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Ober-Sorg

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Ober-Sorg
Gemeinde Schwalmtal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(112)&title=Ober-Sorg 50° 41′ N, 9° 18′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(112) 50° 41′ 12″ N, 9° 17′ 58″ O
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Höhe: 315 m ü. NHN
Fläche: 3,86 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 112 (30. Juni 2017)<ref name="DF">„Zahlen, Daten, Fakten“. In: Internetauftritt. Gemeinde Schwalmtal, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Juni 2018.</ref>
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36318
Vorwahl: 06638

Ober-Sorg ist ein Ortsteil von Schwalmtal im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Die heutigen Orte Ober-Sorg und Unter-Sorg hießen ursprünglich Schwalm und Fruleiba. Ein Namenspaar bilden die Orte erst seit dem 15. Jahrhundert.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 351 f, S. 352.</ref> Die urkundliche Ersterwähnung des Flusses Sualmanaha findet sich im Codex Eberhardi und ist ein Kopiar, welches um 1160 angelegt wurde. Der Gewässername stammt aus der Zeit um das Jahr 802.<ref>Ernst Friedrich Johann Dronke: Traditiones et antquitates Fuldenses. Fulda 1844. Kap. 18, S. 58.</ref> Ob hier auch der Ort gemeint ist, bleibt offen. Erst im Spätmittelalter wird der Ort erneut erwähnt. 1333 heißt es in einer Urkunden: „... was sie Gutes (Besitz) umb Swalmen han ...“<ref>Heinrich Christian Senckenberg: Selecta iuris et historiarium. Bd. 1–6. Frankfurt am Main. 1734–1742. Band 2. S. 617.</ref> Ein Kopiar, entstanden 1448, kennt für 1375 „Swalme“.<ref>Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. 1200–1500. Offenbach 1924. Nr. 192, S. 51.</ref> Für 1490 ist „Obernschwalmen“<ref>Georg Landau: Beschreibung des Gaues Wettereiba. Kassel 1855. S. S. 160.</ref> schriftlich belegt. Ob sich der Beleg auf Ober-Sorg bezieht, ist nicht eindeutig belegt.<ref>Lutz Reichardt: Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. S. 351.</ref> In einem Salbuch von 1574 wird eindeutig zwischen den beiden Orten Ober- und Unter-Sorg differenziert: „... Obern und Nidderschwlm oder Sorge sind zwei Dörferchen, das eine wird die Obersorge, das andere die Undersorge oder Frulebach genannt. ... auf der Obristen Sorge und der Understen Sorge ..., ... auf den beiden Sorgen ..., ... zur Obern und Nidern Sorge...“<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 64, S. 66.</ref>

Die Namensgebung geht auf den Fluss Schwalm zurück, der in Ortsnähe vorbeifließt. Die Sprachwurzel ist das ahd. Wort swellen = anschwellen, welches sich im Mittelhochdeutschen zu swalm verändert.<ref>Lutz Reichardt: Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. S. 352.</ref> Diese Sprachwurzel findet man auch im Ortsnamen von Grund-Schwalheim in der Wetterau.

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Ober-Sorg:

„Obersorg (L. Bez. Alsfeld) evangel. Filialdorf; liegt an der Schwalm 112 St. von Alsfeld, hat 29 Häuser und 195 evangelische Einwohner, so wie 2 Mühlen, nemlich 1 Mahl und 1 Oelmühle.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen bildet Ober-Sorg zusammen mit weiteren acht zuvor selbständigen Ortschaften seit dem 31. Dezember 1971 die Gemeinde Schwalmtal.<ref></ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Ober-Sorg angehört(e): <ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Oberhessen (ab 1815 Provinz Oberhessen) wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Ober-Sorg durch das Amt Romrod. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Ober-Sorg zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ober-Sorg 105 Einwohner. Darunter waren 3 (2,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 24 Einwohner unter 18 Jahren, 33 zwischen 18 und 49, 21 zwischen 50 und 64 und 27 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 42 Haushalten. Davon waren 12 Singlehaushalte, 12 Paare ohne Kinder und 15 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 12 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 21 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1791: 134 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 162 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 156 Einwohner, 29 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 125 Einwohner, 29 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 204 Einwohner, 31 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Ober-Sorg: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2015
Jahr  Einwohner
1791
  
134
1800
  
162
1806
  
156
1829
  
204
1834
  
207
1840
  
216
1846
  
240
1852
  
221
1858
  
189
1864
  
206
1871
  
203
1875
  
202
1885
  
178
1895
  
163
1905
  
140
1910
  
135
1925
  
143
1939
  
118
1946
  
191
1950
  
181
1956
  
140
1961
  
132
1967
  
117
1970
  
117
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2005
  
115
2010
  
104
2011
  
105
2015
  
114
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; Gemeinde Schwalmtal (aus Webarchiv):<ref name="DF" /><ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 195 evangelische Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 110 evangelische (= 83,33 %), 22 katholische (= 16,67 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Ortsvorsteher ist Matthias Martin.<ref>Ortsbeirat Ober-Sorg. In: Website der Gemeinde Schwalmtal. Abgerufen am 9. November 2022.</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Das Totemann Grab ist die um 1818 entstandene Beerdigungsstätte des namenlosen Sohnes einer umherziehenden Bettlerin. Das Kind war an den natürlichen Blattern verstorben.
  • Das ehemalige Gebäude der Volksschule wurde zum Dorfgemeinschaftshaus des Ortes umgebaut.

Persönlichkeiten

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Ober-Sorg, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 180 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 190 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 230 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 422 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 42 und 82, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

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