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Mit der deutschen Nationalmannschaft nahm Podolski beginnend mit der EM 2004 bis einschließlich der EM 2016 an jedem großen Turnier teil, absolvierte 130 Länderspiele und erzielte 49 Treffer. Damit ist er der dritterfolgreichste Torschütze und der Spieler mit den viertmeisten Länderspielen der bisherigen DFB-Geschichte. Bei der WM 2014 wurde er mit der Nationalmannschaft Weltmeister, bei der EM 2008 Zweiter sowie bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 jeweils Dritter.
Lukas Podolski begann seine Fußballkarriere 1991 bei Jugend 07 Bergheim und wechselte 1995 zur D-Jugend des 1. FC Köln. Als C-Jugendlicher wurde er von Willi Breuer trainiert. In der Saison 2003/04 spielte er mit 18 Jahren an den ersten acht Spieltagen noch in der A-Junioren-Bundesliga und erzielte dort acht Tore. Dann wurde er von Marcel Koller, Trainer des 1. FC Köln, eingeladen, mit den Profis zu trainieren. Am 11. November 2003 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag und gab elf Tage später sein Profidebüt. Drei Spieltage später erzielte er beim 1:1 im Spiel gegen Hansa Rostock sein erstes Bundesligator. In seiner Debütsaison erzielte Podolski in 19 Erstligaspielen 10 Tore, was seit dem 41-jährigen Bestehen der Bundesliga noch keinem 18-Jährigen gelungen war. Da er aber der einzige erfolgreiche Torjäger der Mannschaft war, stieg der 1. FC Köln mit 23 Punkten als Tabellenletzter ab. In der 2. Bundesliga wurde er im Jahr darauf mit 24 Toren in 30 Spielen Torschützenkönig. Der 1. FC Köln wurde Tabellenerster und stieg direkt wieder in die Bundesliga auf.
In der Saison 2005/06 gelang Podolski erneut eine zweistellige Torausbeute, doch seine zwölf Saisontore reichten den Kölnern ein weiteres Mal nicht, die Spielklasse zu halten. Den erneuten Abstieg in die 2. Bundesliga nannte der Stürmer als Hauptgrund für seinen Weggang aus Köln.
FC Bayern München
Am 10. Juli 2006 wechselte Podolski zum FC Bayern München, bei dem er einen Vertrag bis 2010 bekam. Dort kam er nie über den Status eines Ergänzungsspielers hinaus. So erzielte er in der Saison 2006/07 in 22 Partien nur vier Tore und wurde Anfang Juni 2007 in einer Kicker-Umfrage unter 268 Bundesligaspielern zum „Absteiger der Saison“ gewählt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Podolski ist der Absteiger der Saison. (Memento vom 13. Juni 2008 im Internet Archive), In: 11 Freunde. 4. Juni 2007.</ref><ref>Podolski Absteiger der Saison. In: WELT online. 5. Juni 2007.</ref> Die Spielzeit 2007/08 verlief bei 25 Einsätzen mit fünf Toren ähnlich, dennoch wurde er mit den Bayern Deutscher Meister und Pokalsieger.
Zur Saison 2008/09 wurde Podolskis früherer Förderer Jürgen Klinsmann neuer Trainer der Bayern. Dieser sprach sich gegen einen Abgang Podolskis aus, der aber weiterhin nur Ersatzspieler blieb. Nachdem er in der Hinrunde in elf Einsätzen nur zweimal über die volle Zeit gespielt hatte, wurde in der Winterpause seine Rückkehr zum 1. FC Köln nach der Saison ausgehandelt. In der Rückrunde kam Podolski zu sieben weiteren Einsätzen, bis Klinsmann nach dem 29. Spieltag entlassen wurde. In den letzten fünf Spielen unter dem neuen Trainer Jupp Heynckes zeigte Podolski mit zwei Toren und fünf Vorlagen zumindest kurzzeitig die beste Leistung seiner Münchener Zeit. Insgesamt erzielte er in seiner letzten Bayern-Saison sechs Tore in 24 Partien.
Rückkehr nach Köln
Zur Saison 2009/10 kehrte Podolski zum 1. FC Köln zurück. Sein Vertrag lief bis zum Sommer 2013. Um einen Teil der Ablösesumme zu refinanzieren, wurde am 24. Juli ein Begrüßungsspiel gegen den FC Bayern veranstaltet, das von RTL live übertragen wurde und 0:2 endete.<ref>Podolski-Party trotz 0:2 – «Nicht überbewerten». In: weltfussball.de. 24. Juli 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Januar 2012; abgerufen am 10. August 2015.</ref> Außerdem wurde die Ablösesumme teilweise durch einen Investor finanziert.<ref>Gönner oder Investor? Wernze legt seine Zahlen offen. In: Kölner Express. 12. Januar 2012.</ref> Podolskis Torausbeute blieb in der ersten Spielzeit beim FC jedoch weit hinter den Erwartungen zurück; nach seinem ersten Treffer am fünften Spieltag traf er erst wieder am 25. Spieltag gegen seinen ehemaligen Verein Bayern München.
Die Saison 2010/11 verlief trotz eines Außenbandrisses vor der Winterpause für Podolski mit 13 Toren in 32 Spielen wieder erfolgreicher; er war damit der neuntbeste Torschütze der Liga. Zur Rückrunde wurde er unter Trainer Frank Schaefer außerdem neuer Mannschaftskapitän des 1. FC Köln. Mit 44 Punkten und dem zehnten Platz zeigte die Mannschaft aufsteigende Tendenz, die unter dem neuen norwegischen Trainer Ståle Solbakken in der Saison 2011/12 fortgesetzt werden sollte. Solbakken machte aber erst einmal den gleichaltrigen Pedro Geromel zum neuen Kapitän. Podolski selbst spielte eine erfolgreiche Saison und knüpfte mit 18 Toren als viertbester Torschütze der Bundesliga an seine Leistungen früherer Jahre an. Im Spiel gegen Hannover 96 schoss er am 11. März 2011 sein 50. Bundesligator. Dennoch geriet die Mannschaft in der Rückrunde immer tiefer in den Abstiegskampf und landete nach dem letzten Spieltag durch ein 1:4 gegen Bayern München auf dem direkten Abstiegsplatz 17. Nach vier Jahren Bundesliga musste der FC erneut in die 2. Liga und Podolski verließ, nach seinem dritten Bundesliga-Abstieg mit dem 1. FC Köln, zum zweiten Mal seinen Jugendverein.
Zur Saison 2015/16 verpflichtete ihn der türkischeErstligistGalatasaray Istanbul, bei dem er einen Dreijahresvertrag mit Option auf Verlängerung um ein weiteres Jahr unterzeichnete.<ref>Pressemitteilung auf der Homepage von Galatasaray Istanbul (türkisch)</ref> Mit seinem ersten Pflichtspiel für den Verein am 8. August 2015 gewann er mit diesem den türkischen Supercup durch einen 1:0-Sieg gegen Bursaspor. Bei seinem Ligadebüt am 15. August 2015 (1. Spieltag) erzielte er den Treffer zum 2:2-Endstand im Auswärtsspiel gegen Sivasspor in der 81. Minute. Am 26. Mai 2016 erzielte er im Pokalfinale den 1:0-Siegtreffer und wurde zum Spieler des Spiels gewählt.<ref>54. Ziraat Türkiye Kupası Galatasaray'ın auf der Homepage des türkischen Fußballverbands (türkisch)</ref> Die Saison 2016/17 begann er wieder mit dem Sieg im Supercup (gegen Beşiktaş Istanbul).
Vissel Kobe
Zum 1. Juli 2017 wechselte Podolski nach Japan zu Vissel Kōbe in die bereits bei Halbzeit stehende J1-League-Saison 2017.<ref>Perfekt: Podolski wechselt im Sommer nach Japankicker.de, abgerufen am 2. März 2017.</ref> Die Ablösesumme betrug 2,6 Millionen Euro.<ref>Galatasaray Sportif AŞ'den açıklama galatasaray.org, abgerufen am 2. März 2017 (türkisch)</ref> Bei seinem Pflichtspieldebüt am 29. Juli 2017 im Heimspiel gegen Ōmiya Ardija schoss er zwei Tore.<ref>Traumstart für Podolski faz.net, vom 30. Juli 2017.</ref> Im letzten Spiel der Saison 2019, welche er mit Kōbe als Achter abschloss, erzielte Podolski beim 4:1 über Absteiger Júbilo Iwata drei Treffer. Am Neujahrstag 2020 beim Eröffnungssportereignis des Neuen Nationalstadions von Tokyo konnte Podolski mit seinem Team erstmals den japanischen Kaiserpokal gewinnen. Danach endete sein Vertrag beim japanischen Erstligisten.
Antalyaspor
Im Januar 2020 kehrte Podolski in die türkische Süper Lig zurück und unterschrieb einen Vertrag bei Antalyaspor.<ref>Podolski wird ein Skorpion, spiegel.de, abgerufen am 23. Januar 2020.</ref><ref>fussballtransfers.com</ref> Am 3. Juni 2021 verabschiedete Antalyaspor Podolski via Twitter ohne vorherigen persönlichen Kontakt; der Vertrag lief zum Saisonende aus.<ref>"Was für eine Schande": Podolski enttäuscht von Antalyaspor. Abgerufen am 5. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Górnik Zabrze
Zur Saison 2021/22 unterschrieb Podolski mit 36 Jahren einen Einjahresvertrag bei dem polnischen Fußballverein Górnik Zabrze, der die vorherige Saison im Mittelfeld der Ekstraklasa abgeschlossen hatte.<ref>Lukas Podolski wechselt zu Gornik Zabrze nach Polen. In: Der Spiegel. Abgerufen am 6. Juli 2021.</ref> Im Mai 2022 wurde seine Vertragslaufzeit um ein weiteres Jahr verlängert.<ref>Auch mit 37 noch nicht fertig: Podolski verlängert in Zabrze. In: Kicker. Abgerufen am 20. Mai 2022.</ref> Im November 2022 wurde ein Treffer Podolskis aus 60 Metern in der ARD Sportschau zum Tor des Monats gewählt. Es war sein 13. Tor des Monats, was mit großem Abstand Rekord bedeutet.<ref>sportschau.de: Tor des Monats November 2022: Podolski gewinnt zum 13. Mal. Abgerufen am 19. Dezember 2022.</ref> Im Mai 2023 verlängerte Podolski seinen Vertrag bis Juni 2025.<ref>Podolski macht weiter: Zabrze-Vertrag bis 2025 verlängert sportschau.de, abgerufen am 20. Mai 2023</ref> In seine Zabrze-Zeit fiel sein Abschiedsspiel in Köln am 10. Oktober 2024, bei dem eine Mannschaft von ehemaligen und aktuellen Spielern des 1. FC Köln gegen eine Auswahl unter dem Namen „Poldis 11“ spielte, in der auch viele Spieler von Górnik Zabrze spielten.
Poldis 11 gewann mit 5:3. Podolski spielte je eine Halbzeit für beide Mannschaften und erzielte dabei zwei Tore (jeweils eines für beide Mannschaften).<ref>FC-Abschied: Mit Pyro und Tränen: So emotional verlief der Poldi-Abend: „Einmal Kölner, immer Kölner“. 11. Oktober 2024, abgerufen am 11. Oktober 2024.</ref>
Im Rahmen des letzten Saisonspiels 2024/25 im Mai 2025 gab Podolski die Verlängerung seines Vertrages bis 30. Juni 2026 bekannt.<ref>Lukas Podolski bei Górnik Zabrze: Verlängert Vertrag um ein weiteres Jahr. In: Der Spiegel. 25. Mai 2025, ISSN2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 25. Mai 2025]).</ref><ref>To jeszcze nie koniec! Lukas Podolski na dłużej w Górniku! 24. Mai 2025, abgerufen am 25. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nationalmannschaft
Lukas Podolski spielte ab 2001 für deutsche Jugendauswahlmannschaften, beginnend mit der U15.
Ende Mai/Anfang Juni 2004 nahm er mit der U21 an der in Deutschland stattfindenden Junioreneuropameisterschaft teil. Bereits nach der Vorrunde, in der Podolski zweimal eingesetzt wurde, war der deutsche Nachwuchs ausgeschieden. Aber ohne dass er einmal für die A-Nationalmannschaft gespielt hatte, wurde Podolski als fünfter Stürmer für das deutsche Aufgebot für die Fußball-Europameisterschaft 2004 nominiert. Nur vier Tage nach dem letzten Spiel der U-21-EM wurde er zum Vorbereitungsspiel der A-Mannschaft gegen Ungarn in Kaiserslautern eingeladen. In der Schlussviertelstunde wurde er eingewechselt, damit war die Entscheidung, künftig im deutschen Nationaltrikot zu spielen, endgültig gefallen. Das Spiel ging mit 0:2 verloren. Bei der EM in Portugal wurde er im entscheidenden dritten Vorrundenspiel in der Halbzeit eingewechselt, doch die Partie gegen Tschechien ging verloren – und auch die A-Mannschaft schied frühzeitig aus.
Nach dem Scheitern wurde der Umbau der Mannschaft für die bevorstehende Heim-WM vorangetrieben und Podolski wurde regelmäßig in der Nationalmannschaft eingesetzt. Bei einer Asienreise des Teams Ende 2004 gab er gegen Japan sein Startelfdebüt und erzielte am 21. Dezember gegen Thailand seine ersten beiden Tore für Deutschland. Am FIFA-Konföderationen-Pokal 2005 in Deutschland nahm er als Stammspieler teil und schoss in vier Spielen drei Tore. Nach dem Turnier erzielte er in einem Länderspiel gegen Südafrika drei Tore selbst und legte den vierten Treffer auf. Danach war er in allen WM-Vorbereitungsspielen Stammspieler. Bei der WM 2006 kam er in jedem Spiel der deutschen Mannschaft zum Einsatz und schoss drei Tore. Die technische Kommission der FIFA wählte ihn danach zum besten jungen Spieler der WM, noch vor so prominenten Spielern wie Lionel Messi (Argentinien) oder Cristiano Ronaldo (Portugal). Mit 21 Jahren hatte er bereits 16 Länderspieltore erzielt, was zuvor keinem anderen Spieler in diesem Alter gelungen war.<ref>Torjäger Podolski: Bester seines Alters. In: Fussball24.de, 3. September 2006.</ref>
In der EM-Qualifikation von September 2006 bis November 2007 war er erneut sehr erfolgreich und erzielte in neun Partien acht Tore. Zum 13:0 gegen San Marino, dem höchsten deutschen Sieg aller Zeiten in einem Qualifikationsspiel, trug er vier Treffer bei. Ein Spiel verpasste er, weil er zuvor am 7. Oktober 2006 in einem Freundschaftsspiel gegen Georgien nach einer Tätlichkeit vom Platz gestellt und gesperrt worden war. Es war die erste Rote Karte seiner Profikarriere. Bei der Europameisterschaft 2008 gehörte er dann wieder zur ersten Elf. Bei den ersten beiden Spielen Deutschlands in der Gruppenphase – dem 2:0 gegen Polen am 8. Juni in Klagenfurt am Wörthersee und dem 1:2 gegen Kroatien am 12. Juni am selben Ort – erzielte er alle drei Feldtore der deutschen Mannschaft. Im Viertelfinale gegen Portugal und im Halbfinale gegen die Türkei bereitete er beide Treffer von Bastian Schweinsteiger vor. Von der Expertenkommission der UEFA wurde er einen Tag nach der Endspielniederlage gegen Spanien in das All-Star-Team der EM 2008 gewählt.
2008/09 spielte er wieder in neun der zehn Qualifikationsspiele für das folgende Großturnier. Zusammen mit den Freundschaftsspielen in dieser Zeit schoss er im Schnitt in jedem zweiten Länderspiel ein Tor. Am 6. September 2008 erzielte Podolski gegen Liechtenstein seinen 30. Nationalmannschaftstreffer. Er war (mit einem damaligen Alter von 23 Jahren und 3 Monaten) der jüngste deutsche Nationalspieler, dem dies gelungen war. Weltweit waren bis dato nur sechs Spieler jünger: Pelé, Sven Rydell, Ronaldo, Sándor Kocsis, Stern John und Ferenc Puskás. Beim WM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Wales am 1. April 2009 in Cardiff lieferte sich Podolski mit Michael Ballack in der 67. Minute der Partie zunächst eine verbale Auseinandersetzung und schlug ihm dann scheinbar ins Gesicht. Zuvor hatte Ballack dem Stürmer lautstark taktische Anweisungen gegeben. Die vermeintliche Tätlichkeit blieb seitens des DFB und der FIFA ohne Sanktionen, Podolski spendete jedoch freiwillig 5000 Euro an eine Fair-play-Aktion des DFB.<ref>Podolskis Ohrfeige bleibt ohne Folgen. In: stern.de, 3. April 2009.</ref>
Am 6. Mai 2010 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw in den Kader für die WM 2010 berufen. Dort erzielte er im ersten Gruppenspiel das erste Tor, verschoss aber im zweiten Spiel gegen Serbien als dritter deutscher Nationalspieler nach Uli Hoeneß 1974 und Uli Stielike 1982 einen Elfmeter bei einer Weltmeisterschaft.<ref>Peter Ahrens: WM-Flop gegen Serbien. Podolski und Klose vermiesen Deutschland das Fußball-Fest. In: Spiegel online. 18. Juni 2010.</ref> Im Achtelfinale dagegen schoss er das 2:0 gegen England (Endstand: 4:1). Nach der Halbfinalniederlage gegen den späteren Weltmeister Spanien setzte er im Spiel um Platz 3 aus: Es war das erste WM-Spiel, das er seit seiner ersten Nominierung verpasste.
In der Qualifikation für die Europameisterschaft 2012 trat er erneut neunmal für Deutschland an, hatte mit drei Treffern aber seine bis dahin schlechteste Torquote. Aber es wurden alle neun Spiele gewonnen. Podolski wurde danach für den Kader der EM 2012 nominiert und stand im ersten Spiel wieder in der Startelf. Bei der Vorrundenbegegnung gegen Dänemark (2:1) am 17. Juni absolvierte er im Alter von 27 Jahren und 13 Tagen sein 100. Länderspiel. Er löste damit Franz Beckenbauer als jüngsten deutschen „Hunderter“ ab und war europaweit bis zum 22. März 2013 der jüngste Spieler, der diese Zahl an Länderspieleinsätzen erreicht hatte.<ref>Stefan Hermanns, Michael Rosentritt: „Ein Traum – und ein gewisser Stolz“. In: Tagesspiegel online. 17. Juni 2012, abgerufen am 17. Juni 2012.</ref> (Am 22. März 2013 wurde er von Sergio Ramos als jüngster europäischer „Hunderter“ abgelöst.<ref>uefa.com: Ramos bestreitet 100. Länderspiel</ref>) In dem Spiel erzielte er sein 44. Länderspieltor zur 1:0-Führung. Darüber hinaus wurde er anschließend von der UEFA zum „Man of the Match“ gewählt. Im Viertelfinale wählte Trainer Joachim Löw dann auf der linken Angriffsseite eine neue Formation mit Marco Reus aus und Podolski musste aussetzen. Im Halbfinale kehrte er in die Startaufstellung zurück, wurde aber nach einem 0:2-Rückstand in der Halbzeit gegen Reus ausgewechselt, das Turnieraus konnte jedoch nicht mehr abgewendet werden.
Beim 4:2-Sieg im Freundschaftsspiel gegen Ecuador am 29. Mai 2013 in Boca Raton stellte Podolski nach nur neun Sekunden mit seinem ersten von zwei Toren einen neuen Rekord (seit Beginn der Zeitmessung im Fußball) auf für den zu dem Zeitpunkt am schnellsten erzielten Treffer bei einem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref> Damit erzielte er das bisher zweitschnellste Länderspieltor im internationalen Vergleich hinter dem San-Marineser Davide Gualtieri, der 1993 gegen England 8,3 Sekunden benötigt hatte. Am 24. März 2024 wurde Podolskis Rekord von Florian Wirtz mit seinem ersten Länderspieltor beim 2:0-Sieg im Freundschaftsspiel gegen Frankreich um eine Sekunde unterboten. Wenige Stunden zuvor hatte aber der Österreicher Christoph Baumgartner bereits nach sieben Sekunden ein Tor beim Spiel gegen die Slowakei erzielt.<ref>kicker.de: „Schnellstes Länderspieltor: Wirtz schreibt gegen Frankreich DFB-Geschichte“</ref>
Am 8. Mai 2014 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw in den vorläufigen Kader der WM 2014 in Brasilien berufen. Er kam bei zwei Vorrunden-Spielen zum Einsatz, insgesamt 53 Minuten.<ref>SID: DFB-WM-Statistik: Drei Spieler 690 Minuten dabei. In: ran.de, 14. Juli 2014.</ref> Am 13. Juli wurde er mit der Nationalmannschaft Weltmeister.
Podolski hat – insbesondere mit seinem stärkeren linken Fuß – einen äußerst wuchtigen Torschuss und einen direkten und schnörkellosen Stil,<ref name="Schnell">Markus Völker: Schnell, schnell, schnell. In: taz. 11. Oktober 2012.</ref> mit dem er häufig zielgerichtete Vorlagen gibt und punktgenaue Tore aus großer Distanz erzielt. Er gilt daher auch als guter Freistoßschütze. Früher noch im Sturmduo mit Miroslav Klose eingesetzt, spielte er in der Nationalmannschaft meist auf der linken Seite als hängende Spitze, konnte aber auch im Sturmzentrum spielen, wie über weite Strecken beim 1. FC Köln. Beim FC Arsenal kam er vor allem als Spielmacher hinter der Spitze zum Einsatz, dort variierte er häufig die verschiedenen Offensivpositionen.<ref name="Schnell" />
Torschütze des Monats: (Rekordhalter) Januar 2004, Mai 2004, Oktober 2004, Januar 2005, März 2005, Juni 2005, September 2005, April 2006, Juli 2008, Februar 2011, Juli 2016 (mit Dirk Nowitzki), März 2017, November 2022
Am 20. Mai 2013 fand in Köln das Benefizspiel „Lukas & Friends vs. Per & Friends“ statt. Die Einnahmen von 100.000 Euro gingen zu gleichen Teilen an die Lukas-Podolski- und an die Per-Mertesacker-Stiftung, die sich ebenfalls für benachteiligte Kinder einsetzt.
Zugunsten diverser Kinderhilfsorganisationen und -aktionen versteigerte Podolski mehrmals persönliche Gegenstände wie Trikots oder einen gemeinsamen Nachmittag in seiner Eisdiele auf der Charity-Auktionsplattform United Charity.<ref>Lukas Podolskis Auktionen bei United Charity, United Charity, abgerufen am 12. April 2018.</ref>
Seit 2014 ist Podolski Inhaber des eigenen ModelabelsLP STRASSENKICKER, über das eigens für ihn entworfene Freizeit- und Sportbekleidung vertrieben wird. Neben weltweitem Onlinehandel unterhält das Modelabel einen eigenen Flagshipstore auf dem Kölner Alter Markt.
Im Köln-Mülheimer Areal Carlswerk betreibt Podolski die „Straßenkicker Base“ mit einer Zweigstelle seines Dönerimbiss, einem Bekleidungsgeschäft, einer Sportsbar und einer Fußballhalle mit insgesamt sieben Kleinspielfeldern.<ref>Columbus Interactive GmbH www.columbus-interactive.de: Prominenter Mieter: Lukas Podolski eröffnet Fußballhalle im Carlswerk - Carlswerk. Abgerufen am 6. Dezember 2021.</ref>
Ende Juni 2021 gab die RTL-Gruppe eine Zusammenarbeit mit Podolski bekannt. Er soll in diversen Unterhaltungsshows sowie im Sport-Bereich mitwirken.<ref>Fußball-Star Lukas Podolski ist Supertalent-Juror!, rtl.de, 29. Juni 2021, abgerufen am 29. Juni 2021.</ref> Zudem war vorgesehen, dass er ab der 15. Staffel der Jury von Das Supertalent angehören wird. Aufgrund eines positiv ausgefallenen Corona-Tests nach dem ersten Drehtag wurde er für die restlichen Aufzeichnungen durch die Ehrlich Brothers ersetzt. Am 20. November 2021 trat er in der Sendung Bin ich schlauer als Lukas Podolski? an, um sich in einem Logik- und Klugheitstest mit Deutschland und einigen Gast-Promis zu messen. Im September 2022 trat er bei Denn sie wissen nicht, was passiert auf.
Sonstiges
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Sein Ausspruch „So ist Fußball, manchmal gewinnt der Bessere!“ wurde bei der Verleihung des Deutschen Fußball-Kulturpreises 2006 als „Fußballspruch des Jahres“ ausgezeichnet.
Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 entstand der Kurzfilm Poldis Engel, ein offizieller Kulturbeitrag der Stadt Köln für Public Viewings. Die drei weiblichen Hauptfiguren sind Podolski-Fans, mit dessen Spitznamen der Filmtitel spielt.
Wegen einer Satire des Radiosenders 1 Live gab Podolski während der ersten zwei Wochen der WM 2006 für die Radiosender der ARD keine Interviews. Der Radiosender hatte in der Satire „Das WM-Tagebuch von Lukas Podolski“ den Nationalspieler parodiert. Die Serie des SatirikersJan Böhmermann wurde trotz einer Unterlassungsklage entschärft als „Lukas’ Tagebuch“ fortgesetzt. Podolskis Rechtsvertreter zogen die Klage in der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht München I schließlich zurück.<ref>DWDL.de: Lukas Podolski zieht Klage gegen WDR zurück (abgerufen am 26. März 2014)</ref> Von Böhmermann stammt der Ausspruch „Fußball ist wie Schach – nur ohne Würfel!“, den mehrere Medien fälschlicherweise Podolski zugeschrieben haben.<ref>Stefan Niggemeier: Seite 2: Ein Pingpong-Spiel voller selbstreferenzieller Anspielungen. Süddeutsche Zeitung Magazin, 21. März 2014, S. 49.</ref>
Podolski schmückte bisher dreimal das Cover der Spieleserie FIFA als Werbefigur.
Am 1. Juni 2012 veröffentlichte er mit der Kölner Rockband Brings eine EM-Version des Liedes Halleluja.
Um die Fußballjugend der Stadt Bergheim zu fördern, spendete Podolski 160.000 Euro für die neue Kunstrasenanlage des Stadions Süd-West. Zudem stiftete er einen neuen Rollrasen für den Naturrasenplatz. Die Stadt benannte daraufhin das Bergheimer Stadion in Lukas-Podolski-Sportpark um.<ref>Dietmar Fratz: „Lukas ist ein Glücksfall“. Kölnische Rundschau, 8. November 2010, abgerufen am 26. April 2017.</ref>
Seit August 2013 wird Podolski von Nassim Touihiri von Fair Play Career Management beraten. Zuvor war er zwölf Jahre lang bei Kon Schramm von Player Management Come&Play.<ref>ksta.de Beraterwechsel: Podolski lässt Kon Schramm fallen</ref>
Der Satiriker Klaus Hansen veröffentlichte die Poldi-Dialoge, geschickt auf Podolski zugeschnittene Zwiegespräche zu diversen Fußballfragen und -antworten.<ref>Simon Lorenz: „Im dadaistischen Dialog mit Podolski“. Kölner StadtAnzeiger, 19. Dezember 2012, abgerufen am 1. Januar 2013.</ref>
Podolski hat auch Freude am Basketball. Er unterstützt z. B. den Basketballverein RheinStars Köln und ist auch Gesellschafter des Vereins.<ref>ksta.de</ref>
Am 8. August 2015 war er als Kandidat in der ProSieben-Show Schlag den Star zu sehen, in der er gegen Moderator Elton antrat und gewann. Die Sendung war einige Wochen vorher aufgezeichnet worden.
Podolski war am 16. Dezember 2015 der letzte „Nippel“ in der Abschlusssendung von Stefan RaabsLate-Night-ShowTV total. Der „Nippel“ zeigt den Ausschnitt eines Grußvideos, welches Podolski mit „Kölle Alaaf“ beendet.
Im Dezember 2016 veröffentlichte Podolski zusammen mit dem Rapper Mo-Torres und der Band Cat Ballou das Lied „Liebe deine Stadt“, das Platz 26 der deutschen Musikcharts erreichte.<ref name="charts">Mo-Torres, Cat Ballou & Lukas Podolski: Liebe deine Stadt. Offizielle Charts, abgerufen am 10. Dezember 2016.</ref>
Im Juni 2023 wurde die Werbepartnerschaft von Lukas Podolski mit dem Panzerspiel World of Tanks Blitz bekannt. So konnten für einen exklusiven Zeitraum virtuelle Belohnungen in Zusammenhang mit dem Fußballspieler freigeschaltet werden, darunter ein Avatar und ein von Podolski unterschriebenes Trikot.<ref>Der beste Spieler der Saison ist Lukas Podolski! | World of Tanks Blitz. Abgerufen am 12. Juni 2023.</ref><ref>WoT Blitz: Lukas Podolski names the best shot of his career. Abgerufen am 12. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Veröffentlichungen
Lukas Podolski: Dranbleiben! Warum Talent nur der Anfang ist. Gabriel Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-522-30381-1.
Andreas Merkel: Dziękuję Poldi! – Eine buchlose Platzbegehung. Voland & Quist, Dresden 2023, ISBN 978-3-86391-369-4.
Klaus Hansen: Poldi-Dialoge – Fiktive Zwiegespräche mit Poldi. Palabros de Cologne, Köln 2012, ISBN 978-3-9813632-4-1.
Thomas Urban: Schwarze Adler, Weiße Adler – Deutsche und polnische Fußballer im Räderwerk der Politik. Die Werkstatt, Göttingen 2011, ISBN 978-3-89533-775-8, S. 158–172.
Frank Huber u. Frederik Meyer: Der Fußballstar als Marke – Determinanten der Markenbildung am Beispiel von Lukas Podolski. Gabler, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-8349-0888-9.
Michael Schophaus, Jörg Schmidt-Terhorst u. Ralph Durry: „Ich mach das Ding rein und fertig!“ – Warum der deutsche Fußball Lukas Podolski braucht. Heyne, München 2006, ISBN 3-453-40477-7.