Zeno Vinzenz von Goëss
Zeno Vinzenz Graf von Goëss (* 26. Oktober 1846 in Graz; † 14. Mai 1911 in Klagenfurt) war k. u. k. Kämmerer und Wirklicher Geheimer Rat, österreichischer Offizier, Gutsverwalter sowie Politiker, langjähriger Landeshauptmann von Kärnten.
Leben
Zeno Goëss war der ältere Bruder des Statthalters von Triest Leopold Graf von Goëss, Neffe des Grafen Johann Anton von Goëss sowie Onkel von Johann Zeno Goëss und Haupt der Sekundogenitur. Er lebte, obwohl Primogenitur, auf Schloss Gradisch und überließ Ebenthal seinem Bruder Leopold, weil er verheiratet war und viele Kinder hatte (1891). Nach dem frühen Tod seines Vaters Peter Karl (* 17. Dezember 1807 in Graz; † 26. Februar 1852 in Wien) war er unter der Vormundschaft seiner Mutter Maria Johanna, geborene Gräfin von Welserheimb Freiin zu Gumptenstein (* 6. Mai 1824 in Graz; † 4. Dezember 1896 in Wien) gestanden.<ref>zeno.org</ref>
Er absolvierte die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt und diente anschließend als Leutnant bei den k. u. k. Kaiserdragonern, bevor er sich der Politik widmete.<ref>Stammtafel des Hauses Goëss in Kärnten (1680–1873)</ref><ref name="Ernst Rutkowski">Ernst Rutkowski (Hrsg.): Briefe und Dokumente zur Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie. Teil 1. 1983, S. 86.</ref>
Der Graf war von 1880 bis 1909 Abgeordneter des Kärntner Landtags, wurde sodann als Vertreter der Kurie des Großgrundbesitzes 1888 in den österreichischen Reichsrat gewählt und war dort bis Anfang 1897 tätig. Er fungierte auch als Erblandstabelmeister in Kärnten.<ref>Goëss Zeno Vinzenz Graf. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 19.</ref>
Goëss wurde in der Ära des Ministerpräsidenten Graf Badeni am 26. Januar 1897 Landeshauptmann von Kärnten und ersetzte den liberalen Politiker Joseph Duclas Erwein in diesem Amt.<ref>Neue Freie Presse, vom 15. Mai 1911, S. 5.</ref><ref>Liste der Landeshauptleute von Kärnten</ref> In dieser Funktion setzte er sich besonders für den Bau des Landeskrankenhauses und des Künstlerhauses ein. 1903 gab er eine Büste Kaiser Franz Josephs für den Empfangsraum im Klagenfurter Landhaus beim bekannten österreichischen Bildhauer Josef Valentin Kassin in Auftrag. Die gut erhaltene Skulptur in Carraramarmor wird seit 1919 im Klagenfurter Landesmuseum aufbewahrt.<ref>Robert Wlattnig: Josef Kassin (1856–1931). Ein bedeutender Klagenfurter Bildhauer zwischen Historismus und Moderne. Forschungsprojekt des Landesmuseums für Kärnten zum 70. Todesjahr des Künstlers. In: Rudolfinum. Jahrbuch des Landesmuseums für Kärnten. 2000, S. 207–218 (Vorlage:ZOBODAT).</ref> Das Amt des Landeshauptmanns hatte er bis zum 21. September 1909 inne.<ref>aeiou.at</ref><ref>Reichspost vom 15. Mai 1911, S. 5</ref><ref name="Ernst Rutkowski" /> Der Graf ließ auch den Kirchturm und das Schulhaus von Gradisch erbauen.
Er war Ehrenbürger zahlreicher Kärntner Gemeinden.<ref>Goëss Zeno Vinzenz Graf. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 19.</ref> Ihm zu Ehren ist eine Straße in Villach benannt.<ref>1001-stadtplan.de</ref> Einen Zeno Goeß Weg gibt es im Moosburger Ortsteil Ratzenegg.<ref>Ohne Titel. Google Maps, abgerufen am 17. Juni 2014.</ref>
Literatur
- Goëss Zeno Vinzenz Graf. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 19.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch des Adels (F-L), Goëß, GB, 1826
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch (F-L), Goëß, GB, 1941
- Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band III, S. 571
- Genealogisches Handbuch des Adels, Bände 6, 23, 54
- Ernst Rutkowski (Hrsg.): Briefe und Dokumente zur Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie. Unter besonderer Berücksichtigung des böhmisch-mährischen Raumes. Teil 1: Der verfassungstreue Grossgrundbesitz 1880–1899 (= Veröffentlichungen des Collegium Carolinum. Band 51, 1). Oldenbourg, München u. a. 1983, ISBN 3-486-51831-3.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Joseph Duclas Erwein | Landeshauptmann von Kärnten 1897–1909 | Leopold Freiherr von Aichelburg-Labia |
Monarchie: Johann Anton von Goëss | Johann Stieger | Joseph Erwein | Zeno Vinzenz von Goëss | Leopold Freiherr von Aichelburg-Labia
Erste Republik: Arthur Lemisch | Florian Gröger | Vinzenz Schumy | Arthur Lemisch | Ferdinand Kernmaier | Ludwig Hülgerth | Arnold Sucher
Deutsches Reich: Wladimir von Pawlowski | Hubert Klausner | Wladimir von Pawlowski | Friedrich Rainer (Reichsstatthalter)
Zweite Republik: Hans Piesch | Ferdinand Wedenig | Hans Sima | Leopold Wagner | Peter Ambrozy | Jörg Haider | Christof Zernatto | Jörg Haider | Gerhard Dörfler | Peter Kaiser | Daniel Fellner
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Goëss, Zeno Vinzenz von |
| ALTERNATIVNAMEN | Goëss, Zeno Vinzenz Graf von |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Offizier und Politiker, Landtagsabgeordneter |
| GEBURTSDATUM | 26. Oktober 1846 |
| GEBURTSORT | Graz |
| STERBEDATUM | 14. Mai 1911 |
| STERBEORT | Klagenfurt |
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- Kämmerer (Habsburgermonarchie)
- Landeshauptmann (Kärnten)
- Abgeordneter zum Abgeordnetenhaus (Österreich)
- Landtagsabgeordneter (Kärnten)
- Militärperson (Österreich-Ungarn)
- Politiker (19. Jahrhundert)
- Politiker (20. Jahrhundert)
- Absolvent der Theresianischen Militärakademie
- Familienmitglied des Adelsgeschlechts Goëss
- Titulargraf (Goëss)
- Person (Kaisertum Österreich)
- Geboren 1846
- Gestorben 1911
- Mann