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Haus am Waldsee

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Datei:Haus am Waldsee Internationale Kunst in Berlin, 2019, Foto Bernd Borchardt.jpg
Haus am Waldsee, 2019 (mit Skulptur von Tony Cragg)

Das Haus am Waldsee im Berliner Ortsteil Zehlendorf des Bezirks Steglitz-Zehlendorf ist eine Kunstinstitution, die in wechselnden Ausstellungen die Kunst der Gegenwart in einer historischen Villa am Rande der Stadt präsentiert. Als älteste bestehende Institution für zeitgenössische Kunst in Berlin begründet sich seine Bedeutung in seinem historischen Umfeld und vor allem in seiner einzigartigen Ausstellungsgeschichte. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 eröffnet, prägte das Haus von Beginn an ein unermüdliches Engagement für die Kunst. Es diente als künstlerische Heimat der avantgardistischen und progressiven Stimmen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfemt und mit Ausstellungsverboten belegt waren. Das Programm reicht von Bildender Kunst, Design und Architektur bis hin zu Positionen, die mit Performance, Film, Komposition und Sound arbeiten. In bis zu vier Ausstellungen pro Jahr sowie regelmäßigen Interventionen im Garten – begleitet von Konzerten, Lesungen, und Performances – werden zentrale Themen unserer Zeit aufgegriffen, zugänglich gemacht und mit einem breiten Publikum verhandelt. Das Programm des Hauses setzt sich schwerpunktmäßig mit künstlerischen Werkkomplexen auseinander, die in stetigem Austausch mit der Institution, ihrer Geschichte, der Architektur und dem Garten stehen. Neben der Neuvorstellung internationaler künstlerischer Positionen in Berlin will das Haus vor allem noch unentdeckten Künstlern eine Plattform bieten. Dabei sollen anhand der Kunst drängende gesellschaftliche und politische Fragen reflektiert werden.<ref>Leitbild Haus am Waldsee. Haus am Waldsee, abgerufen am 11. März 2026.</ref> Seit Juni 2022 ist die Kunsthistorikerin Anna Gritz Direktorin der Hauses.

Geschichte

Das Haus am Waldsee in der Argentinischen Allee 30 wurde in den Jahren 1922/1923 für den Fabrikanten Hermann Knobloch nach Entwürfen des Architekten Max Werner als Privatvilla erbaut. Bereits 1926 wurde die Villa verkauft und wechselte danach mehrfach den Eigentümer, bis 1942 die Allgemeine Film-Treuhand (AFT) der UFA das Anwesen erwarb. Genutzt wurde die Villa dann als Dienstwohnung von Karl Melzer, dem Generalsekretär der Internationalen Filmkammer und stellvertretenden Präsidenten der Reichsfilmkammer. 1945 wurde im Haus eine Erfassungsstelle des Bezirksamtes für in Zehlendorf ansässige Künstler eingerichtet. Als Ausstellungsort wurde das Haus am 6. Januar 1946 offiziell mit einer Ausstellung mit Werken von Käthe Kollwitz und Ewald Vetter eröffnet. Zu den Gründern vom Haus am Waldsee für moderne Musik und bildende Kunst gehörte der 1945 als Leiter des Kunstamts Berlin-Zehlendorf eingesetzte Fritz Aeckerle, der zuvor unter anderem als Regieassistent von Robert Adolf Stemmle tätig war.<ref>Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 7.</ref> In den ersten Jahren wurden hauptsächlich Künstler gezeigt, deren Werke während der Zeit des Nationalsozialismus als „entartet“ galten. Später folgten Ausstellungen mit renommierten zeitgenössischen Künstlern. Mit dieser Ausstellungstätigkeit erarbeitete sich das Haus am Waldsee einen internationalen Ruf als Ausstellungsort internationaler Gegenwartskunst.

Bis 1972 fiel dem damaligen Bezirk Zehlendorf die Finanzierung zu. Von 1973 bis 1985 unterstand die Einrichtung haushaltsrechtlich direkt dem Berliner Finanzsenator.<ref>Rochus Kowallek: Berlin: Haus am Waldsee bangt um seinen kargen Etat. Der Finanzsenator drehte plötzlich den Geldhahn zu. In: Art. Februar 1986, S. 9.</ref> Das Ausstellungshaus wird heute von einem gemeinnützigen Trägerverein verantwortet und durch den Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Berlin mit einer jährlichen Zuwendung unterstützt. Alle Ausstellungsprojekte werden aus per Fundraising eingeworbenen „Drittmitteln“ finanziert. Unterstützend wirkt auch der Verein der Freunde und Förderer des Hauses am Waldsee e. V., der 2012 über 600 Mitglieder hatte.

Ausstellungen (Auswahl)

Leitung

Literatur

  • Katja Blomberg: Kunst mit Bahnanschluss. 75 Jahre Haus am Waldsee. In: Heimatverein Zehlendorf e. V. (1886) (Herausgeber): Jahrbuch 2021, 25. Jahrgang. Berlin 2020 S. 11–17

Weblinks

Belege

<references />

Koordinaten: 52° 26′ 31,6″ N, 13° 14′ 18,4″ O

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