedeutet im Indogermanischen so viel wie weißglänzender Fluss.<ref>Heinz-Dieter Pohl: Slawische und slowenische (alpenslawische) Ortsnamen in Österreich, 2003. Abgerufen am 15. April 2020.</ref> Die Lavant ist 72 km lang, ihr Einzugsgebiet umfasst eine Fläche von 969 km².
Geographie
Der Ursprung des Flusses liegt unterhalb des steirischen Zirbitzkogels in den Seetaler Alpen auf circa 2053 m Höhe (Lavantsee). Nach 11,2 km erreicht er Kärnten. Die Lavant durchfließt das „Obere Lavanttal“, den Twimberger Graben, das „Untere Lavanttal“ und mündet nach einer kurzen weiteren Engstelle unterhalb Krottendorf in Lavamünd auf einer Seehöhe von 348 m in die Drau. Kurz vor der Mündung weist sie eine durchschnittliche Durchflussmenge von 12,5 m³/s auf.
Hydrologisch ist die Lavant geprägt durch ein nivo-pluviales Regime mit Abflussspitzen im Mai und Minima im Jänner. Die Gewässergüte beträgt für den Oberlauf bis circa Frantschach-St. Gertraud Güteklasse I, danach Güteklasse II. Die bis in die 1980er Jahre starke Verunreinigung durch eine Zellstofffabrik und den Großraum Wolfsberg mit Güteklasse IV konnte durch die Inbetriebnahme der Kläranlage des Reinhalteverbandes Mittleres Lavanttal in Mettersdorf ab 1988 drastisch verbessert werden. Zwei weitere Kläranlagen bestehen in Bad St. Leonhard und in Lavamünd.
Der ökomorphologische Zustand der Lavant ist bedingt durch die Flussregulierung zwischen 1934 und 1986 relativ schlecht. Die Flussregulierung diente in erster Linie dem Hochwasserschutz, aber auch der Gewinnung von Ackerland. Im Oberlauf sowie auf den letzten Kilometern gilt die Lavant als natürlich bis naturnahe. Zwischen Twimberger Graben und St. Paul gilt sie als deutlich beeinträchtigt. Eine Ausnahme ist eine kurze Strecke bei Mettersdorf, die 1990 renaturiert wurde. Mit Stand 2005 sind Erhebungen im Gange, die zu einem zeitgemäßen Hochwasserschutz durch möglichst naturnahe Verbauung führen soll. Entlang der Lavant gibt es, einschließlich der sieben Kraftwerke, 15 Wehre. Bis 2015 wurden diese gemäß den Vorgaben der WRRL passierbar gemacht.<ref>Flussdialog Lavant – Ökologischer Zustand der Lavant. Abgerufen am 7. November 2012.</ref><ref>Nationaler Gewässerbewirtschaftungsplan 2015. Auf: bmlrt.gv.at, abgerufen am 15. März 2022.</ref>
Nebenbäche
Die wichtigsten Nebenbäche der Lavant sind:<ref name="FlVerz" />
| Name | Mündungsseite | Einzugsgebiet in km² |
Mündungsort |
|---|---|---|---|
| Rossbach | links | 31,7 | |
| Sommeraubach | rechts | 40,8 | Reichenfels |
| Feistritzbach | links | 24,5 | Bad St. Leonhard |
| Klieningbach | rechts | 24,1 | Vorderklippitz |
| Waldensteiner Bach | links | 108,9 | Twimberg |
| Fraßbach | links | 36,3 | St. Gertraud |
| Prössingbach | links | 49,0 | Frantschach |
| Auenbach | rechts | 27,2 | Ritzing |
| Weißenbach | rechts | 56,2 | Wolfsberg |
| Arlingbach | rechts | 54,5 | Priel |
| Reisberger Bach | rechts | 42,8 | |
| Granitzbach | rechts | 63,8 | St. Paul |
Flussbewohner
Aus der Lavant und ihren Seitengewässern sind 25 Fischarten bekannt. Dominant ist die Bachforelle, häufig sind Regenbogenforelle und Aitel. Als für Kärnten seltene Arten sind Zingel, Streber, Steingreßling und Steinbeißer zu nennen.
Bedingt durch Flussbegradigung ist heute der Großteil der Lavant fischereilich der Forellenregion (mit Übergang zur Äschenregion im unteren Flusslauf) zuzuordnen. Nur der unterste Abschnitt bei Lavamünd gehört der Barbenregion an. Vor der Begradigung reichte die Äschenregion bis Wolfsberg, die Barbenregion bis St. Paul.
Durchflussmenge
Die Durchflussmengen für den Zeitraum 1991 bis 2020 betragen:<ref>Holzeis, Lora, Moser: Wasser in Kärnten, Eine hydrologische Bilanz (1991 - 2020). (PDF) Land Kärnten, Oktober 2021, S. 289, 294, 337, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. Dezember 2021; abgerufen am 15. Januar 2024. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
| Messstation | Einzug km² |
MJNQ m³/s |
MQ m³/s |
HQ100 m³/s |
max HQ m³/s |
Jahr Messbeginn |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bad St. Leonhard | 200,6 | 0,830 | 2,560 | 140 | 68 | 2012 |
| St. Gertraud | 380,2 | 1,340 | 4,900 | 180 | 115 | 2010 |
| Fischering | 715,6 | 2,300 | 8,560 | 260 | 105 | 1907 |
| Krottendorf | 854,5 | 4,400 | 11,400 | 300 | 300 | 1926 |
Seit 1990 gab es folgende Hochwasser im Bereich der Lavant:<ref>Holzeis, Lora, Moser: Wasser in Kärnten, Eine hydrologische Bilanz (1991 - 2020). (PDF) Land Kärnten, Oktober 2021, S. 14–15, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. Dezember 2021; abgerufen am 15. Januar 2024. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
- 1991 Hochwasser im Juli
- 2004 Hochwasser im Juni mit Schwerpunkt in St. Paul
- 2005 Hochwassergeschehen an der Lavant und dem Auenbach im August
- 2010 Juli: Hochwasserereignis am Auerlingbach (HQ100), Waldensteiner Bach und der Lavant im Bereich von Waldenstein, Twimberg und Frantschach/St. Gertraud
- 2012 Hochwasser im oberen Lavanttal im Juli
- 5. November 2012: 100-jährliches Hochwasser in Lavamünd mit Überschwemmung des Ortskerns<ref>Michael Swersina: Freudentag für Lavamünd: Zehn Jahre nach dem Hochwasser ist der Ort endlich geschützt. In: unterkaerntner.at (Ausgabe 39). 28. September 2022, abgerufen am 9. März 2026.</ref>
- 2015 Überschwemmung am Fraßbach
- 2016 Hochwasser am Weißenbach, Bad Weißenbach und St. Margarethen
- 2019 30-jährliches Hochwasser im August am Ebenklöschbach in Preitenegg
Straßennamen
- In Wien-Floridsdorf wurde 1953 die Lavantgasse nach dem Fluss benannt.
Alle weiteren in Kärnten:
- Lavantpark: in St. Paul im Lavanttal
- Lavantquai: in Wolfsberg
- Lavantweg: in Bad St. Leonhard im Lavanttal, Klagenfurt und Reichenfels
Vorfall
Am 7./8. März 2026 kam es zu einem Störfall bei der Papierfabrik von Mondi in Frantschach-St. Gertraud. Durch die Einleitung von Lauge in die Lavant kam es stellenweise zu einem Fischsterben im Fluss. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ermittelte wegen fahrlässiger Beeinträchtigung der Umwelt.<ref>Ermittlungen gegen Mondi nach Fischsterben. In: orf.at. 28. April 2026, abgerufen am 28. April 2026.</ref>
Literatur
- Gabriele Wieser (Hrsg.): Die Gewässer des Lavanttales. Naturwissenschaftl. Verein für Kärnten, Klagenfurt 1996. ISBN 3-85328-007-2
Weblinks
Einzelnachweise
<references />