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Quecksilber(I)-iodid

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Kristallstruktur
Quecksilber(I)-iodid
Vorlage:Farbe Hg+ 0 Vorlage:Farbe I
Allgemeines
Name Quecksilber(I)-iodid
Verhältnisformel Hg2I2
Kurzbeschreibung

gelbes Pulver<ref name="Sigma"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 239-409-6
ECHA-InfoCard 100.035.811
PubChem 27243
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 654,98 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

7,7 g·cm−3<ref name="Webelements">Quecksilber(I)-iodid bei webelements.com</ref>

Schmelzpunkt

140 °C<ref name="Webelements"/>

Siedepunkt

290 °C<ref name="Webelements"/>

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser, Ethanol und Ether<ref>Dale L. Perry, Sidney L. Phillips: Handbook of inorganic compounds; ISBN 978-0-84938671-8.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.785">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="Sigma" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300​‐​310​‐​330​‐​373​‐​410
P: 260​‐​264​‐​273​‐​280​‐​284​‐​301+310<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Quecksilber(I)-iodid ist eine chemische Verbindung und gehört zu den Quecksilberhalogeniden.

Vorkommen

Quecksilber(I)-iodid findet sich in der Natur in Form des Minerals Moschelit vor.

Gewinnung und Darstellung

Quecksilber(I)-iodid kann direkt aus den Elementen Quecksilber und Iod dargestellt werden:<ref name="Bernard Moody">Bernard Moody: Comparative Inorganic Chemistry. Elsevier, 2013, ISBN 978-1-4832-8008-0, S. 414 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

<math>\mathrm{2 \ Hg + I_2 \longrightarrow Hg_2I_2}</math>

Es entsteht auch durch Fällung aus einer verdünnten Quecksilber(I)-Lösung wie Quecksilber(I)-nitrat-Lösung mit Iodidionen. Ein Überschuss an Iodid ist dabei zu vermeiden, da das Quecksilber(I)-iodid dann zu einem 1:1-Gemisch aus elementarem Quecksilber und Tetraiodomercurat(II) disproportioniert, das als Neßler-Reagenz bekannt ist.<ref name="Erwin Riedel, Christoph Janiak">Erwin Riedel, Christoph Janiak: Anorganische Chemie. Walter de Gruyter, 2007, ISBN 978-3-11-018903-2, S. 765 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

<math>\mathrm{Hg_2(NO_3)_2 + HI \longrightarrow Hg_2I_2 + 2 \ HNO_3}</math>

Quecksilber(I)-iodid kann auch durch Reaktion von Quecksilber mit Quecksilber(II)-iodid bei Temperaturen unter 564 Kelvin oder durch Reaktion von Quecksilber(II)-chlorid mit Zinn(II)-chlorid in alkoholischer Lösung von Kaliumiodid gewonnen werden.<ref name="L. F. Kozin, S. C Hansen">L. F. Kozin, S. C Hansen: Mercury Handbook Chemistry, Applications and Environmental Impact. Royal Society of Chemistry, 2013, ISBN 978-1-84973-409-7, S. 101 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Eigenschaften

Quecksilber(I)-iodid ist ein gelber Feststoff, der sich unter Licht leicht zu Quecksilber und Quecksilber(II)-iodid zersetzt. Es bildet keine Hydrate und besitzt eine tetragonale Kristallstruktur.<ref name="L. F. Kozin, S. C Hansen" /> Bei Erwärmung färbt es sich über orange zu rot.<ref name="Dale L. Perry">Dale L. Perry: Handbook of Inorganic Compounds. CRC Press, 1995, ISBN 978-0-8493-8671-8, S. 256 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>A. Stroman: Ueber krystallisirtes Quecksilberjodür und Quecksilberbromür. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. Band 20, Nr. 2, 1887, S. 2818–2823, doi:10.1002/cber.188702002142.</ref>

Verwendung

Quecksilber(I)-iodid war im 19. Jahrhundert ein verbreitetes Medikament,<ref name="Mark Weller, Tina Overton, Jonathan Rourke, Fraser Armstrong">Mark Weller, Tina Overton, Jonathan Rourke, Fraser Armstrong: Inorganic Chemistry. OUP Oxford, 2014, ISBN 978-0-19-964182-6, S. 513 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> auch protiodide of mercury, Hydrargyrum bijodatum oder Hydrargyrum jodatum genannt (der seltene Begriff protiodide bezeichnet das Iodid eines Elements mit dem geringsten Iod-Anteil). Es wurde gegen eine Vielzahl von Erkrankungen, von Akne bis Nierenkrankheit und insbesondere auch der Syphilis eingesetzt.<ref name="A. J. d' Oliveira Castro">A. J. d' Oliveira Castro: Elements of therapeutics and practice according to the dosimetric system. Appleton, 1888, S. 111 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Nierenschäden (nephrotisches Syndrom) und andere Symptome durch die Einnahme sind bekannt.<ref>DONALD E. WARREN: Nephrotic Syndrome Caused by Protiodide of Mercury. In: Archives of Dermatology. Band 91, Nr. 3, 1965, S. 240–242, doi:10.1001/archderm.1965.01600090048009.</ref><ref>Alfred E. Fischer, Horace L. Hodes: Subacute mercury poisoning (acrodynia) caused by protiodide of mercury. In: The Journal of Pediatrics. Band 40, Nr. 2, 1952, S. 143–151, doi:10.1016/s0022-3476(52)80175-1.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Quecksilber(I)-Verbindungen: Quecksilber(I)-fluorid | Quecksilber(I)-chlorid | Quecksilber(I)-bromid | Quecksilber(I)-iodid
Quecksilber(II)-Verbindungen: Quecksilber(II)-fluorid | Quecksilber(II)-chlorid | Quecksilber(II)-bromid | Quecksilber(II)-iodid
Quecksilber(IV)-Verbindungen: Quecksilber(IV)-fluorid Vorlage:Klappleiste/Ende