Zum Inhalt springen

DKW 4=8

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. Februar 2026 um 09:41 Uhr durch imported>Dk1909 (Komma vor „sondern“, „indem“, „wobei“ etc.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
DKW
Bild
Bild
DKW Schwebeklasse im museum mobile in Ingolstadt
4=8

Verkaufsbezeichnung P, V 800, V 1000, Sonderklasse, Schwebeklasse
Produktionszeitraum 1929–1940
Klasse Untere Mittelklasse
Karosserieversionen Tourenwagen, Limousine, Cabriolet
Motoren Zweitakt-Ottomotoren:
0,78–1,05 Liter
(14,7–23,5 kW)
Länge 3600–4300 mm
Breite 1380–1600 mm
Höhe 1510–1650 mm
Radstand 2600–2850 mm
Leergewicht 750–1000 kg

Vorgängermodell DKW Typ P

Der DKW 4=8 ist ein Pkw der Marke DKW mit , der von den Zschopauer Motorenwerken J. S. Rasmussen (ab Mitte 1932 der neu gegründeten Auto Union AG) als Nachfolger des 1929 eingestellten Kleinwagens DKW P 15 PS hergestellt wurde. Die Vierzylinder-Zweitakt-V-Motoren wurden vom DKW-Stammwerk Zschopau hergestellt; die Fahrzeuge im Werk Berlin-Spandau montiert.

Die Bezeichnung 4=8 sollte verdeutlichen, dass ein Vierzylinder-Zweitaktmotor einem Achtzylinder-Viertakter entspreche, da hier auf jede Kurbelwellenumdrehung ein Arbeitstakt kommt, während der Viertaktmotor nur in jeder zweiten Kurbelwellenumdrehung einen Arbeitstakt ausführt. – Die Laufruhe (Massenausgleich) des Zweitaktmotors ist allerdings nicht besser, sondern nur die Gleichförmigkeit der Kraftabgabe.

Geschichte

Der erste DKW P 25 PS wurde im November 1928 auf der 21. Internationalen Automobil-Ausstellung in Berlin gezeigt, dann aber nur in wenigen Exemplaren gefertigt. Er wurde ausschließlich als zweitürige Limousine angeboten. Der 25 PS (18 kW) starke Motor mit 1 Liter Hubraum trieb über ein Dreigang-Getriebe mit Schalthebel in der Wagenmitte die Hinterräder an. Der P 25 PS hatte wie sein Vorgänger eine selbsttragende Karosserie aus Sperrholz mit Kunstlederbezug, aber mit 2,8 m einen um 10 cm verlängerten Radstand. Ebenso übernommen wurden die beiden Starrachsen mit Querblattfedern.

Datei:Vkm strasse motor-dkw-4=8-v800.JPG
Schnittmodell von Motor und Getriebe (ausgestellt im Verkehrsmuseum Dresden)

Der Gaswechsel des Motors erfolgte nicht wie sonst bei DKW-Motoren allgemein üblich mit Kurbelgehäusespülung, sondern mit zwei doppeltwirkenden Kolbenladepumpen. Kolbenober- und Unterseite arbeiteten dabei für jeweils einen der 4 Zylinder. Dadurch hatte der Motor auch keine Mischungsschmierung, sondern zunächst eine Schleuderschmierung und spätere Modelle eine Druckumlaufschmierung.<ref>Siegfried Rauch: DKW – Die Geschichte einer Weltmarke. 3. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-87943-759-9, S. 117–118.</ref> 1930 brachte der Hersteller den DKW V 800 4=8 mit auf 2,7 Meter verringertem Radstand heraus. Der auf 0,8 Liter Hubraum verkleinerte Motor mit 20 PS (14,7 kW) Leistung verbrauchte entgegen den Erwartungen nicht weniger Treibstoff, sondern bewirkte nur schlechtere Fahrleistungen. Zudem überhitzte der wie alle DKW-Motoren mit Thermosiphonkühlung (Wasserkühlung ohne Pumpe) versehene Motor leicht und sprang auch bei Kälte schlecht an. Der V 800 war zweitürig als Cabriolimousine oder Cabriolet lieferbar.

Ab 1931 verwendete man daher wieder den größeren 1-Liter-Motor mit 25 PS. Das Modell mit nun hydraulisch betätigter „Öldruckbremse“ hieß DKW V 1000 4=8 und war mit jeweils zwei Türen als Limousine, Cabrio-Limousine und Cabriolet bis 1932 erhältlich.

Der ansonsten unveränderte Wagen kam im März 1932 als DKW Sonderklasse Typ 432 mit um 6 cm verlängertem Radstand, längerer Karosserie und Vierganggetriebe auf den Markt.

Im Oktober desselben Jahres löste der DKW 1001 Sonderklasse mit einem um weitere 9 cm auf 2,85 m vergrößerten Radstand und einem PS mehr Motorleistung den Typ 432 ab. Er hatte hinten eine „Schwebeachse“ mit hochgelegter Querblattfeder. Die Karosserie war eleganter, aber genauso wenig dauerhaft wie die der Vorgänger. Die Holzkonstruktion hing bald zwischen den Achsen durch und einige ältere Exemplare sollen sogar in der Mitte auseinandergebrochen sein.

Datei:Wilhelm Walther, Ausflug, Jux, 1-077-078-7785.tif
DKW Sonderklasse 1001 Kübelwagen

Von 1934 bis 1935 wurden 295 Kübelwagen als Sonderserie für Behörden gebaut.<ref name="DKW-1001-Kübel" />

Mit zwei „Schwebeachsen“ folgte im Februar 1934 die DKW Schwebeklasse mit stromlinienförmiger Karosserie. Ab Januar 1935 leistete deren Motor mit zwei Vergasern 30 PS (22 kW). Von Juli 1935 bis zum Ende der Fertigung im April 1937 war ein neu konstruierter Motor mit 1,05 Liter Hubraum und 32 PS (23,5 kW) eingebaut. Die Schwebeklasse war als zweitürige Limousine oder Cabrio-Limousine erhältlich.

Mit dem Motor der letzten Schwebeklasse erschien im Februar 1937 wieder eine DKW Sonderklasse mit dem Fahrgestell und der Ganzstahlkarosserie des Wanderer W24. Damit waren die Probleme mit den sich verziehenden, durchhängenden und schließlich in der Mitte brechenden Holzkarosserien behoben. Die Sonderklasse wurde 1940 eingestellt.

Insgesamt entstanden in elf Jahren von allen DKW 4=8-Modellen knapp 26.000 Stück, davon rund 8000 DKW-Sonderklasse mit Ganzstahlkarosserie.

Technische Daten

Typen P 4=8, V 800, V 1000, 432 Sonderklasse und 1001 Sonderklasse

4=8 (P 25 PS) V 800 4=8 V 1000 4=8 Sonderklasse Typ 432 1001 Sonderklasse
Bauzeitraum 1929 1930–1931 1931–1932 1932 1932–1934
Aufbauten L2 L2, Cb2 L2 T4, L2
Motor Vierzylinder-Zweitakt-V-Motor, Thermosiphonkühlung
Motorsteuerung Kolbenkantensteuerung
Motoraufladung 2 Kolbenladepumpen, doppelt wirkend
Bohrung × Hub 68 mm × 68 mm 68 mm × 68,5 mm
Hubraum 980 cm³ 782 cm³ 990 cm³
Nennleistung 25 PS (18,4 kW) 20 PS (14,7 kW) 25 PS (18,4 kW) 26 PS (19,1 kW)
Motorschmierung Schleuderschmierung, spätere Modelle Druckumlaufschmierung
Verbrauch 10 l/100 km 11 l/100 km 12 l/100 km
Höchstgeschwindigkeit 90 km/h 85 km/h 90 km/h 95 km/h 90 km/h
Leergewicht 780 kg 750 kg 780 kg 800 kg 980 kg
zul. Gesamtgewicht 1130 kg 1100 kg 1130 kg 1150 kg 1280 kg
Elektrik 6 Volt
Länge 3600 mm 3680 mm 4000 mm 4150 mm
Breite 1450 mm 1380 mm 1400 mm 1500 mm
Höhe 1620 mm 1650 mm 1560 mm
Radstand 2800 mm 2700 mm 2760 mm 2850 mm
Spur vorn/hinten 1100 mm/1200 mm 1110 mm/1120 mm 1120 mm/1170 mm 1250 mm/1250 mm
Wendekreis 12 m

Typen mit stromlinienförmiger Karosserie

Schwebeklasse (bis 1935) Schwebeklasse (ab 1935) Sonderklasse (ab 1937)
Bauzeitraum 1934–1935 1935–1937 1937–1940
Aufbauten L2
Motor Vierzylinder-Zweitakt-V-Motor, Thermosiphonkühlung
Motorsteuerung Kolbenkantensteuerung
Motoraufladung 2 Kolbenladepumpen, doppelt wirkend
Bohrung × Hub 68 mm × 68,5 mm 70 mm × 68,5 mm
Hubraum 990 cm³ 1054 cm³
Nennleistung 26–30 PS (19,1–22 kW) 32 PS (23,5 kW) bei 3800/min
Motorschmierung Druckumlaufschmierung
Verbrauch 12,5 l/100 km 13 l/100 km
Höchstgeschwindigkeit 90 km/h 95 km/h
Leergewicht 1000 kg 975 kg
zul. Gesamtgewicht 1400 kg 1375 kg
Elektrik 6 Volt
Länge 4300 mm 4150 mm
Breite 1590 mm 1600 mm
Höhe 1560 mm 1510 mm
Radstand 2850 mm 2600 mm
Spur vorn/hinten 1300 mm/1250 mm 1300 mm/1320 mm
Wendekreis 10 m

Quelle

  • Werner Oswald: Deutsche Autos 1920–1945. 10. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-87943-519-7.

Weblinks

Commons: DKW-Fahrzeuge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="DKW-1001-Kübel"> Karsten Bauermeister: DKW Sonderklasse 1001 Kübelwagen. traumautoarchiv.de, abgerufen am 8. Februar 2021. </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Modelle vor 1945: Typ P | 4=8 (V 800 / V 1000 / Sonderklasse / Schwebeklasse)
F 1 | F 2 | F 4 | F 5 | F 7 | F 8 | F 9 (Prototyp)

Modelle nach 1945: F 10 | Meisterklasse (F 89) | Sonderklasse (F 91) | 3=6 (F 93/94) | Monza
Junior | F 11 / F 12 | F 102

Gelände- und Nutzfahrzeuge: (F 91/4) Munga | DKW-Schnellaster | DKW F 1000 L

Markenname Auto Union: 1000 / 1000 Sp

Abgeleitete Modelle: IFA F 8 | IFA F 9 | Audi F 103

Vorlage:Klappleiste/Ende