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Wolfgang Fiedler (Politiker)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wolfgang Fiedler (* 20. November 1951 in Jena; † 8. Oktober 2025) war ein deutscher Politiker (CDU). Er war 1990 Mitglied der Volkskammer und von 1990 bis 2019 Mitglied des Thüringer Landtags.

Ausbildung und Beruf

Nach dem Besuch der polytechnischen Oberschule (1958–1968) in Stadtroda absolvierte Fiedler von 1968 bis 1970 eine Ausbildung zum Vorfertigungsmechaniker im VEB Carl Zeiss in Jena. Von 1980 bis 1982 nahm er an einer Fortbildung teil und schloss diese als Meister für Feinwerktechnik ab. Anschließend arbeitete Fiedler bis 1990 als Meister und Abteilungsleiter beim VEB Carl Zeiss in Jena.

Persönliches

Wolfgang Fiedler war evangelischen Glaubens, verheiratet, hatte zwei Kinder und war in Tröbnitz zuhause. Er engagierte sich ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen. Als ehrenamtlicher Vorsitzender des Kuratoriums bei der Stiftung Leuchtenburg<ref>Kuratorium der Stiftung Leuchtenburg. Abgerufen am 15. Oktober 2017.</ref> war er maßgeblich bei der Weiterentwicklung der Burganlage mit dem Projekt der Porzellanwelten beteiligt.

Er starb am 8. Oktober 2025 nach Krankheit im Alter von 73 Jahren.<ref>Thüringer CDU trauert: Urgestein Wolfgang Fiedler gestorben. Mitteldeutscher Rundfunk, 9. Oktober 2025, abgerufen am 9. Oktober 2025.</ref>

Politik

1985 trat Wolfgang Fiedler in die Blockpartei CDU der DDR ein. Bei der Volkskammerwahl 1990 wurde er im Wahlkreis 06 (Gera) als Mitglied der Volkskammer gewählt. Seit der ersten Landtagswahl 1990 war Fiedler Mitglied des Thüringer Landtags und darüber hinaus ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Tröbnitz. 1991 wurde er durch den Deutschen Bundestag als Beobachter aus dem früheren Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik ins Europäische Parlament entsandt.<ref>Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und FDP vom 19. Februar 1991 (PDF; 200 kB); Stenographischer Bericht der Bundestagssitzung vom 21. Februar 1991, S. 404 (PDF; 3,1 MB).</ref> Im Thüringer Landtag war er Mitglied des Innenausschusses und innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. In der parlamentarischen Kontrollkommission war er ebenfalls Mitglied. Fiedler war außerdem stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU im Kreistag des Saale-Holzland-Kreises.

Im September 1996 sorgte eine Prügelei in einem Erfurter Bordell, bei der Fiedler verletzt wurde, in Thüringen für einen innenpolitischen Skandal. Fiedler musste danach von fünf Ämtern zurücktreten.<ref>Deckname Bomber. In: Der Spiegel. Nr. 23, 1997 (online2. Juni 1997).</ref><ref>Verlierer mit goldener Nase. In: Der Spiegel. Nr. 51, 2000 (online18. Dezember 2000).</ref><ref>s. auch Die Zeit Ausgabe 17/2002.</ref>

Im Vorfeld der Landtagswahl in Thüringen 2014 wandte sich Fiedler gegen die Linie der CDU-Parteiführung im Land, nach der Wahl mit der Alternative für Deutschland keinesfalls Gespräche über eine mögliche Regierungsbildung zu führen.<ref>Martin Debes: Thüringer CDU-Innenexperte: Koalition mit AfD ist möglich. In: Thüringer Allgemeine. 19. August 2014, abgerufen am 10. Oktober 2025.</ref> Bei der Landtagswahl 2019 trat er nicht mehr an.<ref>Ulli Sondermann-Becker: Thüringen zehn Monate vor der Landtagswahl, mdr.de, 2. Januar 2019, abgerufen am 1. Oktober 2019.</ref> Infolge der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten mit Stimmen der CDU und AfD und der dadurch ausgelösten Regierungskrise in Thüringen sprach sich Fiedler für vorgezogene Neuwahlen aus.<ref>Christine Heuer: Wolfgang Fiedler (CDU) zu Thüringen: „Es gibt für mich nur eins: Neuwahlen“. Deutschlandfunk, 10. Februar 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 1. März 2020.</ref>

Für sein Engagement im Landesfeuerwehrverband und im kulturell-sozialen Bereich, insbesondere für die gemeinnützige Stiftung Leuchtenburg, wurde er 2022 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.<ref>Bundesverdienstkreuz für Wolfgang Fiedler. Abgerufen am 17. März 2022.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

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