Tornau (Stendal)
Tornau Stadt Stendal
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(116)&title=Tornau 52° 35′ N, 11° 47′ O
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dim=10000 | globe= | name=Tornau | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 33 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 116 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1973 | |||||
| Eingemeindet nach: | Insel | |||||
| Postleitzahl: | 39576 | |||||
| Vorwahl: | 039329 | |||||
Lage von Tornau in Sachsen-Anhalt
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| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Tornau ist ein Ortsteil der Ortschaft Döbbelin-Tornau der Hansestadt Stendal im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).<ref name="Hauptsatzung" />
Geographie
Tornau, ein in Nord-Süd-Richtung angelegtes Straßendorf mit Kirche, liegt etwa 5 Kilometer südwestlich der Kernstadt von Stendal in der Altmark. Im Süden der Gemarkung Tornau fließt die Uchte nach Osten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Nachbarorte sind Möringen mit dem Bahnhof Möringen im Westen, Wahrburg und Stendal Westen, Döbbelin im Süden und Insel im Süden.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Im Jahre 1217 wurde ein Erwinus de Tornowe als Zeuge in Barleben genannt.<ref name="Krabbo Regesten" />
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1238 als tornowe iuxta Steyndale dimidium, dem Grafen Siegfried von Osterburg gehörte Tornau bei Stendal zur Hälfte. In der Urkunde wird berichtet, dass Siegfried von Osterburg Dörfer und Besitz in der Altmark, mit denen er vorher vom St. Ludgerikloster Helmstedt belehnt worden war, dem Abt Gerhard von Werden und Helmstedt überschrieb.<ref name="Behrens 1841" /> Das Kapitel zu Königslutter verkaufte im Jahre 1253 seine Hebungen in Tornowe an das Domstift Stendal.<ref name="Riedel-5" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Tornow aufgeführt, das einem Schadewachten in Stendal gehörte.<ref name="Landbuch" /> Weitere Nennungen sind 1687 Tornow<ref name="HOB-12" /> und 1804 Dorf und Gut Tornau oder Tornow mit einer Windmühle und drei Leinewebern.<ref name="Bratring-1" />
Der Ort wechselte häufig seinen Besitzer. Nach schweren Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort neu aufgebaut. Hierbei veränderte sich jedoch die Ortslage etwas. So wurden 200 Meter nördlich des heutigen Dorfs behauene Fundamentsteine gefunden.
Südöstlich der Kirche steht ein erhaltener mittelalterlicher Wohnturm. Ein alter Teich daneben führt zu Vermutungen, dass er Teil der Verteidigungsanlage der Burganlage war.
Vorgeschichte
Die bei Tornau gefundene Streitaxt aus der frühen Trichterbecherkultur stammt aus der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr.<ref name="Wetzel 1966" />
Herkunft des Ortsnamens
Heinrich Sültmann meint, der Name des Ortes 1253 tornowe geschrieben, stammt vom slawischen „torn“ für „Dorn“ oder „Dornbusch“.<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" /><ref name="Sültmann-1932" />
Eingemeindungen
Ursprünglich gehörte das Dorf Tornau zum Stendalschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag es im Stadtkanton Stendal auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörte die Gemeinde ab 1816 zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" />
Am 25. Juli 1952 kam die Gemeinde Tornau in den neuen Kreis Stendal. Am 1. Juli 1973 wurde Tornau nach Insel eingemeindet.<ref name="Metzler-Poeschel" />
Mit Wirkung zum 1. September 2010 erfolgte die Eingemeindung von Insel nach Stendal per Gesetz.<ref name="GemNeuglG SDL" /> Seitdem gehört der Ortsteil Tornau zu Stendal und zur neu errichteten Ortschaft Insel.
Am 25. September 2023 beschlossen die Mitglieder des Stendaler Stadtrates die Neugründung der Ortschaft Döbbelin-Tornau, bestehend aus den Gemarkungen Döbbelin und Tornau.<ref name="VS 2023-09-27" /> Sie wurde zum 3. März 2024 wirksam, so dass Tornau seitdem zur Ortschaft Döbbelin-Tornau gehört.<ref name="Hauptsatzung" />
Einwohnerentwicklung
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Quelle bis 1972, wenn nicht angegeben:<ref name="HOB-12" />
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Tornau, die früher zur Pfarrei Uenglingen bei Stendal gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird betreut vom Pfarrbereich Möringen-Uenglingen im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Tornau stammen aus dem Jahre 1700.<ref name="Machholz" />
Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Die evangelische Dorfkirche Tornau wurde 1836 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. 1999 wurden Turm, Dach und Fassade restauriert.<ref name="Altmarkkirchen" />
- Der Ortsfriedhof ist auf dem Kirchhof. Das Friedhofsportal, ein Backsteinbau, stammt aus dem 16. Jahrhundert.<ref name="Altmarkkirchen" />
- Südlich der Kirche steht auf dem Gelände eines ehemaligen Herrenhofes ein aus Feldstein errichteter Turm einer Niederadelsburg aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. Ursprünglich hatte er zwei Geschosse. Erhalten sind der untere Raum mit Kreuzgratgewölbe, Belüftungssystem und Kaminzug im Mauerwerk. Dieser frühere Wohnturm ist der Rest der einzigen in der Altmark erhaltenen Turmhügelburg.<ref name="Frommhagen 2005" />
- Westlich des Dorfs steht die historische Bockwindmühle Tornau.
Verkehr
Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.<ref>Fahrplan der Linie 941. In: Stendalbus. Abgerufen am 18. April 2021.</ref> Tornau liegt an der Bahnstrecke Berlin–Lehrte und der Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin.
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks
- Hansestadt Stendal: Ortschaften der Hansestadt Stendal. In: stendal.de. 9. Juli 2020.
- Tornau im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="Altmarkkirchen"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="Almanach1903"> Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903 </ref> <ref name="Behrens 1841"> Peter Wilhelm Behrens: Graf Siegfried von Osterburg und Altenhausen resigniert viele Dörfer und Grundstücke in der Altmark 1238. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 4. Jahresbericht, 1841, S. 49 (Digitalisat). </ref> <ref name="Bistum-MD"> Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 20. September 2020. </ref> <ref name="Bratring-1"> Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 265 (Digitalisat). </ref> <ref name="EW-2012-2014"> Bernd-Volker Brahms: Erstmals seit der Wende ein Plus. In: Stendaler Volksstimme. 13. Januar 2015, S. 13. </ref> <ref name="EW-2019"> Donald Lyco: Nach zehn Jahren wieder unter 40.000. In: Stendaler Volksstimme. 10. Januar 2020, S. 13. </ref> <ref name="EW-2021"> Donald Lyko: Und es werden immer weniger. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 11. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 13. </ref> <ref name="EW-2022"> Yulian Ide: Hurra! Wir wachsen wieder! In: Stendaler Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 21. Januar 2023, DNB 1047269554, S. 19–20. </ref> <ref name="EW-2023"> Leon Zeitz: Einwohnerzahl geht zurück. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 16. Januar 2024, DNB 1002381223, S. 13. </ref> <ref name="Frommhagen 2005"> Ulf Frommhagen: Burgplätze, Schlösser und Adelssitze der Altmark. Die Entwicklung vom Mittelalter bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts. In: Jager, Markus (Hrsg.): Schlösser und Gärten in der Mark. Festschrift für Sybille Badstübner-Gröger. Berlin. 2006, ISBN 978-3-86732-858-6, S. 89–104 (90). </ref> <ref name="GemNeuglG SDL"> Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Stendal (GemNeuglG SDL) Vom 8. Juli 2010. 8. Juli 2020, GVBl. LSA 2010, 419, § 2, § 5 (sachsen-anhalt.de [abgerufen am 5. September 2020]). </ref> <ref name="Hauptsatzung"> Hansestadt Stendal: Hauptsatzung der Hansestadt Stendal. Lesefassung vom Stand 2. März 2024. 2. März 2024 (stendal.de [PDF; abgerufen am 30. Juni 2024]). </ref> <ref name="HOB-12"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="Kunstdenkmale-Stendal"> Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 254. </ref> <ref name="Krabbo Regesten"> Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 119, Nr. 563 (uni-potsdam.de). </ref> <ref name="Landbuch"> Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 321 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />uni-potsdam.de ( vom 24. März 2019 im Internet Archive)). </ref> <ref name="Machholz"> Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925 </ref> <ref name="Metzler-Poeschel"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="Pfarrbereich"> Pfarrbereich Möringen-Uenglingen. Abgerufen am 11. April 2020. </ref> <ref name="Riedel-5"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref> <ref name="Sültmann-1932"> nach Friedrich Hoßfeld: Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Stendal. In: Altmärkische Tageszeitung. Juli 1932, ZDB-ID 2511766-X, Beilage „Die Altmärkische Heimat“. </ref> <ref name="VS 2023-09-27"> Mike Kahnert: Döbbelin-Tornau. In Stendal wird ein neuer Ort gegründet. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Stendal. 27. September 2023 (volksstimme.de [abgerufen am 30. Juni 2024]). </ref> <ref name="Wetzel 1966"> Günter Wetzel: Die neolithische Besiedlung der Altmark (= Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte. Band 50). 1966, ZDB-ID 2944368-4, S. 33–60. </ref> <ref name="Zahn-1928"> Vorlage:BibOCLC </ref> </references>
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