Hansabahn Dortmund HHW 6141
Die Hansabahn ist eine regelspurige, eingleisige Schienenverkehrstrasse in Dortmund, die heutzutage ausschließlich für Rundfahrten des anliegenden Nahverkehrsmuseums genutzt wird. Sie verband einst den Dortmunder Stadthafen (westlich des Dortmund-Ems-Kanals) ringförmig im Uhrzeigersinn mit dem Dortmunder Hardenberghafen (östlich des Kanals).<ref>siehe Karte/Luftbild von Dortmund beim Regionalverband Ruhr in Essen bzw. bei der Stadt Dortmund</ref> Sie ist Teil der ehemals umfangreichen Werkbahntrassen der ehemaligen Hoesch AG und trägt daher das Namenskürzel HHW vor der jeweiligen Gleisnummer.
Verlauf
Die Werkbahntrasse zweigt als Gleis HHW 6.5.40 an der Westfaliastraße im Dortmunder Stadthafen vom Durchgangsgleis der Dortmunder Eisenbahn, die von Captrain Deutschland betrieben wird, ab. Dabei steht die erste Nummer für den Werksteil 6 (Union) und die zweite Nummer für dessen Betriebsteil. Die letzte, zweistellige Zahl gibt die Gleisnummer an.
Die Trasse verläuft in einem Bogen nach Südosten ansteigend in das Gelände des ehemaligen DHHU-Stahlwerks Union im Dortmunder Westen hinein. Dort wendet sie sich als Gleis HHW 6.5.52 nach Norden und fächert sich in eine große Rangiergruppe auf. Vorbei am ehemaligen DHHU-Stellwerk „Union Bezirk 62“ verläuft sie als Gleis HHW 6.2.08 weiter nach Norden unter der Autobahn-Zubringerstraße OWIIIa hindurch und durchquert das Gelände des kommunalen Verwertungsbetriebs EDG/DOGA.
Ab dort führt sie als Gleis HHW 6.1.31 auf dem Gebiet des Vorortes Huckarde über mehrere Kunstbauten, zunächst eine geschlossene Wannenbrücke über die Franziusstraße, dann den sieben-gliedrigen Hansa-Brückenzug als Stahlträgerkonstruktion der teilweise unter Denkmalschutz stehenden, ehemaligen Dortmunder Ringgasleitung<ref>[[Kategorie:Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Botmarkierungen Skriptfehler: Ein solches Modul „Archivbot“ ist nicht vorhanden.]] (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> <span title=" Skriptfehler: Ein solches Modul „Coordinates/kml“ ist nicht vorhanden.">▼
{{#coordinates:51,532777777778|7,4216666666667|
|dim=
|globe=
|name=Skriptfehler: Ein solches Modul „Coordinates/kml“ ist nicht vorhanden.
|region=DE-NW
|type=landmark
}} und danach parallel zur Cöln-Mindener-Bahn östlich an der ehemaligen Zeche Hansa vorbei. Nach einer geschlossenen Wannenbrücke über die Lindbergstraße, an der sich das in den 1990er Jahren abgebrochene DHHU-Stellwerk „Union Bezirk 61“ befand, erreicht die Hansabahntrasse das Industriedenkmal der ehemaligen Kokerei Hansa (km 1,1). Bei km 1,25 befindet sich die Anschlussweiche 6.1.48 der ehemaligen Kokerei Hansa.
Östlich daran vorbei verläuft sie von dort als Gleis 6.1.41 weiter Richtung Norden und unterquert bei km 2,0 die Güterumgehungsbahn Dortmund zwischen Huckarde und Scharnhorst. Bei km 2,25 wird nun im Stadtbezirk Mengede die Schwachverkehrsstraße „Mooskamp“ an einem unbeschrankten Bahnübergang gekreuzt. Bei km 2,5 befindet sich die Anschlussweiche 6.1.05 der ehemaligen Grubenanschlussbahn zur Lokhalle der ehemaligen Kokerei Hansa, die nun zum Nahverkehrsmuseum Dortmund führt. Mit leichtem Anstieg wird als Gleis 6.1.51 nun die ehemalige Schlacke-Deponie „Bodelschwingher Heide“ in einem Rechtsbogen durchlaufen, bevor die Cöln-Mindener-Eisenbahn bei km 2,9 mit einer weiteren Stahlträger-Brücke gekreuzt wird.
Nach Osten verlaufend erreicht die Trasse nun bei km 3,9 die Ellinghauser Straße, die ebenfalls bis 2005 mittels der Brücke 6.1.26 gekreuzt wurde. Diese und die nach Osten folgende Notbrücke 6.1.27 über die Emscher wurden von der ThyssenKrupp Steel AG (TKS) als Rechtsnachfolgerin der Hoesch Stahl AG (vormals Dortmund-Hörder-Hüttenunion) abgebaut, so dass die Gleise nun westlich der Ellinghauser Straße an einem RAWIE EB12-Gleisabschluß enden. Nach Überquerung der Emscher erreichte die Werkbahntrasse früher den Landabsatz Ellinghausen, der infolge der Schließung der letzten Dortmunder Kokerei Kaiserstuhl auf der Westfalenhütte zum Jahreswechsel 2001/2002 aufgegeben wurde.
Heute befindet sich dort das europaweit größte Logistiklager des schwedischen Möbelhauses IKEA. Infolgedessen fanden auf dieser Fläche starke Veränderungen der Gleisinfrastruktur statt, die den neuen Anforderungen gerecht werden.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink ( des Vorlage:Referrer vom 14. Juni 2007 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/archiv-bot</ref> Die erneut mit Gleisen belegte Trasse verläuft als Anschlussbahn weiter Richtung Osten, überquert den Dortmund-Ems-Kanal, unterquert die Ellinghauser Straße und läuft dann in einem Bogen an der ehemaligen Schachtanlage Fürst Hardenberg entlang nach Süden in den Dortmunder Hardenberghafen hinein.
Geschichte
Die Werkbahntrasse der Dortmund-Hörder-Hüttenunion (DHHU) wurde Mitte der 1920er Jahre als Verbindungsbahn zwischen der neuen zentralen Kokerei Hansa (Eröffnung 1928), dem Stahlwerk Union und dem Dortmunder Stadthafen gebaut. Diese Gleisverbindung diente hauptsächlich dem Transport von Kohle, Koks und Stahl des Stahlwerks, der Kokerei und der Zeche Hansa.<ref>[[Kategorie:Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Botmarkierungen Skriptfehler: Ein solches Modul „Archivbot“ ist nicht vorhanden.]] (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>
Seit der Stilllegung der Nachbarzechen in Dortmund-Westhusen und Bodelschwingh in den 1980er Jahren wurde die auf Hansa benötigte Kohle aus den Zechen des umliegenden Reviers aus dem Hardenberghafen über die Werkbahntrasse nach Hansa gebracht. Aufgrund dieser Schüttguttransporte sind sämtliche erhaltenen Brückenbauwerke der HHW-Werkbahntrasse geschlossen oder mit wannenartigen Schutzwänden ausgekleidet.
Mit Übernahme der DHHU durch die Hoesch-Stahl AG im Jahr 1967 wurde bereits die Rohstahlproduktion im Werksteil Union eingestellt und damit der Bezug von Koks aus der nördlich gelegenen Kokerei Hansa obsolet. In den letzten Jahren bis zur Betriebseinstellung der Kokerei Hansa im Jahre 1992 verliefen schließlich die Kohle- und Kokstransporte vom Hardenberghafen über Ellinghausen und die nördliche Grubenanschlussbahn an der Lokhalle Hansa vorbei, so dass das Gleis HHW 6.1.41 zwischen der nördlichen und der südlichen Anschlussweiche bei km 2,5 und 1,25 bereits stillgelegt werden konnte.
Da sich die eisenbahnrechtlich erforderlichen Brückenprüfungen an den Bauwerken südlich der Kokerei Hansa, insbesondere am mehrgliedrige Hansa-Brückenzug als sehr kostspielig erwiesen und die Trasse durch die Belieferung von Norden her nutzlos gewordenen war, betrieb die mit der Streckenunterhaltung beauftragte Dortmunder Eisenbahn als Tochterunternehmen der Hoesch Stahl AG im Jahre 1988 auch die Stilllegung des zwischen der EDG/DOGA und der Kokerei Hansa gelegenen Teilstücks der Trasse. Der Hansa-Brückenzug wurde mit massiven Stahlgittern versperrt.
So verblieb als Restverkehr auf dem nördlichen Teilstück nach Schließung der Kokerei Hansa Ende 1992 noch der Kohleverschub zwischen dem Landabsatz auf der Halde in Ellinghausen, dem Hardenberghafen und der letzten Dortmunder Kokerei Kaiserstuhl auf der Westfalenhütte, sowie eine Zubringerfunktion zwischen dem Hardenberghafen und der noch in Betrieb befindlichen Lokinstandsetzung der ehemaligen Kokerei Hansa am Mooskamp.
Dort wartete die RAG Bahn und Hafenbetriebe noch bis ins Jahr 2001 hinein Diesellokomotiven für den Einsatz im östlichen Revier. Mit der Stilllegung der RAG-Kokerei Kaiserstuhl Ende 2001 schloss die RAG jedoch sowohl den Landabsatz als auch die Lokwerkstatt am Mooskamp. Damit war die gesamte Trasse nördlich der EDG/DOGA zunächst ohne Verkehr. Der hohe Stahlpreis, sowie letztlich nicht realisierte Planungen der Emschergenossenschaft für ein erweitertes Regenrückhaltebecken in Ellinghausen führten 2004 dann dazu, dass TKS die Brücken 6.1.26 und 6.1.27 abbaute und so auch die nördliche Verbindung kappte.
Schließlich ging vom Hardenberghafen aus nur das Gleis bis Halde Ellinghausen wegen des neu entstehenden Güterverteilzentrums (GVZ) von IKEA als Anschlussbahn 2005 saniert wieder in Betrieb.
Derzeitige Situation (Stand: 2026)
Seit der am 17. Dezember 2015 erfolgten Einstellung der Stahlspundbohlen-Produktion für den Wasserstraßenbau durch die HSP Hoesch Spundwand und Profil, eine Tochter der Salzgitter AG, hat die Dortmunder Eisenbahn GmbH<ref>http://www.dortmunder-eisenbahn.de/tmpl/ExtensionPage____10150.aspx?epslanguage=ML</ref> den Güterverkehr eingestellt, obwohl die Einfahrtweiche 9270 an der Westfaliastraße bis 2025 noch vorhanden war. Weitere Anschließer in diesem Bereich waren zwar ThyssenKrupp Edelstahl im Osten und die städtische Tochtergesellschaft EDG/DOGA als Hinterlieger im Norden. Beide haben jedoch erklärt, am Gleisanschluss für die gelegentliche Zustellung einzelner Güterwagen nicht festhalten zu wollen.
Im Jahr 2017 kaufte die Essener Thelen Gruppe das ca. 46 ha große HSP-Areal von TKSE. Gemeinsam mit der Stadt Dortmund entwickelte die Thelen-Gruppe als Investor das ehemalige Werksgelände unter dem Begriff „Smart Rhino“. Urbane Mischstrukturen mit den Schwerpunkten „Wohnen, Leben, Arbeiten“ und Grünflächen sollten hier entstehen. Die Werkbahngleise HHW 6.5.40, 6.5.52, 6.2.34, 6.2.35, 6.4.05, 6.4.11 und 6.4.31 gingen seit Oktober 2018 erneut in Betrieb. Die übrigen Gleisanlagen werden zugunsten anderer Entwicklungsmöglichkeiten der Flächen zurückgebaut. Seit 2025 sind alle nicht öffentlich gewidmeten Gleise Richtung Stadthafen erneut stillgelegt.
Auf dem nördlichen Abschnitt zwischen Hardenberghafen und Halde Ellinghausen findet weiterhin werktäglicher Güterverkehr für das dortige Logistikzentrum statt. Hier wurden die Gleiskapazitäten zuletzt stark erweitert.
Der ca. 8 km lange Abschnitt vom inzwischen abgerissenen HSP-Walzenlager (Nähe Rheinische Straße) über die Huckarder Straße (DHHU Stellwerk Union Bezirk 62), Kokerei Hansa, Betriebswerk Mooskamp bis zur Ellinghauser Straße ist eisenbahnrechtlich nach Verordnung über den Bau und Betrieb von Anschlussbahnen (BOA) in NRW gewidmet und wird vom Betriebswerk Mooskamp aus im öffentlichen Personenverkehr, derzeit mit Museumsfahrzeugen von der Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft der Dortmunder Stadtwerke e.v (ex Westfälische Almetalbahn e.v.) (EVU) befahren.
Diese Fahrten starten und enden derzeit im Betriebswerk Mooskamp an der ehemaligen Lokinstandsetzung der Kokerei Hansa am Mooskamp. In Kooperation mit dem Industriedenkmal der ehemaligen Kokerei Hansa finden zu besonderen Anlässen auch Pendelfahrten statt. Für diesen öffentlichen Personenverkehr wurden zahlreiche Brückenbauwerke eisenbahnrechtlich geprüft und wieder zugelassen.
Zukünftige Nutzungen 2026 ff. – IGA 2027
Die Stadt Dortmund wird in Kooperation mit der IGA-2027 gGmbH, einer Tochter des RVR in Essen neben anderen Ruhrgebietsstädten Spielort der „Internationalen Gartenbau-Ausstellung“ (IGA) im Jahr 2027. Für Dortmund mit dem eintrittspflichtige Dortmunder IGA-Zukunftsgarten „Emscher Nordwärts“ (Industriedenkmal Kokerei Hansa, Deusenberg und Betriebswerk Mooskamp) wird konservativ mit 900.000 Besuchern gerechnet. Der Zukunftsgarten wird komplett durch die Hansabahntrasse erschlossen und hätte im Süden über die HSP-Fläche mit der Rheinischen Straße verknüpft werden können. Aus Kostengründen und Planungsproblemen bei der Flächenentwicklung kam es nicht dazu.
Auch die bestehende Anbindung der Trasse an den Stadthafen wurde schließlich 2024 durch den Abriss der Werkbahnbrücke 6.5.10 über den Rangierbahnhof Dortmund im Auftrag der DB Infra-GO gekappt: Zuvor hatte die Stadt Dortmund ohne Rücksicht auf die touristisch beliebten Fahrten in Vorfreude auf die letztlich gescheiterte Entwicklung des „Smart-Rhino“ genannten HSP-Union-Areals zum urbanen Wohn-Mischquartier den östlich davon gelegenen Werkbahnteil mit dem Verbindungsgleis 6.5.40 in den Hafen von NRW-Urban für den Bau eines Radwegs statt der Gleistrasse durch Fördergelder erworben. Mit dem inzwischen zudem erfolgten Ausbau der Anschlussweiche 9270 an der Westfaliastraße durch die DE-I ist der museal genutzte Teil der Werkbahnstrasse ein reiner Inselbetrieb ohne Zugang zu weiterführender Gleisinfrastruktur.
Besucherströme zum Zukunftsgarten der IGA 2027 und dem Industriedenkmal Kokerei Hansa können somit weder von der Rheinischen Straße (Stadtbahnlinien U43 und U 44), noch vom Hafen (Stadtbahnlinien U47 und U 49) abgeholt werden, sodass alle IGA-Besucherverkehre nun über die innerstädtischen Straßen mittels Shuttle-Bussen erfolgen sollen. Flächeneigentümerin und Stadt Dortmund verfolgen derzeit keine weiteren bahnspezifischen Ziele.
Nördlich der Kokerei Hansa soll ab 2028 der „Energiecampus“ entstehen. Dies soll ein spezielles Gewerbegebiet werden, dass der Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energien gewidmet wird. Gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern soll die Trasse der Hansabahn über die IGA 2027 hinaus als Forschungs- und Entwicklungseinrichtung für regenerative, nachhaltige Antriebssysteme von Schienen-Leichtfahrzeugen, der Automation und Steuerungstechnik, sowie der Leit- und Sicherungstechnik beim Schienenverkehr dienen.
Weblinks
- https://www.bahnhof-mooskamp.de/
- https://www.industriedenkmal-stiftung.de/
- https://www.thelen-gruppe.com/portfolio/projekt/smart-rhino/
- https://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/planen_bauen_wohnen/stadtplanungs_und_bauordnungsamt/nachrichten_spboamt/detailseiten_spboamt.jsp?nid=660946
Einzelnachweise
<references />