Follistatin
| Follistatin | ||
|---|---|---|
|
Vorhandene Strukturdaten: 2p6a | ||
| Eigenschaften des menschlichen Proteins | ||
| Masse/Länge Primärstruktur | 315 Aminosäuren | |
| Sekundär- bis Quartärstruktur | Monomer | |
| Isoformen | FS315, FS288, FS303 | |
| Bezeichner | ||
| Gen-Name | FST | |
| Externe IDs | ||
| Vorkommen | ||
| Homologie-Familie | Hovergen | |
| Übergeordnetes Taxon | Wirbeltiere<ref>Homologe bei OMA</ref> | |
Follistatin ist ein autokrines Glykoprotein. Es kommt bei fast allen höher entwickelten Tieren im ganzen Körper vor, wobei sich die höchsten Konzentrationen in den Ovarien und der Haut finden. Es ist Teil der so genannten Inhibin-Activin-Follistatin-Achse. Für seine Produktion wird ein einziges Gen verantwortlich gemacht, das ein direktes Zielgen des Wnt/beta-Catenin-Signalwegs während der Embryonalentwicklung ist.<ref></ref>
Drei Isoformen von Follistatin sind bekannt: FS-288, FS-315 und FS-300. Die ersten beiden kommen durch alternatives Spleißen, FS-300 durch die posttranslationale Modifikation zustande.
Bisher bekannte Wirkungen
Die erstmalige Isolierung von Follistatin gelang aus der Follikelflüssigkeit. Als erste Wirkung fiel auf, dass es die FSH-Produktion im Hypophysenvorderlappen hemmt, weshalb es auch als FSH-suppressing protein (FSP) bekannt ist. Erst später wurde festgestellt, dass seine eigentliche Hauptfunktion der Antagonismus zum Transformierenden Wachstumsfaktors (TGF), genaugenommen dessen Untergruppe der TGF-β-Superfamile, ist. Hierbei spielt die Hemmung des Activin, das seinerseits die FSH-Produktion in der Hypophyse anregt, die entscheidende Rolle. Auf die Zellproliferation hat es kontrollierenden, auf die Zelldifferenzierung steuernden Einfluss, auch an der Heilung nach Verletzung ist es beteiligt. Bei der Embryonalgenese wirkt es hemmend auf die Bildung von Bone morphogenetic protein (BMP) und wird unter anderem vom Spemann-Mangold-Organisator und vergleichbaren Signalzentren gebildet, die die Achsenbildung im frühen Embryo kontrollieren.<ref></ref>
Tier
- Follistatin ist ein wichtiger Cofaktor bei der Leberregeneration (nach Leberversagen) im Mausmodell<ref></ref>
- Tierexperimente deuten darauf hin, dass
- Follistatin sowohl eine wesentliche Rolle beim Wachstum von Tumoren spielt<ref name="freidok.ub.uni"></ref>
- als auch das Gefäßwachstum in Tumoren<ref name="freidok.ub.uni" /> und auf den Hornhautzellen von Hasen anregt.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
- Follistatin verstärkt das Muskelwachstum von Säugetier-Embryonen.<ref></ref>
- Die Hausrinderrasse Weißblauer Belgier wird zur verbesserten Fleischproduktion mit Gendefekt gezüchtet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gendefekt bei der Rinderrasse "Belgian Blue" ( vom 30. September 2007 im Internet Archive). (Original nicht mehr auffindbar).</ref>
- Ein beobachtete verbesserte Knorpelprotektion bei rheumatoider Arthritis geht im SCID-Maus-Modell mit einer Verminderung von F. einher.<ref name="Grifka"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Metabolismus der Fibroblasten bei rheumatoider Arthritis ( vom 5. September 2004 im Internet Archive) (PDF; 1,1 MB)</ref> (Anm.: Der Umkehrschluß, dass bei einer beschleunigten Knorpeldestruktion im Rahmen rheumatoiden Arthritis mit dem vermehrten Auftreten von Follistatin zu rechnen ist, liegt nahe, konnte aber bislang noch nicht bestätigt werden.)
Mensch
Bei Genmutationen/ -defekten menschlicher Neugeborener wird Follistatin als Ursache unphysiologischer hoher Muskelmasse postuliert.<ref>Holger Dambeck: Mutation: Wunderknabe trägt Muskel-Gen. In: Spiegel Online. 24. Juni 2004, abgerufen am 3. Mai 2018.</ref>
Wechselwirkungen mit anderen Substanzen
Trichostatin A (TSA) aktiviert die Synthese von Follistatin im Mausmodell.<ref name="Monaco">Lorenzo Puri (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2018. Suche im Internet Archive ) (Seite dauerhaft nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive )</ref> Außerdem hemmt Follistatin Myostatin<ref name=" Monaco" /> und Activin.<ref name="Grifka" />
Zusammenfassung
Follistatin scheint zusammen mit Myostatin wesentlicher Bestandteil eines Muskelbildung und -regeneration kontrollierenden Regelkreises zu sein. Ein zu seinen Gunsten verschobenes Verhältnis der beiden Stoffe führt bereits vorgeburtlich zu Muskelhyperplasie und -trophie.
Herstellung
Derzeit wird Follistatin mittels genetisch veränderter Bakterien (E. coli) hergestellt.<ref name="Herstellung"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Datenblatt Follistatin (FST), human, recombinant ( vom 7. Juni 2007 im Internet Archive)</ref>
Dopingmittel
Im Jahr 2019 beschlagnahmte das Zollfahndungsamt Essen bei einer Doping-Razzia auch Follistatin, das laut Pressemitteilung „von Experten als „neue Form der Eskalation im Freizeitsport“ beschrieben“ werde.<ref>ZOLL-E: Webshop für Dopingmittel zerschlagen auf presseportal.de vom 3. April 2019, abgerufen am 3. April 2019.</ref>
Einzelnachweise
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