Wettolsheim
| Wettolsheim | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Blason ville fr Wettolsheim (Haut-Rhin).svg | ||||||
| Staat | Datei:Flag of France.svg Frankreich | |||||
| Region | Grand Est | |||||
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |||||
| Arrondissement | Colmar-Ribeauvillé | |||||
| Kanton | Wintzenheim | |||||
| Gemeindeverband | Colmar Agglomération | |||||
| Koordinaten | 48° 3′ N, 7° 18′ O
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| Höhe | 188–688 m | |||||
| Fläche | – | |||||
| Einwohner | 1.784 (1. Januar 2023) | |||||
| Bevölkerungsdichte | – Einw./km² | |||||
| Postleitzahl | 68920 | |||||
| INSEE-Code | 68365 | |||||
| Datei:Wettolsheim, Mairie.jpg Mairie Wettolsheim | ||||||
Wettolsheim <templatestyles src="IPA/styles.css" /> ist eine französische Gemeinde mit 1.784 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Colmar-Ribeauvillé und zum Kanton Wintzenheim.
Geografie
Die Gemeinde Wettolsheim liegt am östlichen Rand der Vogesen, nur fünf Kilometer südwestlich des Stadtzentrums von Colmar. Das Gemeindegebiet reicht vom Ufer der Lauch im Osten über ausgedehnte Rebhänge bis zu den bewaldeten Höhen der Vogesen im Westen und ist Teil des Regionalen Naturparks Ballons des Vosges.
Nachbargemeinden von Wettolsheim sind Wintzenheim im Nordwesten und Norden, Colmar im Nordosten, Sainte-Croix-en-Plaine im Südosten sowie Eguisheim im Süden.
Geologie
Östlich Wettolsheim ist die quartäre Schotterebene des Rheins mit Löss bedeckt. Der Ort selbst liegt auf Schichten der tertiären Rheingrabenfüllung, die erst im Oligozän in den einsinkenden Graben abgelagert wurden. Eine etwas westlich des Dorfes verlaufende große N-S-streichende Verwerfung grenzt die tertiären Vorhügel gegen das hier aus Granit bestehende Grundgebirgsmassiv der Vogesen ab.
Geschichte
Auf der Gemarkung wurden jungsteinzeitliche Siedlungsspuren, bedeutende Reste einer römischen Villa, spätrömische Münzen und ein merowingisches Gräberfeld entdeckt.
Die Ortsnamenendung -heim deutet auf eine Gründung in fränkischer Zeit hin. 1211 urkundlich als Wetelsheim erwähnt. Im Mittelalter gehörte ein Teil des Dorfes zum weltlichen Besitz des Bistums Straßburg, der andere – durch den Bischofsgraben davon getrennt – zur Herrschaft Horburg, später ab 1319 der Abtei Murbach. Beide Ortsteile besaßen eine eigene Kapelle.
Südlich des Dorfes befand sich die Martinsburg, an die noch die Rue du château erinnert. An deren Stelle wurde im 18. Jahrhundert ein zeitweise (1784–86) von der Gräfin Albany und ihrem Geliebten, dem italienischen Dichter Vittorio Alfieri, bewohnter Herrensitz errichtet (1960 abgebrochen). Die mittelalterliche, 1780 abgebrochene Kirche, die dem Heiligen Remigius geweihte Feldkirche, befand sich außerhalb des Dorfes (an der Stelle des heutigen Friedhofs) und war die Mutterkirche für mehrere Orte der Umgebung
Als vorderösterreichischer Ort kam Wettolsheim im Westfälischen Frieden mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone.
1871 bis 1918 gehörte Wettolsheim zum Reichland Elsass-Lothringen.
Wettolsheim wurde zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 2. Februar 1945 durch Truppen der 1. französischen Armee unter General de Lattre de Tassigny von der Naziherrschaft befreit. Dies geschah im Zuge der Endoffensive der Alliierten gegen den von den Deutschen noch immer hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (poche de Colmar).
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2014 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 1296 | 1301 | 1558 | 1554 | 1616 | 1692 | 1705 | 1694 |
Sehenswürdigkeiten
- Die Pfarrkirche Sankt Remigius (Église St.- Rémy) Grundsteinlegung 1780 und 1787 geweiht. Neubarocke Ausstattungstücke. Statue des Heiligen Fridolin aus dem frühen 16. Jahrhundert (das Kind eine spätere Zutat). Gertrudisstatue aus der in der Revolution zerstörten Gertrudiskapelle. Bergaentzel-Orgel von 1789.
- Grotte de Lourdes (grandeur réelle): Erzbischof François-Xavier Schoepfer (1843–1927), Bischof von Tarbes und Lourdes von 1899 bis 1927, ließ im Jahre 1912 an der Stelle seines Geburtshauses, das am 10. August 1911 durch einen Brand zerstört wurde, eine Kopie der Grotte Massabielle in Lourdes erbauen, die in ihrer Form und ihren Dimensionen dem Original entspricht. Die Statue der Jungfrau selbst steht auf einem Stein jener Stelle aus der Grotte Massabielle, wo im Jahre 1858 der heiligen Bernadette Soubirous die Unbefleckte Empfängnis erschien. Die Grotte befindet sich im Zentrum des Dorfes und bildet auch heute noch den Rahmen für viele religiöse Zeremonien.
- Châtelet des Hagueneck: Die Burg Hageneck wurde Ende des elften Jahrhunderts auf einem Felsvorsprung in 420 m Höhe in einer Talmulde oberhalb des Dorfes Wettolsheim erbaut. Sie ist Eigentum der Gemeinde, die sie im Jahr 1912 für 42.000 Goldmark erworben hat. Der Donjon der Burg ist für Wanderer zugänglich.
- Archäologische Stätte Koenigsbreite: Ab Ende der 1980er Jahre plante Ricoh Industrie France, sich in Wettolsheim auf der Koenigsbreite niederzulassen, einem Ort, der seit langem für archäologische Funde bei der Feldarbeit oder einigen Ausgrabungen durch Pfarrer Sig und Abt Glory bekannt war. Die gefundenen Objekte stammen aus Zeiten, die mehr als fünf Jahrtausende zurückliegen: von der alten Jungsteinzeit (um 5300 v. Chr.) bis in die Römerzeit.
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Höhlenaltar in Wettolsheim (Grotte de Lourdes grandeur réelle) |
Remigiuskirche |
Literatur
- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 1343–1350.
Weblinks
- Website der Gemeinde (französisch, englisch, deutsch)
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