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Karl Knappe

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Datei:Karl Knappe Skulptur Neue Pfarrkirche St. Martin Moosach Muenchen-1.jpg
Reliefskulptur über dem Hauptportal der Neuen Pfarrkirche St. Martin in Moosach, München.

Karl Knappe (* 11. November 1884 in Kempten; † 20. März 1970 in München) war ein deutscher Bildhauer, der vor allem Werke aus Naturstein schuf.

Leben

Knappe besuchte das Gymnasium in Bamberg. 1902 bis 1904 studierte er an der Kunstgewerbeschule München bei Franz Bernauer und von 1905 bis 1909 bei Balthasar Schmitt an der Akademie der bildenden Künste München. 1910 bis 1911 arbeitete er im Atelier von Georg Wrba in Dresden. 1911 bis 1912 hatte er ein Stipendium für die Villa Massimo in Rom. Ab 1912 lebte und arbeitete Knapp wieder in München. Zwischen 1922 und 1928 arbeitete er am Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs der Stadt München. 1930 wird er an der Technischen Hochschule München zum Professor ernannt, 1933 aber fristlos entlassen.<ref>Dies scheint schlecht belegt zu sein, denn das AKL spricht von „angeblich“.</ref>

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten erhielt Knappe trotz Anfeindungen Aufträge vor allem im sakralen Bereich. Er wurde obligatorisch Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Es ist jedoch lediglich 1934 seine Teilnahme an der Frühjahrsausstellung der Preußischen Akademie der Künste belegt. Werke von Knappe werden 1937 als „entartet“ beschlagnahmt. 1944 und 1945 werden sein Atelier und seine Wohnung von Bomben getroffen.

1948 erhielt er den Förderpreis für Bildende Kunst der Landeshauptstadt München. 1949 wurde er Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste München. Mit seinem Kollegen Josef Oberberger verband ihn eine lebenslange Freundschaft. 1951 wurde er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Für sein künstlerisches Werk wurde ihm 1959 der Bayerische Verdienstorden und 1964 das Große Bundesverdienstkreuz verliehen. 1969 wurde er von der Technischen Hochschule München mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet.

Werk

Den Schwerpunkt von Knappes Werk bildeten plastische Arbeiten in allen Bildhauer-Materialien, vor allem in Stein. Er arbeitete aber auch mit Bronze, Holz, Ziegel, Beton, Glas und stellte zahlreiche Mosaiken her. Er malte, schmiedete Eisen, formte Gips für Betongüsse, schnitt Glas für farbige Fenster, formte Porträts in Ton, modellierte Medaillons in Wachs, bearbeitete Holz mit dem Beil und beherrschte die Techniken der Steinbildhauerei perfekt. Damit war er einer der vielseitigsten Bildhauer seiner Zeit in Süddeutschland. Vielfältig waren auch die Motive, Inhalte und Gedanken seiner Arbeiten. Dabei arbeitete er stark abstrahierend und symbolhaft.

Große Anteile seines Schaffens entfallen auf Reliefs als Bauplastik und auf christliche Sujets. Von 1952 bis 1963 teilte er sich ein Atelier mit der Ordensschwester Bernardine Weber auf dem Gelände des Instituts der Englischen Fräulein.<ref>Sr. Bernardine Weber CJ zum 100. Geburtstag – „Sich dem Werk der Schöpfung und dem Wirken Gottes annähern“. In: congregatiojesu.de. Congregatio Jesu, Mitteleuropäische Provinz, 2019;.</ref>

Von Knappe stammt der Satz, der sein Leben und sein Werk kennzeichnet: „Dass man Bildhauer sein darf, ist eine Gnade im Leben.“

Hagar

Die verschollene Skulptur „Hagar“ (1923) wurde mit zehn weiteren Plastiken anderer Künstler 2010 bei Tiefbauarbeiten für eine neue U-Bahn-Linie bei dem Berliner Skulpturenfund vor dem Roten Rathaus in Berlin gefunden. Sie war im Rahmen der Ausstellung Entartete Kunst von den Nationalsozialisten beschlagnahmt worden. Kurz darauf wurden die Funde im Griechischen Hof des Neuen Museums auf der Berliner Museumsinsel der Öffentlichkeit präsentiert. Im Mai 2013 wurde ein Abguss der „Hagar“ in der Christophoruskirche in Berlin-Siemensstadt aufgestellt.<ref>Christine Pohl: Hagar-Skulptur. In: ev-gemeinde-siemensstadt.de. Evangelische Kirchengemeinde Siemensstadt, 16. April 2017;.</ref>

Werke im öffentlichen Raum

Arbeiten in Stein

Weitere Arbeiten

  • Bronze:
    • Bettler
  • Malerei:
    • Betrayal
  • Ziegelschnittreliefs:
  • Grabsteine:
    • Heidelberg: Reichspräsident Friedrich Ebert (kubischer Block mit Adlermotiv), auf dem Bergfriedhof
    • München:
      • Grabstein „Butz“, Stele mit Relief „Totentanz“, Nordfriedhof, Sektion 54
      • Grabstein für seine Familie, Dreiteilige Gruppe mit Relief „Engel mit kniender Frau“, Nordfriedhof, Sektion 57
      • „Mollgräber“, Gruppe aus 6 liegenden Diabassteinen, Waldfriedhof, Sektion 146
      • Grabstein „Konrad Weiß“, Waldfriedhof, Sektion 95
Datei:Heilbronn Ehrenhalle 20060611.jpg
Ehrenhalle in Heilbronn, Wandmosaikarbeit von Karl Knappe
Datei:Gedenkraum im Neuen Rathaus München.JPG
Gedenkraum
Neues Münchner Rathaus

Schriften

  • Helmut Beck (Hrsg.): Das Gesetz heißt Wand - der Ausweg Plastik. Gedanken zur Kunst unserer Zeit. Stuttgart: Stuttgarter Verlag 1950.
  • „Daß man Bildhauer sein darf, ist eine Gnade im Leben“. Briefe an einen Bildhauer. Hrsg. von der Steinfachschule Wunsiedel, Wunsiedel: Beer 1973.

Weblinks

Commons: Karl Knappe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Knappe, Karl. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 3: K–P. E. A. Seemann, Leipzig 1956, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
  • Susanna Partsch: Karl Knappe. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 80, De Gruyter, Berlin 2014, ISBN 978-3-11-023185-4, S. 533 f.
  • Otto Fischer: Karl Knappe. Augsburg: Filser, 1929.
  • Christian Tümpel (Hrsg.): Deutsche Bildhauer 1900-1945. Entartet. Langewiesche, Königstein im Taunus 1992, ISBN 3-7845-7180-8.
  • Knappe, Karl. In: Oberste Baubehörde München (Hrsg.): Bildwerk Bauwerk Kunstwerk – 30 Jahre Kunst und Staatliches Bauen in Bayern. Bruckmann, München 1990, ISBN 3-7654-2308-4, S. 154, 156–157, 242–243.

Einzelnachweise

<references />

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