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Quecksilber(II)-iodid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Strukturformel von Quecksilber(II)-iodid
Allgemeines
Name Quecksilber(II)-iodid
Andere Namen
  • Quecksilberiodid
  • Hydrargyrum bijodatum
Summenformel HgI2
Kurzbeschreibung

geruchloser, roter Feststoff<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-873-8
ECHA-InfoCard 100.028.976
PubChem 24485
ChemSpider 22893
DrugBank DB04445
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 454,45 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

6,271 g·cm−3<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

259 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

354 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

0,006 hPa (80 °C)<ref name="Merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Löslichkeit
  • nahezu unlöslich in Wasser (0,06 g·l−1 bei 25 °C)<ref name="GESTIS" />
  • sehr gut löslich in DMSO (1000 g·l−1 bei 25 °C)<ref>Dimethyl Sulfoxide (DMSO) Solubility Data. Gaylord Chemical Company, L.L.C.; Bulletin 102, Juni 2014, S. 14. (PDF)</ref>
  • löslich in heißem Ethanol<ref name="Dale Perry">Dale Perry: Handbook of Inorganic Compounds, Second Edition. CRC Press, 2016, ISBN 978-1-4398-1462-8, S. 482 (books.google.de).</ref>
  • wenig löslich in kaltem Ethanol und Diethylether<ref name="Dale Perry" />
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.785">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330​‐​310​‐​300​‐​373​‐​410
P: 273​‐​280​‐​302+352​‐​304+340​‐​308+310<ref name="GESTIS" />
MAK

0,1 mg·m−3<ref name="GESTIS" />

Toxikologische Daten

18 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS" />
75 mg·kg−1 (LD50Rattetransdermal)<ref name="GESTIS" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Quecksilber(II)-iodid ist eine chemische Verbindung und gehört zu den Halogeniden des Schwermetalls Quecksilber. Direkten Kontakt sollte man wegen seiner hohen Toxizität meiden. Quecksilber(II)-iodid ist ein Halbleiter und lichtempfindlich. Mit Kaliumiodid und Quecksilber(II)-chlorid bildet es kristallisierbare Doppelverbindungen.

Vorkommen

Quecksilber(II)-iodid kommt in der Natur nur selten in Form des Minerals Coccinit vor.

Gewinnung und Darstellung

Quecksilber(II)-iodid kann direkt aus den Elementen Quecksilber und Iod dargestellt werden:

<math>\mathrm{Hg + \ I_2 \longrightarrow \ HgI_2}</math>

Auch bei Zugabe von Quecksilber(II)-chlorid zu einer wässrigen Lösung von Kaliumiodid entsteht es als roter Niederschlag:

<math>\mathrm{HgCl_2 + \ 2 \ KI \longrightarrow \ HgI_2 + 2 \ KCl}</math>

Eigenschaften

Datei:Mercury iodide.jpg
Quecksilber(II)-iodid in der gelben β- (links) und der roten α-Phase (rechts).

Quecksilber(II)-iodid ist ein scharlachrotes, schweres, mikrokristallines Pulver, das sich beim Erhitzen bis zum Schmelzpunkt bei 259 °C gelb verfärbt.<ref>H. Hager, F. v. Bruchhausen, P. Surmann, E. Nürnberg: Hagers Handbuch Der Pharmazeutischen Praxis, Springer Verlag, 1999, ISBN 3-540-52641-2, S. 473.</ref><ref>The Yellow Polymorphs of Mercuric Iodide (HgI2). In: Helvetica Chimica Acta. Band 86, Nr. 5, 1. Mai 2003, S. 1410–1422, doi:10.1002/hlca.200390126.</ref> Es ist für die meisten lebenden Organismen giftig und verhält sich ähnlich wie Quecksilber(II)-chlorid. Für salzartige Verbindungen hat Quecksilber(II)-iodid mit 354 °C einen sehr niedrigen Siedepunkt.

Verwendung

Löst man das in Wasser schwerlösliche Quecksilber(II)-iodid in einem Überschuss von Kaliumiodidlösung, so erhält man die Komplexverbindung Kaliumtetraiodomercurat(II), die Verwendung in der Neßler-Reaktion findet.<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 57.–70. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1964, S. 493.</ref> Außerdem wird es in der Tiermedizin als Tinktur oder Salbe (Unguentum Hydrargyri biiodati, Unguentum Hydrargyri praecipitati album) für scharfe Einreibungen verwendet.<ref>Wörterbuch der Veterinärmedizin, 2. Aufl., S. 1263.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Quecksilber(I)-Verbindungen: Quecksilber(I)-fluorid | Quecksilber(I)-chlorid | Quecksilber(I)-bromid | Quecksilber(I)-iodid
Quecksilber(II)-Verbindungen: Quecksilber(II)-fluorid | Quecksilber(II)-chlorid | Quecksilber(II)-bromid | Quecksilber(II)-iodid
Quecksilber(IV)-Verbindungen: Quecksilber(IV)-fluorid Vorlage:Klappleiste/Ende