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2-Mercaptobenzothiazol

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Struktur von Mercaptobenzothiazol
Allgemeines
Name 2-Mercaptobenzothiazol
Andere Namen
  • 2-Mercaptobenzothiazol
  • 2-Mercaptobenzthiazol
  • Benzothiazol-2-thiol
  • 2-Benzothiazolthiol
  • MBT
  • 2-Sulfanylbenzothiazol
  • Captax
Summenformel C7H5NS2
Kurzbeschreibung

farblose bis gelbliche monokline Nadeln oder Blättchen mit unangenehmem Geruch<ref name="Römpp">Eintrag zu 1,3-Benzothiazol-2-thiol. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 205-736-8
ECHA-InfoCard 100.005.216
PubChem 697993
ChemSpider 608157
DrugBank DB11496
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 167,24 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,42 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

182 °C<ref name="Römpp" />

pKS-Wert

6,94±0,05<ref>Photolysis of 2-mercaptobenzothiazole in aqueous medium: Laboratory and field experiments. In: Journal of Photochemistry and Photobiology A: Chemistry. Band 167, Nr. 2–3, 2004, S. 121–126, doi:10.1016/j.jphotochem.2004.04.010.</ref>

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.005.216">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 317​‐​410
P: 261​‐​272​‐​273​‐​280​‐​302+352​‐​333+313<ref name="GESTIS" />
MAK

4 mg·m−3<ref name="GESTIS" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Mercaptobenzothiazol ist eine organische Verbindung aus der Gruppe der Heteroaromaten. Sie kann bei Hautkontakt sensibilisieren und eine Kontaktallergie auslösen.<ref name="BG-Chemie" /> Für die allergene Wirkung ist die Thiolgruppe entscheidend.<ref>I. Chipinda, X. D. Zhang, R. H. Simoyi, P. D. Siegel: Mercaptobenzothiazole allergenicity-role of the thiol group. In: Cutan Ocul Toxicol. 27(2), 2008, S. 103–116, PMID 18568896.</ref>

Herstellung

Die industrielle Synthese von Mercaptobenzothiazol verwendet Anilin, Schwefel und Schwefelkohlenstoff als Ausgangsstoffe. Diese Reagenzien werden in einem Autoklaven bei Drücken zwischen 850 und 1100 psi (5,86 bis 7,58 MPa) auf 235–240 °C erhitzt.<ref name="PAT1">Patent US2090233: Process for manufacture of mercapto aryl thiazoles. Angemeldet am 1. November 1935, veröffentlicht am 17. August 1937, Anmelder: Wingfoot, Erfinder: Harold P Roberts.</ref>

Mercaptobenzothiazol-Synthese
Mercaptobenzothiazol-Synthese

Verwendung

Mercaptobenzothiazol wird seit 1920 als Vulkanisationsbeschleuniger (Semiultrabeschleuniger) und Alterungsschutzmittel in bei Gummiherstellung verwendet. Es findet sich unter anderem:

Er wurde bei Goodyear 1916 von Clayton Wing Bedford (1885–1933) entwickelt (Captax).

Sicherheitshinweise

Der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) beträgt 4 mg·m−3 gemessen in der einatembaren Fraktion, die Geruchsschwelle 12 mg·m−3.

2-Mercaptobenzothiazol wurde 2013 von der EU gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Hierbei werden die Auswirkungen des Stoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. Folgemaßnahmen eingeleitet. Ursächlich für die Aufnahme von 2-Mercaptobenzothiazol waren die Besorgnisse bezüglich der Einstufung als CMR-Stoff, Verbraucherverwendung, Exposition empfindlicher Bevölkerungsgruppen, hoher (aggregierter) Tonnage und weit verbreiteter Verwendung sowie der vermuteten Gefahren durch sensibilisierende Eigenschaften. Die Neubewertung fand seit 2013 statt und wurde von Deutschland durchgeführt. Anschließend wurde ein Abschlussbericht veröffentlicht: Aufgrund möglicher allergieauslösender Wirkung wird empfohlen, die Verwendung von Benzothiazol-2-thiol bei der Vulkanisation von Gummi in Konsumartikeln so weit wie möglich zu minimieren, um deren sichere Handhabung zu gewährleisten.<ref>Europäische Chemikalienagentur (ECHA): Substance Evaluation Report und Conclusion Document.</ref><ref>Community Rolling Action Plan (CoRAP) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA): Vorlage:Linktext-CheckVorlage:Abrufdatum </ref>

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) bewertete 2-Mercaptobenzothiazol Anfang 2016 als möglicherweise krebsauslösend.<ref></ref>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein