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Wilhelm-Raabe-Schule (Hannover)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wilhelm-Raabe-Schule
Datei:Wilhelm Raabe Schule Hannover Eingang.jpg
Gesamtansicht der Willhelm Raabe Schule mit der Turnhalle
Schulform Gymnasium
Gründung 1790
Ort Hannover
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 21′ 52″ N, 9° 44′ 34″ OKoordinaten: 52° 21′ 52″ N, 9° 44′ 34″ O
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Schüler 848 (Stand 2023)
Leitung Matthias Brautlecht<ref name="Vorstellung und Begrüßung">N.N.: Vorstellung und Begrüßung, auf: wr-hannover.de vom 26. August 2021, Archivlink abgerufen am 20. Januar 2025</ref>
Website www.wrs-hannover.de

Die Wilhelm-Raabe-Schule ist ein Gymnasium in Hannover. Seine Geschichte reicht zurück bis in das Jahr 1790.<ref>Unsere Schule. In: Wilhelm Raabe Schule. Abgerufen am 20. Januar 2025.</ref>

Profil der Schule heute

Die Wilhelm-Raabe-Schule ist heute ein koedukatives Gymnasium für die Jahrgänge 5 bis 13. Ein bilingualer Unterricht ist möglich.<ref name="SLH">Hans Kammel: Wilhelm-Raabe-Schule. In: Stadtlexikon Hannover. S. 679.</ref> Regelmäßig lassen Eleven der Schule ihre französischen Sprachkenntnisse über das DELF-Programm offiziell über den Landesverband der Volkshochschulen in Niedersachsen zertifizieren, was ihnen „auch den direkten Zugang zu französischen Hochschulen ermöglicht“.<ref>Sehr erfreuliche Ergebnisse bei der letzten DELF-Prüfung.</ref>

Als „Stützpunktschule“ der HannoverGEN steht den Schülern für Experimente mit Molekularbiologie und Biotechnologie ein modernes Labor zur Verfügung.<ref>H a n n o v e r G E N. 27. September 2012, abgerufen am 20. Januar 2025.</ref>

Im Rahmen von uniKIK hat die Schule eine „Kooperationsvereinbarung mit der Leibniz Universität Hannover zur Anerkennung von Arbeitsgemeinschaften“ der Schüler abgeschlossen.<ref>Kooperationsvereinbarung mit der Leibniz Universität Hannover zur Anerkennung von Arbeitsgemeinschaften.</ref>

Im Sinne der „Welt-Zoo-Naturschutzstrategie“ wird seit 1965 mit der Zooschule Hannover zusammengearbeitet, die dem Schulbiologiezentrum Hannover angegliedert ist.<ref>Zusammenarbeit mit der Zooschule Hannover.</ref>

Neben einem Elternrat<ref>Elternrat. In: Wilhelm Raabe Schule. Abgerufen am 20. Januar 2025.</ref> gibt es einen Förderverein.<ref>Freunde der Wilhelm-Raabe-Schule e. V.</ref>

Den Schülern wird darüber hinaus eine Cafeteria geboten. Die Schülerzahl betrug 899 (Stand 2008).<ref name="SLH" />

Geschichte

Vorgeschichte(n) ab 1787

Nachdem im Kurfürstentum Hannover „der für das Schulwesen engagierte Johann Christoph Salfeld 1787 eigenmächtig eine Hof-Schule für Söhne Königlicher Bediensteter“ in Hannover gegründet hatte, ersuchte er drei Jahre später seinen Landesherrn und Kurfürsten, den in London residierenden King George III. um Erlaubnis zur Führung der „Hofsöhneschule“. Naheliegenderweise genehmigte der Souverän des British Empire 1790 auch die Gelder für die anderen Kinder der Angehörigen des Hofstaats, so dass auch eine „Hoftöchterschule“ eröffnet werden konnte.<ref name="WRS Chronik">Chronik der Wilhelm-Raabe-Schule.</ref>

Die Jungen und Mädchen wurden zwar im selben Haus, aber nebeneinander unterrichtet, in einem Gebäude an der Ecke Burgstraße/Marstallstraße.<ref name="WRS Chronik" />

Noch im Königreich Hannover wurden 1853 beide Schulen von der Stadt Hannover übernommen und als „Höhere Bürgerschule“ für Jungen und „Höhere Töchterschule“ für Mädchen fortgeführt. Ebenso wie die 1854 gegründete „Höhere Mädchenschule“ (heute: Sophienschule) in Linden hatten die Schulen jedoch noch den Charakter lediglich einer Mittelschule.<ref name="GdSH">Dieter Brosius: Wilhelm-Raabe-Schule. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Geschichte der Stadt Hannover. Bd. 2: Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Schlütersches Verlagsanstalt und Druckerei, Hannover 1994, ISBN 3-87706-364-0, S. 369ff., hier: S. 374; (online) </ref>

Gut ein Jahr darauf übersiedelte 1854 die Höhere Töchterschule aus den „schlechten räumlichen Verhältnissen“ beim Marstall in ein neues Schulgebäude „am neuen Aegidientor, […] ungefähr am südlichen Ausgang der jetzigen Prinzenstraße“.<ref name="WRS Chronik" />

Im November 1856 wurde ein „Lehrerinnen-Seminar“ (später „Oberlyzeum“ genannt) mit dem Schulbetrieb „verbunden, dem dann auch eine »Fortbildungsanstalt für erwachsene junge Mädchen« angegliedert wurde“; 16 bis 25 Jahre alte Absolventinnen der Schule, die dann dort zu Lehrerinnen und Erzieherinnen ausgebildet wurden.<ref name="WRS Chronik" />

Ebenfalls 1856 erhielt Auguste Metz (s. u.) vom Magistrat der Stadt Hannover die Erlaubnis, den Schülerinnen dort „Privatunterricht im Turnen zu erteilen“.<ref name="HBL">Dirk Böttcher, Hugo Thielen: Höhere Töchterschule. In: Hannoversches Biographisches Lexikon. S. 77, 251.</ref>

Datei:Karl F. Wunder PC 0325 Hannover Höhere Töchterschule. Bildseite.jpg
Die „Höhere Töchterschule“ um 1898
Ansichtskarte Nr. „325“ von Karl F. Wunder

Ob der steigenden Schülerinnenzahlen und aufgrund mangelhafter Räumlichkeiten wurde 1865/66 wiederum ein neues Schulgebäude erbaut, in der Formensprache der Neoromanik an der Straße „Am Graben 9 (spätere Bezeichnung „Friedrichstraße 1 C“, etwa der heutige Friedrichswall)“. Der Bau wurde am 15. Oktober 1867 eingeweiht, musste aber schon 1872 erheblich erweitert werden durch den Anbau von zwei Seitenflügeln. Doch bald drohte durch die ständig weiter steigende Zahl der Anmeldungen abermals eine Überfüllung, und so wurde in der Nordstadt um Ostern 1879 die „Höhere Töchterschule II“ (das heutige Gymnasium Schillerschule) gegründet, der 1897 die dritte ihrer Art folgte (in der Oststadt, die heutige Sophienschule).<ref name="WRS Chronik" />

Ab 1879 (bis 1898) unterrichtete der Chorleiter und Komponist Wilhelm Bünte (s. u.) an der nun schon als „Höhere Töchterschule I“ unterschiedenen Bildungseinrichtung.<ref name="HBL" />

Unterdessen erfuhr die älteste der drei Schulen, später auch „Lyzeum I“ genannt, mit dem Anbau einer Doppelturnhalle 1895/96 ihre bauliche Vollendung.<ref name="WRS Chronik" />

Die Schule ab 1908

Datei:Karl F. Wunder PC 0990 Hannover. Leinepartie. Blick auf Niedersächsisches Landesmuseum und den späteren Bauplatz der Wilhelm.Raabe-Schule, Bildseite.jpg
Um 1905: Blick über die Leine in Richtung des Provinzialmuseums mit seiner noch unzerstörten Kuppel. Rechts daneben der noch unverstellte Blick zum Bauplatz der Wilhelm-Raabe-Schule.
Ansichtskarte Nummer „990“ von Karl F. Wunder
Datei:Jugenstil-Dekor Bienenfleiß zur Sonnenblume über dem ehemaligen Eingang der Wilhelm-Raabe-Schule Hannover Langensalzastraße 34.jpg
Jugendstil-Dekor am Gebäude mit symbolisiertem Bienenfleiß durch Bienen, die zur Sonnenblume gelangen

1908 brachte die Preußische Mädchenschulreform „die Gleichstellung der höheren Mädchenschulen“ mit denen der Knaben und damit die Erlaubnis, ebenfalls Reifezeugnisse zu vergeben.<ref name="WRS Chronik" /> Noch im selben Jahr wurde das neue Schulgebäude an der Langensalzastraße als „Höhere Töchterschule I, Lehrerinnenbildungsanstalt und Elisabethschule“ durch die Architekten Carl Wolff und Otto Ruprecht vollendet.<ref name="HC">Dieter Brosius: 1908. In: Hannover Chronik. S. 146f., und: 1956. S. 247. (online)</ref><ref>Anm.: In anderer Literatur wird das Datum „1907“ genannt und als Architekt ausschließlich „Ruprecht“; Denkmaltopographie...</ref> Nun konnten die Nutzerinnen in das neue Gebäude unweit des Provinzialmuseums (heute: Niedersächsisches Landesmuseum) einziehen.<ref name="WRS Chronik" /> Bauherr war die Stadt Hannover, die diese Eigenschaft mit dem Kleeblatt an der Fassade symbolisieren ließ,<ref>Foto des Eingangs der Wilhelm-Raabe-Schule.</ref> in Stein gemeißelt über dem sogenannten „Lehrer-Eingang“.<ref name="WRS Chronik" /> Im Kontrast zu den historisierenden Verwaltungsbauten seiner Zeit drückt sich die Architektur des denkmalgeschützten Gebäudes jedoch in der Formensprache des Jugendstils aus. Die Vorhallen und die Treppenhäuser im Inneren sind noch heute in der Original-Gestaltung erhalten.<ref>Wolfgang Neß: Versicherungsanstalt Maschstraße. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1. Bd. 10.1, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege, Friedrich Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft, Braunschweig/Wiesbaden 1983, ISBN 3-528-06203-7, S. 123f.</ref>

Die Erschütterungen des Ersten Weltkriegs wirkten sich kaum auf die Schule aus, und so setzte ab 1919 eine weitere Aufwärtsbewegung ein. 1923 wurde ein Kindergärtnerinnen- und Hortnerinnenseminar angegliedert zur Ausbildung von Frauen nach der Mittleren Reife.<ref name="WRS Chronik" /> Nachdem jedoch für die Ausbildung der Lehrerinnen an Volks- und Mittelschulen eigene „Pädagogische Akademien (in Preußen 1926)“ gegründet wurden, wurde die „Lehrerinnen-Bildungsanstalt“ organisatorisch und räumlich aus dem Schulgebäude ausgegliedert.<ref name="SLH" />

Erst im Dritten Reich erhielt die Schule 1936 ihren heutigen Namen: Der damalige Direktor Hans Roeder (s. u.), ein Raabe-Forscher und -Liebhaber, hatte die Benennung der Schule nach dem Schriftsteller Wilhelm Raabe vorgeschlagen,<ref name="WRS Chronik" /> die dann 1937 zur „Oberschule für Mädchen“ wurde. Vorgesehen war, wie seinerzeit an allen höheren Schulen in Deutschland, das Abitur nach 12 Jahren Schulzeit.<ref name="SLH" />

Zweiter Weltkrieg und Wiederaufbau

Im Zweiten Weltkrieg brachten die Luftangriffe auf Hannover in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1943 einen vernichtenden Schlag gegen die Stadt Hannover, mit dem auch das Schulgebäude erheblich zerstört wurde: „Das dritte Stockwerk brannte vollständig aus, und auch die schöne Aula mit der Orgel wurde ein Opfer der Flammen“.<ref name="WRS Chronik" />

„Nach dem Einmarsch der Amerikaner und dem Nachrücken der britischen Stadtmilitärregierung“ 1945<ref name="GdSH S. 653">Waldemar R. Röhrbein: Wiederaufbau der Demokratie..., In der Stadt Hannover. In: Geschichte der Stadt Hannover. S. 653.</ref> verfügte die Militärregierung zwecks Entnazifizierung zunächst eine Schließung aller Schulen auf unbestimmte Zeit, erlaubte den Schulunterricht dann aber zum 1. Oktober 1945 für die Unter- und Mittelstufen der Oberschulen und zum 22. November auch für die Oberstufen. Durch den nur teilzerstörten Schulbau der Wilhelm-Raabe-Schule standen mit diesem sowie denen der Sophien- und der Humboldtschule jedoch nur noch drei Schulgebäude in Hannover zur Verfügung, „in die sich jeweils vier höhere Schulen zu teilen hatten“. Zum Schulalltag gehörten daher „reduzierte Stundenzahlen und Schichtunterricht bis in die zweite Hälfte der [19]50er Jahre“,<ref>Thomas Hollmann, Reimar Hollmann u. a.: Unter der Wolke des Todes leben... Hannover im Zweiten Weltkrieg. Hamburg 1983, S. 95; Waldemar R. Röhrbein: Schule: Mehr Restauration als Reform. In: Geschichte der Stadt Hannover., S. 653.</ref> allerdings mussten nun 13 Schuljahre bis zum Abitur absolviert werden.<ref name="SLH" />

1946 wurde der Direktor der Wilhelm-Raabe-Schule Dr. Hans Roeder (s. u.) durch Oberstadtdirektor Gustav Bratke mit dem Amt des „Stadtschulrats“ betraut.<ref name="GdSH S. 653" />

In den Jahren von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder standen der Schule ab 1953 wieder alle Unterrichtsräume zur Verfügung einschließlich der neu gestalteten Aula.<ref name="WRS Chronik" /> Zudem wurde 1956 ein „Lehrkindergarten“ an der Hohen Straße in Betrieb genommen,<ref name="HC" /> und schließlich erhielt die Schule in der Langensalzastraße 1966 ihr heutiges Aussehen.<ref name="WRS Chronik" />

Durch die Renovierung des Schulgebäudes und den Schichtunterricht konnten die Schülerzahlen kontinuierlich erhöht werden. Nun wurde die Elsa-Brändström-Schule abgetrennt, das „Seminar“ an die Hedwig-Heyl-Schule verlegt.<ref name="SLH" /> Mit der Reform der Oberstufe erfolgte im Schuljahr 1976/77 der Beginn des Kurssystems.<ref name="WRS Chronik" /> Zu guter Letzt wurden mit der Einführung der schulformunabhängigen Orientierungsstufe in Niedersachsen 1978 (bis 2003) die Jahrgänge 5 und 6 abgetrennt.<ref name="SLH" />

Doch in einem Punkt scheiterten die (Schul-)reformfreudigen 1970er Jahre an den Mauern der Wilhelm-Raabe-Schule: Die damalige Eltern- und Lehrerschaft hielt mit der Direktorin Anz engagiert an der Geschlechtertrennung fest.<ref name="WRS Chronik" /> Erst 1985 wurden auch Jungen an der Schule zugelassen.<ref name="SLH" />

Seit dem Schuljahr 1990/91 werden bilinguale Klassen angeboten, in denen in den Fächern Sport, Erdkunde, Biologie und Sozialkunde in deutscher und englischer Sprache unterrichtet wird.<ref name="WRS Chronik" />

2012 ging die Wilhelm-Raabe-Schule einen Kooperationsvertrag mit der Stadtbibliothek Hannover ein, durch den „ab der 8. Jahrgangsstufe alle Schüler des Gymnasiums systematisch die Angebote der Bücherei kennenlernen“ sollen.<ref name="HAZ 16.02.12" />

Personen

Schulleiter

Lehrer

Schüler

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Wilhelm-Raabe-Schule – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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