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Heimertshausen

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Heimertshausen
Stadt Kirtorf
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(297)&title=Heimertshausen 50° 45′ N, 9° 10′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(297) 50° 44′ 34″ N, 9° 9′ 35″ O
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Höhe: 286 m ü. NHN
Fläche: 10,4 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 297<ref name="ST">Stadtteil Heimertshausen. Stadt Kirtorf, abgerufen am 30. Juli 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 36320
Vorwahl: 06635

Heimertshausen ist ein Stadtteil von Kirtorf im Norden des mittelhessischen Vogelsbergkreises.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Am 26. Juni 1272 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt: „... in villam nostram in Heimershusen ...“. (In unserem Dorf Heimertshausen).<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1–3. Leipzig 1879–1899. Band 1. Nr. 295.</ref> Dieser Verkauf wurde in einem Kopiar aus dem 14. Jahrhundert überliefert. Die Herren von Romrod verkauften das ganze Dorf an das Haus des Deutschritterordens in Marburg mit allen Rechten.<ref>Ursula Braasch-Schwersmann: Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft. = Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte 11. Herausgegeben vom HessischenArthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 414, S. 309. Landesamt für geschichtliche Landeskunde. Dissertation. Marburg 1989. S. 182.</ref> 1272 wird auch die Siedlungsform villa für den Ort angegeben. Elf Jahre später lautet ein Eintrag: „... apud villam Heimershusin ...“ (Beim Dorf Heimertshausen)<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 414, S. 309.</ref> und schließlich 1370: „... uz Heimuodeschem...“<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 3. Nr. 1104, S. 102.</ref>

Der Ortsname wird als „Siedlung des Heimwart“ erklärt.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 171.</ref>

Standesherren waren die Herren von Romrod und später die Herren von Lehrbach, die den Ort an den Deutschritterorden Haus Marburg verkauften, die ihn schließlich 1528 ebenfalls veräußerten.<ref>Ulrich Weiss: Die Gerichtsverfassung in Oberhessen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. = Schriften des hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde 37 (1978), S. 272, Anmerkung 52.</ref> Dann folgten die hessischen Landgrafen.

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Heimertshausen:

„Heimertshausen (L. Bez. Kirtorf) evangel. Filialdorf; liegt an dem Kleinbach, 1 St. von Kirtorf, hat 1 Kirche, 67 Häuser und 401 evangelische Einwohner. In der Gemarkung wurde früher Bergbau getrieben.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Am 1. August 1972 wurde Heimertshausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch Landesgesetz in die Stadt Kirtorf eingegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Alsfeld und Lauterbach (GVBl. II 330-12) vom 1. August 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 215, § 1 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref name=Gemeindeverzeichnis1970bis1982></ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Heimertshausen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Heimertshausen das „Amt Romrod“ zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Homberg an der Ohm“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Homberg an der Ohm, das für Heimertshausen zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Homberg an der Ohm“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> Gleichzeitig wurde Heimertshausen dem Bereich des Amtsgerichts Alsfeld zugeordnet.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Heimertshausen 318 Einwohner. Darunter waren 3 (0,9 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 57 Einwohner unter 18 Jahren, 99 zwischen 18 und 49, 81 zwischen 50 und 64 und 81 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 120 Haushalten. Davon waren 27 Singlehaushalte, 42 Paare ohne Kinder und 39 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 30 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 66 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1791: 330 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 318 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 335 Einwohner, 60 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 401 Einwohner, 67 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 366 Einwohner, 65 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Heimertshausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2015
Jahr  Einwohner
1791
  
330
1800
  
318
1806
  
335
1829
  
401
1834
  
381
1840
  
380
1846
  
377
1852
  
362
1858
  
353
1864
  
377
1871
  
365
1875
  
358
1885
  
320
1895
  
335
1905
  
358
1910
  
318
1925
  
324
1939
  
321
1946
  
545
1950
  
524
1956
  
413
1961
  
363
1967
  
354
1970
  
361
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
318
2015
  
292
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />; Stadt Kirdorf: Stadtteile im Webarchiv

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 401 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="lagis" />
• 1961: 301 evangelische (= 82,92 %), 57 katholische (= 15,70 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Ortsbeirat

Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Ortsvorsteher ist Horst Krick.<ref>Ortsbeirat Heimertshausen. Abgerufen am 30. Juli 2025.</ref>

Verkehr

Durch den Ort führt die Landesstraße 3151. Den öffentlichen Personennahverkehr stellen Busse der Linie VB 13 der Verkehrsgesellschaft Oberhessen im Rhein-Main-Verkehrsverbund sicher.

Infrastruktur

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Heimertshausen, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 422 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 179 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 189 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 230 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 38 und 78, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Literatur

Weblinks

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