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Welle (Stendal)

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Welle
Stadt Stendal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(75)&title=Welle 52° 32′ N, 11° 51′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(75) 52° 32′ 13″ N, 11° 50′ 55″ O
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Höhe: 56 m ü. NHN
Fläche: 3,08 km²<ref name="HOB-12" />
Einwohner: 75 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1973
Eingemeindet nach: Dahlen
Postleitzahl: 39576
Vorwahl: 03931
Lage von Welle in Sachsen-Anhalt
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Welle ist ein Ortsteil der Ortschaft Dahlen der Hansestadt Stendal im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).<ref name="Hauptsatzung" />

Geographie

Welle, ein Straßendorf mit Kirche, liegt zwei Kilometer südlich von Dahlen und 8 Kilometer südlich von Stendal in der Altmark. Der Südwesten des Dorfes wird durch den Kriegsgrund-Graben entwässert.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Nachbarorte sind Dahrenstedt im Nordwesten, Heeren im Osten, Demker im Süden und Bellingen im Südwesten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Welle und Dahrenstedt sind durch eine historische Birnbaum-Allee verbunden.<ref name="VS" />

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Datei:Welle Straße.JPG
Weller Dorfstraße in Welle

Die erste Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahre 1337 als in villa, dicta welle, als Markgraf Ludwig Hebungen aus Welle an Johann von Buch und Dietrich von Kerkow überließ.<ref name="Riedel-17" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf Welle mit 16½ Hufen aufgeführt.<ref name="Landbuch" />

Eine gewisse Bedeutung erlangte der Ort mit der Einrichtung des Bismarck’schen Gutes Welle Ende des 18. Jahrhunderts.

Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: eine Besitzung über 100 Hektar hatte 360 Hektar, eine Besitzung unter 100 Hektar hatte 1 Hektar. 362 Hektar wurden entweignet und auf 33 Siedler aufgeteilt. Im Jahre 1959 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die LPG Typ III „Philipp Müller“. 1974 hatte sie sich an die LPG „Altmark“ Dahrenstedt angeschlossen, die 1991 in Liquidation ging.<ref name="HOB-12" />

Die Gutsanlage, so insbesondere das 1820 errichtete Gutshaus, ist erhalten und diente zeitweise als Stammsitz der Familie von Bismarck-Briest.<ref name="SDL-Kirchen-1996" /> Auf dem Gutshof fand bis 2012 regelmäßig ein Gartenfestival statt.<ref name="LebensArt" />

Herkunft des Ortsnamens

Der Ortsname Welle kann abgeleitet werden vom althochdeutschen „wila“ und bezeichnet ein „einzelnes Haus“, mehrere Häuser heißen Weiler.<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" /><ref name="Sültmann-1932" />

Erste Erwähnung 1151 oder 1208

Der Historiker Peter P. Rohrlach weist darauf hin,<ref name="HOB-12" /> dass sich die von einigen Autoren<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" /><ref name="Zahn-1928" /> angeführte Erwähnung der Villa Welle aus dem Jahr 1151 auf das Dorf Wellen im Landkreis Börde bezieht. Auch die Zuordnung der Nennung dudeschen ville aus 1357<ref name="Riedel-16" /> zu Welle lehnt Rohrlach ab. Somit ist auch die Annahme, dass Welle ursprünglich aus Deutsch-Welle und Wendisch-Welle bestanden habe, unzutreffend.<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" /><ref name="Zahn-1928" /> Gudrun Walinda ordnet die Erwähnung von Fridericus de Welle im Jahre 1208<ref name="Krabbo Regesten" /> dem Dorf Welle zu.<ref name="SDL-Kirchen-1996" />

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörten Gut und Dorf Welle zum Tangermündeschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lagen beide im Landkanton Stendal auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörten Gut und Gemeinde ab 1816 zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" />

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Welle mit der Landgemeinde Welle vereinigt.<ref name="AB-RB-Magdeburg" />

Am 25. Juli 1952 kam die Gemeinde Welle zum neuen Kreis Stendal. Am 1. Juli 1973 wurde Welle in die Gemeinde Dahlen eingemeindet.<ref name="Metzler-Poeschel" /> Dahlen wurde am 1. September 2010 nach Stendal per Gesetz eingemeindet.<ref name="GemNeuglG SDL" /> Seitdem gehört der Ortsteil Welle zur neu gebildeten Ortschaft Dahlen und zur Stadt Stendal.

Einwohnerentwicklung

Dorf/Landgemeinde/Gemeinde/Ortsteil

Jahr Einwohner
1734 09
1772 09
1790 51
1798 12
1801 67
1818 60
1840 62
Jahr Einwohner
1864 063
1871 076
1885 096
1892 [00]093<ref name="Zahn-1928" />
1895 106
1900 [00]097<ref name="Zahn-1928" />
1905 025
Jahr Einwohner
1910 [00]098<ref name="Zahn-1928" />
1925 127
1939 111
1946 214
1964 137
1971 111
2013 [00]85<ref name="EW-2012-2014" />
Jahr Einwohner
2014 [00]86<ref name="EW-2012-2014" />
2018 [00]74<ref name="EW-2019" />
2019 [00]76<ref name="EW-2019" />
2021 [00]74<ref name="EW-2021" />
2022 [00]74<ref name="EW-2022" />
2023 [0]75<ref name="EW-2023" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1971:<ref name="HOB-12" />

Gut

Im Jahre 1798 lebten im ersten Gut 34 und im zweiten Gut 19 Einwohner. 1818 gab es nur noch ein Gut, das 1864 63 Einwohner und 1905 89 Einwohner hatte.<ref name="HOB-12" />

Religion

Datei:L05 468 Gutskirche Welle.jpg
Ehemalige Gutskirche Welle

Die evangelische Kirchengemeinde Welle, die früher zur Pfarrei Elversdorf bei Demker gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird betreut vom Pfarrbereich Stendal, Süd-West im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" /> Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Welle stammen aus dem Jahre 1655.<ref name="Machholz" />

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Gutshof Welle.JPG
Rittergut Welle
  • Die ehemals evangelische Gutskirche Welle ist ein flach gedeckter Feldsteinbau aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.<ref name="Altmarkkirchen" /> Die Kirche wurde seit Mitte der 1960er Jahre nicht mehr genutzt und aufgegeben. Seit 1965 fehlt die Innenausstattung. 1977 wurden die Dächer repariert und die Fenster zugemauert.<ref name="SDL-Kirchen-1996" />
  • Der Ortsfriedhof ist auf dem Kirchhof.
  • Das Rittergut Welle mit der Birnenallee nach Dahrenstedt und ein Wohnhaus in der Weller Dorfstraße stehen unter Denkmalschutz.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Sage

Der Chronist Christoph Entzelt berichtete 1579 von einer Schlacht zwischen dem Markgrafen Huder (Udo IV.) und dem Grafen Alberto zu Ascanien (Albrecht der Bär) in der Gegend. Als man auf einem Berg bei Welle und Dahrenstedt einen Weinberg anlegte, den heutigen Weinberg, fand man dort eine Grube „darinne unzehlich viel Menschenheupter und andere Anzeichen begrabener Kriegsleut“.<ref name="Entzelt-1911" /> Der Names des Flurstückes „Kriegsgrund“ südwestlich des Dorfes ist möglicherweise daraus entstanden.

Verkehr

Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.<ref>Fahrplan der Linie 921. In: Stendalbus. Abgerufen am 18. April 2021.</ref>

Literatur

Weblinks

Commons: Welle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="AB-RB-Magdeburg">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 209.</ref>

<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 13. September 2020.</ref>

<ref name="Entzelt-1911">Hermann Bohm (Hrsg.): Christoph Entzelts Altmärkische Chronik. Duncker & Humblot, Leipzig 1911, Kapitel 104, S. 152 (uni-potsdam.de).</ref>

<ref name="EW-2012-2014">Bernd-Volker Brahms: Erstmals seit der Wende ein Plus. In: Stendaler Volksstimme. 13. Januar 2015, S. 13. </ref> <ref name="EW-2019">Donald Lyco: Nach zehn Jahren wieder unter 40.000. In: Stendaler Volksstimme. 10. Januar 2020, S. 13.</ref>

<ref name="EW-2021">Donald Lyko: Und es werden immer weniger. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 11. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 13.</ref>

<ref name="EW-2022">Yulian Ide: Hurra! Wir wachsen wieder! In: Stendaler Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 21. Januar 2023, DNB 1047269554, S. 19–20.</ref>

<ref name="EW-2023">Leon Zeitz: Einwohnerzahl geht zurück. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 16. Januar 2024, DNB 1002381223, S. 13.</ref>

<ref name="GemNeuglG SDL">Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Stendal (GemNeuglG SDL) Vom 8. Juli 2010. 8. Juli 2020, GVBl. LSA 2010, 419, § 2, § 5 (sachsen-anhalt.de [abgerufen am 5. September 2020]).</ref>

<ref name="Hauptsatzung"> Hansestadt Stendal: Hauptsatzung der Hansestadt Stendal. Lesefassung vom Stand 2. März 2024. 2. März 2024 (stendal.de [PDF; abgerufen am 30. Juni 2024]). </ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Krabbo Regesten">Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 111, Nr. 536 (uni-potsdam.de).</ref>

<ref name="Kunstdenkmale-Stendal">Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 262–264.</ref>

<ref name="Landbuch">Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 344–345. </ref>

<ref name="LebensArt">Döbbelin - LebensArt – Messe für Garten, Wohnen und Lifestyle. Abgerufen am 13. September 2020.</ref>

<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>

<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Stendal, Süd-West. Abgerufen am 11. April 2020.</ref>

<ref name="Riedel-16">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Riedel-17">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="SDL-Kirchen-1996">Gudrun Walinda: Kirchen der Altmark. Region Stendal. Hrsg.: Landkreis Stendal – Amt für Wirtschaftsförderung (= Kirchen der Altmark. Ausflüge zu steinernen Zeugen der Geschichte. Band 1). DBW-Verlag, Berkheim 1996, S. 38–39.</ref>

<ref name="Sültmann-1932">nach Friedrich Hoßfeld: Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Stendal. In: Altmärkische Tageszeitung. Juli 1932, ZDB-ID 2511766-X, Beilage „Die Altmärkische Heimat“.</ref>

<ref name="VS">Nora Knappe: Grüne Hoffnung am Straßenrand. In: Volksstimme Magdeburg. 10. Juli 2019 (volksstimme.de [abgerufen am 12. September 2020]).</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>

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