Siggern
| Siggern | ||||||||||||
|
Unterlauf der Siggern bei Flumenthal | ||||||||||||
| Daten | ||||||||||||
| Gewässerkennzahl | CH: 1358 | |||||||||||
| Lage | Schweizer Jura
| |||||||||||
| Flusssystem | Rhein | |||||||||||
| Abfluss über | Aare → Rhein → Nordsee | |||||||||||
| Quelle | unterhalb des Röti nahe dem Balmberg 47° 15′ 26″ N, 7° 32′ 2″ O {{#coordinates:47,25726|7,53401|
|
dim= | globe= | name=Quelle Siggern | region=CH-SO | type=waterbody
}} | ||||||
| Quellhöhe | 1185 m ü. M.<ref name="CH_GS">Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)</ref> | |||||||||||
| Mündung | bei Flumenthal in die AareKoordinaten: 47° 13′ 54″ N, 7° 36′ 34″ O; CH1903: 612944 / 231195
{{#coordinates:47,23155|7,60955|primary
|
dim= | globe= | name=Mündung Siggern | region=CH-SO | type=waterbody
}} |
dim= | globe= | name=Mündung Siggern | region=CH-SO | type=waterbody
}} | |
| Mündungshöhe | 418 m ü. M.<ref name="CH_GS">Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)</ref> | |||||||||||
| Höhenunterschied | 767 m | |||||||||||
| Sohlgefälle | 88 ‰ | |||||||||||
| Länge | 8,7 km<ref name="CH_GS">Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)</ref> | |||||||||||
| Einzugsgebiet | 22,8 km²<ref name="CH_GS">Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)</ref> | |||||||||||
| Abfluss am Pegel Mündung<ref name="bafu">Modellierter mittlerer jährlicher Abfluss. In: Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Gebietsauslässe. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 1. November 2015. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> AEo: 22,8 km² |
MQ Mq |
740 l/s 32,5 l/(s km²) | ||||||||||
| Gemeinden | Balm bei Günsberg, Günsberg, Hubersdorf, Attiswil, Flumenthal | |||||||||||
Die Siggern (<templatestyles src="IPA/styles.css" />) ist ein rund 9 km langer Bach, der bei Flumenthal im Kanton Solothurn von links in die Aare mündet.
Geographie
Verlauf
Die Siggern entspringt unter der Felswand auf der Ostseite der Röti nahe dem Balmberg im Solothurner Jura auf etwa 1185 m ü. M. der Wildbach nimmt bis zur Klus nördlich der Ruine Balm noch weitere Quellbäche aus dem Talkessel am Balmberg auf. Die Juralandschaft am Oberlauf der Siggern mit den markanten Felsklippen aus Hauptrogenstein<ref>Hans-Rudolf Bläsi (u. a.): Geologischer Atlas der Schweiz 1:25'000. Erläuterung zum Blatt 1107 Balsthal. Bern 2015, S. 25. (Digitalisat)</ref> gehört zum Landschaftsschutzgebiet «Weissenstein», das im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) verzeichnet ist.<ref>Datenblatt des Gebiets «Weissenstein» im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung.</ref>
Die Siggern wird südlich des Juragebirges noch von einigen weiteren Bächen gespeist, der grösste davon ist der Gummenbach. Die Siggern liegt auf dem Boden der Gemeinden Balm bei Günsberg, Günsberg, Hubersdorf, Attiswil und Flumenthal. Bei Attiswil verlässt sie für fast einen Kilometer den Kanton Solothurn und liegt nun im Kanton Bern, bevor sie östlich von Flumenthal wieder auf solothurnisches Gebiet wechselt.
Zwischen Flumenthal und Attiswil führen die Alte Baselstrasse, die Hauptstrasse 5, welcher in diesem Abschnitt auch die Hauptstrasse 12 und die Hauptstrasse 22 entsprechen, und die Solothurn-Niederbipp-Bahn über den Bach. Die historische Siggernbrücke der Landstrasse am Jurasüdfuss ist seit 1640 erwähnt.
Südöstlich von Flumenthal mündet der Bach beim Weiler Untersiggern auf 418 m ü. M. von links in die Aare. Die Mündung befindet sich 1,5 Kilometer unterhalb des Wasserkraftwerks Flumenthal in einem kleinen Waldgebiet. Der linke Aareuferweg von Solothurn nach Wangen an der Aare überquert den Bach bei seiner Mündung.<ref>aarewanderweg Nord auf aarewanderung.ch.</ref>
Der 8,7 km lange Lauf der Siggern endet ungefähr 767 Höhenmeter unterhalb ihrer Quelle, sie hat somit ein mittleres Sohlgefälle von etwa 88 ‰.
Einzugsgebiet
Das 22,84 km² grosse Einzugsgebiet der Siggern wird über die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.
Es besteht zu 42,2 % aus bestockter Fläche, zu 48 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 8,7 % aus Siedlungsfläche und zu 1,1 % aus unproduktiven Flächen.
<timeline> ImageSize = width:500 height:110 PlotArea = width:90% height:66% bottom:20% left:5% DateFormat = x.y Period = from:0 till:100 Legend = columns:2 columnwidth:205 left:30 top:95% TimeAxis = orientation:horizontal ScaleMajor = unit:year increment:50 start:0 ScaleMinor = unit:year increment:25 start:0
- The formatting blanks in the Colors-section are in fact figure spaces (U+2007)
Colors =
id:Wald value:teal legend:42,2_%_Bestockte_Fläche id:Acker value:yelloworange legend:48_%_Landwirtschaftsflächen id:Orte value:red legend: 8,7_%_Siedlungsfläche id:Unproduktiv value:tan1 legend: 1,1_%_Unproduktive_Flächen
PlotData =
from:00.0 till:42.2 color:Wald from:42.2 till:90.2 color:Acker from:90.2 till:98.9 color:Orte from:98.9 till:100 color:Unproduktiv
</timeline>
Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt 708,3 m ü. M., die minimale Höhe liegt bei 420 m ü. M. und die maximale Höhe bei 1366 m ü. M.<ref name="bafu2">Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Siggern</ref>
Zuflüsse
(Zuflüsse von der Quelle bis zur Mündung, Namen nach dem Geoportal Kanton Solothurn<ref>Geoportal Kanton Solothurn (in einem eigenen Fenster öffnen)</ref>, Daten nach dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung<ref name="CH_GS">Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)</ref> mit der Länge in Kilometer (km), dem Einzugsgebiet in Quadratkilometer (km²) und dem mittleren Abfluss (MQ) in Liter pro Sekunde (l/s))
- Chällenbach (links), 1,2 km
- Zwischenberggraben (rechts), 1,3 km
- Sägetbächli (rechts), 0,7 km<ref>Eigenmessung</ref>
- Wasserfallenbach (links), 2,0 km, 1,17 km²
- Gummen (rechts), 3,2 km, 3,35 km²
- Müligraben (links), 3,2 km, 1,83 km²
- Mettlenbach (Rohrgraben) (links), 3,4 km, 3,94 km², 130 l/s
- Dorfbach (Attiswilerbach) (links), 4,4 km, 6,48 km², 190 l/s
Charakter
Die Siggern weist ein relativ grosses Gefälle von durchschnittlich 0,87 % auf. Dadurch bedingt, führt sie besonders im Oberlauf relativ viel Geschiebe mit sich. In der Klas bei Balm stürzt der Wildbach mit einem Wasserfall über eine Felsstufe. Der Unterlauf ist flacher, aber auch hier verhindert die nach wie vor hohe Fliessgeschwindigkeit die Ansiedlung von Wasserpflanzen. Wie bei vielen Gewässern im Jura, variiert auch bei der Siggern der Wasserstand relativ stark. Der verkarstete Untergrund im Jura lässt viel Wasser versickern.
Der Bachlauf ist verhältnismässig wenig verbaut und auf vielen Strecken wenig beeinträchtigt bis natürlich.
Hydrologie
An der Mündung der Siggern in die Aare beträgt ihre modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 740 l/s. Ihr Abflussregimetyp ist pluvial jurassien<ref>«Versteckt hinter den Mittelwerten» – die Variabilität des Abflussregimes, S. 7.</ref>, und ihre Abflussvariabilität<ref>Die Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert.</ref> beträgt 24.
<timeline> Colors=
id:lightgrey value:gray(0.8) id:darkgrey value:gray(0.3) id:sfondo value:rgb(1,1,1)
ImageSize = width:650 height:300 PlotArea = left:40 bottom:50 top:20 right:20 DateFormat = x.y Period = from:0 till:1100 TimeAxis = orientation:vertical AlignBars = justify ScaleMajor = gridcolor:lightgrey increment:200 start:0 ScaleMinor = gridcolor:lightgrey increment:100 start:0 BackgroundColors = canvas:sfondo
LineData =
layer:front # all lines in front of bars unless stated otherwise at:740 color:blue width:2 # perpendicular to time axis full length
TextData =
pos:(40,220) textcolor:black fontsize:S text: 740 pos:(30,16) textcolor:blue fontsize:35 text: ─ pos:(83,24) textcolor:black fontsize:S text: Mittlerer Jahresabfluss pos:(210,0) textcolor:skyblue fontsize:35 text: ▬ pos:(252,24) textcolor:black fontsize:S text: Mittlerer monatlicher Abfluss
BarData=
bar:Jan text:Januar bar:Feb text:Februar bar:Mar text:März bar:Abr text:April bar:Mai text:Mai bar:Jun text:Juni bar:Jul text:Juli bar:Agu text:August bar:Sep text:September bar:Okt text:Oktober bar:Nov text:November bar:Dez text:Dezember
PlotData=
color:skyblue width:30 align:left bar:Jan from:0 till: 870 bar:Feb from:0 till:1040 bar:Mar from:0 till:1000 bar:Abr from:0 till: 900 bar:Mai from:0 till: 730 bar:Jun from:0 till: 710 bar:Jul from:0 till: 510 bar:Agu from:0 till: 420 bar:Sep from:0 till: 520 bar:Okt from:0 till: 590 bar:Nov from:0 till: 740 bar:Dez from:0 till: 920
PlotData=
bar:Jan at: 870 fontsize:S text: 870 shift:(-10,5) bar:Feb at:1040 fontsize:S text:1040 shift:(-12,5) bar:Mar at:1000 fontsize:S text:1000 shift:(-12,5) bar:Abr at: 900 fontsize:S text: 900 shift:(-10,5) bar:Mai at: 730 fontsize:S text: 730 shift:(-10,5) bar:Jun at: 710 fontsize:S text: 710 shift:(-10,5) bar:Jul at: 510 fontsize:S text: 510 shift:(-10,5) bar:Agu at: 420 fontsize:S text: 420 shift:(-10,5) bar:Sep at: 520 fontsize:S text: 520 shift:(-10,5) bar:Okt at: 590 fontsize:S text: 590 shift:(-10,5) bar:Nov at: 740 fontsize:S text: 740 shift:(-10,5) bar:Dez at: 920 fontsize:S text: 920 shift:(-10,5)</timeline>
Geologie
Gemäss neueren geologischen Erkenntnissen fliesst die Siggern im Unterlauf offenbar in der sog. Hubersdorf-Rinne. Diese wurde nicht nur durch warmzeitliche Erosion geschaffen, sondern auch durch quartäre Gletscher-Vorstösse und deren Schmelzwässer.<ref>Christian Gnägi: Glazial überlieferte Talabschnitte zwischen Solothurn und Aarburg. In: Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft des Kantons Solothurn. Heft 41, 2011, ISSN 1421-5551, S. 89–98 (ngso.ch [PDF; 267 kB; abgerufen am 18. Januar 2015]).</ref>
Geschichte
Das Gewässer wurde im Jahr 1323 («an dem Siggeren») erstmals schriftlich erwähnt. Der Name könnte sich vom germanischen *seig-a- mit der Bedeutung «sinken, sich leise, sanft bewegen, herabkommen» ableiten.<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref>
In der Landesgeschichte des Aaregebiets lag an der Siggern seit dem Frühmittelalter eine Herrschafts- und Bistumsgrenze zwischen dem Gebiet «Burgund jenseits der Aare» und dem Buchsgau, die im 15. Jahrhundert zur Kantonsgrenze zwischen Solothurn und Bern wurde.<ref>Heinrich Türler: Die Landgrafschaft im Buchsgau. In: Neues Berner Taschenbuch. 32. Jg., 1926, S. 108–126.</ref><ref>Anne-Marie Dubler: Burgund (Landgrafschaften). In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref><ref>Karl H. Flatt: Die Errichtung der bernischen Landeshoheit über den Oberaargau. In: Archiv des Historischen Vereins des Kantons Bern. 53, 1969.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />