Klaus Holetschek
Klaus Holetschek (* 21. Oktober 1964 in Landshut) ist ein deutscher Jurist und Politiker (CSU). Er war von 1998 bis 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages und ist seit 2013 Mitglied des Bayerischen Landtages. Von 2018 bis 2020 war er Bürgerbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung.<ref>Was macht Klaus Holetschek? Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Juli 2018; abgerufen am 30. März 2018.</ref> Im März 2020 wurde Holetschek Staatssekretär im Bayerischen Bau- und Verkehrsministerium<ref>Wolfgang Wittl: Bayern: Söder will Schreyer als neue Verkehrsministerin. Abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> und wechselte im August 2020 als Staatssekretär ins Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Vom 8. Januar 2021 bis 13. Oktober 2023 war er dessen Staatsminister. Seit dem 10. Oktober 2023 ist er Fraktionsvorsitzender der CSU im Bayerischen Landtag.
Leben
Seine Eltern waren Sudetendeutsche. Sein Vater stammte aus Markt Eisenstein (Železná Ruda), seine Mutter aus Marienbad (Mariánské lázně).<ref>Im Fokus: Klaus Holetschek, Adalbert Stifter Verein</ref> Holetschek machte 1984 am Joseph-Bernhart-Gymnasium in Türkheim das Abitur. Er studierte von 1984 bis 1990 Jura an der Universität Augsburg. Nach dem Referendariat legte er sein zweites juristisches Staatsexamen ab. Ab 1993 arbeitete er als Rechtsanwalt und als Referent für journalistische Nachwuchsförderung bei der Hanns-Seidel-Stiftung in München. Außerdem nimmt er seit 1994 Lehraufträge zum Thema Medienrecht an verschiedenen Fachhochschulen wahr.
Holetschek ist verheiratet und Vater zweier Kinder.
Politik
Holetschek trat 1981 der Jungen Union bei, ein Jahr später der CSU. Von 1985 bis 1994 war er mit einer kurzen Unterbrechung von einigen Monaten Kreisvorsitzender der Jungen Union Unterallgäu, von 1990 bis 1994 Bezirksvorsitzender des Arbeitskreises Umweltsicherung und Landesplanung. Von 2003 bis 2015 war er Ortsvorsitzender der CSU in Bad Wörishofen.<ref name = "aa_20150410"/>
Von 1996 bis 2002 war Holetschek Mitglied des Stadtrats von Bad Wörishofen und gehörte von 1996 bis 2014 dem Kreistag im Landkreis Unterallgäu an. Im Jahr 1998 zog er über die Landesliste Bayern in den Deutschen Bundestag ein, aus dem er am 6. Mai 2002 ausschied, da er zum Bürgermeister der Stadt Bad Wörishofen gewählt worden war. Dieses Amt hatte er bis 2013 inne.
Im Jahre 2006 kandidierte Holetschek bei der Wahl zum Unterallgäuer Landrat, die jedoch Hans-Joachim Weirather (Freie Wähler) für sich entscheiden konnte.<ref>Weirather neuer Landrat im Unterallgäu. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. April 2015; abgerufen am 22. November 2013. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Er wurde 2008 vom Kreistag zum stellvertretenden Landrat des Landkreises Unterallgäu gewählt und übte dieses Amt bis April 2014 aus.<ref>Abgeordnete(r) Holetschek, Klaus | Bayerischer Landtag. Abgerufen am 21. Juni 2017.</ref>
Von 2006 bis 2020 war Holetschek Vorsitzender des Bayerischen Heilbäder-Verbandes<ref>Staatssekretär Klaus Holetschek lässt Amt als Vorsitzender des Bayerischen Heilbäder-Verbandes ruhen. Abgerufen am 6. Januar 2021.</ref>, seit 2011 ist er der 1. Vorsitzende des Tourismusverbandes Allgäu/Bayerisch Schwaben.<ref>Holetschek neuer Vorsitzender des Tourismus-Verbands Allgäu. Abgerufen am 6. Januar 2021.</ref>
Seit der Landtagswahl in Bayern 2013 gehört Holetschek dem Bayerischen Landtag als Stimmkreisabgeordneter des oberschwäbischen Stimmkreises Memmingen an. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde Holetschek in den Stadtrat der Stadt Memmingen gewählt.<ref>Abgeordnete(r) Holetschek, Klaus | Bayerischer Landtag. Abgerufen am 21. Juni 2017.</ref>
2017 wurde Holetschek zum neuen Kreisvorsitzenden der CSU Memmingen gewählt.<ref>Interview mit dem neuen CSU-Parteivorsitzenden Klaus Holetschek. In: Die Lokale - Informationsmagazin für Memmingen und Umgebung. (lokale-mm.de [abgerufen am 21. Juni 2017]).</ref> Ebenfalls 2017 wurde Holetschek zum Präsidenten des Kneipp-Bund e. V. gewählt. Er gab diese ehrenamtliche Funktion nach seiner Ernennung zum Staatsminister auf. 2018 wurde er von Ministerpräsident Markus Söder zum Ersten Bürgerbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung ernannt.<ref>Klaus Holetschek ist neuer Bürgerbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung. Focus, 17. April 2018, abgerufen am 22. Oktober 2023.</ref> Im März 2019 wurde Holetschek zum Vorsitzenden des Landesgesundheitsrates Bayern gewählt.<ref>Gewählt: Holetschek führt Bayerischen Landesgesundheitsrat. Ärzte Zeitung online, 14. März 2019, abgerufen am 18. Juni 2019.</ref> Nach seiner Ernennung zum Staatsminister gab er dieses Amt auf.<ref>Änderungen im Vorsitz des Landesgesundheitsrates: LGR wählt Kathrin Sonnenholzner zur neuen Vorsitzenden. Dr. Christian Alex wird Stellvertreter. Bayerischer Landesgesundheitsrat, 4. Oktober 2021, abgerufen am 20. März 2024.</ref>
Am 6. Februar 2020 wurde Holetschek als Staatssekretär für Wohnen, Bau und Verkehr ins Kabinett Söder II als Nachfolger von Hans Reichhart berufen, womit er auch sein Amt als Bürgerbeauftragter aufgab.<ref>Abgeordnete(r) Holetschek, Klaus | Bayerischer Landtag. Abgerufen am 7. September 2020.</ref>
Am 20. August 2020 wechselte Holetschek als Staatssekretär ins Gesundheits- und Pflegeministerium.<ref>Klaus Holetschek neuer Staatssekretär im bayerischen Gesundheitsministerium - Ministerin Huml: Ich freue mich über diese Unterstützung im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. 20. August 2020, abgerufen am 7. September 2020.</ref> Am 6. Januar 2021 gab Ministerpräsident Söder vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie in Deutschland bekannt, dass Gesundheitsministerin Melanie Huml demnächst durch Holetschek abgelöst werde.<ref>Söder beruft Gesundheitsministerin ab - Holetschek für Huml. In: rnd.de (RedaktionsNetzwerk Deutschland). 6. Januar 2021, abgerufen am 1. Dezember 2022.</ref> Am 8. Januar 2021 erfolgten dann Landtagszustimmung und Vereidigung als neuer Minister.<ref>Klaus Holetschek ist Bayerns neuer Gesundheitsminister, Die Zeit vom 8. Januar 2021, abgerufen am 9. Januar 2021Tag</ref>
Holetschek übernahm im Januar 2021 turnusgemäß den Vorsitz in der Gesundheitsministerkonferenz.<ref>Petra Grimm-Benne: Gesundheitsministerkonferenz der Länder – Sachsen-Anhalt GMK 2022. In: gmkonline.de. Abgerufen am 1. Dezember 2022.</ref> Als sich die rasche Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus abzeichnete, forderte er die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland.<ref>Corona-Liveblog : China meldet höchste Infektionszahlen seit Pandemie-Ausbruch. In: faz.net. 10. März 2022, abgerufen am 1. Dezember 2022.</ref><ref>Holetschek verteidigt Debatte über allgemeine Impfpflicht. In: br.de. 13. Dezember 2021, abgerufen am 1. Dezember 2022.</ref><ref>Luisa Hofmeier, Kaja Klapsa: Höhere Kassenbeiträge für Ungeimpfte? – "Kleingeistige Rachefantasien". In: welt.de. 27. Dezember 2021, abgerufen am 1. Dezember 2022.</ref>
Nach der Landtagswahl 2023 wählte ihn die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag als Nachfolger von Thomas Kreuzer zu ihrem neuen Vorsitzenden.<ref>Jonas Wengert: Neuer CSU-Fraktionschef: Holetschek startet angriffslustig. In: br.de. Bayerischer Rundfunk, 10. Oktober 2023, abgerufen am 11. Oktober 2023.</ref> Infolgedessen schied er mit Ablauf des 13. Oktober 2023 aus dem Amt des Bayerischen Gesundheits- und Pflegeministers aus.<ref>TERMINHINWEIS: Bayerns Gesundheitsminister Holetschek spricht beim 82. Ärztetag in Landshut am 13. Oktober. Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, 12. Oktober 2023, abgerufen am 21. Oktober 2023.</ref>
Holetschek setzt sich auch für Naturheilkunde und die weitere Erforschung der Wirksamkeit von diversen Methoden der Alternativmedizin ein.<ref>Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege: Pressemitteilung: Holetschek setzt sich für Stärkung der „Integrativen Medizin“ ein. In: stmgp.bayern.de. Abgerufen am 26. Januar 2023. </ref> Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege finanziert dazu entsprechende Studien.<ref>Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege: Website: Integrative Medizin. In: stmgp.bayern.de. Abgerufen am 26. Januar 2023.</ref><ref>Bayerisches Gesundheitsministerium: Söders beiläufige Rochade. Süddeutsche Zeitung, 6. Januar 2021, abgerufen am 6. Januar 2021.</ref> Zu Homöopathie äußerte Holetschek eine eher neutrale aber nicht ablehnende Meinung.<ref>merkur.de Bayerns Gesundheitsministerium schafft Rat für integrative Medizin</ref>
Die im Februar 2024 beschlossene Legalisierung von Cannabis lehnt Holetschek strikt ab. Er vertritt die Meinung, die Erlaubnis zum Cannabis-Anbau und Konsum ist falsch und gefährlich. Mit dem Gesetz werde der Jugendschutz vernachlässigt, mehr und mehr Jugendliche könnten krank werden. Es sei ein irrsinniges Vorhaben für das ohnehin belastete Gesundheitssystem. Das Projekt müsse deswegen sofort gestoppt werden.<ref>sonntagsblatt.de CSU fordert erneut Stopp von Cannabis Legalisierung</ref>
Auszeichnungen
- Allgäuer Sportpreis der VR-Bank Memmingen (2022)<ref>Allgäuer Sportpreis. VR Bank Memmingen, abgerufen am 10. November 2025.</ref>
- Bayerischer Verdienstorden (2024)
Weblinks
- Biographie beim Bayerischen Landtag<ref>Landesgesundheitsrat Bayern. In: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Abgerufen am 8. April 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Biografie beim Deutschen Bundestag
- http://holetschek.de/
- http://www.csu-landtag.de/index.php?ka=1&ska=profil&pid=133
Einzelnachweise
<references>
<ref name = "aa_20150410">Markus Heinrich: Altbürgermeister gibt den CSU-Vorsitz ab. Augsburger Allgemeine, 10. April 2015, abgerufen am 4. Mai 2016.</ref>
</references>
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Bundestag: Jens Spahn
Landtage:
CDU:
Baden-Württemberg: Manuel Hagel |
Berlin: Dirk Stettner |
Brandenburg: Steeven Bretz |
Bremen: Wiebke Winter |
Hamburg: Dennis Thering |
Hessen: Ines Claus |
Mecklenburg-Vorpommern: Daniel Peters |
Niedersachsen: Sebastian Lechner |
Nordrhein-Westfalen: Thorsten Schick |
Rheinland-Pfalz: Gordon Schnieder |
Saarland: Stephan Toscani |
Sachsen: Christian Hartmann |
Sachsen-Anhalt: Guido Heuer |
Schleswig-Holstein: Tobias Koch |
Thüringen: Andreas Bühl
CSU:
Bayern: Klaus Holetschek
Fett = Partei- und Fraktionsvorsitzender
Kursiv = Oppositionsführer
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Alois Hundhammer (1946–1951) |
Georg Meixner (1951–1958) |
Franz Heubl (1958–1962) |
Ludwig Huber (1962–1972) |
Alfred Seidl (1972–1974) |
August Lang (1974–1982) |
Gerold Tandler (1982–1988) |
Alois Glück (1988–2003) |
Joachim Herrmann (2003–2007) |
Georg Schmid (2007–2013) |
Christa Stewens (2013) |
Thomas Kreuzer (2013–2023) |
Klaus Holetschek (seit 2023)
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Ehrenvorsitzende:
Edmund Stoiber |
Theo Waigel |
Horst Seehofer
Gewählte Mitglieder des Parteivorstandes:
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Kraft Amtes im Parteivorstand:
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Ulrike Scharf |
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Franz Meyer |
Bernd Posselt
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Holetschek, Klaus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CSU), MdB, MdL |
| GEBURTSDATUM | 21. Oktober 1964 |
| GEBURTSORT | Landshut |
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- Geboren 1964
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