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Zenon von Kition

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Datei:Paolo Monti - Servizio fotografico (Napoli, 1969) - BEIC 6353768.jpg
Büste des Zenon von Kition, Archäologisches Nationalmuseum Neapel, Inventarnummer 6128

Zenon von Kition (griechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} geboren wahrscheinlich 333/332 v. Chr. in Kition; gestorben 262/261 v. Chr.), auch Zenon der Jüngere genannt, war ein hellenistischer Philosoph und Begründer der Stoa.

Leben und Lehre

Zenon war der Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns namens Mnaseas.<ref name="steinmetz94-519">Peter Steinmetz: Zenon aus Kition. In: Hellmut Flashar (Hrsg.): Die hellenistische Philosophie (= Die Philosophie der Antike. Band 4). Schwabe, Basel 1994, ISBN 3-7965-0930-4, S. 519.</ref> In welchem Jahr er geboren wurde, ist nicht sicher. Die meisten Forscher halten die Daten, die sein Schüler Persaios in der Schrift {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} nennt,<ref name="persaios-daten">Peter Steinmetz: Zenon aus Kition. In: Hellmut Flashar (Hrsg.): Die hellenistische Philosophie (= Die Philosophie der Antike. Band 4). Schwabe, Basel 1994, ISBN 3-7965-0930-4, S. 518.</ref> für am glaubwürdigsten.<ref name="steinmetz94-519"/> Demnach war sein Geburtsjahr 333/332 v. Chr.<ref name="persaios-daten"/>

Obwohl es Indizien dafür gibt, dass er semitischen Ursprungs war, war Zenon bereits von seinem Elternhaus her mit griechischer Sprache und Philosophie vertraut, so hat sein Vater von seinen Reisen etwa sokratische Schriften nach Kition mitgebracht.<ref name="steinmetz94-519"/>

312/311<ref name="persaios-daten"/> kam er nach Athen. Als ersten Philosophen hörte er dort den Kyniker Krates von Theben. Danach waren auch die Megariker Stilpon und Diodoros Kronos und schließlich der Akademiker Polemon seine Lehrer.<ref name="steinmetz94-520">Peter Steinmetz: Zenon aus Kition. In: Hellmut Flashar (Hrsg.): Die hellenistische Philosophie (= Die Philosophie der Antike. Band 4). Schwabe, Basel 1994, ISBN 3-7965-0930-4, S. 520.</ref>

Nach elf Jahren Studium begann Zenon 301/300<ref name="persaios-daten"/> damit, selbst Philosophie zu lehren. In Ermangelung einer Alternative trafen sich er und seine Schüler in der Stoa poikilē („bemalte Säulenhalle“), die der philosophischen Schule der Stoa ihren Namen gab. Es ist nicht bekannt, wann sich die Stoa zu einer organisierten Schule formierte.<ref name="steinmetz94-520"/>

Von seinen Werken hat sich keines erhalten, daher lässt sich seine Lehre nur aus späteren Überlieferungen rekonstruieren. Danach lehrte er, dass es Ziel des Menschen sein müsse, tugendhaft zu leben und nicht seinen Begierden nachzugeben (die Kathēkon-Lehre); den Wechselfällen des Lebens müsse man mit einer souverän-gelassenen, philosophischen, eben „stoischen“ Haltung ruhig begegnen. Das wichtigste Ideal seiner Philosophie ist die Apatheia, die er „die Abwesenheit von Affekten“ nannte. Sie ist nach Zenon am besten zu erreichen durch Indifferenz gegen Schmerz und Lust gleichermaßen. Durch Kontrolle der Affekte erwirbt der Stoiker aber nicht nur die Apatheia, sondern auch Weisheit. Der Mensch ist seiner Ansicht nach ein der göttlichen Vernunft teilhaftiges Wesen, das seiner Bestimmung gerecht wird und zu sich selbst findet, indem es mit der Natur übereinstimmend lebt. Als auf Gemeinschaft angelegtes soziales Wesen ist das menschliche Individuum aber auch zur Mitwirkung an den staatsbürgerlichen Belangen angehalten.<ref>Wilhelm Weischedel: Die philosophische Hintertreppe. Nymphenburger Verlagshandlung, München 1966 (erweiterte Ausgabe 1973, ISBN 3-485-00863-X, Neuauflage 2000), S. 60–69.</ref>

Die wichtigste Quelle zu Zenon bildet Diogenes Laertios, der eine Reihe von Anekdoten über den Stoiker überliefert hat. Danach sei Zenon hager und asketisch mit einem etwas vernachlässigten Äußeren gewesen, was ihn in die Nähe der Kyniker rücken würde. Er war allerdings mit Persönlichkeiten wie Chremonides und Antigonos II. Gonatas befreundet.<ref>Peter Steinmetz: Zenon aus Kition. In: Hellmut Flashar (Hrsg.): Die hellenistische Philosophie (= Die Philosophie der Antike. Band 4). Schwabe, Basel 1994, ISBN 3-7965-0930-4, S. 520–521.</ref> 262/261 starb Zenon; er soll sich erhängt oder zu Tode gehungert haben, nachdem er sich eine leichte Verletzung zugezogen hatte.<ref name="steinmetz94-521">Peter Steinmetz: Zenon aus Kition. In: Hellmut Flashar (Hrsg.): Die hellenistische Philosophie (= Die Philosophie der Antike. Band 4). Schwabe, Basel 1994, ISBN 3-7965-0930-4, S. 521.</ref> Man richtete ihm ein prächtiges Begräbnis aus; sein positiver moralischer Einfluss insbesondere auf die Jugend wurde geschätzt.<ref>Diogenes Laertios, Über Leben und Lehren der Philosophen 7,10–12; 7,29.</ref>

Werke

Diogenes Laertios’ Schriftenverzeichnis

Diogenes Laertios listet folgende 19 Titel auf:<ref name="steinmetz-schriftenverzeichnis">Peter Steinmetz: Zenon aus Kition. In: Hellmut Flashar (Hrsg.): Die hellenistische Philosophie (= Die Philosophie der Antike. Band 4). Schwabe, Basel 1994, ISBN 3-7965-0930-4, S. 521–522.</ref>

Ethische Schriften

  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Der Staat“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Über das naturgemäße Leben“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Über Motivation oder Über die Natur des Menschen“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Über die Leidenschaften“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Über das Angemessene“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Über das Gesetz“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Über griechische Erziehung“)

Physikalische Schriften

  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Über die Sicht“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Über das All“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Über sprachliche Zeichen“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Pythagoreisches“)

Logische Schriften

  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Umfassendes“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Über sprachliche Mittel“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („5 Bücher über homerische Probleme“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Über den Vortrag von Dichtung“)

Ohne Angabe eines Sachgebietes

  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Handwerk“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Lösungen“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („2 Bücher Argumentationen“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Kommentare des Krates zur Ethik“)

Weitere Titel

Außerdem sind folgende 6 Titel bekannt:<ref name="steinmetz-schriftenverzeichnis"/>

  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ("Über die Substanz")
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ("Über die Natur")
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ("Über die Sprache")
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ("Zur Theogonie Hesiods")
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ("Populärwissenschaftliche Traktate")
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ("Anekdoten")

Rezeption

Datei:Zenon z Kitionu 2.jpg
Denkmal zu Ehren Zenons in Larnaka

Zenon unterrichtete unter anderem Persaios von Kition, Ariston von Chios, Herillos aus Kalchedon, Dionysios Metathemenos, Kleanthes, Sphairos vom Borysthenes, Philonides von Theben, Kallipos von Korinth, Poseidonios von Alexandria, Athenodoros von Soloi und Zenon von Sidon.<ref name="steinmetz94-521"/>

Der Mondkrater Zeno ist nach dem Philosophen benannt.<ref>Zenon von Kition im Gazetteer of Planetary Nomenclature der IAU (WGPSN) / USGS</ref>

Literatur

  • Robert Bees: Zenons Politeia. Brill, Leiden 2011, ISBN 978-90-04-19202-7.
  • Maximilian Forschner: Stoa, Stoizismus. In: Joachim Ritter (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 7, Basel/Stuttgart 1974, S. 176–185.
  • Maximilian Forschner: Die ältere Stoa. In: Friedo Ricken (Hrsg.): Philosophen der Antike. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln 1996, S. 24–39.
  • Matthias Gatzemeier: Zenon von Kition, in: Jürgen Mittelstraß (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. 2. Auflage. Band 8: Th – Z. Stuttgart, Metzler 2018, ISBN 978-3-476-02107-6, S. 662 f. (Lexikonartikel mit ausführlichem Literaturverzeichnis).
  • Jean-Baptiste Gourinat, Jörn Lang: Zénon de Citium. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 7, CNRS Éditions, Paris 2018, ISBN 978-2-271-09024-9, S. 364–396
  • Peter Steinmetz: Zenon aus Kition. In: Hellmut Flashar (Hrsg.): Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie der Antike, Bd. 4/2: Die hellenistische Philosophie. Schwabe, Basel 1994, ISBN 3-7965-0930-4, S. 518–554

Einzelnachweise

<references />

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