LGBT in Uruguay
Unter LGBT in Uruguay versteht sich die Lebenssituation und rechtliche Stellung von Personen in Uruguay, die von der Heteronormativität abweichen (so genannte queere Menschen). Das betrifft schwule, lesbische, bisexuelle, transgeschlechtliche und intergeschlechtliche Personen (LGBT).
Antidiskriminierungsgesetze
Seit 2004 besteht auf gesetzlicher Ebene ein Antidiskriminierungsgesetz, das eine Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung verbietet.<ref>Ley 17.817. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 24. September 2021.</ref> Eine Kommission wurde in Uruguay im März 2007 eingerichtet, die Diskriminierungen verfolgt.
Homosexualität in Uruguay
Homosexuelle Handlungen sind in Uruguay bereits seit 1934 legalisiert.<ref>José Pedro Barrán: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Homosexualidad en la historia de Uruguay. ( vom 19. Mai 2007 im Internet Archive) In: PseudoGhetto.com. 2007, abgerufen am 26. Juli 2021 (spanisch).</ref> Das Schutzalter liegt einheitlich bei 15 Jahren.<ref>Gesetzestext: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Código Penal. ( vom 6. Januar 2007 im Internet Archive) In: Parlamento.gub.uy. Montevideo, April 1998, abgerufen am 26. Juli 2021 (spanisch).</ref> Im Jahr 2009 wurde ein Dekret verabschiedet, welches es homosexuelle Menschen gestattet, in den Streitkräften, den Fuerzas Armadas del Uruguay, zu dienen.<ref>Las FF.AA. uruguayas admitirán homosexuales. 15. Mai 2009, abgerufen am 24. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen
Eingetragene Lebenspartnerschaften sind in Uruguay ab dem 1. Januar 2008 möglich.<ref>Meldung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Civil Unions Begin Next Week In Uruguay. ( vom 28. Februar 2008 im Internet Archive) In: 365gay.com. 28. Dezember 2007, abgerufen am 26. Juli 2021 (englisch).</ref> Das Gesetz zur landesweiten Zulassung Eingetragener Lebenspartnerschaften wurde von der Senatorin Margarita Percovich maßgeblich initiiert. Präsident Tabaré Vázquez unterzeichnete am 27. Dezember 2007 das Gesetz.<ref>Meldung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Uruguay’s President grants legal rights for gay couples. ( vom 29. Juni 2011 im Internet Archive) In: Pinknews.co.uk. 28. Dezember 2007, abgerufen am 26. Juli 2021 (englisch).</ref> Nach dem Repräsentantenhaus hat nun auch der Senat Uruguays mit deutlicher Mehrheit die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren im Adoptionsrecht beschlossen – das Gesetz sei eine Erweiterung der Kinderrechte, erklärte eine Senatorin.
Im Frühjahr 2011 wurde im Parlament ein Gesetzentwurf zur Eheöffnung seitens des regierenden linksgerichteten Parteienbündnisses „Frente Amplio“ (Breite Front) unter der Führung des Abgeordneten Sebastián Sabini eingebracht.<ref>Dennis Klein: Uruguay und Brasilien debattieren Ehe-Öffnung. In: Queer.de. 12. April 2011, abgerufen am 26. Juli 2021.</ref> Am 12. Dezember 2012 wurde der Gesetzentwurf mit breiter Mehrheit im Parlament angenommen.<ref>Dennis Klein: Uruguay: Parlament stimmt für Ehe-Öffnung. In: Queer.de. 12. Dezember 2012, abgerufen am 26. Juli 2021.</ref> Auch der Senat stimmte einem vergleichbaren Gesetzesentwurf am 2. April 2013 mit 23 zu 8 Stimmen zu. Da sich die Gesetzesentwürfe von Parlament und Senat geringfügig unterscheiden, muss ein Vermittlungsausschuss die Entwürfe geringfügig angleichen, bevor beide Kammern erneut darüber abstimmen. Präsident José Mujica hatte bereits angekündigt, das Gesetz so bald wie möglich unterzeichnen zu wollen.<ref>Dennis Klein: Uruguay: Senat beschließt Ehe-Öffnung. In: Queer.de. 3. April 2013, abgerufen am 26. Juli 2021.</ref> Diese Zustimmung erfolgte am 11. April 2013 im Unterhaus und das Gesetz zur Eheöffnung wurde am 7. Mai 2013 vom Präsidenten unterzeichnet.<ref>Dennis Klein: Gleichstellung – Uruguay: Präsident unterschreibt neues Ehe-Gesetz. In: Queer.de. 7. Mai 2013, abgerufen am 26. Juli 2021.</ref> Das Gesetz trat am 1. August 2013 in Kraft.<ref>Meldung (AFP/dpa): Neues Gesetz in Uruguay: Ja zur Homo-Ehe. In: Der Spiegel. 11. April 2013, abgerufen am 26. Juli 2021.</ref>
Rechtliche Anerkennung einer dritten Geschlechtsoption
Seit Oktober 2018 ist in Uruguay ein rechtlicher Geschlechtseintrag als „nicht männlich/weiblich“ möglich (nichtbinär).<ref>Offizieller uruguayischer Gesetzestext: Ley integral para personas trans. Uruguayisches Ministerium für soziale Entwicklung, 26. Oktober 2018 (spanisch; PDF: 4 MB, 10 Seiten auf presidencia.gub.uy).</ref>
Der Nachbarstaat Argentinien erkennt seit 2012 eine dritte Geschlechtsoption an,<ref>Goethe-Institut Chile: Politiken des Ich: Identität und Geschlecht in Argentinien. In: Goethe.de. Juni 2015, abgerufen am 25. Juli 2021 (übersetzt von Inka Marter).</ref> Chile seit Anfang 2019<ref>Meldung: Durchbruch: Freie Geschlechtswahl in Chile. In: Queer.de. 13. September 2018, abgerufen am 26. Juli 2021.</ref> und Kolumbien seit März 2022 (siehe Staaten mit Anerkennung einer dritten Geschlechtsoption).<ref>Sabine Hannakampf: Kolumbien wird divers. In: Maenner.Media. 7. März 2022, abgerufen am 25. März 2022 („Kolumbiens Verfassungsgericht hat die Aufnahme der Kategorie ‚nicht-binär‘ in kolumbianischen Ausweisdokumenten angeordnet“).</ref>
Gesellschaftliche Situation
Eine LGBT-Gemeinschaft findet sich vorwiegend in der Hauptstadt Montevideo.<ref>Dennis Klein: Das unentdeckte Land: Uruguay. In: Queer.de. 13. Januar 2008, abgerufen am 26. Juli 2021.</ref>
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
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