Zum Inhalt springen

Hergersdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 8. August 2025 um 08:09 Uhr durch imported>Thorybander 2 (Kultur und Sehenswürdigkeiten).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Hergersdorf
Gemeinde Schwalmtal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(150)&title=Hergersdorf 50° 41′ N, 9° 19′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(150) 50° 41′ 19″ N, 9° 19′ 16″ O
 {{#coordinates:50,688611111111|9,3211111111111|primary
dim=10000 globe= name=Hergersdorf region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 336 m ü. NHN
Fläche: 4,39 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 150 (30. Juni 2017)<ref name="DF">„Zahlen, Daten, Fakten“. In: Internetauftritt. Gemeinde Schwalmtal, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Juni 2018.</ref>
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36318
Vorwahl: 06638
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Hergersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Schwalmtal im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Die Trasse der Bahnstrecke Gießen–Fulda führt mitten durch das Dorf und teilt es in zwei Teile.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Die erste urkundliche Erwähnung von Herigerisdorf stammt aus der Zeit zwischen 750 und 802 und findet sich im Codex Eberhardi. Der Codex selbst wurde um 1160 verfasst und beinhaltet Schenkungen an das Kloster Fulda. So heißt auch in der Ersterwähnung: „... (Rantolf de Wetereiba tradidit in villa Herigisdorf bona sua ...“<ref>Edmund Ernst Stengel: Fuldisches Urkundenbuch. Band 1. Nr. 357, S. 444.</ref> Rantolf aus der Wetterau hat im Dorf Herigerisdorf sein Gut übergeben). Bereits hier wird die Siedlungsform villa für Hergersdorf genannt. In den gleichen Zeitraum fällt eine zweite Schenkung: „... proprietatem suam in Herigerestorf ...“<ref>Edmund Ernst Stengel: Fuldisches Urkundenbuch. Band 1. Nr. 400, S. 457.</ref> (sein Eigentum im Herigerestorf). Urkunden aus dem Spätmittelalter beinhalten thematisch den Zehnten des Dorfes. Am 13. Mai 1365 verkaufte Eberhard von Linden einen halben Zehnten zu Hergerdorf.<ref>StAD, A 3, 155/1.</ref> Im Jahre 1398 wird „... eyn czenden zu Hergirsdorff ...“ erwähnt.<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Nr. 1269, S. 849.</ref>

Der Ortsname stammt von dem Rufnamen Heriger. Der Ort ist also die „Siedlung des Heriger“.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 178.</ref>

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Hergersdorf:

„Hergersdorf (L. Bez. Alsfeld) evangel. Filialdorf; liegt 112 St. von Alsfeld, hat 29 Häuser und 176 evangelische Einwohner, so wie 1 Mühle. Der Boden der Gemarkung dieses Orts ist sehr ergiebig. – Dieser Ort wird gelegenheitlich der Einweihung der Kirche zu Schlitz im Jahr 812 genannt, und kommt unter dem Namen Vuerechenbruxn vor.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen bildet Hergersdorf zusammen mit weiteren acht zuvor selbständigen Ortschaften seit dem 31. Dezember 1971 die Gemeinde Schwalmtal.<ref></ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Hergersdorf angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Oberhessen (ab 1815 Provinz Oberhessen) wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Hergersdorf durch das Amt Romrod. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Hergersdorf zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Hergersdorf 168 Einwohner. Darunter waren 3 (1,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 30 Einwohner unter 18 Jahren, 63 zwischen 18 und 49, 42 zwischen 50 und 64 und 33 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 66 Haushalten. Davon waren 15 Singlehaushalte, 15 Paare ohne Kinder und 24 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 9 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 42 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1791: 133 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 139 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 137 Einwohner, 27 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 176 Einwohner, 29 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 210 Einwohner, 31 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Hergersdorf: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2015
Jahr  Einwohner
1791
  
133
1800
  
139
1806
  
137
1829
  
176
1834
  
189
1840
  
203
1846
  
210
1852
  
194
1858
  
194
1864
  
210
1871
  
231
1875
  
229
1885
  
221
1895
  
216
1905
  
228
1910
  
198
1925
  
181
1939
  
181
1946
  
242
1950
  
261
1956
  
213
1961
  
210
1967
  
209
1970
  
199
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2005
  
191
2010
  
164
2011
  
168
2015
  
158
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; Gemeinde Schwalmtal (aus Webarchiv):<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 176 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 186 evangelische (= 88,57 %), 24 katholische (= 11,43 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Ortsvorsteher ist Johannes Kröll.<ref>Ortsbeirat Hergersdorf. In: Internetauftritt der Gemeinde Schwalmtal. Abgerufen am 16. Dezember 2017.</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Fachwerkkirche aus dem Jahr 1770 wurde abgerissen, eine neue errichtet.
  • Die Heilige Eiche steht im Gebiet Birkenschlag.
  • Im ehemaligen Schulgebäude befindet sich das Dorfgemeinschaftshaus des Ortes.

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Hergersdorf, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 179 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 189 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 230 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 422 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 42 und 82, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Weblinks

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende