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Gottmannsdorf

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Gottmannsdorf
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(97)&title=Gottmannsdorf 49° 22′ N, 10° 50′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(97) 49° 21′ 55″ N, 10° 49′ 33″ O
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Höhe: 388 m ü. NHN
Einwohner: 97 (31. Dez. 2020)<ref name="Heilsbronn">Stadt > Stadtprotrait > Zahlen & Fakten. In: heilsbronn.de. Abgerufen am 15. Mai 2023.</ref>
Postleitzahl: 91560
Vorwahl: 09872
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Datei:Kapelle Gottmannsdorf 1782.jpg
Kapelle
Datei:Kapelle Gottmannsdorf 1797.jpg
Kapelle, Gedenktafel für die gefallenen Soldaten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg
Datei:Gottmannsdorf2.JPG
Alte Scheune

Gottmannsdorf (fränkisch: Gammasch-dorf<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 85. Dort folgendermaßen transkribiert: „gaməschdorf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Gottmannsdorf liegt in der Gemarkung Bonnhof.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>

Geografie

Südlich des Dorfs entlang der Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim befindet sich eines der größten Photovoltaikanlagen des Landkreises Ansbach. Im Norden liegt das Waldgebiet Schwall, im Nordosten schließt sich die Hirschleiten und im Osten das Egestal an. 1 km westlich liegt das Waldgebiet Lohe. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Müncherlbach (1,7 km südöstlich), nach Raitersaich zur Kreisstraße AN 25/FÜ 22 (1,4 km nordöstlich), nach Bürglein (2,4 km nordwestlich), Bonnhof (2,6 km westlich) und Heilsbronn (3 km südwestlich) jeweils zur Staatsstraße 2410.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 14. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Geschichte

In Zusammenhang mit der Errichtung einer Kirche im Jahre 1239 wurde der Ort als „Godemůzelstorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der slawische Personenname Godomyslъ.<ref>Ernst Eichler, Albrecht Greule, Wolfgang Janka, Robert Schuh: Beiträge zur slavisch-deutschen Sprachkontaktforschung. Band 2, Siedlungsnamen im oberfränkischen Stadt- und Landkreis Bayreuth, Heidelberg 2006, S. 114.</ref> Es ist davon auszugehen, dass der Ort zu den Siedlungen zählt, die von den Slawen angelegt wurden (s. Slawische Siedlungsnamen in Nordostbayern). Die Schreibweise des Ortsnamens änderte sich in der Folgezeit mehrfach: „Gotmuzzelsdorf“ (1268), „Gotmanssdorff“ (1402), „Gotmannsdorff“ (1413), „Gotmanßdorff“ (1504).<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 85f.</ref>

Die Kirche war ursprünglich eine Filiale von St. Maria (Großhaslach), ab 1249 von St. Johannes (Bürglein). Das Kloster Heilsbronn erwarb nach und nach acht Höfe, zwei blieben nürnbergisch.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 202 ff.</ref>

Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurden für Gottmannsdorf nur die sieben Mannschaften verzeichnet, die das Kastenamt Bonnhof als Grundherrn hatten (vier Bauern, zwei Köbler und einen Stadel). Die Mannschaften anderer Grundherren wurden nicht aufgelistet. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 8. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 737.</ref> Im Dreißigjährigen Krieg brannten neben der Kirche vier Höfe ab, vier waren unbewohnt und verödeten, nur zwei blieben bewohnt.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 204.</ref>

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Gottmannsdorf 9 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Bonnhof. Grundherren waren das Kastenamt Bonnhof (4 Höfe, 2 Güter, Gemeindehirtenhaus) und das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg (1 Hof, 1 Wirtshaus).<ref name="H119">H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 119.</ref> Es gab zu dieser Zeit acht Untertansfamilien.<ref>Johann Bernhard Fischer: Gottmannsdorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 76 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 367 f.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg.<ref name="J980">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 980.</ref>

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Gottmannsdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bürglein und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Bürglein zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963.</ref> Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Gottmannsdorf in die neu gebildete Ruralgemeinde Bonnhof umgemeindet. Diese wurde am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Heilsbronn eingegliedert.<ref name="J980"/><ref>Heilsbronn > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 22. Juli 2025.</ref>

Baudenkmäler

  • Haus Nr. 5: Wohnhaus mit Scheune<ref>Denkmalliste für Heilsbronn (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
  • Glockenturm der ehemaligen Kirche: zweigeschossiger verputzter Ziegelbau wohl des 18. Jahrhunderts mit Stichbogenöffnungen und vierseitigem Pyramidendach<ref name="F97">G. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 97. Denkmalschutz aufgehoben.</ref>
  • Steinkreuz, mittelalterlich, im Osten des Ortes an der Weggabelung nach Raitersaich und Müncherlbach aus Sandstein mit zwei eingeritzten Pflugscharen<ref name="F97"/>
  • Martersäule, barock, am Südausgang des Ortes: Hohe Sandsteinstele über quadratischem Grundriss mit abgekanteten Ecken über dem Sockel<ref name="F97"/>

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Einwohnerentwicklung

Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2016
Einwohner 74 121 129 122 123 112 127 167 119 58 116 111 109
Häuser<ref>Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> 12 16 22 20 26 23 24 25
Quelle <ref>Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 31 (Digitalisat).</ref> <ref>Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 145 (Digitalisat). </ref> <ref>Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1041, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1207, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1093 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1158 (Digitalisat).</ref> <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1195 (Digitalisat).

</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1023 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 752 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 170 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 327 (Digitalisat).</ref> || || <ref name="Heilsbronn" />

Religion

Gottmannsdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannes (Bürglein) gepfarrt.<ref name="H119"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/><ref>Pfarrverband Heilsbronn. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 12. März 2023.</ref>

Literatur

Weblinks

Commons: Gottmannsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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