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Zeltschach (Gemeinde Friesach)

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Zeltschach (Dorf)
Ortschaft
Zeltschach (Gemeinde Friesach) (Österreich)
Zeltschach (Gemeinde Friesach) (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland St. Veit an der Glan (SV), Kärnten
Gerichtsbezirk Sankt Veit an der Glan
Pol. Gemeinde Friesach  (KG Zeltschach)
Koordinaten 46° 58′ 13″ N, 14° 26′ 35″ OKoordinaten: 46° 58′ 13″ N, 14° 26′ 35″ O
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f3f0
Einwohner der Ortschaft (k. A. Hilfef3f0)
Gebäudestand 70 (1. Jän. 2021f1)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 01814
Zählsprengel/ -bezirk Zeltschach (20505 005)
Bild
Zeltschach, vom Süden gesehen
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; KAGIS

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Zeltschach ist eine Ortschaft in der Gemeinde Friesach im Bezirk St. Veit an der Glan in Kärnten (Österreich) und war Gemeindehauptort der 1890 bis 1972 bestehenden Gemeinde Zeltschach. Die Ortschaft hat Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft Einwohner (Stand <ref name="Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft 01814">Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft</ref>).

Geographie

Zeltschach liegt im Guttaringer Bergland, etwa 3 ½ km Luftlinie nordöstlich des Gemeindehauptorts Friesach, in der Katastralgemeinde Zeltschach, in 817 m Seehöhe. Auch wenn in der Antike und im Mittelalter wichtige Verkehrswege durch den Ort führten, liegt der Ort heute abseits der Hauptstraßen, nahezu in einer Sackgasse.

In der Ortschaft werden folgende Hofnamen geführt: Thurnhof (Haus Nr. 1), Rasch (Nr. 4), Friedl (Nr. 5), Solderer (Nr. 9), Pichl (Nr. 13), Oberer Schneider (Nr. 14), Stiegenbauer (Nr. 15), Lakenwirth (Nr. 16), Bachkeusche (Nr. 17), Mooskeusche (Nr. 18), Fressmühle (Nr. 19a), Hackbrettler (Nr. 20), Schmidt (Nr. 21), Preis (Nr. 24), Zimmermann (Nr. 25) und Keuschenbauer (Nr. 26).

Geschichte

Der Ortsname leitet sich vom Alpenslawischen sedǝlce ab, was so viel wie kleiner (Berg)Sattel bedeutet.<ref>Heinz-Dieter Pohl: Kärntner Ortsnamen. S. 109.</ref> Der Ortsname verweist ebenso wie jener der benachbarten Ortschaft Sattelbogen auf den alten Wegübergang aus dem Raum Friesach-Zeltschach nach Norden ins Neumarkter Hochtal.

Schon die frühe urkundliche Erwähnung im Jahre 898 zeugt von der historischen Bedeutung im Mittelalter. Kaiser Arnulf von Kärnten hatte hier in diesem Jahr seinem Gefolgsmann Zwentibolch Lehensbesitz geschenkt, der später an Hemma von Gurk überging, die mit dem vor allem in der Untersteiermark begüterten Markgrafen Wilhelm an der Sann verheiratet war. Später besaßen die Herren von Peggau, benannt nach einer Burg an der Mur in der Steiermark, das Gut Zeltschach, das als Lehen vom Gurker Bischof herrührte.

Die Grafschaft Friesach und Zeltschach umfasste das Gebiet von der Flattnitz im Westen, dem Oberen Murtal im Norden, dem Gurktal im Süden und Zeltschach im Osten.<ref>Joseph Mitterdorfer: Die alte Grafschaft Friesach und Zeltschach in Kärnten. In: Carinthia. Ein Wochenblatt zum Nutzen und Vergnügen / Carinthia / Carinthia. Constitutionelles Blatt für Zeitinteressen, 20. September 1817, S. 1 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/car</ref>

Der ab dem 13. Jahrhundert am Zeltschachberg und am Dobritsch abgebaute Silber- und Eisenerzabbau, der am Gaisberg noch bis ins 19. Jahrhundert hinein betrieben wurde, verhalf dem Ort zu Reichtum und begünstigte auch die Entwicklung der nahen Stadt Friesach. Aus dem Silber wurde unter anderem der Friesacher Pfennig geprägt.

Bauwerke

Die gotische Pfarrkirche Zeltschach besitzt einen romanischen Turm und ein reich profiliertes Westportal. Die Altäre sind dem Rokoko zugeordnet, der Hochaltar stammt aus dem Jahre 1756. Blumen- und Rankenmalereien stammen aus der Zeit um 1500.

Der Pfarrhof sowie der westlich des Dorfs liegende Thurnhof (der Name weist auf einen Turm hin) haben jeweils einen mittelalterlichen Kern und gehen wohl auf Wehrbauten zurück. Die im Volksmund Hemmaburg genannten Reste eines weiteren mittelalterlichen Wehrbaus, der mitunter für die Stammburg der Zeltschacher gehalten wird, liegen hingegen etwas südlich von Zeltschach im Bereich der Nachbarortschaft Schwall.

Bevölkerungsentwicklung

Für die Ortschaft ermittelte man folgende Einwohnerzahlen:

  • 1869: 26 Häuser, 184 Einwohner<ref name=OR1869>K. K. Statistische Central-Commission: Orts-Repertorium des Herzogthumes Kärnten. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1869. Carl Gerold’s Sohn, Wien 1872, S. 64.</ref>
  • 1880: 26 Häuser, 144 Einwohner<ref name=OVZ1880>K. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. December 1880. Alfred Hölder, Wien 1882, S. 51.</ref>
  • 1890: 26 Häuser, 142 Einwohner<ref name=OR1890>K. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im Österreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. V. Kärnten. Alfred Hölder, Wien 1894, S. 53.</ref>
  • 1900: 27 Häuser, 158 Einwohner<ref name=GL1900>K. K. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1900. V. Kärnten. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1905, S. 70.</ref>
  • 1910: 26 Häuser, 142 Einwohner<ref name=OR1910>Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der Österreichischen Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. V. Kärnten. Verlag der Staatsdruckerei, Wien 1918, S. 35.</ref>
  • 1923: 25 Häuser, 130 Einwohner<ref name=OV1923>Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930, Abschnitt Kärnten, S. 14.</ref>
  • 1934: 130 Einwohner<ref name=OV1934>handschriftlicher Nachtrag im Ortsverzeichnis 1923 (Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930.) mit der Signatur II 28238 der Universitätsbibliothek Klagenfurt. Abschnitt Kärnten, S. 14.</ref>
  • 1961: 32 Häuser, 191 Einwohner<ref name=OV1961>Österreichisches Statistisches Zentralamt: Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 21. März 1961. Österreichische Staatsdruckerei, 1965, S. 254.</ref>
  • 2001: 50 Gebäude (davon 44 mit Hauptwohnsitz) mit 56 Wohnungen; 156 Einwohner und 5 Nebenwohnsitzfälle; 53 Haushalte; 3 Arbeitsstätten, 11 land- und forstwirtschaftliche Betriebe<ref name=OVZ2001>Statistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis 2001 Kärnten. Wien 2004, S. 102.</ref>
  • 2011: 63 Gebäude, 181 Einwohner, 72 Haushalte, 6 Arbeitsstätten<ref name=OVZ2011>Amt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Kärntner Ortsverzeichnis. Gebietsstand 1. 1. 2014. Klagenfurt 2014.</ref>
  • 2021: 70 Gebäude, 186 Einwohner, 77 Haushalte, 15 Arbeitsstätten<ref name=OVZ2024>Amt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Ortsverzeichnis Kärnten. Daten Volkszählung 2021. Klagenfurt 2024, S. 35.</ref>

Persönlichkeiten

Literatur

  • Günter Blass, Alfred Pichler, Gismar Vorreiter: Die Silbergruben von Zeltschach bei Friesach. In: Carinthia II. 192./112. Jahrgang 112, Klagenfurt 2002, S. 245–254 (Vorlage:ZOBODAT).
  • Joseph Ernst von Koch-Sternfeld: Culturgeschichtliche Forschungen über die Alpen. Zunächst über das dynastische, kirchliche, volkswirthschaftliche und commercielle Element an der Mur, Gurk und Drau, zu Friesach und Zeltschach, an der Save und Saan, und in der windischen Mark; vom VIII. bis in das XI. Jahrhundert. In: Abhandlungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften – Historische Classe. Verlag der Königlichen Akademie, München 1851, S. 1–24 (Vorlage:ZOBODAT).

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Gemeindegliederung von Friesach