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Phenazin

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Strukturformel
Struktur von Phenazin
Allgemeines
Name Phenazin
Andere Namen

Dibenzopyrazin

Summenformel C12H8N2
Kurzbeschreibung

gelber Feststoff<ref name="alfa" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 202-193-9
ECHA-InfoCard 100.001.995
PubChem 4757
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 180,21 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

172–177 °C<ref name="alfa">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Alfa AesarVorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar).</ref>

Siedepunkt

360 °C<ref name="alfa" />

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Phenazin ist eine polycyclische aromatische chemische Verbindung mit zwei Stickstoffatomen im mittleren der drei Ringe. Diese Struktur liegt auch im Pyrazin als Einzelring vor. Phenazin ist ein gelber Feststoff<ref name="alfa" /> und ist Ausgangsstoff für viele abgeleitete Verbindungen, die als Farbstoffe (z. B. Neutralrot, Safranine, Eurhodin, Indulin, Pyocyanin, Mauveine) dienen.

Vorkommen

Einige Phenazinderivate besitzen eine antibiotische Wirkung und werden deshalb von vielen Bakterien (z. B. Pseudomonas aeruginosa, Streptomyces, Pantoea agglomerans) synthetisiert und zur Verteidigung ihres Lebensraums in die Umgebung abgegeben.<ref name="mpg">Forschungsbericht 2006 - Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie: Die Biosynthese von Phenazinen.</ref> Die Biosynthese der beiden sechsgliedrigen Kohlenstoffringe der Phenazine erfolgt auf dem Shikimisäureweg der Aromatenbiosynthese über Chorisminsäure.<ref name="mpg" /><ref>G. S. Byng, J. M. Turner: Isolation of Pigmentation Mutants of Pseudomonas phenazinium. In: Journal of General Microbiology. Band 97, Nr. 1, 1. November 1976, S. 57–62, doi:10.1099/00221287-97-1-57 (Volltext [PDF]).</ref><ref>Graham S. Byng, John M. Turner: Incorporation of [14C]shikimate into phenazines and their further metabolism by Pseudomonas phenazinium. In: Biochemical Journal. 164, 1977, S. 139, doi:10.1042/bj1640139.</ref> Fast 100 solcher in der Natur vorkommenden Verbindungen sind inzwischen identifiziert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Strukturgestützte Untersuchungen zur Phenazin-Biochemie. (Memento vom 12. August 2010 im Internet Archive).</ref>

Gewinnung und Darstellung

Eine klassische Methode zur Synthese von Phenazin ist die Reaktion von Nitrobenzol und Anilin bei der Wohl-Aue-Reaktion (1901).<ref>A. Wohl, W. Aue, Ueber die Einwirkung von Nitrobenzol auf Anilin bei Gegenwart von Alkali, in: Chem. Ber., 1901, 34, 2442–2450; doi:10.1002/cber.190103402183.</ref><ref>I. J. Pachter and M. C. Kloetzel: The Wohl-Aue Reaction. I. Structure of Benzo [a] phenazine Oxides and Syntheses of 1,6-Dimethoxyphenazine and 1,6-Dichlorophenazine, in: J. Am. Chem. Soc., 1951; 73(10), 4958–4961; doi:10.1021/ja01154a144.</ref> Es sind aber noch weitere Methoden bekannt:

Eigenschaften

Phenazin tritt in zwei polymorphen Kristallformen auf. Die α–Form schmilzt bei 174 °C mit einer Schmelzenthalpie von 23,5 kJ·mol−1, die β–Form bei 175 °C mit einer Schmelzenthalpie von 23,6 kJ·mol−1.<ref name="Braga">Braga, D.; Grepioni, F.; Maini, L.; Mazzeo, P.P.; Rubini, K.: Solvent-free preparation of co-crystals of phenazine and acridine with vanillin in Thermochim. Acta 507–508 (2010) 1–8, doi:10.1016/j.tca.2010.04.021</ref>

Verwendung

Phenazin ist Ausgangsstoff für viele Farbstoffe (auch als Azin-Farbstoffe bezeichnet) wie Neutralrot, Safranine und Mauveine, wobei der Ring mit den beiden Stickstoffatomen als Chromophor auftritt. Phenazin-Farbstoffe enthalten im Allgemeinen die Struktur von Phenazin als Grundgerüst für diese Farbstoffklasse. Der Phenazinring und Phenazinderivate sind wichtige Ausgangsstoffe für die industrielle Herstellung von Pestiziden, Riechstoffen und Arzneistoffen. Phenazin ist weiterhin ein Komplexbildner.

Einzelnachweise

<references />