Huckarde
Huckarde Stadt Dortmund
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(16835)&title=Huckarde 51° 32′ N, 7° 25′ O
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| Höhe: | ca. 72 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 6,42 km² | |||||
| Einwohner: | 16.835 (31. Dez. 2024)<ref>
Bevölkerungszahlen in den statistischen Bezirken am 31.12.2024 (im 5er-Rundungsverfahren) (PDF; 135 kB)</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 2.621 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 10. Juni 1914 | |||||
| Postleitzahl: | 44369 | |||||
| Vorwahl: | 0231 | |||||
| Statistischer Bezirk: | 82 | |||||
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Bild:Dortmund Statistischer Bezirk Huckarde.svg|rahmenlos|268x335px|zentriert|Karte poly 606 427 680 408 731 420 777 421 792 420 796 449 790 463 799 470 800 483 812 488 822 527 767 583 763 566 757 557 735 538 696 564 658 574 657 595 645 605 632 608 616 588 608 557 596 551 590 531 603 524 608 515 625 506 612 479 603 485 598 476 599 449 Stadtbezirk Aplerbeck poly 566 334 699 250 711 266 709 297 752 295 761 275 789 265 815 242 829 247 871 237 886 247 870 263 894 326 878 356 849 366 803 401 783 404 770 412 693 394 608 410 595 373 585 379 573 350 Stadtbezirk Brackel poly 372 103 396 110 408 100 427 97 454 81 475 69 514 59 527 59 534 77 534 88 535 101 515 96 501 114 517 126 530 153 533 169 518 179 514 185 525 190 525 219 495 240 492 253 470 266 443 268 421 276 421 266 396 268 382 260 373 253 382 211 355 129 340 120 370 106 Stadtbezirk Eving poly 282 472 343 459 362 463 372 472 372 482 392 491 404 499 412 505 431 511 451 504 456 515 472 527 457 530 459 550 466 561 470 574 483 577 493 611 488 629 501 651 502 670 493 693 443 716 434 706 410 708 388 713 375 708 340 718 331 690 342 676 323 664 313 640 298 629 279 611 269 619 252 603 265 588 252 580 259 553 243 543 256 528 282 518 282 473 Stadtbezirk Hombruch poly 462 495 499 483 517 492 530 465 533 454 550 463 563 454 580 457 585 482 593 495 601 498 582 502 576 515 577 533 580 557 593 569 608 593 621 621 654 622 667 631 634 654 619 715 601 702 569 722 560 742 548 758 543 763 553 773 554 784 535 787 522 793 506 784 450 789 465 725 506 705 514 670 511 635 505 632 506 605 492 564 480 546 489 527 465 502 Stadtbezirk Hörde poly 179 307 198 310 230 294 245 294 260 271 302 242 330 234 326 208 344 214 360 217 359 294 331 298 318 307 333 343 311 334 295 346 295 359 288 360 276 359 247 369 239 365 217 369 179 402 169 365 162 343 181 330 Stadtbezirk Huckarde poly 372 276 382 279 399 284 407 281 424 294 446 282 457 282 476 281 504 265 505 249 528 234 553 234 557 279 572 289 569 305 566 313 506 346 498 350 478 352 462 353 440 363 431 353 389 363 347 314 369 302 Stadtbezirk Innenstadt-Nord poly 473 372 512 366 553 340 567 378 561 402 588 388 593 418 589 447 556 431 547 444 518 440 514 456 515 472 496 466 459 476 437 496 440 476 433 425 476 414 Stadtbezirk Innenstadt-Ost poly 340 323 365 362 385 381 420 370 441 372 463 369 463 402 431 411 423 420 423 492 405 491 398 478 382 472 382 456 370 450 340 446 279 463 276 456 278 449 272 431 260 431 258 418 269 404 279 391 272 378 288 375 302 373 318 373 314 359 328 357 344 357 349 349 Stadtbezirk Innenstadt-West poly 145 350 155 363 161 392 168 401 166 423 190 420 190 410 219 381 239 382 245 395 265 383 263 395 240 411 250 440 265 450 263 459 276 466 273 508 259 512 245 515 239 530 227 533 210 537 207 509 174 522 149 502 137 509 129 506 123 504 130 478 120 460 91 456 84 472 77 483 74 463 58 463 61 453 74 440 61 418 43 421 30 424 27 407 26 381 42 359 74 355 94 366 Stadtbezirk Lütgendortmund poly 195 96 207 67 250 81 269 77 272 48 313 39 323 29 333 42 328 54 310 81 350 96 340 107 323 110 314 123 336 136 365 200 313 190 323 224 246 256 240 273 229 284 208 292 166 288 155 269 149 272 143 253 158 227 171 211 152 179 158 162 139 130 129 133 120 119 152 97 181 100 Stadtbezirk Mengede poly 583 301 718 217 731 229 713 243 729 263 728 281 748 279 755 262 786 247 809 229 805 207 816 174 780 169 777 153 771 139 789 123 773 100 750 98 712 90 700 82 669 94 612 117 530 113 550 142 554 174 535 190 537 217 559 216 583 226 572 243 Stadtbezirk Scharnhorst desc unten links</imagemap>Lage von Huckarde in Dortmund
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Huckarde ist ein Stadtteil im gleichnamigen Stadtbezirk im Westen von Dortmund. Er liegt am Zusammenfluss von Emscher und Roßbach und grenzt direkt an die beiden Innenstadtbezirke Innenstadt-West und Innenstadt-Nord. Mit einer Fläche von rund 6,4 km² ist er einer der größten Stadtteile und zählt mit einer Bevölkerungszahl von rd. 17.000 Einwohnern zu den durchschnittlich dicht besiedelten.
Das Stadtbild wird heute rund um das ursprüngliche Dorf Huckarde mitsamt der St.-Urbanus-Kirche von einigen Fachwerkhäusern, Gebäuden der Gründerzeit und Häusern aus den 1950er und 1960er Jahren geprägt.
Der Stadtbezirk ist mit dem Gelände der Kokerei Hansa und dem Deusenberg im Zusammenspiel mit dem Unionviertel einer der drei Hauptstandorte der Internationale Gartenausstellung 2027.<ref>Konzept IGA 2027. Abgerufen am 3. Mai 2019.</ref> Es zielt also sowohl auf Privatpersonen als auch auf ganze Quartiere oder Stadtteile ab.
Geschichte
Erste Besiedlungen konnten in Huckarde, nahe der heutigen Oberfeldstraße, bis in die Zeit um Christi Geburt nachgewiesen werden. Archäologische Funde belegen, dass die Gegend bereits vor 1000 v. Chr. in der Bronzezeit dicht besiedelt gewesen ist. Der Name geht dabei auf das altsächsische Ursprungswort „hucretha“ zurück, was übersetzt „Hügel im Sumpf“ bedeutet. Die ersten Siedler haben sich aller Voraussicht nach an einer kleinen Anhöhe niedergelassen, die nah an der unterschiedlichen Fließgewässern lag.
Mittelalter
Um 800 n. Chr. unterlag das Land sächsischer Herrschaft, wobei das „hucrethe“ als das Land, wo der Rossbach in die Emscher mündet, zum Hofverband des sächsischen Edelings Ecbert gehörte. Nach der Enteignung sämtlicher sächsischer Besitzungen durch die Franken unter Karl dem Großen – in dieser Zeit fiel auch die Christianisierung des Gebiets – wurde dem Reichshof „Hukretha“ die Sicherung des Hellwegs übertragen.
In einer Urkunde des Stiftes Essen wird erwähnt, dass Hukretha um das Jahr 860 in den Besitz von Altfrid, Bischof von Hildesheim und Gründer des Stiftes, überging. Von dieser Zeit bis zur Säkularisation und Auflösung des Stifts im Jahr 1803 bildete die Herrschaft Huckarde, zu der auch das benachbarte Dorstfeld gehörte, eine Essener Exklave an der Grenze zwischen der Grafschaft Mark und der Grafschaft Dortmund. Im 13. Jahrhundert erfolgte auch die erste Nennung des adeligen Hauses Huckarde. Im Jahr 1214 mit Adolphus de Hukirde und 1334 mit Bernhardus Longus de Hukerde.<ref>Michael Flöer: Die Ortsnamen der Stadt Dortmund und der Stadt Hagen (= Westfälisches Ortsnamenbuch, Band 16). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2021, ISBN 978-3-7395-1316-4, S. 144.</ref> Das Adelshaus lag südlich der Roßbachstraße, unmittelbar am Ufer des Rossbaches und wurde schon 1793 abgerissen. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts begannen die Huckarder, eine erste Kirche zu bauen.
Während der Großen Dortmunder Fehde 1388 und 1389 waren das ländlich geprägte Huckarde und Dorstfeld aufgrund ihrer Nähe zur Stadt Dortmund Hauptstandorte von festen Lagern zur Belagerung der Freien Reichsstadt. Johann Ovelacker war 1396 Schulte in Huckarde und wurde ab 1415 vom Stift Essen zum obersten Schulten und Verwalter des Amtshofes Huckarde bestellt.<ref>J. F. J. Sommer: Handbuch über die ältern und neuern bäuerlichen Rechtsverhältnisse in den ehemals großherzoglich-bergischen, königlich-westphälischen und [...], Hamm 1830, S. 242.</ref>
Frühe Neuzeit
Während die Dortmunder im Zuge der Reformation im Jahrzehnt von 1562 bis 1572 zumeist protestantisch wurden, konnte Huckarde sich als katholisch behaupten. 1624 erhielt die Kirche volle Pfarrrechte.
In der Frühen Neuzeit war Huckarde einer der Wohnorte jüdischer Familien, die sich als Händler an Markttagen und in Geschäftsangelegenheit tagsüber in Dortmund aufhalten, jedoch nicht dort wohnen durften, sondern die Stadt verlassen und nach Huckarde zurückkehren mussten, bevor abends die Dortmunder Stadttore schlossen.<ref>Bernhard Brilling: Geschichte des Judentums in Westfalen. In: Hans Chanoch Meyer, Wilhelm Michaelis, Franz Lorenz (Hrsg.): Ernte der Synagoga Recklinghausen. Zeugnisse jüdischer Geistigkeit. Ner-Tamid-Verlag, Frankfurt am Main 1962, S. 117–131, hier S. 121.</ref>
19. und 20. Jahrhundert
1808 wurde Huckarde dem Großherzogtum Berg zugeschlagen, Dortmund wurde zur Hauptstadt des Département Ruhr. Infolge der Befreiungskriege kam Huckarde 1813 vorläufig zu Preußen; der Wiener Kongress bestätigte dies 1815.
Beim Bau eines Brunnens wurde im Jahr 1810 in dem bis dahin rein landwirtschaftlich geprägten Stadtteil erstmals Steinkohle gefunden. Mit der Gründung der Zeche Hansa im Jahr 1855 begann auch in Huckarde das Industriezeitalter. Seit 1878 ist der Ort an die Emschertalbahn angebunden. 1908 erhielt Huckarde einen repräsentativen Personenbahnhof.
Am 10. Juni 1914 wurde die Gemeinde in die Stadt Dortmund eingegliedert. Zwei Jahre später am 15. April 1916 nahm die Straßenbahnlinie zwischen Huckarde und der Innenstadt bis Hafenbahnhof den Betrieb auf und wurde wenige Monate später bis zur Dorfmitte verlängert. Im Frühjahr 1928 nahm die Zentralkokerei der Dortmunder Union - Kokerei Hansa ihren Betrieb auf. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kokerei und Huckarde durch mehrere Großangriffe nahezu vollständig zerstört und am 7. April 1945 durch die US-Amerikaner eingenommen.<ref></ref>
In den 1950er Jahren wuchs Huckarde deutlich durch Flüchtlingsströme und dem allgemeinen Wirtschaftsaufschwung. Im Westen entlang des Rahmer Wald entstand mit der St. Barbara- und Erpinghofsiedlung inklusive eines Gemeindezentrums ein neuer Stadtteil im Stil der Nachkriegsmoderne.
Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | 1987 | 2003 | 2008 | 2013 | 2016 | 2018 | 2020 | 2022 | 2023 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 15.188 | 16.931 | 16.786 | 16.686 | 17.071 | 17.084 | 16.880 | 16.818 | 16.830 | 16.825 |
Statistik
Am 31. Dezember 2024 lebten 16.825 Einwohner in Huckarde (mit Wischlingen).
Strukturdaten der Bevölkerung Huckardes (mit Wischlingen):
- Bevölkerungsanteil der unter 18-Jährigen: 17,9 % [Dortmunder Durchschnitt: 16,2 % (2018)]<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bevölkerungsanteil der unter 18-Jährigen Statistikatlas 2019 ( des Vorlage:IconExternal vom 26. Juni 2021 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 9,1 MB)</ref>
- Bevölkerungsanteil der mindestens 65-Jährigen: 17,9 % [Dortmunder Durchschnitt: 20,2 % (2018)]<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bevölkerungsanteil der mindestens 65-Jährigen Statistikatlas 2019 ( des Vorlage:IconExternal vom 26. Juni 2021 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 9,1 MB)</ref>
- Ausländeranteil: 22,7 % [Dortmunder Durchschnitt: 22,3 % (2024)]<ref>Staatsangehörigkeiten in den statistischen Bezirken am 31. Dezember 2024 (PDF; 135 kB)</ref>
- Arbeitslosenquote: 12,8 % [Dortmunder Durchschnitt: 11,0 % (2017)]<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Arbeitslosenquoten nach statistischen Bezirken am 30. Juni 2017 ( des Vorlage:IconExternal vom 25. Juni 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF-Datei)</ref>
Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche St. Urbanus
Die Kirche St. Urbanus wurde 1272 erstmals erwähnt, und zwar als eine Marienkirche. Sie gehörte sie bis zu dessen Säkularisation 1802 dem Damenstift Essen. 1719 wird ihr heutiges Patrozinium, St. Urbanus, erstmals urkundlich genannt. Der Bau erfolgte während des Übergangs von der Romanik zur Gotik, Mitte des 13. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit sind nur der Turm, eine Glocke und das Langhaus erhalten. Der spätgotische Chor aus dem 15. Jahrhundert wurde 1897 abgebrochen. An seiner Stelle wurde die Kirche bis 1899 nach Plänen des königlichen Baurates Arnold Spanke durch einen großen, neuromanischen Neubau nach Osten erweitert. Dieser wurde im Jahre 1906 ausgemalt. Im Innenraum sind die Kanzel, die bei den Sanierungsarbeiten in den Jahren 2003 bis 2005 rekonstruierten Malereien sowie drei Replikate historischer Holzskulpturen zu besichtigen.<ref>Michael Ortwald: Geschichte. Abgerufen am 9. Oktober 2024.</ref>
Wittum um die Pfarrkirche
Im Dorfkern Huckarde, finden sich zahlreiche Baudenkmäler, die meisten davon rund um die Pfarrkirche. Dieses historische Gebäudeensemble, Wittum, Widum oder Widem genannt, besteht heute aus sechs Fachwerkbauten. Der Begriff bezeichnet neben anderen Bedeutungen kirchenrechtlich das Kirchengut, das meist vom Geistlichen zu seinem Unterhalt bewirtschaftet werden konnte. So stehen die Häuser nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich im Bezug zur Kirche in ihrem Zentrum. Es handelt sich überwiegend um zweigeschossige Wohnhäuser, die mehrheitlich aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen. Dieses schon seit dem Mittelalter bestehende Gebäudeensemble spiegelt einen Eindruck vom ursprünglichen Siedlungskern des alten Huckarde wider.
Domschänke und Dieckhof
Ein weiteres Gebäude am Kirchplatz ist die sogenannte „Domschänke“. Das Gebäude stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Allerdings war der Platz schon 1790 bebaut. Die Familie Straeter errichtete damals hier eine kleine Brauerei mit Ausschank. Gegenüber befindet sich der „Hoppsche Kotten“, die Geschichte des Hauses lässt sich bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts zurückverfolgen. Bis zur Säkularisation nach 1803 gehörte es dem Dortmunder Katharinenkloster und diente höchstwahrscheinlich als Wirtschaftshof für die nördlich der Kirche gelegene ‚Kluse’ (jetzt: Kirchplatz 1). Seit ca. 1640 ist die Familie Hoppe als Bewirtschafterin nachgewiesen, die den Hof bis 1992 bewohnte und ihm seinen Namen gab.
Der Dieckhof, auch Dychuve genannt, findet bereits um 1500 urkundliche Erwähnung. Von der einstigen Größe und Bedeutung des Hofes über Jahrhunderte hinweg zeugen zahlreiche Urkunden über Landkäufe und -verkäufe sowie Landzupachtungen unterschiedlicher Arten, unter anderem erwarb man Land von der berühmten Dortmunder Patrizierfamilie Berswordt. Theodor Heinrich Dieckhöfer wurde vom Landrat als vermögend bezeichnet. Im Jahre 1813 fiel sein Hofgebäude einem Feuer zum Opfer. Unmittelbar danach wurde das heutige Wohnhaus erstellt. Es ist als letztes großes, altes Bauernhaus in Fachwerk im Ortsbild zu sehen. Es handelt sich um ein mächtiges, zweigeschossiges Fachwerkhaus mit ausgebautem Dachgeschoss. Der Wirtschaftsteil ist in Ankerbalkenkonstruktion errichtet. Als die Bedeutung der Landwirtschaft zugunsten der Schwerindustrie abnahm, baute Ignaz Dieckhöfer nach 1900 die Hofgebäude einschließlich des alten Bauernhauses in Fachwerk zu Wohnungen um.
Kokerei Hansa
In Huckarde findet sich das Industriedenkmal Kokerei Hansa. Sie ist ein Architektur- und Industriedenkmal in Dortmund-Huckarde. Sie entstand in den Jahren 1927 bis 1928 als Großkokerei infolge von Rationalisierungsmaßnahmen und löste die abgewirtschafteten kleinen Kokereien der Zechen Hansa, Westhausen und Germania im Dortmunder Nordwesten ab. Hansa ist Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur. Im Zuge der IGA 2027 soll diese in den Zukunftsgarten Emscher nordwärts integriert werden, welcher von Dorstfeld bis Nette führen und neben Fuß- sowie Radwegen auch (touristisch) durch historische Straßenbahnen des Nahverkehrsmuseums Bahnhof Mooskamp über die Trasse der Hansabahn verbunden werden soll.
Es sind weiterhin noch einige Bauten der Zeche Hansa, unter anderem ein Förderturm und das heutige Kulturzentrum Alte Schmiede, vorhanden. Dort angesiedelt ist ebenfalls das BINARIUM. Deutsches Museum der digitalen Kultur, ein Museum mit einer großen Ausstellung von Videospielkonsolen.
Bildung
Huckarde verfügt über drei Grundschulen und eine Gesamtschule:
- Urbanus Grundschule
- Hansa Grundschule
- Gilden Grundschule
- Gustav-Heinemann Gesamtschule
Verkehr
Über den Bahnhof Dortmund-Huckarde Nord ist Huckarde durch die Linie RB43 (Emschertalbahn) im Regionalverkehr angebunden. Darüber hinaus erhielt Huckarde mit der Einführung der S-Bahn Rhein-Ruhr auch den Haltepunkt Dortmund-Huckarde im Westen des Stadtteils. Dieser wird von der Linie S2 bedient, welche im 30-Minuten-Takt von Dortmund Hbf über Herne alternierend nach Recklinghausen oder Gelsenkirchen–Essen verkehrt. Das Angebot wird in der Hauptverkehrszeit bis Dortmund-Mengede auf einen 15-Minuten-Rhythmus verdichtet. Die Stadtbahnlinie U47 führt über den Hafen und den Hauptbahnhof zum Osten der Stadt.
| Linie | Verlauf | Takt |
|---|---|---|
| RB 43 | Emschertal-Bahn: Dorsten – Feldhausen – Gladbeck-Zweckel – Gladbeck Ost – Gelsenkirchen-Buer Süd – Gelsenkirchen Zoo – Herne-Wanne-Eickel Hbf – Herne – Herne-Börnig – Castrop-Rauxel Süd – Castrop-Rauxel-Merklinde – Dortmund-Bövinghausen – Dortmund-Lütgendortmund Nord – Dortmund-Marten – Dortmund-Rahm – Dortmund-Huckarde Nord – Dortmund Hbf Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2021 |
60 min |
Über die Anschlussstelle Dortmund-Hafen der Bundesautobahn 45 ist Huckarde mit dem Bundesfernstraßennetz verbunden.
Literatur
- August Wittkamp: 1100 Jahre Huckarde. Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark, Bd. LVI. Dortmund 1960.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Aplerbeck:
Aplerbeck (mit Aplerbecker Mark) |
Berghofen (mit Berghofer Mark) |
Schüren |
Sölde |
Sölderholz (mit Lichtendorf)
Brackel:
Asseln |
Brackel (mit Neuasseln) |
Wambel |
Wickede
Eving:
Brechten |
Eving (mit Kemminghausen) |
Holthausen |
Lindenhorst
Hombruch:
Barop (mit Schönau) |
Bittermark |
Brünninghausen (mit Renninghausen) |
Eichlinghofen (mit Salingen) |
Hombruch |
Kirchhörde-Löttringhausen (mit Großholthausen, Kirchhörde, Kleinholthausen, Löttringhausen und Schanze) |
Menglinghausen |
Persebeck-Kruckel-Schnee (mit Kruckel, Persebeck und Schnee) |
Rombergpark-Lücklemberg (mit Lücklemberg)
Hörde:
Benninghofen (mit Loh) |
Hacheney |
Holzen (mit Höchsten) |
Hörde (mit Clarenberg) |
Syburg (mit Buchholz) |
Wellinghofen (mit Niederhofen) |
Wichlinghofen
Huckarde:
Deusen |
Huckarde (mit Wischlingen) |
Jungferntal-Rahm (mit Jungferntal und Rahm) |
Kirchlinde (mit Hangeney)
Innenstadt-Nord:
Borsigplatz |
Hafen |
Nordmarkt
Innenstadt-Ost:
Kaiserbrunnen (mit Körne) |
Ruhrallee |
Westfalendamm (mit Gartenstadt)
Innenstadt-West:
City |
Dorstfeld |
Dorstfelder Brücke |
Westfalenhalle (mit Kreuzviertel)
Lütgendortmund:
Bövinghausen |
Kley |
Lütgendortmund (mit Holte-Kreta und Somborn) |
Marten |
Oespel |
Westrich (mit Dellwig)
Mengede:
Bodelschwingh |
Mengede (mit Brüninghausen) |
Nette |
Oestrich |
Schwieringhausen (mit Ellinghausen und Groppenbruch) |
Westerfilde
Scharnhorst:
Alt-Scharnhorst |
Derne |
Hostedde (mit Grevel) |
Kirchderne |
Kurl-Husen (mit Fleier, Husen und Kurl) |
Lanstrop |
Scharnhorst-Ost
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- Statistischer Bezirk von Dortmund
- Ehemalige Gemeinde (Dortmund)
- Ersterwähnung 860
- Gemeindeauflösung 1914