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Quecksilber(I)-iodid

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Quecksilber(I)-iodid ist eine chemische Verbindung und gehört zu den Quecksilberhalogeniden.

Vorkommen

Quecksilber(I)-iodid findet sich in der Natur in Form des Minerals Moschelit vor.

Gewinnung und Darstellung

Quecksilber(I)-iodid kann direkt aus den Elementen Quecksilber und Iod dargestellt werden:<ref name="Bernard Moody">Vorlage:Literatur</ref>

<math>\mathrm{2 \ Hg + I_2 \longrightarrow Hg_2I_2}</math>

Es entsteht auch durch Fällung aus einer verdünnten Quecksilber(I)-Lösung wie Quecksilber(I)-nitrat-Lösung mit Iodidionen. Ein Überschuss an Iodid ist dabei zu vermeiden, da das Quecksilber(I)-iodid dann zu einem 1:1-Gemisch aus elementarem Quecksilber und Tetraiodomercurat(II) disproportioniert, das als Neßler-Reagenz bekannt ist.<ref name="Erwin Riedel, Christoph Janiak">Vorlage:Literatur</ref>

<math>\mathrm{Hg_2(NO_3)_2 + HI \longrightarrow Hg_2I_2 + 2 \ HNO_3}</math>

Quecksilber(I)-iodid kann auch durch Reaktion von Quecksilber mit Quecksilber(II)-iodid bei Temperaturen unter 564 Kelvin oder durch Reaktion von Quecksilber(II)-chlorid mit Zinn(II)-chlorid in alkoholischer Lösung von Kaliumiodid gewonnen werden.<ref name="L. F. Kozin, S. C Hansen">Vorlage:Literatur</ref>

Eigenschaften

Quecksilber(I)-iodid ist ein gelber Feststoff, der sich unter Licht leicht zu Quecksilber und Quecksilber(II)-iodid zersetzt. Es bildet keine Hydrate und besitzt eine tetragonale Kristallstruktur.<ref name="L. F. Kozin, S. C Hansen" /> Bei Erwärmung färbt es sich über orange zu rot.<ref name="Dale L. Perry">Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>

Verwendung

Quecksilber(I)-iodid war im 19. Jahrhundert ein verbreitetes Medikament,<ref name="Mark Weller, Tina Overton, Jonathan Rourke, Fraser Armstrong">Vorlage:Literatur</ref> auch protiodide of mercury, Hydrargyrum bijodatum oder Hydrargyrum jodatum genannt (der seltene Begriff protiodide bezeichnet das Iodid eines Elements mit dem geringsten Iod-Anteil). Es wurde gegen eine Vielzahl von Erkrankungen, von Akne bis Nierenkrankheit und insbesondere auch der Syphilis eingesetzt.<ref name="A. J. d' Oliveira Castro">Vorlage:Literatur</ref>

Nierenschäden (nephrotisches Syndrom) und andere Symptome durch die Einnahme sind bekannt.<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Quecksilberhalogenide