Westfront (Zweiter Weltkrieg)
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1944: Overlord · Dragoon · Mons · Market Garden · Scheldemündung · Aachen · Hürtgenwald · Queen · Elsass-Lothringen · Ardennen
1945: Nordwind · Bodenplatte · Blackcock · Colmar · Veritable · Grenade · Blockbuster · Lumberjack · Undertone · Plunder · Flashpoint · Aschaffenburg · Würzburg · Ruhrkessel · Friesoythe · Nürnberg
Die Westfront ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}, {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=fr|SCRIPTING=Latn|SERVICE=französisch}}, {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=nl|SCRIPTING=Latn|SERVICE=niederländisch}}, {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=it|SCRIPTING=Latn|SERVICE=italienisch}}) war ein Kriegsschauplatz des Zweiten Weltkriegs. An der Westfront wurden zwischen Juni 1944 und Mai 1945 schwere Kämpfe ausgetragen, nachdem die Alliierten im Rahmen der Operation Overlord in Nordfrankreich gelandet waren. Große Zahlen US-amerikanischer und britischer Truppen sowie kleinere Kontingente aus Kanada, Polen und anderen Staaten waren an der Invasion beteiligt. Die Truppen des nationalsozialistischen Deutschlands konnten die alliierten Landungstruppen bis Ende Juli in der Normandie einschließen, denen jedoch im Rahmen der Operation Cobra der Ausbruch aus der Umklammerung gelang. Nach der Befreiung von Paris und dem Beginn einer weiteren Landung in Südostfrankreich im Rahmen der Operation Dragoon zogen sich die deutschen Truppen aus dem besetzten Frankreich zurück, wobei viele im Kessel von Falaise festgesetzt wurden.
Es gelang den Deutschen, einen ambitionierten alliierten Fallschirmangriff in Form der Operation Market Garden abzuwehren und entlang des Rheins und am Westwall ihre Verteidigung bis zum Jahreswechsel 1944/1945 zu stabilisieren. Der deutsche Versuch, Mitte Dezember 1944 mit der Ardennenoffensive die Kriegswende herbeizuführen, scheiterte jedoch. Bis März 1945 rückten die Alliierten entlang der gesamten Linie an den Rhein heran, den sie bis Anfang April an mehreren Stellen überquerten. Daraufhin überrannten große Verbände sowohl Nordwest- als auch Südwestdeutschland und stellten am 25. April 1945 bei Torgau die Verbindung zur Roten Armee der Sowjetunion und damit zur Ostfront her. Der Krieg an der Westfront endete mit der deutschen Kapitulation vom 8./9. Mai 1945.
Vorgeschichte
Deutsche Besetzung Westeuropas
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Nach einem schnellen Sieg im Überfall auf Polen (September/Oktober 1939) schafften es die deutschen Truppen, zunächst im Unternehmen Weserübung (April–Juni 1940) die nordeuropäischen Staaten Dänemark und Norwegen und dann im Westfeldzug (Mai/Juni 1940) auch die Benelux-Staaten und sogar Frankreich in hohem Tempo zu besiegen und zu besetzen. Frankreich wurde mit dem Waffenstillstand von Compiègne (Juni 1940) aus dem Krieg gedrängt.<ref name=":1" details="S. 422." /> Die britischen Expeditionstruppen in Westeuropa entkamen zwischen dem 27. Mai und 4. Juni nur knapp in einer improvisierten Evakuierung (Operation Dynamo) hauptsächlich von Dünkirchen aus über den Ärmelkanal. Großbritannien war damit auf absehbare Zeit in die strategische Defensive gedrängt; der Versuch, sich dem deutschen Balkanfeldzug (April/Mai 1941) mit Commonwealth-Truppen in Griechenland und Kreta entgegenzustellen, endete in einem Fiasko.<ref name=":3" details="S. 35–36.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Luftkrieg über Westeuropa
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Bereits im Jahr 1940 hatte die deutsche Seite zur Vorbereitung der letztlich nie ausgeführten Landung in Großbritannien (Unternehmen Seelöwe) einen intensiven Bombenkrieg gegen Großbritannien (The Blitz) geführt.<ref name=":1" details="S. 419." /> Die britische Luftwaffe antwortete ihrerseits mit strategischen Bombenangriffen auf Deutschland; ab Februar 1942 setzten die Briten mit der Area Bombing Directive auf Flächenbombardements gegen deutsche Großstädte und unternahmen öffentlichkeitswirksame „Tausend-Bomber-Angriffe“.<ref name=":3" details="S. 38." /> Vom 21. Januar bis zum 29. Mai 1944 flog die deutsche Luftwaffe wiederum Angriffe auf London.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Krieg an der Ostfront
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Nachdem die Achsenmächte im Sommer 1941 die Sowjetunion überfallen hatten (Unternehmen Barbarossa), wurde der Deutsch-Sowjetische Krieg (1941–1945) auch in Westeuropa ein entscheidender Faktor in der strategischen Planung. Nachdem gegen Jahresende 1941 der deutschen Führung klar wurde, dass der Optimismus über einen schnellen Sieg gegen die Sowjetunion sich nicht bewahrheiten würde, wurden alle Angriffspläne gegen Großbritannien endgültig verworfen und die deutsche Besatzungsmacht in Westeuropa auf eine defensive Ausrichtung eingestellt, zumal der Kriegseintritt der Vereinigten Staaten (Dezember 1941) das Risiko künftiger westalliierter Operationen gegen Westeuropa erhöhte. Nachdem im Kriegsjahr 1942 wiederum in der deutschen Führung kurzzeitig Hoffnungen auf einen Sieg im Osten bestanden hatten (Fall Blau), erwiesen sich auch diese zum Jahreswechsel 1942/1943 als illusorisch.<ref name=":1" details="S. 420–421." />
Für die Westalliierten war die Ostfront wiederum deshalb wichtig, weil die Sowjetregierung immer wieder Anfragen stellte, wann eine Zweite Front der Alliierten gegen die Achsenmächte eröffnet werden könne, um die Rote Armee an der Ostfront zu entlasten.<ref name=":1" details="S. 440." /> Josef Stalin schickte seinen angloamerikanischen Verbündeten wiederholt vorwurfsvolle Nachrichten, die auf die schwere Last hinwiesen, welche die Sowjetunion weitgehend alleine tragen musste. Obwohl einige amerikanische Entscheidungsträger das sowjetische Anliegen durchaus sympathisch betrachteten, setzten sich aber letztlich die Briten durch, die eine Eröffnung der Westfront in den Jahren 1942/1943 verhinderten und auf 1944 vertagten.<ref name=":4" details="S. 391–392.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> In der Konferenz von Teheran (November/Dezember 1943) konnten die drei alliierten Staatsführer gemeinsame Offensiven für die Jahresmitte 1944 koordinieren. Stalin insistierte, dass die Westalliierten ihren Hauptfokus auf eine Landung in Frankreich zu legen hätten, auch wenn dies den Vormarsch in Italien verzögern sollte.<ref name=":4" details="S. 393–394." />
Die beiden westalliierten Hauptmächte nahmen auch in ihrem Blick auf die Sowjetunion verschiedene Positionen ein: Während Winston Churchill einen allzu großen Sieg der Roten Armee und eine große Ausweitung des sowjetischen Machtbereichs fürchtete und verhindern wollte, sah US-Präsident Roosevelt eher die Vorteile eines gemeinsamen Sieges, welcher die Nachkriegsordnung stabilisieren und gute Beziehungen zwischen beiden Seiten herstellen könnte.<ref name=":4" details="S. 393–394." />
Deutsche Besatzung in Westeuropa
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Auf Grundlage des deutsch-französischen Waffenstillstands vom Juni 1940 wurde Nordfrankreich von deutschen Truppen besetzt und in Südfrankreich eine kollaborationswillige Regierung unter Philippe Pétain eingesetzt.<ref name=":1" details="S. 422–424." /> Die Frühphase der deutschen Besatzung in Nordfrankreich basierte auf vergleichsweise wenigen deutschen Offizieren unter der Führung des frankophilen Otto von Stülpnagel, die den ihnen zugeordneten französischen Behörden weite Autonomie gewährten. Bei einer Bevölkerung von 40 Millionen Franzosen waren nur 1000 deutsche Beamte, 2500 deutsche Polizisten und 40.000–80.000 Besatzungstruppen in Nordfrankreich. Stülpnagels Meinungsverschiedenheiten mit dem Führerhauptquartier in der Frage von Geiselerschießungen führten schließlich zu seinem Rücktrittsgesuch im Februar 1942. Es folgte eine Umstrukturierung der Besatzungsstruktur und die Einsetzung von Carl Oberg als HSSPF für Frankreich, der die Deportation von 76.000 französischen Juden in deutsche Vernichtungslager bis August 1944 organisierte.<ref name=":3" details="S. 20–23." /> Ab November 1942 rückten zudem deutsche Truppen auch in Südfrankreich ein (Unternehmen Anton), nachdem alliierte Truppen Anfang November einen Überraschungsangriff auf das von Vichy-Frankreich kontrollierte Nordwestafrika unternommen hatten (Operation Torch). Das Vichy-Regime wurde noch stärker unter deutsche Kontrolle genommen und die deutsche Besetzung Frankreichs noch stärker auf wirtschaftliche Ausbeutung ausgerichtet. Lebensmittel, Rohstoffe, Rüstungsgüter, Kraftfahrzeuge, Geld und Arbeitskräfte wurden in großen Mengen nach Deutschland gebracht.<ref name=":1" details="S. 422–424." /> Besonders der sich ab 1942/1943 intensivierende Abtransport französischer Zwangsarbeiter nach Deutschland löste in der französischen Zivilbevölkerung große Unruhe aus, die sich im Jahr 1943 in vereinzelten Streiks und Sabotageakten entlud.<ref name=":1" details="S. 426." />
Während einige Teile der französischen Streitkräfte den Krieg aus dem Exil an der Seite der Alliierten fortführten und sich dort schnell zu den Forces françaises libres (FFL) unter Führung von Charles de Gaulle gruppierten, welcher zudem mit dem Aufbau eines exilregierungsähnlichen Komitees begann, bildeten sich auch im besetzten Frankreich selbst bereits im Jahr 1940 vereinzelte Widerstandsgruppen, deren Zulauf sich aber mit der sich für die Achsenmächte verschlechternden Kriegslage stieg. Die meisten der zersplitterten Widerstandsgruppen wurden im Jahr 1943 unter der Führung des von Charles de Gaulle ausgewählten Widerstandsführers Jean Moulin zum Conseil national de la Résistance (CNR) geeint; der gesamte französische Widerstand gegen NS-Deutschland wurde schließlich als Résistance bekannt. Obwohl den deutschen Besatzungsbehörden einige empfindliche Schläge gegen den Widerstand gelangen, bei denen auch Jean Moulin selbst verhaftet und hingerichtet wurde, war es den Deutschen nicht möglich, die Résistance auszuschalten.<ref name=":1" details="S. 424–425." /> Neben den gaullistischen Widerstandsgruppen (Armée secrète) gab es auch die kommunistischen Francs-Tireurs et Partisans Français (FTPF) und die von französischen Offizieren gegründete Organisation de résistance de l’armée (ORA). Diese drei zunächst separaten Widerstandsbewegungen wurden im Februar 1944 zu den Forces françaises de l’intérieur (FFI) geeint. Auch wenn besonders die Kommunisten weiterhin eine gewisse Sonderrolle einnahmen, war damit erstmals eine weitgehend geeinte französische Widerstandsorganisation etabliert, die zum Zeitpunkt der Invasion ab Juni 1944 zur Kooperation mit den Westalliierten bereitstand. Dazu kamen jene Franzosen, die sich dem Zwangsarbeitsdienst entzogen und in abgelegene ländliche Gebiete Frankreichs flüchteten, wo sie Freischärlergruppen (Maquis) bildeten.<ref name=":3" details="S. 33–35." />
Alliierte Invasionsvorbereitungen
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Nachdem sich die alliierten Hauptmächte im Westen (Großbritannien und USA) schon vor dem offiziellen Kriegseintritt der USA (Dezember 1941) in der Atlantik-Charta (August 1941) zu einem gemeinsamen Vorgehen hin zur ‚endgültigen Vernichtung der nationalsozialistischen Tyrannei‘ bekannt hatten, hatten die US-Streitkräfte noch aus der formellen Neutralität heraus die britischen Truppen entlastet, indem die US-Marine Konvois im Westatlantik gegen deutsche U-Boote schützte und die US-Armee das zum von Deutschland besetzten Dänemark gehörige Grönland unter Kontrolle nahm.<ref name=":1" details="S. 436–437." /> Kurz nach dem amerikanischen Kriegseintritt legten sich die alliierten Staatsführer Winston Churchill und Franklin D. Roosevelt in der Arcadia-Konferenz (Dezember–Januar 1941/1942) auf die militärische Priorität Europa zuerst fest, der zufolge der europäische Kriegsschauplatz gegen Deutschland gegenüber dem asiatischen Kriegsschauplatz gegen Japan Priorität in der gemeinsamen Kriegführung genießen solle.<ref name=":1" details="S. 437." />
Bereits am 24. Dezember 1941 hatten die britischen Chiefs of Staff einen ersten Landungsplan für Westeuropa (Operation Roundup) vorgelegt, der jedoch zunächst noch eine gewaltige Schwächung Deutschlands (etwa an der Ostfront) voraussetzte. Die von Dwight D. Eisenhower geführten Planer des US-Kriegsministeriums schlossen sich den zunächst auf das Jahr 1943 zugeschnittenen Planungen an, arbeiteten aber auch ein begrenztes Landungsunternehmen für Westeuropa im Jahr 1942 (Operation Sledgehammer) aus, welches im Falle einer großen Notlage der Sowjetunion an der Ostfront Entlastung schaffen sollte. Die amerikanischen Planungsstäbe meldeten aber schon bald Zweifel an der Durchführbarkeit einer Operation im Herbst 1942 an, da die erforderlichen Brigadegruppen und Seestreitkräfte nicht rechtzeitig zusammengestellt werden könnten. Stattdessen sollte der allmähliche Aufbau von gewaltigen US-Verbänden in Großbritannien (Operation Bolero) eine Landungsoperation ermöglichen, deren Zieldatum wiederum im Frühjahr 1943 zu verorten sei.<ref name=":1" details="S. 437–440." />
Eisenhower, der seit dem 24. Juni 1942 Oberbefehlshaber des US-Hauptquartiers für Europa (ETOUSA) war, musste jedoch spätestens mit den amerikanischen Anstrengungen zur Operation Torch in Nordwestafrika (November 1942) einräumen, dass das Frühjahr 1943 ein zu ambitioniertes Zieldatum sein würde und fasste stattdessen der Herbst 1943 ins Auge. Nachdem die Alliierten im Zuge der Operation Jubilee (August 1942) ein lokales Landungsunternehmen bei Dieppe durchgeführt hatten und dabei eine schwere Niederlage hatten einstecken mussten, war der Druck umso größer, die eigentliche Landung nicht überstürzt anzugehen. Die zeitweise Verlegung des strategischen Schwerpunkts in den Mittelmeerraum raubte aber auch einer Invasion zum Jahresende 1943 ihre Grundlage: In der Casablanca-Konferenz (Januar 1943) stimmte US-Präsident Roosevelt dem Drängen von Premierminister Churchill zu, auch nach dem sich abzeichnenden Sieg in Nordafrika den Krieg im Mittelmeerraum fortzusetzen und einen Angriff auf Nordfrankreich ohne einen sichtbaren deutschen Zusammenbruch auf 1944 zu verschieben.<ref name=":1" details="S. 441–443." /> Stattdessen wollte die britische Führung Deutschlands schwächelnden Bündnispartner, das faschistische Italien, empfindlich treffen. Ab dem 10. Juli begann eine alliierte Invasion der Mittelmeerinsel Sizilien (Operation Husky), womit erstmals größere alliierte Streitkräfte im Kerngebiet eines Achsenstaats operierten. Alliierte Täuschungsmanöver wie die Operation Mincemeat (April 1943) hatten die Achsenmächte erfolgreich in die Irre geführt, wo die Alliierten als nächsten auftreten würden. Die deutschen und italienischen Truppen mussten Sizilien evakuieren (Unternehmen Lehrgang).<ref name=":3" details="S. 38, 40–42." /> Kurz darauf wurde der italienische Diktator Benito Mussolini durch König Viktor Emanuel III. abgesetzt.<ref name=":4" details="S. 392." /> Anfang September 1943 folgte die alliierte Landung in Italien mit drei verschiedenen Landungsoperationen unter zeitgleicher Bekanntgabe des geheimen Waffenstillstands von Cassibile, den die Westalliierten mit der italienischen Regierung ausgehandelt hatten. Mit den alliierten Landungsoperationen und der deutschen Entwaffnung eines Großteils der italienischen Streitkräfte sowie der deutschen Besetzung Nord- und Mittelitaliens (Fall Achse) begann der Italienfeldzug (1943–1945).<ref name=":3" details="S. 38, 40–42." />
Der finale Plan für Operation Overlord fußte auf den ab 1941 ausgearbeiteten Invasionsplänen; der britische Generalleutnant Sir Frederick E. Morgan hatte als Chief of Staff to the Supreme Allied Commander (COSSAC) seine endgültige Fassung erarbeitet.<ref name=":1" details="S. 442–445, 502–503." /> Morgan erhielt während der Trident-Konferenz (Mai 1943) Anweisung, den ersten Plan für die Operation Overlord, wie das Unternehmen wenig später getauft wurde, bis zum 1. August 1943 fertigzustellen. Morgan wurde für die Landungsoperation die Verfügbarkeit insgesamt 29 Divisionen in Aussicht gestellt. Gleichzeitig wurde während der Trident-Konferenz beschlossen, die während der Casablanca-Konferenz geforderte Combined Bomber Offensive teilweise auf deutsche Produktionsstätten auszurichten, um die Militärproduktion von Jagdflugzeugen, U-Booten, Treibstoff und Kugellagern gezielt zu stören.<ref name=":1" details="S. 443." />
Morgans Plan für Overlord sah vor, in der ersten Welle mit acht Divisionen zu landen und dann schnell ins Landesinnere vorzustoßen.<ref name=":1" details="S. 512." /> Als einzige plausible Landungsorte hatte Morgans Stab schon früh einerseits den normannischen Küstenstreifen zwischen Caen und der Cotentin-Halbinsel sowie andererseits den Pas-de-Calais ausgemacht. Nicht zuletzt aufgrund des sichtbaren deutschen Verteidigungsschwerpunkts bei Calais empfahl der Stab schließlich, die Normandie als Landungszone auszuwählen.<ref name=":1" details="S. 444–445." /> Militärische Hauptziele wären Cherbourg innerhalb von 14 Tagen und die Bretagne innerhalb von sechs bis acht Wochen.<ref name=":1" details="S. 446." /> Um einer deutschen Zerstörung kritischer Hafenanlagen zuvorzukommen, sollten die alliierten Landungstruppen künstliche Hafenanlagen (Mulberry-Häfen) nutzen, welche einen zusätzlich Überraschungseffekt bieten würden, da die deutschen Verteidiger sich in ihren Vorbereitungen schwerpunktmäßig auf befestigte Häfen konzentrierten und Landungen an infrastrukturarmen Stränden für unwahrscheinlich hielten. Da der Erfolg der Landung trotzdem daran hängen würde, nicht zu viele deutsche Verbände in der Landungszone vorzufinden, empfahl der COSSAC-Stab, Täuschungsoperationen durchzuführen, um die Deutschen von der Normandie abzulenken und die Aufmerksamkeit der Verteidiger auf dem Pas-de-Calais als Landungszone zu fixieren.<ref name=":1" details="S. 444–445." /> Dieses Täuschungsunternehmen, Operation Fortitude, sollte die Deutschen über den Landungsort im Unklaren lassen.<ref name=":4" details="S. 395." /> Die Alliierten täuschten mit Attrappen und übermäßigem Funkverkehr die Existenz einer fiktiven Heeresgruppe, der 1st US Army Group, vor, die sich vermeintlich auf eine Landung bei Calais vorbereitete.<ref name=":5" details="S. 128–129.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Um möglichst genaue Kenntnisse über den Stand der deutschen Verteidigungsvorbereitungen zu erlangen, nutzten die Alliierten verschiedene Arten der Aufklärung, zu denen das Abhören von Telefongesprächen, die Entzifferung deutscher Enigma-Codes (ULTRA) und regelmäßige Aufklärungsflüge mit Luftbildfotografie gehörten.<ref name=":1" details="S. 447–448." />
Deutsche Abwehrvorbereitungen
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|}}|}}|}}|}}|}}|Einbindungsfehler: Die Vorlage Hauptartikel benötigt immer mindestens ein Argument.}} Das Kriegsjahr 1943 war durch Rückschläge an der Ostfront und im Italienfeldzug sowie durch den zunehmenden strategischen Bombenkrieg gegen Deutschland gezeichnet.<ref name=":4" details="S. 389–390." /> In Erwartung der von der Anti-Hitler-Koalition im Zweiten Weltkrieg geplanten Zweiten Front wurde im November 1943 die Heeresgruppe B der Wehrmacht unter ihrem Oberbefehlshaber Erwin Rommel nach Frankreich verlegt.<ref name=":3" details="S. 46–47." /> Die Heeresgruppe unterstand dem Oberbefehlshaber West, Gerd von Rundstedt,<ref name=":1" details="S. 472–473.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> der dieses Amt im Frühjahr 1942 von Erwin von Witzleben übernommen hatte.<ref name=":11" details="S. 83." /> Rommel wurde besonders mit der Überwachung des Ausbaus der Küstenbefestigungen beauftragt. Nachdem das OKW bereits am 14. Dezember 1941 und damit nur drei Tage nach der deutschen Kriegserklärung an die USA einen „neuen Westwall“ befohlen hatte,<ref name=":3" details="S. 46–47." /> wurde dieses später zum „Atlantikwall“ umgetaufte Projekt ab Januar 1942 mit einem monatlichen Bauaufwand von 100.000 bis 300.000 Tonnen Beton betrieben, die von hunderttausenden ausländischen Zwangsarbeitern ausgebracht wurden,<ref name=":1" details="S. 428–429." /> von denen viele von der Organisation Todt organisiert wurden. Hitler befahl im September 1942, dass zwischen Nordkap und Biskaya 15.000 Befestigungen entstehen sollten, also knapp 15 bis 20 Bunker pro Küstenkilometer.<ref name=":3" details="S. 46–47." /> Zwischen 1942 und 1944 waren die Küstenbefestigungen in Westeuropa ein beliebtes Objekt der Deutschen Wochenschau, die mit Vorliebe schwere Geschütze wie die 40,6-cm-Schnelladekanone C/34 in Szene setzte, um die Wehrhaftigkeit der deutschen Stellungen zu unterstreichen.<ref name=":3" details="S. 47–48." />
Die Deutschen verstärkten ihre Küstenbefestigungen am Atlantikwall. Rommel ließ die Befestigungen an der Küste ausbauen.<ref name=":1" details="S. 463–495." /> Er ließ unter anderem einfache Hindernisse aus Baumstämmen („Rommelspargel“) gegen Landungsboote und Lastensegler eingraben bzw. aufstellen.<ref name=":3" details="S. 48." /> Selbst im Juni 1944 befanden sich noch 160.000 zumeist französische Arbeiter auf den Baustellen der vielen nach wie vor unfertigen Befestigungsanlagen.<ref name=":1" details="S. 428–429." /> Im Jahr 1944 wurden wöchentlich 200.000 bis 300.000 Minen verlegt.<ref name=":3" details="S. 48." /> Insgesamt verfügte der Atlantikwall zum Zeitpunkt der Invasion über 12.247 Befestigungen (zuzüglich 943 Befestigungen entlang der Mittelmeerküste), ca. 500.000 Küstenhindernisse verschiedener Art, über 6,5 Millionen Landminen und über mehrere schwer befestigte Hafenstädte.<ref name=":5" details="S. 123." />
{{#if: Situation der deutschen Streitkräfte in der Normandie im Jahr 1944|{{#ifexist:Situation der deutschen Streitkräfte in der Normandie im Jahr 1944|
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Dem Oberbefehlshaber West unterstanden in seinem Befehlsbereich (deutsch-niederländische Grenze bis zur französisch-spanischen Grenze) der Wehrmachtbefehlshaber Niederlande, die 15. Armee (Belgien/Nordfrankreich), die 7. Armee (Normandie/Bretagne) und die 1. Armee (französische Atlantikküste). Dazu kamen in Südfrankreich ab Ende Mai 1942 die Armeegruppe Felber und die italienische 4. Armee, die nach dem Einmarsch der Achsenmächte in Vichy-Frankreich die französische Mittelmeerküste übernahmen.<ref name=":1" details="S. 430." /> Später ging aus der Armeegruppe Felber die 19. Armee (Südostfrankreich) hervor,<ref name=":1" details="S. 471 Fn. 69." /> die italienische 4. Armee wurde im September 1943 von den Deutschen entwaffnet.<ref name=":1" details="S. 471." /> Die Zahl der Heeresdivisionen der Wehrmacht, die dem OB West unterstanden, stieg von 25 (Juni 1942) über 48 (September 1942) und 56 (April 1943) auf 60 (Mai 1944).<ref name=":1" details="S. 432." /> Die Wehrmacht hatte zum Zeitpunkt der alliierten Landung im Juni 1944 insgesamt 60 Divisionen in Westeuropa, 27 in Italien, 25 auf dem Balkan, 12 im besetzten Norwegen und 156 an der Ostfront.<ref name=":1" details="S. 476–477." /> Die Gesamtstärke der deutschen Truppen im Sommer 1944 betrug ca. 865.000 Soldaten des Heeres in vier Armeen, ca. 326.000 Soldaten der Luftwaffe, ca. 102.000 Soldaten der Kriegsmarine, und ca. 100.000 Angehörige der Waffen-SS und Ordnungspolizei.<ref name=":5" details="S. 118." /> Die Soldaten der Waffen-SS in Westeuropa waren auf fünf Panzerdivisionen (1., 2., 9., 10., 12.), eine Panzergrenadierdivision (17.) und zwei schwere Panzerabteilungen verteilt, die allesamt überdurchschnittlich kampfstark waren.<ref name=":11" details="S. 112." /> Zuzüglich Unterstützungspersonal waren ca. 1,5 Millionen deutsche Kräfte in Frankreich.<ref name=":5" details="S. 118." /> Den meisten Infanteriedivisionen mangelte es an motorisierten Transportmitteln; sie waren unbewegliche („bodenständige“) Divisionen.<ref name=":1" details="S. 431." /> Zum Zeitpunkt der Invasion befanden sich 24 bodenständige Divisionen im Befehlsbereich des OB West.<ref name=":1" details="S. 432." /> Verstärkt wurden sie durch Einheiten der Ostlegionen, die jedoch einen eher geringen militärischen Kampfwert hatten.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Ab Herbst 1943 wurden etwa 45 Ostbataillone in den Bereich des Oberbefehlshabers West verlegt.<ref name=":5" details="S. 120." /> In der Normandie selbst befand sich zum Invasionszeitpunkt lediglich das vergleichsweise schwache LXXXIV. Armeekorps der 7. Armee, welches über vier Infanteriedivisionen verfügte, von denen eine (319. Infanterie-Division) bis Kriegsende untätig die Kanalinseln besetzte und zwei weitere (709., 716.) bodenständige Divisionen waren. Lediglich die 352. Infanterie-Division war einigermaßen kampfstark.<ref name=":5" details="S. 129–130." />
Zum Zeitpunkt der Invasion befanden sich zehn Panzerdivisionen (davon vier SS-Panzer-Divisionen) und drei schwere Panzerabteilungen in Westeuropa, deren Aufstellung jedoch nicht ideal war, nachdem es um die Dislozierung der gepanzerten Verbände Meinungsverschiedenheiten gegeben hatte, ob man die Panzer in Küstennähe oder im Landesinneren aufstellen sollte. Diese „Panzerkontroverse“ zwischen Rommel einerseits und Leo Geyr von Schweppenburg (Befehlshaber der Panzergruppe West) andererseits resultierte in keiner klaren Lösung, da Hitler sich nicht zu einem Entschluss durchringen konnte und stattdessen einige Panzerverbände an die Küste befahl und die anderen in der Panzergruppe West beließ, die nur auf Hitlers persönlichen Befehl eingesetzt werden durfte.<ref name=":3" details="S. 51." /> So gingen drei Panzerdivisionen (2., 21., 116.) an die Heeresgruppe B und drei (1. SS, 2. SS, Panzer-Lehr) in die Reserve.<ref name=":4" details="S. 397." /> Insgesamt standen den Deutschen nur 1860 gepanzerte Kampffahrzeuge aller Art zur Verfügung,<ref name=":1" details="S. 477." /> auch wenn unter den deutschen Panzermodellen besonders der Panzerkampfwagen V Panther und der Panzerkampfwagen VI Tiger ihren westalliierten Pendants als überlegen galten.<ref name=":3" details="S. 51." /> Die totale Luftüberlegenheit der Westalliierten machte jedoch ab dem Tag der Invasion praktisch jede größere Bewegung deutscher Panzerverbände bei Tageslicht unmöglich.<ref name=":1" details="S. 464." />
Die deutsche Luftwaffe war mit der Luftflotte 3 unter Hugo Sperrle in Westeuropa präsent, die jedoch zum Zeitpunkt der alliierten Invasion nur über 319 einsatzfähige Kampfflugzeuge verfügte.<ref name=":5" details="S. 120." /> Große Teile des Kontingents der Kriegsmarine waren in der Marinegruppe West unter Admiral Theodor Krancke organisiert. Hierbei waren die Kompetenzen mitunter ineffizient verteilt, da der Oberbefehlshaber West nicht ohne weiteres auf die Verbände der Luftwaffe und Kriegsmarine, deren jeweilige Oberkommandos sich ihre Autonomie erhalten wollten, zugreifen durfte. Dass Teile der Flugabwehr unter Kontrolle der Luftwaffe und Teile der Küstenartillerie unter Kontrolle der Kriegsmarine standen, erhöhte das administrative Chaos bei der Verteidigung des besetzten Frankreichs noch zusätzlich.<ref name=":11" details="S. 82." />
Das grundlegende Dilemma der Invasionsabwehr war die Frage, wo der Gegner geschlagen werden sollte. Einerseits war es verlockend, möglichst viele Verbände in Küstennähe aufzustellen, um einen anlandenden Feind noch in der Landungsoperation anzugreifen, wenn er am verwundbarsten wäre. Andererseits war die Zahl der möglichen Landungszonen zu groß und zu disparat, als dass ausreichende Verbände an allen Landungsbuchten hätten aufgestellt werden können.<ref name=":1" details="S. 558–559." /> Hitler versprach sich von einer Landungsoperation, dass ein schneller deutscher Sieg über eine größere alliierte Landungsarmee eine weitere Landung für die absehbare Zukunft unmöglich machen würde, um wieder einen größeren Schwerpunkt auf die Ostfront legen zu können.<ref name=":1" details="S. 452." />
Die Deutschen waren schlecht auf die Invasion eingestellt. Der deutsche Planungsstab und Hitler erwarteten die Landung immer an der Straße von Dover, der engsten Stelle des Ärmelkanals.<ref name=":1" details="S. 431." /> Auch andere Landungszonen (Holland, Deutsche Bucht, Dänemark, Norwegen, Bretagne) wurden von den Deutschen als Möglichkeiten in Betracht gezogen.<ref name=":1" details="S. 458." />
Krieg an der Westfront
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Landung am 6. Juni 1944
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Am 6. Juni 1944 landeten die Alliierten in der Normandie.<ref name=":1" details="S. 541ff." /> Am so genannten D-Day waren während der Landungsoperation Neptune 6480 Schiffe und Boote sowie etwa 11.600 Flugzeuge beteiligt.<ref name=":1" details="S. 511, 540." /> Das Invasionsgebiet war von West nach Ost in fünf Landungsabschnitte aufgeteilt: Utah Beach und Omaha Beach (US-amerikanische Landungsabschnitte), Gold Beach (britischer Landungsabschnitt), Juno Beach (kanadischer Landungsabschnitt), und Sword Beach (britischer Landungsabschnitt).<ref name=":4" details="S. 399." /> Die Alliierten gingen zunächst mit zwei Armeen ans Land, der 1. US-Armee im Westen und der die Commonwealth-Truppen führenden britischen 2. Armee im Osten.<ref name=":5" details="S. 130." />
Noch am Abend des 5. Juni starteten mehrere Luftlandeeinheiten (die 82. und 101. US-Luftlandedivision sowie die britische 6. Luftlandedivision) zu ihren Einsätzen im Hinterland, um kurz nach Mitternacht mit den Zielanflügen zu beginnen. Die amerikanischen Fallschirmjäger landeten westlich von Utah Beach auf der Cotentin-Halbinsel, während die britische 6. Division die Übergänge über den Fluss Orne nordöstlich von Caen sichern sollten.<ref name=":1" details="S. 538–540." /> Insgesamt setzten die drei alliierten Luftlandedivisionen am ersten Gefechtstag etwa 20.000 Fallschirmjäger ab.<ref name=":3" details="S. 68." /> Wegen verschiedener Faktoren (deutsches Flakfeuer, Mängel der zur Kommunikation gedachten Eureka Beacons, schlechte Beleuchtungsmittel) verfehlten viele Maschinen die vorgesehenen Absprungzonen, so dass die Fallschirmjäger über weit verteilt wurden.<ref name=":3" details="S. 72–73." />
Die britischen Fallschirmjäger nutzten in ihrer Luftlandeoperation (Operation Tonga) sowohl Fallschirme als auch Lastensegler.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Einige der Lastensegler-Trupps, die von den präzisen Landungen ihrer Gefährte profitierten, nahmen bereits um 00:15 Uhr die Pegasusbrücke am Caen-Kanal ein.<ref name=":3" details="S. 68." /> Die deutsche Besatzung der Artilleriebatterie bei Merville wurde um 04:00 Uhr morgens von den Briten überrumpelt. Insgesamt schaffte es die 6. Luftlandedivision, alle ihre Tagesziele zu nehmen und zu halten, wodurch der Flankenschutz der britisch-kanadischen Landungstruppen östlich der Orne konsolidiert werden konnte.<ref name=":3" details="S. 72." /> Von sechs amerikanischen Fallschirmjägerregimentern, die generell auf Lastensegler verzichteten, sprangen hingegen nur drei einigermaßen in ihre Absprungzonen und mussten am Boden feststellen, dass die aus der Luft abgeworfenen Artilleriegeschütze den Aufprall nicht überstanden hatten. Trotzdem erreichten die Amerikaner einige ihrer Tagesziele und konnten in den frühen Morgenstunden Sainte-Mère-Église einnehmen, wodurch sich die erste französische Ortschaft in alliierter Hand befand. Die Soldaten der 82. und 101. Divisionen gerieten bei Carentan und am Merderet unter schweres deutsches Abwehrfeuer durch Truppen der deutschen 91. Infanterie-Division und waren letztlich auf die Unterstützung der Landungstruppen bei Utah Beach angewiesen, um die Deutschen abzuwehren. Trotzdem leisteten die Fallschirmjäger einen wichtigen Beitrag, indem sie unmittelbare Gegenangriffe der 91. Infanterie-Division sowie der deutschen 21. Panzer-Division gegen die verwundbaren Landungstruppen verhinderten.<ref name=":3" details="S. 72–74." />
Die Landungen bei Utah Beach (4. US-Division), Gold Beach (britische 50. Division), Juno Beach (kanadische 3. Division) und Sword Beach (britische 3. Division) gelangen ohne größere Ausfälle.<ref name=":3" details="S. 75, 80–81." /> Besonders die amerikanische Landung bei Utah Beach verlief gegen nur minimalen Widerstand der 709. Division ohne Probleme.<ref name=":5" details="S. 131." /> Die anderen amerikanischen Landungstruppen der 1. US-Division und 29. US-Division bei Omaha Beach trafen aber auf schweres Abwehrfeuer, welches ihnen hohe Verluste zufügte. Insgesamt erlitten die Amerikaner bei ‚Bloody Omaha‘ mindestens 3000 und möglicherweise bis zu 4200 Verluste,<ref name=":3" details="S. 82–84." /> davon mindestens 2000 Gefallene.<ref name=":5" details="S. 135." /> Während bei Utah etwa 100, bei Gold etwa 175, bei Juno etwa 300 und bei Sword etwa 370 Verteidiger in den Widerstandsnestern entlang des Strandes ausharrten, waren es bei Omaha mit bis zu etwa 1000 Wehrmachtssoldaten die meisten.<ref name=":3" details="S. 87." /> Besonders das Widerstandsnest 62 war für viele amerikanische Verluste verantwortlich.<ref name=":3" details="S. 12." /> Erst am späten Vormittag konnten die Amerikaner die meisten Bunkeranlagen am Omaha Beach ausschalten.<ref name=":3" details="S. 82–84." /> Bis zum Abend landeten etwa 35.000 amerikanische Soldaten auf Omaha, an den anderen Landungsstränden waren es jeweils zwischen 21.000 und 29.000 Angreifer.<ref name=":3" details="S. 87–88." /> Das gesteckte Tagesziel des D-Day, an allen fünf Landungsstränden mindestens 20 Kilometer ins Landesinnere vorzustoßen, konnte jedoch an keinem der Sektoren erreicht werden. Am weitesten kamen noch die Kanadier bei Juno, die schon am D-Day selbst die Landverbindung zwischen Juno und Gold herstellen konnten. Weiter östlich scheiterten die von Sword Beach vorstoßenden Truppen der britischen 3. Division daran, im Handstreich das Regionalzentrum Caen einzunehmen, sodass die deutsche 21. Panzer-Division in der Stadt Aufstellung nehmen und die Schlacht um Caen in ein monatelanges Abnutzungsgefecht umwandeln konnte.<ref name=":3" details="S. 82–84." /> Die in vier Kampfgruppen auftretende 21. Panzer-Division führte den einzigen erfolgreichen deutschen Gegenangriff des 6. Juni, als eine ihrer Kampfgruppen zwischen Juno Beach und Sword Beach bis an die Küste vorstieß und die beiden Landungszonen voneinander isolierte. Schließlich zog sich die Kampfgruppe jedoch unter Beschuss der alliierten Kriegsschiffe wieder zurück.<ref name=":3" details="S. 87." />
Die deutsche 7. Armee hatte bereits kurz nach Mitternacht die höchste Alarmstufe an das LXXXIV. Armeekorps in der Normandie ausgegeben; der Oberbefehlshaber West folgte erst um 04:10 Uhr morgens, nur knapp anderthalb Stunden vor den ersten Landungswellen an den Stränden der Normandie. Die Alarmierung sorgte zwar dafür, dass alle deutschen Verteidiger zum Zeitpunkt der Landung wach und einsatzbereit waren, jedoch hatte die verzögerte Reaktion des OB West zur Folge, dass einige deutsche Reserven ihre Aufstellungsräume nur mehrere Stunden nach den alliierten Landungen beziehen konnten. Während diese Verzögerung auch die am Omaha Beach eingesetzte 352. Infanterie-Division in ihrer Effizienz einschränkte, war der Effekt besonders bei den mobilen gepanzerten Verbänden spürbar.<ref name=":3" details="S. 84–86." /> Die kampfstarke Panzer-Lehr-Division, die zu diesem Zeitpunkt über mehr Panzer als jede andere deutsche Panzerdivision im Westen,<ref name=":3" details="S. 122." /> sowie die 12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“, die etwa 80 bis 120 Kilometer von den Landungsbuchten entfernt aufgestellt waren, erhielten zu spät Marschbefehl, was jedoch nicht wie später oft behauptet an einer Angst lag, Hitler aufzuwecken. Der tatsächliche Grund für die späte Aktivierung der Panzerverbände lag jedoch daran, dass der Oberbefehlshaber West bis in den Vormittag des 6. Juni kein klares Lagebild hatte und es nicht klar war, ob die Landung in der Normandie ein Ablenkungsmanöver vom Pas-de-Calais war oder nicht. Erst am frühen Nachmittag erlaubte das OKW die Unterstellung der beiden Panzerdivisionen unter die Heeresgruppe B, wodurch sie am 6. Juni nicht mehr zum Einsatz kommen konnten. Rommel selbst, der stets darauf hingewiesen hatte, dass die ersten 24 Stunden zur Abwehr einer Invasion entscheidend sein würden, war unter dem vermeintlichen Schutz des schlechten Wetters ausgerechnet am Invasionstag vom Hauptquartier der Heeresgruppe B abwesend, da er sich in sein Zuhause in Herrlingen begeben hatte, um den Geburtstag seiner Ehefrau Lucie zu feiern. Sein Stellvertreter, Hans Speidel, zeigte sich in seiner Reaktion auf die Invasion eher lethargisch, da er auf ein besseres Lagebild wartete. Als Rommel am Nachmittag ins Hauptquartier zurückkehrte, hatten die Alliierten ihre Landungsstrände bereits gesichert.<ref name=":3" details="S. 84–86." />
Normandie-Brückenkopf
Obwohl die Alliierten gewaltige Kräfte aufgeboten hatten, kamen sie stellenweise nur schleppend voran.<ref name=":1" details="S. 545ff." /> Doch nicht zuletzt durch die alliierte Luftüberlegenheit und die selbst zerstörten französischen Bahngleise gelang es der deutschen Seite nicht, schnellstmöglich zusätzliche Einheiten in das Kampfgebiet der Normandie zu verlegen.<ref name=":1" details="S. 543." />
Westteil des Brückenkopfs
Die Amerikaner kämpften im Brückenkopf ungefähr in vier Phasen: Die Vereinigung der Brückenköpfe (6. Juni bis 14. Juni), die Einnahme der Cotentin-Halbinsel (13. Juni bis 1. Juli), die Kämpfe bei Saint-Lô (3. bis 20. Juli) und schließlich der Ausbruch aus dem Brückenkopf (ab 25. Juli).<ref name=":3" details="S. 103." /> Zunächst stellte der Brückenkopf Omaha am 8. Juni die Verbindung zu den Briten im Sektor Gold her, bis am 10. Juni die beiden amerikanischen Landungszonen Omaha und Utah bei Isigny-sur-Mer vereint wurden. Im Raum Carentan erwehrten sich weiterhin die amerikanischen Fallschirmjäger deutschen Gegenangriffen. Nachdem US-General Omar N. Bradley zunächst sowohl Cherbourg als auch Saint-Lô gleichzeitig erobern wollte, stellte sich dies wegen Nachschubproblemen als zu ambitioniert heraus, weswegen zunächst Cherbourg priorisiert wurde. Zwischen dem 14. und 18. Juni marschierte das VII. US-Korps entlang der Westseite der Cotentin-Halbinsel nordwärts,<ref name=":3" details="S. 103–104." /> wodurch die Reste von vier deutschen Infanteriedivisionen (243., 77., 91., 709.) eingekesselt wurden.<ref name=":5" details="S. 240." /> Hitler befahl, dass die „Festung Cherbourg“ im Norden der Halbinsel bis zum letzten Mann zu halten sei.<ref name=":3" details="S. 103–104." /> Ab dem 20. Juni traten drei US-Divisionen (9., 79., 4.) in einen Belagerungsring um Cherbourg. Am 22. August attackierte die 9. US-Division am linken Flügel, während die 79. Division in der Mitte die Anhöhen südlich von Cherbourg einnahm. Auf dem rechten Flügel marschierte die 4. Division auf Tourlaville.<ref name=":5" details="S. 240–241." />
Cherbourg (Festungskommandant Karl-Wilhelm von Schlieben) fiel am 26. Juni nach der Schlacht um Cherbourg, inklusive starkem amerikanischen Artilleriebeschuss und heftigen Straßenkämpfen.<ref name=":1" details="S. 546." /> 800 Verteidiger der Stadt wurden von den Alliierten gefangen genommen.<ref name=":5" details="S. 240–241." /> Da sich Schlieben weigerte, eine Kapitulation seiner Truppen zu erklären, dauerten die Kämpfe gegen vereinzelte deutsche Widerstandsnester im Nordwesten der Halbinsel bis zum 1. Juli. Auf der Halbinsel Cotentin gerieten insgesamt 30.000 deutsche Soldaten in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Die Eroberung von Cherbourg brachte jedoch nicht die gehoffte Entlastung der alliierten Logistik, da die Deutschen vor ihrer Kapitulation die Hafenanlagen von Cherbourg zerstört hatten. Damit setzten sich alliierte Nachschubprobleme fort; ein Sturm zwischen dem 19. Juni und 22. Juni hatte bereits einen der Mulberry-Häfen an der Normandie-Küste zerstört. Dennoch konnten die Alliierten dank der Arbeit ihrer Spezialpioniere ihre Nachschubmengen auch durch den Juli hindurch steigern.<ref name=":3" details="S. 104–105." />
Zwischen Ende Juni and Mitte Juli arbeiteten sich die amerikanischen Truppen in Richtung der Ortschaft Saint-Lô vor (Schlacht um Saint-Lô), wobei besonders die eigentümliche Geographie der Gegend mit ihren hohen und dichten Feldschutzhecken (Bocage) die Kampferfahrung der Soldaten prägte; die Amerikaner tauften das bisher unbekannte Gelände als „Heckenhölle“ ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) und als „blutige Hecken“ ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}). Der Gefechtsalltag verlagerte sich auf kleine Infanteriekampfgruppen sowie auf improvisierte Heckenschneidegeräte, mit denen die amerikanischen Sherman-Panzer Breschen in die Hecken schlagen sollten. Die Amerikaner mussten Hecke für Hecke und Feld für Feld von teilweise gut versteckten deutschen Verteidigern erobern, wobei einige Einheiten teils empfindliche Rückschläge erlitten; die 83. US-Division erlitt am 4. und 5. Juli beim Versuch, eine Straßenkreuzung bei Périers zu sichern, 2100 Verluste bei nur 1,5 Kilometern Geländegewinn.<ref name=":3" details="S. 106–107." /> Die Infanterie der unerfahrenen 90. US-Division erlitt während der Kämpfe im Bocage Ausfallquoten von 90 %, aber selbst die Verlustraten der Infanterie erfahrener Einheiten wie der 1., 4., 9. und 25. US-Divisionen lagen ebenfalls bei etwa 60 %.<ref name=":5" details="S. 244." />
Am 25. Juli traten die Amerikaner zum entscheidenden Ausbruch aus dem Brückenkopf, der Operation Cobra, an.<ref name=":3" details="S. 97." />
Ostteil des Brückenkopfs
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Die Einnahme von Caen, ein Primärziel des ersten Landungstages, erwies sich für die alliierten Truppen der Briten und Kanadier an der Ostseite des normannischen Brückenkopfes als deutlich schwieriger; erst nach sechs Wochen verlustreicher Kämpfe konnte die Stadt am 19. Juli vollständig besetzt werden (Schlacht um Caen).<ref name=":1" details="S. 544–551." /> Die britische 2. Armee sowie ab dem 23. Juli auch die kanadische 1. Armee unter Henry Crerar boten bis Mitte August für den östlichen Brückenkopf vier britische und ein kanadisches Korps mit insgesamt 16 Divisionen (zwölf britische, drei kanadische, eine polnische) auf, denen darüber hinaus mehrere britische Panzerbrigaden zur Seite standen. Die Vereinigung der drei Commonwealth-Landungsstrände gelang bereits am 7. Juni, jedoch war die schnelle Eroberung von Caen, die am Vortag misslungen war, mittlerweile durch deutsche Verstärkungen vollends unmöglich geworden.<ref name=":3" details="S. 90–93." /> Die Kämpfe waren auch nach dem ersten Invasionstag unverändert hart; Soldaten der 12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“ ermordeten am 7. Juni mindestens 187 Kriegsgefangene, die hauptsächlich den kanadischen Streitkräften angehörten.<ref name=":3" details="S. 137–138." />
Der Versuch eines britischen Zangenangriffs gegen Caen (Operation Perch) in den ersten Invasionstagen scheiterte, als die Infanteristen der 51. Division bereits im Ansatz stecken blieben und die prestigereiche britische 7. Panzerdivision sich bei Tilly-sur-Seulles in ein heftiges Gefecht mit der mittlerweile anrückenden kampfstarken Panzer-Lehr-Division verstrickte. Bei Villers-Bocage kam es zu einem berühmten und für die Briten verlustreichen Panzergefecht zwischen der zur 7. Panzerdivision gehörigen 22. Panzerbrigade und der Schweren SS-Panzer-Abteilung 101, welches mit einem britischen Rückzugsbefehl am 14. Juni endete. Der Rückschlag bei Villers-Bocage sorgte für ein Umdenken in der allzu aggressiven Nutzung der britischen Kampfpanzer.<ref name=":3" details="S. 90–93." /> Der deutsche Befehlshaber bei Villers-Bocage, Michael Wittmann, wurde in der NS-Propaganda zur Heldenfigur.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Mitte Juni ging die britische Armee bei Caen von einem Versuch des Bewegungskriegs endgültig zu einer artillerieorientierten Materialschlacht über; eine Reihe von britisch-kanadischen Offensiven gegen Caen folgte, zu denen Operation Epsom (26. bis 30. Juni), Operation Windsor (4./5. Juli), Operation Charnwood (8./9. Juli), Operation Jupiter (10./11. Juli), Operation Greenline (15. Juli), Operation Pomegranate (16./17. Juli), Operation Goodwood (18. bis 20. Juli), Operation Atlantic (18. bis 22. Juli), Operation Spring (25. bis 27. Juli), Operation Bluecoat (30. Juli bis 7. August), Operation Totalize (8. bis 13. August) und schließlich Operation Tractable (14. bis 21. August) gehörten. Erst während Charnwood drangen die britischen Truppen ins Stadtgebiet der Stadt Caen ein.<ref name=":3" details="S. 92–96." /> Das Stadtgebiet befand sich am dem 9. Juli unter britischer Kontrolle.<ref name=":19" details="S. 43.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Das Tempo des britischen Vormarsches war dabei aufgrund der starken Nutzung der eigenen Artillerie sehr schwerfällig und langsam.<ref name=":3" details="S. 96." /> Erst in den letzten beiden der Offensiven, an denen jeweils etwa nur drei bis vier Divisionen teilnahmen und die zuvor stets mit geringem Geländegewinn abgebrochen wurden, schafften es die Commonwealth-Truppen, die deutschen Linien zu durchstoßen. Die britische Taktik setzte zunehmend auf massive Feuerüberlegenheit; neben bis zu 800 Artilleriegeschützen kamen in den Gebieten innerhalb von 30 Kilometern zur Küste auch die schweren Schiffsgeschütze der alliierten Flotte vor der Küste zum Einsatz. Während der Operation Charnwood kamen darüber hinaus erstmals auch etwa 1000 Bomber des RAF Bomber Command den Bodentruppen zu Hilfe. Der britische Befehlshaber Montgomery prägte zu seiner Vorgehensweise den Begriff des ‚kolossalen Schlags‘ ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}), während die deutschen Verteidiger das britische Vorgehen abschätzig als ‚Vernichtungstaktik‘ brandmarkten. Der Einsatz strategischer Bomber galt als ausreichend erfolgreich, ihn während der Operation Goodwood zu wiederholen; insgesamt 1056 Bomber der Typen Lancaster und Halifax, gefolgt von 318 Marauders und 570 Liberators, warfen am Morgen des 18. Juli ihre Bomben auf die Stellungen der 21. Panzer-Division sowie der 16. Luftwaffen-Felddivision. Der direkte Ausfall deutscher Kampfpanzer durch alliierte Flugzeuge blieb, entgegen späterer Behauptungen deutscher Generäle und alliierter Jagdpiloten, jedoch eher gering.<ref name=":3" details="S. 92–95." />
Deutsche Verstärkungen
Da sich früh abzeichnete, dass die Westalliierten alle verfügbaren Kräfte in der Normandie in die Waagschale werfen würden, wollte auch die deutsche Führung Kräfte heranführen, um den Normandie-Brückenkopf abzustützen und wenn möglich die Invasoren ins Meer zurückzudrängen. Bereits am 6. Juni sowie in der Nacht vom 6./7. Juni wurden dazu neue Großverbände aus anderen Teilen Frankreichs freigegeben, auch wenn diese, wie im Fall der 17. SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“, die am Invasionstag 350 Kilometer entfernt stand, unter einem großen Mangel an Lastwagen litten und sich ob der Gefahr alliierter Tiefflieger ohnehin nur nachts fortbewegen konnten. Die 17. SS-Division kam nur schleppend voran und traf stückweise im Operationsgebiet ein. Während die Divisionsaufklärer bereits am 10. Juni ihren ersten Feindkontakt hatten, dauerte es für die Masse der Infanterie bis zum 12. Juni, bis sie bei Carentan in die Frontlinie eintreten konnten. Weiter östlich versuchte das I. SS-Panzerkorps, seine bereits in der Linie stehende 21. Panzer-Division mit der Panzer-Lehr-Division sowie der 12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“ zu verstärken, konnte diese Divisionen aber wegen der feindlichen Luftüberlegenheit nur langsam und unter Verlusten zur Front bewegen. Der ursprünglich angepeilte Gegenangriff am 9. Juni konnte nicht durchgeführt werden. Die Panzergruppe West, die in den Folgetagen einen eigenen Angriff vortragen sollte, wurde in der Nacht des 10./11. Juni zum Ziel eines verheerenden Fliegerangriffs bei La Caine, bei dem viele Offiziere verwundet oder getötet wurden.<ref name=":3" details="S. 112–113." /> Unter den zur Verstärkung herangezogenen Großverbänden wurde die 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ besonders bekannt, da es auf seinem Marsch aus Südwestfrankreich zur Normandiefront eine bis dahin unbekannte Brutalität gegenüber der französischen Zivilbevölkerung an den Tag legte. Auf das Massaker von Tulle mit 99 Toten am 9. Juni folgte die opferreichste Massenexekution während der deutschen Besatzungszeit in Frankreich, das Massaker von Oradour am 10. Juni,<ref name=":3" details="S. 175–176." /> in welchem 643 Zivilisten aller Geschlechter und Altersklassen ermordet wurden.<ref>{{#if:|{{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}| |}}}}{{#if:|{{{autor}}}: }}{{#if:|{{#if:Victims names list of all those killed at Oradour|[{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|archivURL|1={{#invoke:URLutil|getNormalized|1={{{archiv-url}}}}}}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel=Victims names list of all those killed at Oradour}}]{{#if:| ({{{format}}})}}{{#if:| {{{titelerg}}}{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|Endpunkt|titel={{{titelerg}}}}}}}}}|{{#if:https://www.oradour.info/appendix/victimsnameslist.htm%7C{{#if:{{#invoke:TemplUtl%7Cfaculty%7C}}%7C{{#invoke:Vorlage:Internetquelle%7CTitelFormat%7Ctitel={{#invoke:WLink%7CgetEscapedTitle%7C1=Victims names list of all those killed at Oradour}}}}|[{{#invoke:URLutil|getNormalized|1=https://www.oradour.info/appendix/victimsnameslist.htm}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel={{#invoke:WLink|getEscapedTitle|1=Victims names list of all those killed at Oradour}}}}]}}{{#if:| ({{{format}}}{{#if:2000{{#if: 2026-04-03 | {{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}||1}}}}
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Die deutsche Kommandostruktur litt an überlappenden Zuständigkeiten, da sowohl der Oberbefehlshaber West Rundstedt als auch der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B Rommel, beide im gleichen Dienstgrad Generalfeldmarschall, sich für die Invasionsabwehr zuständig sahen, was auch für den Armeebefehlshaber der 7. Armee Friedrich Dollmann galt. Darüber hinaus kam es zu ständigen Intervention durch das OKW und durch Hitler, der am 17. Juni 1944 letztmals nach Frankreich kam, um sich in Margival (Soissons) mit Rommel und Rundstedt zu treffen. Hitler verbot die von Rommel angefragten Rückzüge ins Landesinnere, um der alliierten Schiffsartillerie zu entkommen, und versprach Entlastung in Form des II. SS-Panzerkorps,<ref name=":3" details="S. 114–117." /> welches am 12. Juni von der Heeresgruppe Nordukraine an der Ostfront abgetrennt und nach Westen befohlen worden war.<ref name=":5" details="S. 250." /> Die Hoffnung, das II. SS-Panzerkorps sofort für einen entscheidenden Gegenangriff zu nutzen, bewahrheitete sich jedoch nicht, da bei seiner Ankunft Ende Juni dazu übergehen musste, bei Caen die Lücken zu stopfen, die durch die alliierte Operation Epsom entstanden waren. Die operativen Konzepte der Ostfront, wo die sowjetische Luftwaffe weniger überlegen war als die westalliierten Luftstreitkräfte in der Normandie, ließen sich nicht auf den Brückenkopf übertragen. Der kurzlebige Gegenangriff des II. SS-Panzerkorps an der Höhe 112 blieb der einzige deutsche Gegenangriff auf Korpsebene an der Westfront im Juni und Juli 1944.<ref name=":3" details="S. 114–117." />
Die deutsche Führung versuchte im Sommer 1944, mit Durchhalteparolen und öffentlichkeitswirksamen Projekten wie den Vergeltungswaffen Zeit zu gewinnen.<ref name=":3" details="S. 121." /> Darüber hinaus wurde eine Reihe von militärischen Führern ausgetauscht: Nachdem Leo Geyr von Schweppenburg am 10. Juni beim Luftangriff auf La Caine verwundet worden war,<ref name=":5" details="S. 206, 250–252, 269." /> übernahm Heinrich Eberbach nach einem Führerbefehl vom 1. Juli die Panzergruppe West.<ref name=":11" details="S. 88." /> Am 29. Juni starb der Befehlshaber der 7. Armee Friedrich Dollmann und wurde durch Paul Hausser ersetzt. Nach der Konferenz bei Margival hatte Hitler aber auch das Vertrauen in Rundstedt verloren und ersetzte ihn als am 2. Juli Oberbefehlshaber West durch Günther von Kluge. Nachdem Erwin Rommel bei einem alliierten Luftangriff am 17. Juli verwundet wurde, übernahm Kluge in Personalunion auch noch die Heeresgruppe B.<ref name=":5" details="S. 206, 250–252, 269." /> Rommel wurde später der Beteiligung am Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 bezichtigt und beging am 14. Oktober Selbstmord, um seine Familie zu schützen.<ref name=":11" details="S. 90." />
Ausbruch aus dem Brückenkopf
Alliierter Ausbruch: Operation Cobra
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Da sich die schwersten deutschen Kräfte am östlichen Rand des Brückenkopfes gegen die britisch-kanadischen Truppen massierten und dort Ende Juni alle sieben und Mitte Juli immer noch fünf Panzerdivisionen standen, war der Druck auf die US-amerikanischen Truppen im Westteil des Brückenkopfes geringer, was diesen mehr Bewegungsmöglichkeiten für einen Ausbruch bot. Die zu Beginn der Kämpfe um den Brückenkopf schlechte Abstimmung zwischen amerikanischen und britischen Kommandeuren besserte sich im Juli, da am 25. Juli gleichzeitig mit der Operation Spring eine britische Attacke bei Caen auch der entscheidende Ausbruchsversuch der Amerikaner, die Operation Cobra, begann.<ref name=":3" details="S. 97." />
Zum Zeitpunkt des Ausbruchs standen an der Westfront etwa 400.000 deutsche Soldaten etwa 1.500.000 alliierten Soldaten gegenüber.<ref name=":3" details="S. 124." />
Im westlichen Teil des Brückenkopfes in der Normandie unternahm die US-Armee ab dem 25. Juli eine Offensive aus der Linie Lessay–Saint-Lô, die am 31. Juli zum Ausbruch aus dem Landekopf bei Avranches führte.<ref name=":1" details="S. 553–557." /> Am ersten Gefechtstag waren die amerikanischen Geländegewinne mit drei Kilometern nur gering, doch bereits am 27. Juli waren die Spitzen der US-Truppen 25 Kilometer weit vorgestoßen. Das VII. US-Korps und VIII. US-Korps, letzteres de facto unter der Führung von George S. Patton, der ab dem 1. August die neu aufgestellte 3. US-Armee übernahm, trieben die Deutschen vor sich her.<ref name=":3" details="S. 111." /> Die seit Anfang Juni im Gefecht stehende Panzer-Lehr-Division brach am 27. Juli auseinander, woraufhin die deutsche Führung die 2. Panzer-Division sowie die 116. Panzer-Division vom Ostteil des Brückenkopfs abzog und in Richtung der amerikanischen Truppen in die Linie warf. Die erschöpften Infanterieverbände der 7. Armee hatten den alliierten Panzerangriffen nichts mehr entgegenzusetzen.<ref name=":3" details="S. 125." /> Die 3. US-Armee brach am 1. August bei Avranches ins Hinterland durch, wo sich die amerikanischen Truppen in drei Richtungen auffächerten: Das VIII. US-Korps stieß nach Westen in die Bretagne vor, wo es gemeinsam mit FFI-Verbänden die ländlichen Gebiete der Halbinsel schnell eroberte und die deutschen Verteidiger in Brest, Lorient und Saint-Nazaire einschloss. In der Mitte rückten recht schwache Kräfte in Richtung Loire. Im Osten drehten schwere motorisierte Verbände ostwärts ein und stießen bis zum 8. August nach Le Mans vor.<ref name=":3" details="S. 155." />
Gescheiterter Gegenangriff: Unternehmen Lüttich
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Zu diesem Zeitpunkt schien noch die Möglichkeit zu bestehen, die alliierten Nachschublinien bei Avranches abzuschneiden und damit die Truppen im Hinterland zu isolieren.<ref name=":3" details="S. 155." /> Hitler befahl dem OB West, Generalfeldmarschall Günther von Kluge, einen Gegenangriff über Mortain nach Avranches zu führen (Unternehmen Lüttich), um die schon von Patton durchgeschleusten Panzer- und Infanteriedivisionen wieder abzuschneiden. Der Angriff begann in der Nacht zum 7. August, blieb aber schon im Laufe des Nachmittags vor allem durch die massive Luftüberlegenheit der Alliierten stecken.<ref name=":1" details="S. 558–559." /> Der Angriff der vier Panzerdivisionen war der letzte deutsche Großangriff in der Normandie, wurde aber wegen akuten Treibstoffmangels zunächst mit nur 120 Panzern vorgetragen. Die Amerikaner, die dank der ULTRA-Entschlüsselungen die Angriffspläne kannten, hatten sich bei Mortain auf den Angriff vorbereitet. Die Deutschen konnten die Ortschaft trotzdem für einige Stunden erobern, bis sie am späten Vormittag des 7. August stecken blieben und schließlich von amerikanischem Abwehrfeuer und schweren Luftangriffen der USAAF bei nur minimalen Einsätzen der deutschen Luftwaffe zum Rückzug gezwungen wurden.<ref name=":3" details="S. 156." />
Kessel von Falaise
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Nach dem erfolglosen Unternehmen Lüttich standen mehrere deutsche Divisionen jetzt weit westlich exponiert, während im Südosten die 3. US-Armee schnell ostwärts vorstieß und im Nordosten die Operation Totalize endlich auch den östlichen Teil des Normandie-Brückenkopfes aufbrach. Dadurch bot sich jetzt den Alliierten eine Möglichkeit einer Einkreisung deutscher Verbände, die beim Kessel von Falaise (12.–21. August) durchgeführt werden würde. Die Zangenbewegung der britisch-kanadisch-polnischen Truppen im Norden sowie der US-amerikanischen Truppen im Süden war jedoch nur ein Teilerfolg, da besonders die motorisierten Verbände dank ihrer höheren Mobilität dem Kessel entweichen konnten. Am 19. August gelang es der polnischen 1. Panzerdivision, den Kessel zeitweise zu schließen, doch ein Gegenangriff des II. SS-Panzerkorps erlaubte bis zum 21. August weiteren deutschen Truppen die Flucht. Etwa 35.000–40.000 deutschen Soldaten und den meisten Führungsstäben, die zeitweise im Kessel gewesen waren, gelang die Flucht, während etwa 10.000 getötet wurden und weitere 40.000–50.000 in Kriegsgefangenschaft gingen. Die Alliierten fanden 470 Panzer und Sturmgeschütze, von denen vier Fünftel von den Deutschen ohne Feindeinwirkung aufgegeben worden waren.<ref name=":3" details="S. 156–158." />
Nachdem kurzzeitig die Verbindung zwischen Oberbefehlshaber West Günther von Kluge und dem Oberkommando abgerissen war, verdächtigte Hitler ihn, mit den Westalliierten Kontakt aufgenommen zu haben und ließ ihn am 17. August durch Walter Model ersetzen. Der nach Berlin beorderte Kluge beging am 19. August Selbstmord.<ref name=":3" details="S. 158." />
Operation Dragoon
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Am 15. August begann eine zweite Invasion, die an der Côte d’Azur (Südfrankreich) zwischen Toulon und Cannes stattfand: Operation Dragoon.<ref name=":1" details="S. 597–598." /> Gegen die Verteidiger der deutschen 19. Armee gingen zunächst drei US-Divisionen mit Panzerunterstützung an Land.<ref name=":1" details="S. 597–598." /> Die 3., die 36. und die 45. US-Division der 7. US-Armee bildeten die erste Linie, außerdem landeten amerikanische und britische Fallschirmjäger der 1st Airborne Task Force südlich von Draguignan und setzten den Stab des örtlichen LXII. Reservekorps außer Gefecht. Die Gefangennahme des Korpskommandeurs des LXII. Korps, Ferdinand Neuling, gelang am 18. August, wodurch die Westalliierten erstmals den Kommandieren General eines deutschen Korps gefangen nehmen konnten.<ref name=":3" details="S. 164–165." /> Am ersten Tag brachten die Alliierten über 60.000 Soldaten und 6700 Kraftfahrzeuge an Land und erweiterten den Brückenkopf auf eine Tiefe von 16 Kilometern.<ref name=":1" details="S. 597–598." /> Mit insgesamt 95 Toten und 385 Verwundeten am ersten Tag (zumeist wegen Landminen) waren die Dragoon-Landungen sauber verlaufen.<ref name=":3" details="S. 164–165." /> Ab dem Folgetag gingen auch freifranzösische Truppen des II. Korps unter Jean de Lattre de Tassigny an Land.<ref name=":1" details="S. 597–598." /> Dadurch kam erstmals französischen Großverbänden eine Rolle in der Befreiung ihres Heimatlandes zu, weshalb Charles de Gaulle das amerikanische Projekt der Operation Dragoon auch mit Nachdruck politisch unterstützt hatte.<ref name=":3" details="S. 164–165." />
Die in Südfrankreich befindliche Armeegruppe G (ab 8. September: „Heeresgruppe G“),<ref name=":1" details="S. 600." /> die erst im Mai 1944 als neue Kommandobehörde aufgestellt worden war,<ref name=":11" details="S. 83." /> hatte hinnehmen müssen, dass ihre 1. Armee und 19. Armee in den Sommermonaten zahlreiche Verbände und schwere Waffen in die Normandie abgeben mussten. Jetzt war die Armeegruppe G in keiner Verfassung, der in ihrem Sektor stattfindenden Operation Dragoon wirksame Mittel entgegenzusetzen. Nur noch ein gepanzerter Verband, die 11. Panzer-Division, stand zu diesem Zeitpunkt in Südfrankreich bereit.<ref name=":3" details="S. 166." /> Hitler befahl am 16. August angesichts der alliierten Geländegewinne, Südfrankreich zu räumen und sich in Richtung Dijon oder nach Italien zurückzuziehen. Die Verteidiger von Marseille und Toulon wurden angewiesen, bis zum letzten Mann zu kämpfen.<ref name=":1" details="S. 597–598." /> Etwa 250.000–300.000 deutsche Soldaten waren zu diesem Zeitpunkt über ganz Südfrankreich verteilt, die jetzt schnellstmöglich nach Nordosten evakuiert werden mussten. Den Rückzug aus Südfrankreich organisierte hauptsächlich der Befehlshaber der Heeresgruppe G, Johannes Blaskowitz.<ref name=":3" details="S. 166." />
Die wichtige Rückzugsroute durchs Rhone-Tal nordwärts wurde jedoch durch den schnellen Vorstoß der Task Force Butler (36. und 45. Infanteriedivisionen) gekappt, nachdem sich diese in hohem Tempo nordostwärts durch die französischen Alpen geschlagen hatten und am 20. August bei Montélimar im Rücken der deutschen Hauptmacht auftauchten. Zwischen dem 20. und 29. August brachen um Montélimar heftige Kämpfe aus, da die Deutschen verzweifelt versuchten, den Rückzugsweg für die in Südostfrankreich stehende 19. Armee zu öffnen. Die deutsche 11. Panzer-Division wehrte mehrere alliierte Entsatzangriffe ab, bis die Task Force Butler schließlich den Weg freigeben und sich in die Alpen zurückziehen musste. Die Deutschen mussten zwar etwa 2500 Fahrzeuge zurücklassen, aber der Großteil des Personals der 19. Armee zwängte sich bis zum 29. August durch den Flaschenhals bei Montélimar hindurch. Auch Teile der bisher im Zentralmassiv eingesetzten Aserbaidschanischen Legion entkamen nordwärts. Lediglich der Stab einer einzigen Division (der 198. Infanterie-Division) wurde von den Alliierten erfolgreich gefangen genommen.<ref name=":3" details="S. 168–169." />
Am 3. September befreiten die Alliierten Lyon. Am 11. September traf bei Saulieu die in Südfrankreich gelandete französische 1. Division auf die in Nordfrankreich gelandete 6. US-Panzerdivision, wodurch die beiden Landungsarmeen zueinander gefunden hatten.<ref name=":3" details="S. 169." />
Versuche des VI. US-Korps, den Rückzug der aus Südfrankreich fliehenden Deutschen bei Meximieux oder bei Marboz zum Stehen zu bringen, wurden wiederholt von der 11. Panzer-Division vereitelt. Die Heeresgruppe G konnte in diesem „Rennen zur Burgundischen Pforte“ insgesamt 160.000 von ursprünglich 235.000 fliehenden Soldaten in Sicherheit bringen. Trotzdem ließ Hitler Blaskowitz, zu dem er nie ein besonders gutes Verhältnis gehabt hatte, kurz darauf ablösen.<ref name=":3" details="S. 169." /> Während des Rückzugs der 19. Armee ergab sich Generalmajor Botho Henning Elster mit etwa 19.000 Soldaten in der größten derartigen Kapitulation,<ref name=":1" details="S. 573." /> nicht zuletzt da der Weg seiner „Kolonne Elster“ von der spanischen Grenze besonders lang gewesen war. Außerdem blieben etwa 30.000 Soldaten in den „Festungen“ am Atlantik zurück.<ref name=":3" details="S. 169." />
Alliierter Vormarsch durch Ostfrankreich und Belgien
Befreiung von Paris
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Der 25. August war der Tag der Befreiung von Paris. Der deutsche Stadtkommandant General Dietrich von Choltitz verweigerte Hitlers Befehl, die Stadt zu zerstören und ergab sich mit seinen Truppen kampflos.<ref name=":1" details="S. 562–564." /> Bereits am 10. August war es in Paris angesichts der nahenden alliierten Armeen zu ersten Streiks gekommen, am 18. August befahl die Widerstandsarmee (Forces françaises de l’intérieur) die Generalmobilmachung und den Generalstreik und am 20. August kam von Hitler der Befehl, den „Kampf um und in Paris ohne Rücksicht auf die Zerstörung der Stadt zu führen“. Am 23. August wurde der Befehl verschärft: „Paris darf nicht oder nur als Trümmerfeld in die Hand des Feindes fallen.“ Stattdessen kapitulierte Choltitz, der bis zuletzt Zerstörungsbefehle hatte herauszögern können, am 25. August im Hôtel de Ville vor den Truppen der freifranzösischen 2. Panzerdivision und den örtlichen FFI-Kommandeuren.<ref name=":3" details="S. 160." /> Charles de Gaulle, der noch vor der Invasion den 2. Juni genutzt hatte, um sein Französisches Komitee für die Nationale Befreiung (CFLN) zur Provisorischen Regierung Frankreichs (GPRF) aufzuwerten und der am 14. Juni bei Bayeux französischen Boden betrat und dort von jubelnden Zivilisten empfangen wurde,<ref name=":3" details="S. 187–188." /> kehrte am 26. August in einem Triumphzug nach Paris zurück.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Flucht der Deutschen
Die abziehenden deutschen Truppen, die zurückgehende 15. Armee von der französischen Ärmelkanalküste und die 19. Armee mit einem riesigen Tross und Behördenapparat aus Süd- und Südwestfrankreich wurden von den nachrückenden Alliierten bedrängt. Geschwächte Kampfdivisionen, Besatzungstruppen, Einheiten der Organisation Todt, Nachrichtenhelferinnen und diverse Stabsoffiziere und Staatsbeamte fluteten in einer wilden Flucht in Richtung der deutschen Grenze. Versuche einer Auffanglinie an der Seine oder in Ostfrankreich (Kitzinger-Linie) waren schnell obsolet. Am 20. August gab Alfred Jodl einen „Verbrannte Erde“-Befehl. Zumindest die wichtigsten Brücken und die meisten großen Seehäfen Frankreichs wurden gesprengt und mindestens 60.000 Pferde und Mulis beschlagnahmt. Dem vom OKW ebenfalls geforderten massenhaften Abtransport der männlichen Zivilbevölkerung wurde aber praktisch nirgendwo entsprochen.<ref name=":3" details="S. 161–162." />
Befreiung Belgiens und Kessel von Mons
Truppen der 21st Army Group drang über Nordfrankreich ins besetzte Belgien ein. Dabei wurden Amiens (31. August), Brüssel (3. September), Antwerpen (4. September) und Bourges (9. September) befreit.<ref name=":19" details="S. 96." /> Das schnelle Vorrücken ließ viele alliierte Soldaten auf ein schnelles Kriegsende hoffen.<ref>Saul K. Padover: Lügendetektor. Vernehmungen im besiegten Deutschland 1944/45. Eichborn, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-8218-4478-7, S. 7.</ref>
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Zeitgleich mit dem britischen Antritt gegen Belgien eroberte die 3. US-Armee weiter südöstlich die französischen Städte Reims, Châlons-en-Champagne und Verdun (alle 1. September). Am 3. September nahmen US-amerikanische Truppe die Stadt Mons ein.<ref name=":19" details="S. 96." /> Die Amerikaner nahmen im Kessel von Mons (Anfang September 1944) etwa 25.000 deutsche Soldaten gefangen, aber weitere 40.000 Mann sowie mehrere hohe Kommandostäbe entkamen.<ref name=":3" details="S. 194." />
Rolle der Résistance
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Von Anfang an kooperierten Kräfte der französischen Partisanenarmee (Forces françaises de l’intérieur, „FFI“) mit den Alliierten. Unter der formellen Führung von Pierre Kœnig sollten die FFI bereits am Landungstag nicht weniger als vier wichtige Operationen durchführen: Plan Vert sah die Lähmung des Eisenbahnnetzes vor, Plan Violet die Durchtrennung von Funk- und Telefonverbindungen, Plan Blue die Sprengung von Stromlinien und Plan Bibendum den direkten Angriff von Widerstandskämpfern auf Besatzungssoldaten. Jedoch hatten die FFI ihre eigene Stärke in Propagandameldungen stets übertrieben, was von übermäßig optimistischen Berichten der alliierten Verbindungsoffiziere noch verstärkt wurde. Die Maquis-Banden in den isolierten Berg- und Hügelregionen Frankreichs (innere Bretagne, Ardennen, Jura, Pyrenäen, Limousin, Zentralmassiv, Alpen) stellten zwar eine Gefahr für kleinere Gruppen deutscher Soldaten dar, waren aber keine auf strategischer Ebene ernstzunehmende militärische Macht.<ref name=":3" details="S. 171–173." /> In den Jahren 1943/1944 hatten die Deutschen mehrere militärische Großunternehmungen durchgeführt, um die Maquis auch in den Hügeln und Bergen einzudämmen.<ref name=":11">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Sowohl zu diesem Zeitpunkt als auch während der Invasion zeigte sich, dass die französischen Partisanen gut organisierten Verbänden der Wehrmacht oder Waffen-SS praktisch nichts entgegenzusetzen hatten.<ref name=":3" details="S. 173–174." />
Trotzdem schafften es örtliche Widerstandsgruppen am D-Day, in Ortschaften wie Tulle oder Bourg-en-Bresse die lokale Verwaltung zu übernehmen und die deutschen Besatzer zeitweise zu vertreiben.<ref name=":3" details="S. 171–172." /> Teile der Polizei des Vichy-Regimes liefen zu den Partisanen über, während andere den Achsenmächten treu blieben. Am 8. Juni erfolgte vom Oberbefehlshaber West der Befehl, „mit äußerster Schärfe und ohne Nachsicht“ gegen die Widerständler vorzugehen. Schon am Folgetag rückte die 2. SS-Panzer-Division "Das Reich" im zeitweise befreiten Tulle ein, woraufhin die SS-Soldaten eine Massenhinrichtung mit 99 Toten durchführten, dem bereits am 10. Juni das bekannte Massaker von Oradour folgte.<ref name=":3" details="S. 174–175." /> Der militärisch unvorbereitete Enthusiasmus der Partisanen zeigte sich auch, als im Vercors in den französischen Alpen am 3. Juli in der Nähe des von deutschen Truppen besetzten Grenoble eine französische Partisanenrepublik ausgerufen wurde. Am 21. Juli begann ein organisierter Angriff mehrerer Kampfgruppen von insgesamt fast 10.000 deutschen Soldaten, zumeist zur 157. Reserve-Division gehörig, mit Unterstützung spezialisierter Gebirgs- und Fallschirmjäger. Die Verteidiger der Partisanenrepublik verloren alle Gefechte gegen die deutschen Angreifer; am 23. Juli gab der militärische Anführer der Partisanen, François Huet, den Befehl, in Kleingruppen den Rückzug anzutreten. Bei deutschen Verlusten von 65 Toten und 133 Verwundeten kamen 840 Franzosen, von denen etwa drei Viertel Partisanen waren, in den Gefechten um das Vercors ums Leben. In den Folgetagen durchkämmten deutsche Truppen das Gebiet nach versprengten Marquisards und erschossen mindestens 90 Zivilisten.<ref name=":3" details="S. 177–179." /> Als sie ein improvisiertes Lazarett der Maquisard entdeckten, wurden die Krankenschwestern ins KZ Ravensbrück deportiert.<ref name=":10" details="S. 69–70.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Im August intensivierten sich die Partisanenaktivitäten in Südostfrankreich (Alpen, Zentralmassiv) erneut, da die FFI der bevorstehenden Operation Dragoon zu Hilfe kommen wollten. Die deutschen Besatzungstruppen mussten regelmäßig ihre Versorgungsstraßen wieder freikämpfen, nachdem diese von Maquisards besetzt worden waren. Mit dem deutschen Rückzugsbefehl vom 16. August begann eine letzte Welle der Aktivität, da jetzt alle verfügbaren Partisanengruppen zu Überraschungsangriffen gegen die sich zurückziehenden deutschen Verbände antraten.<ref name=":3" details="S. 182." />
Der Partisanenkrieg des Jahres 1944 forderte zwischen 13.000 und 16.000 französische Todesopfer, von denen etwa 66–75 % FFI-Kämpfer und der Rest zumeist völlig unbeteiligte Zivilisten waren. Dazu kamen noch einmal etwa 1000 Geiselerschießungen sowie 3000 Hinrichtungen durch deutsche Kriegsgerichte sowie 60.000 Strafdeportationen vermeintlicher oder tatsächlicher Widerstandskämpfer nach Deutschland, von denen ca. 24.000 zu Tode kamen. Das deutsche Militär dürfte im Kampf gegen die Maquis ca. 2500–3000 Tote erlitten haben.<ref name=":3" details="S. 183." /> Darüber hinaus töteten die Widerstandskämpfer ca. 7000–8000 Franzosen, die vermeintlich oder tatsächlich dem Vichy-Regime gedient hatten. Nach dem Kriegsende führten im Schwerpunkt die Partisanen die Épuration durch, bei der weitere 2000 Lynchmorde begangen und etwa 20.000 der Kollaboration bezichtigte Französinnen durch Kopfrasur öffentlich gebrandmarkt wurden.<ref name=":3" details="S. 188–189." />
Die Meinungen über die Rolle der Résistance gingen und gehen auseinander: Bernard Montgomery erwähnte sie in seinen Kriegsmemoiren mit keinem Wort, während Dwight D. Eisenhower der FFI sehr schmeichelhaft anrechnete, den Kampfwert von bis zu 15 alliierten Divisionen ersetzt zu haben.<ref name=":3" details="S. 183–184." />
Operation Market Garden
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Nachdem es Anfang September zunächst so ausgesehen hatte, als könnte der Krieg bald zügig beendet werden, kam der alliierte Vormarsch in der zweiten Septemberwoche merklich ins Stocken. Die Ankunft erfahrener Panzergrenadier-Divisionen aus Italien sowie neu aufgestellter Volksgrenadier-Divisionen stabilisierten die zurückflutenden deutschen Truppen, die sich jetzt zudem am alten Westwall an der Vorkriegswestgrenze festklammern konnten. Gleichzeitig stritten sich Briten und Amerikaner um das weitere vorgehen, da Bernard Montgomery seiner eigenen 21st Army Group die Priorität einräumen wollte, während Dwight D. Eisenhower und andere US-Generäle eine Strategie der ‚breiten Front‘ bevorzugten und nicht einsahen, warum ausgerechnet die britisch-kanadischen Truppen im Norden den Vorzug vor den US-amerikanischen Soldaten im Zentrum und im Süden bekommen sollten. Nach einer Intervention durch Premierminister Churchill zugunsten Montgomerys wurde der 21st Army Group schließlich tatsächlich zumindest für den restlichen September die Priorität eingeräumt.<ref name=":3" details="S. 193–195." />
Die britische Kommandeure planten eine kühne Fallschirmoperation, um in den Niederlanden die Rheinlinie zu erreichen und sofort zu durchstoßen.<ref name=":3" details="S. 195." /> In dieser Operation Market Garden (ab 17. September) scheiterten alliierte Luftlandeverbände jedoch an einem schnellen Übertritt über den Rhein.<ref name=":1" details="S. 606–611." /> Die zweiteilige Operation verband den Fallschirmangriff Operation Market des XVII. Luftlande-Korps mit einer Bodenoffensive, der Operation Garden des XXX. Korps. Das XVII. Korps sollte hierbei im Handstreich eine Reihe von Brücken einnehmen, zu denen die große Brücke von Nijmegen und die Brücke von Arnhem gehörten. Nachdem die Fallschirmjäger diese Brücken am ersten Tag der Operation eingenommen hätten, sollten die Bodentruppen des XXX. Korps die 100 Kilometer in vier Tagen überwinden und die Fallschirmjäger entsetzen. Nachdem die Operation am 17. September begonnen hatte, begannen kleinere deutsche Kampfgruppen sofort, das XXX. Korps entlang seiner Vormarschstraße zu beschießen und zu verlangsamen, während deutsche Gegenangriffe gegen das XVII. Korps vorbereitet wurden. Erst am dritten Tag erreichte das XXX. Korps die Fallschirmjäger der 101. US-Luftlandedivision bei Veghel und am fünften Tag die bereits heftig bedrängten Kämpfer der 82. US-Luftlandedivision bei Nijmegen. Die weiter nördlich bei Arnhem isolierte britische 1. Luftlandedivision war früh von Truppen des II. SS-Panzerkorps attackiert worden und wurde in der Schlacht um Arnhem aufgerieben.<ref name=":3" details="S. 195–197." /> Einige hundert britische Fallschirmjäger gerieten in einem Brückenkopf nördlich von Oosterbeek ins Visier mehrerer deutscher Großverbände.<ref name=":14" details="S. 557.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Die 9. SS-Panzer-Division und 10. SS-Panzer-Division in der Nähe von Arnhem waren von den Alliierten in ihrer Planung nicht ausreichend berücksichtigt worden.<ref name=":4" details="S. 407–408." /> Die geplanten Verstärkungen durch die polnische 1. Fallschirmbrigade kamen erst am fünften Tag und an der falschen Stelle an. Das XXX. Korps kam auf 10 Kilometer an Arnhem heran, wo sich aber die deutschen Linien verdichteten. Die letzten Überlebenden der 1. Luftlandedivision schlugen sich ab dem 25. September zu den eigenen Linien durch.<ref name=":3" details="S. 195–197." /> Von ursprünglich 9000 britischen Fallschirmjägern entkamen etwa 2400 aus Arnhem.<ref name=":4" details="S. 407–408." /> Die Stadt blieb in deutscher Hand, wodurch den Alliierten der schnelle Rheinübergang verwehrt wurde. Arnhem wurde erst am 14. April 1945 von den Alliierten befreit.<ref name=":3" details="S. 195–197." />
Der deutsche Sieg resultierte in Repressalien gegen die niederländische Zivilbevölkerung, welche die alliierten Luftlandeoperationen mit großem Jubel begrüßt und die deutschen Anstrengungen mit einem Eisenbahnerstreik behindert hatte. Arnhem wurde großflächig entvölkert und ca. 180.000 Menschen vertrieben.<ref name=":1" details="S. 611." />
Alliierter Vorstoß an den Westwall
Noch während Market Garden setzten auch die 12th Army Group im alliierten Zentrum und die 6th Army Group im Süden gemäß Eisenhowers ‚breiter Front‘ den Vormarsch zur deutschen Grenze fort.<ref name=":3" details="S. 198." /> Der Befehlshaber der 1. US-Armee, Courtney Hicks Hodges, hatte bereits am 12. September eine Sondierungsmission befohlen, um die deutschen Verteidigungslinien am Westwall zu testen.<ref name=":15" details="S. 38.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Das V. US-Korps hatte bereits am 11. September in der Schneifel bei Mettendorf und Bettingen mit der 5. US-Panzerdivision deutschen Boden betreten, während sich die links benachbarte 28. US-Division auf einen letztlich verlustreichen Angriff auf die deutschen Stellungen vorbereitete und die 4. US-Division weiter nördlich in Richtung Losheim, Sellerich und Stadtkyll vorstieß.<ref name=":15" details="S. 38–46." /> Weiter nördlich attackierte das VII. US-Korps mit der 1. US-Division, 3. US-Panzerdivision und 9. US-Division aus Eupen über Eynatten und aus Elsenborn über Monschau kommend nordwärts in den Raum südöstlich Aachen, inklusive nach Roetgen und Stolberg und in den Hürtgenwald.<ref name=":15" details="S. 67–82." />
{{#if: Schlacht an der Scheldemündung|{{#ifexist:Schlacht an der Scheldemündung|
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Die Westalliierten versuchten ihre Nachschubwege mit im Kreis fahrenden LKW-Kolonnen (Red Ball Express) auszubauen,<ref name=":1" details="S. 571." /> doch sperrten deutsche Truppen bis Ende November die Hafenzufahrt nach Antwerpen und reduzierten damit das alliierte Nachschubpotential,<ref name=":1" details="S. 611–614." /> obwohl sich die Stadt selbst seit dem 4. September in alliierter Hand befand.<ref name=":3" details="S. 199." /> Montgomery wies am 13. September der kanadischen 1. Armee die Aufgabe zu, die Scheldemündung freizuräumen. In mühsamen Kämpfen (Schlacht an der Scheldemündung) räumten britische und kanadische Truppen bis zum 8. November den Zugang nach Antwerpen frei, wobei sie zunächst einen deutschen Brückenkopf bei Breskens eroberten (Operation Switchback, ab 6. Oktober), dann die Halbinsel Zuid-Beveland attackierten und zuletzt die Halbinsel Walcheren freikämpften. Hierbei kämpften das britische I. Korps und das kanadische II. Korps gegen die deutschen Verteidiger des LXVII. Korps. Insgesamt erlitt die kanadische 1. Armee 12.873 Verluste und nahm 41.043 Gefangene.<ref name=":14" details="S. 581–584." /> Erst am 28. November ging der Hafen für die Alliierten in Betrieb, konnte aber nun täglich etwa 25.000 Tonnen Nachschub bearbeiten. Der deutsche V-Waffen-Beschuss der Stadt kostete bis Kriegsende 2900 Menschenleben, hatte aber keine ernsthaften logistischen Konsequenzen. Bei Kriegsende gingen etwa 40 % des alliierten Nachschubs für Westeuropa über Antwerpen.<ref name=":3" details="S. 199–200." />
{{#if: Schlacht um Aachen|{{#ifexist:Schlacht um Aachen|
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Bradley blieb zudem mit der 1. US-Armee vor Aachen blockiert. Zwar überschritt das VII. US-Korps am 12. September 1944 die deutsche Grenze und nahm am 14. September 1944 den im Süden Aachens gelegenen Ortsteil Kornelimünster ein, ohne dass es dort zu größeren Zerstörungen kam,<ref>Paul Fabianek: Folgen der Säkularisierung für die Klöster im Rheinland – Am Beispiel der Klöster Schwarzenbroich und Kornelimünster, 2012, Verlag BoD, ISBN 978-3-8482-1795-3, S. 30/31, mit Auszügen aus den geheimen Tagesberichten der deutschen Wehrmachtführung zur ‚‘Lage West‘‘ vom 13. bis 15. September 1944 (Heeresgruppe B/LXXXI A. K.)</ref> doch kam der Vorstoß im Raum Stolberg zum Stehen. Die Schlacht um Aachen zog sich bis zum 21. Oktober 1944. Aachen wurde während der Kämpfe zu 85 % zerstört. Nach heftigen Kämpfen eroberten US-Truppen Aachen die erste deutsche Stadt.<ref name=":1" details="S. 615." />
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Im September begann die längste amerikanische Feldschlacht des Zweiten Weltkriegs, die Schlacht im Hürtgenwald, die sich bis in den Februar 1945 ziehen sollte und die bei minimalen Geländegewinnen derart hohe Verluste verursachte, dass der Wald im Sprachgebrauch der amerikanischen Soldaten schon bald als „Bloody Hürtgen“ verdammt wurde.<ref name=":3" details="S. 200." /> Den bei den US-Soldaten auch als „grüne Hölle“ ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) betrat als erster US-Großverband die 9. US-Division, die als Teil der Operationen des VII. US-Korps über Monschau nordwärts marschierte und den Wald am 14. September erreichte. Das Dorf Mausbach nahmen die Amerikaner noch ohne Widerstand, wurden aber bei Krewinkel Ziel eines ersten lokalen Gegenangriffs. Beim Versuch, die wichtigste Straße im Hürtgenwald entlang der Route Lammersdorf–Vossenack–Hürtgen–Kleinhau einzunehmen, wurden die amerikanischen Infanteristen Ziel heftiger Mörserangriffe und Maschinengewehrsalven.<ref name=":15" details="S. 73–76." /> Ab dem 1. Oktober übernahm die deutsche 275. Infanterie-Division die Zuständigkeit für den Hürtgenwald und stellte sich der 9. US-Division entgegen.<ref name=":16" details="S. 33.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Im Oktober entwickelte sich eine blutige Pattsituation gegenseitiger gescheiterter Durchbruchsversuche.<ref name=":16" details="S. 36–46." /> Ende Oktober trat auf der amerikanischen Seite die 28. Division in die Linie, um bei Schmidt den Durchbruch zu erzwingen.<ref name=":16" details="S. 48–54." /> Anfang November nahmen die Amerikaner Kommerscheidt, erlitten aber bei Schmidt schwere Rückschläge, wo Truppen der 89. Infanterie-Division und 116. Panzer-Division die US-Soldaten zum Rückzug zwangen. Kurz darauf ging auch Kommerscheidt wieder an die Deutschen.<ref name=":16" details="S. 68–77." /> Im Rahmen der ab November stattfinden Operation Queen wurden weitere US-Divisionen (1., 4.) in den Hürtgenwald rotiert.<ref name=":17" details="S. 61–63.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
{{#if: Operation Queen|{{#ifexist:Operation Queen|
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Am 16. November traten amerikanische und britische Truppen zur Operation Queen an.<ref name=":16" details="S. 96–98." /> Ziel war es, im Schwerpunkt mit dem zur 1. US-Armee gehörigen VII. US-Korps durch den ‚Stolberg-Korridor‘ zur Ruhr vorzustoßen, während das rechts benachbarte V. US-Korps weiter Druck auf den Hürtgenwald ausüben sollte und die links benachbarte 9. US-Armee in breiter Front ostwärts zur Ruhr marschieren würde.<ref name=":17" details="S. 61–63." /> Das VII. Korps musste hierbei die 12. Volksgrenadier-, 246. Volksgrenadier- und 3. Panzergrenadier-Division überwinden. Der Offensive gingen schwere Bombenangriffe, u. a. auf Jülich, voraus, wobei Truppen der 47. Volksgrenadier-Division während einer Bahnverlegung getroffen und schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden, bevor sie zum Hürtgenwald abmarschierten, um dort Kampfhandlungen mit der 1. US-Division auszutragen.<ref name=":17" details="S. 63–65." /> Im Hürtgenwald gelang es den Amerikanern, Hürtgen und Großhau zu besetzen.<ref name=":17" details="S. 73–77." /> Weiter nördlich traf auch das XIX. US-Korps der 9. Armee auf heftigen deutschen Widerstand. Nach schweren Kämpfen nahm die 30. US-Division die Ortschaft Würselen ein, nachdem die Verteidiger der 3. Panzergrenadier-Division ihre Stellungen nach vier Tagen heftiger Kämpfe hatten räumen müssen. Die 30. Division wandte sich dann gegen Altdorf, während die benachbarte 29. Division Kirchberg attackierte. Erst am 18. November erzielte die 29. Division einen Durchbruch und konnte Bettendorf und Siersdorf einnehmen. Bourheim wurde am 23. November genommen, bevor heftige deutsche Gegenangriffe bei Koslar zeitweise Luftversorgung der eingekreisten US-Infanterie erforderte. Die komplette Einnahme von Jülich dauerte noch bis zum 9. Dezember. Die 2. US-Panzerdivision schlug sich während der Operation Queen wesentlich besser und marschierte gegen schweren Widerstand bis zur Ruhr, wobei sie auch deutsche Gegenangriffe mit Panzern abweisen konnte.<ref name=":17" details="S. 76–84." />
Kämpfe um die Atlantikfestungen
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Entlang der Küsten des ansonsten befreiten Westeuropa krallten sich auch gegen Ende 1944 noch deutsche Garnisonen in befestigten Hafenstädten fest. Le Havre wurde am 12. September befreit, Brest am 16. September, Boulogne-sur-Mer am 22. September und Calais am 1. Oktober.<ref name=":3" details="S. 199." /> Noch kurz vor Kriegsende wurde Royan am 18.–20. April 1945 von französischen Truppen befreit. Dunkerque, Saint-Nazaire, La Rochelle und die Kanalinseln blieben jedoch bis Kriegsende in deutscher Hand. In den meisten Festungen, die oft nur kursorisch von FFI-Einheiten belagert wurden, stellte sich ein modus vivendi zwischen Belagerten und Belagerern ein, der Gefangenaustausche und die Versorgung der belagerten Zivilbevölkerung ermöglichte. Hitler tauschte trotzdem mehrere Festungskommandanten aus, da er Kapitulationsüberlegungen befürchtete. Hierbei bevorzugte er als Ersatz für die abgesetzten Heeresoffiziere oft Offiziere der Kriegsmarine, die er für in der Verteidigung von Seehäfen verlässlicher hielt.<ref name=":3" details="S. 201–202." />
Ardennenoffensive
Die Deutschen versuchten, die Westfront mit Verstärkungen zu versorgen, um ihre Offensivbefähigung wiederherzustellen.<ref name=":1" details="S. 619–621." /> Feldmarschall Gerd von Rundstedt übernahm am 5. September wieder den Oberbefehl über die Westfront,<ref name=":1" details="S. 577." /> Model blieb Befehlshaber der Heeresgruppe B.<ref name=":1" details="S. 619." /> Am 18. Oktober erging in Angesicht der Tatsache, dass der Krieg sich auf deutschen Boden verschob, ein Befehl zur Aufstellung der Volkssturm-Milizen, dem am 19. November ein OKW-Befehl folgte, der Sippenhaft als Strafe für Desertion androhte. Führende Befehlshaber wurden ausgetauscht; Hermann Balck übernahm Ende September 1944 die Heeresgruppe G und Heinrich Himmler erhielt Anfang Dezember den Befehl über eine neu aufgestellte Heeresgruppe Oberrhein.<ref name=":3" details="S. 202–203." />
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Kaum war die Lage am Rhein im Rahmen der Operation Market Garden nach dem britischen Rückzug von Arnhem wieder einigermaßen konsolidiert, befasste sich Hitler mit dem Plan einer deutschen Gegenoffensive, die Alfred Jodl am 8. Oktober entwurfsmäßig vorlegte.<ref name=":0" details="S. 598.">Chester Wilmot: Der Kampf um Europa, Büchergilde Gutenberg, Zürich 1955.</ref> Die Aufstellung einer neuen 6. (SS-)Panzerarmee sollte Abhilfe schaffen.<ref name=":1" details="S. 619." />
Am 16. Dezember traten deutsche Truppen letztmals während des Zweiten Weltkriegs zu einer Großoffensive an. Die Ardennenoffensive (Unternehmen Wacht am Rhein) sollte in Richtung Kanalküste durchbrechen, den wichtigen alliierten Nachschubhafen bei Antwerpen erobern und dabei die britisch-kanadischen Truppen der 21st Army Group im Nordwesten von ihren Verbündeten abschneiden. Die erste Welle bildeten über 200.000 Soldaten und 600 Kampfpanzer und Sturmgeschütze.<ref name=":3" details="S. 205–206." /> Auf dem rechten Flügel stand im Schwerpunkt die 6. SS-Panzerarmee vor Monschau und verfügte über das LXVII. Armeekorps, das I. SS-Panzerkorps und das II. SS-Panzerkorps mit insgesamt neun Divisionen inklusive der 1. SS-Panzer-Division, 2. SS-Panzer-Division, 9. SS-Panzer-Division und 12. SS-Panzer-Division. In der Mitte war die 5. Panzerarmee gegenüber einer Linie zwischen Sankt Vith und Diekirch aufgestellt und enthielt das LXVI. Armeekorps, das LVIII. Panzerkorps und das XXXXVII. Panzerkorps mit insgesamt sieben Divisionen inklusive der 2. Panzer-Division, 116. Panzer-Division und Panzer-Lehr-Division. Im Süden stand die 7. Armee, die mit nur vier Kampfdivisionen die schwächste der deutschen Armeen war.<ref name=":5" details="S. 381–383." /> Erstmals herrschte an der Westfront eine deutsche numerische Überlegenheit, da den über 200.000 deutschen Angreifern zunächst nur etwa 83.000 amerikanische Verteidiger gegenüberstanden.<ref name=":3" details="S. 205–206." /> Direkt zu Beginn der Offensive sollte eine deutsche Kommandooperation, das Unternehmen Greif der Panzer-Brigade 150 unter Otto Skorzeny, in alliierten Uniformen und Fahrzeugen Verwirrung und Chaos stiften.<ref name=":5" details="S. 378." /> Es gelang den Deutschen, die unvorbereiteten Westalliierten zu überrumpeln und zeitweise die Initiative zu übernehmen. Am ersten Angriffstag überrollte die 5. Panzerarmee die 28. US-Division, den einzigen Großverband im Sektor der 5. Panzerarmee. Der Vormarsch der 6. SS-Panzerarmee war hingegen eher schleppend, zumal ein gleichzeitiges deutsches Fallschirmunternehmen im Rücken des Feindes (Unternehmen Stößer) scheiterte. Die 5. Panzerarmee stieß weit vor, konnte dabei aber den wichtigen Verkehrsknotenpunkt Bastogne in Ostbelgien nicht einnehmen, wo sich im Rahmen der Belagerung von Bastogne US-Fallschirmjäger der 101. Luftlandedivision unter dem Befehl von Anthony McAuliffe festkrallten. Zu Weihnachten 1944 näherten sich die Spitzen der 2. Panzer-Division auf etwa fünf Kilometer an den Fluss Maas heran, erreichten ihn aber nicht mehr, da der deutsche Angriffsvorstoß endgültig zum Erliegen kam.<ref name=":3" details="S. 207–208." /> Die Deutschen kamen nicht weiter als Foy-Notre-Dame nahe Dinant.<ref name=":5" details="S. 402–403." /> Versuche der deutschen Militärführung, Hitler von einem Schwerpunktwechsel von Antwerpen auf Aachen zu überzeugen, waren erfolglos und kamen ohnehin zu spät.<ref name=":3" details="S. 207–208." />
Die alliierten Luftwaffen konnten die zuvor mangelnde Luftherrschaft übernehmen, nachdem sich ab dem 23. Dezember die schlechten Wetterbedingungen in den Ardennen aufhellten.<ref name=":4" details="S. 412." /> Die Alliierten konnten die Luftherrschaft auch gegen einen erfolglosen Gegenangriff der deutschen Luftwaffe (Unternehmen Bodenplatte) ab dem 1. Januar 1945 problemlos verteidigen.<ref name=":3" details="S. 207–208." /> Während die deutschen Bodenoffensive noch vorwärts rollte, schafften die Alliierten Verstärkungen aus verschiedenen Richtungen heran, um den für die Schlacht in der englischen Sprache namensgebenden deutschen Frontvorsprung ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) wieder einzudrücken.<ref name=":3" details="S. 209–210." /> Die Ardennenoffensive löste eine Umgliederung der alliierten Truppen aus.<ref name=":1" details="S. 632–634." /> Erneut traten Führungskonflikte zwischen Briten und Amerikanern auf, da Eisenhower in der Notlage die 1. US-Armee und 9. US-Armee dem britischen Oberbefehlshaber Montgomery unterstellt hatte, welcher jetzt aber zur Frustration seiner amerikanischen Standesgenossen sehr vorsichtig vorging. Nachdem am Abend des 26. Dezember 1944 ein erster Korridor zur belagerten 101. Division in Bastogne hergestellt worden war, dauerte es bis in den Januar 1945, dass sich aus verschiedenen Einzelaktionen entlang des Frontvorsprungs allmählich eine kohäsive Gegenoffensive abzeichnete. Doch erneut gelang es den Alliierten nicht, die zurückflutenden deutschen Verbände einzukesseln.<ref name=":3" details="S. 209–210." />
Befreiung des Elsaß
{{#if: Unternehmen Nordwind|{{#ifexist:Unternehmen Nordwind|
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Im nördlichen Elsaß unternahmen deutsche Truppen ab dem 1. Januar 1945 zugunsten der weiter nördlich stockenden Ardennenoffensive eine Entlastungsoffensive (Unternehmen Nordwind), die zeitweise etwa 30 Kilometer in die alliierten Linien eindrang und zwischen US-Amerikanern und Franzosen heftigen Streit über eine Evakuierung von Straßburg auslöste, aber letztlich durch die alliierte Materialüberlegenheit überwältigt und zurückgeschlagen wurde.<ref name=":3" details="S. 209–210." /> Das Unternehmen Nordwind wurde am 25. Januar abgebrochen, zumal die sowjetische Weichsel-Oder-Operation wieder einen größeren Fokus auf die Ostfront zog.<ref name=":4" details="S. 413–414." />
Am 20. Januar traten die Westalliierten im Elsaß zur Großoffensive gegen das LXIII. Armeekorps an. In kurzer Folge wurden Gougenheim (28. Januar) und Jebsheim (29. Januar) von den Alliierten befreit und der Colmar-Kanal in der Nacht vom 29./30. Januar überquert. Am 1. Februar griff die 75. US-Division in den Kampf ein, kurz darauf gefolgt vom der 12. US-Panzerdivision am 3. Februar. Danach besetzten die Alliierten auch Neuf-Brisach (4. Februar), wodurch die deutschen Truppen zunehmend auf dein Rheinübergang bei Neuenburg zugetrieben wurden. Am 9. Februar genehmigte Hitler final die Räumung des Brückenkopfes Elsaß, woraufhin die Rheinbrücke von den Deutschen zerstört wurde. Die letzten deutschen Soldaten überquerten daraufhin im Sturmboot den Rhein ans Ostufer.<ref name=":2" details="S. 417–422.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Alliierte Eroberung des westlichen Rheinufers
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Am 16. Januar trat das Britische XII. Korps mit der 7. Panzerdivision und der 52. Infanteriedivision zur Operation Blackcock an, um einen deutschen Brückenkopf am Westufer der Rur südlich der Stadt Roermond zu eliminieren.<ref name=":9" details="S. 386–387." /> Hiermit sollten die Voraussetzungen für Folgeoperationen geschaffen werden, um mit der 21st Army Group ans Westufer des Niederrheins heranzurücken.<ref name=":14" details="S. 587." /> Die Operation wurden bis zum 26. Januar abgeschlossen und die Deutschen ans Ostufer der Rur verdrängt.<ref name=":9" details="S. 386–387.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
{{#if: Schlacht im Reichswald|{{#ifexist:Schlacht im Reichswald|
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Am 8. Februar trat die kanadische 1. Armee zur Operation Veritable an, im Zuge derer sie von Nijmegen aus südlich vorstoßen und das Gebiet zwischen Maas und Rhein einnehmen sollten.<ref name=":7" details="S. 639.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> In der ersten Phase von Veritable sollte hierbei unter Nutzung der Truppen des XXX. Korps der Westwall überwunden und der Klever Reichswald gesäubert werden. Danach sollte das kanadische II. Korps inklusive der britischen 49. Division für die zweite Phase hinzutreten und die Offensive in den Raum Geldern–Xanten führen. Am ersten Tag der resultierenden Schlacht im Reichswald eroberte die britische 15. Division auf der linken Seite Kranenburg und Frasselt, während die 53. und 51. Divisionen in der Zentrum und auf der rechten Seite den Angriff vorantrieben. Die bedrängte deutsche 1. Fallschirm-Armee warf die 7. Fallschirmjäger-Division aus der Reserve nach vorne, um den britischen Angriff aufzuhalten. Der britische Vormarsch war sehr langsam und wurde von schlechten Straßen- und Wetterbedingungen behindert. Am 12. Februar war die Stadt Kleve in alliierter Hand, sodass das kanadische II. Korps jetzt zum Angriff in Richtung Xanten und Kalkar antreten konnte, während das XXX. Korps sich auf Goch, Weeze und Kevelaer ausrichtete. Bei Goch trafen die Alliierten auf die gut vorbereitete 15. Panzergrenadier-Division, sodass sich die Alliierten bis zum 18. April in die Stadt hineinkämpfen mussten und sie erst am 21. April vollständig unter Kontrolle hatten. Moyland fiel am 22. Februar in kanadische Hände.<ref name=":9" details="S. 387–389." />
{{#if: Operation Grenade|{{#ifexist:Operation Grenade|
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In der Operation Grenade, die stark verzögert am 23. Februar begann, trat die 9. US-Armee zur Rechten der kanadischen 1. Armee nordostwärts auf das Rheinstück zwischen Düsseldorf und Wesel zum Angriff an. Am 3. März wurde durch das nach Süden vorstoßende XXX. Korps der kanadischen 1. Armee die Verbindung zwischen den benachbarten alliierten Armeen hergestellt. Am 10. März wurden die Rheinbrücken bei Wesel gesprengt; keine deutschen Truppen standen nördlich der Ruhr mehr am Westufer des Rheins.<ref name=":9" details="S. 389–390." />
{{#if: Operation Lumberjack|{{#ifexist:Operation Lumberjack|
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Nachdem die 10. US-Panzerdivision am 27. Februar in Richtung Trier marschiert war, fiel die Stadt am 3. März praktisch kampflos in alliierte Hände.<ref name=":2" details="S. 428." /> Am 1. März trat die 1. US-Armee mit dem VII. Korps und III. Korps mit der Überquerung der Erft zur Operation Lumberjack zum Rhein an. Gegen nur geringen Widerstand erreichten die Truppen des VII. Korps am 3. März nördlich von Köln das westliche Rheinufer und begannen am 5. März mit dem Angriff auf das Kölner Stadtgebiet, in welchem sich Panzertruppen der 3. US-Panzerdivision und deutschen 9. Panzer-Division duellierten.<ref name=":8" details="S. 32–35.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> In Köln überquerten die letzten Verteidiger der linken Rheinseite am 6. März die Rheinbrücken der Stadt, die sie daraufhin zerstörten.<ref name=":2" details="S. 374." /> Damit saß das VII. Korps im befriedeten linksrheinischen Teil der Stadt fest, während das rechtsrheinische Köln zunächst in deutscher Hand blieb.<ref name=":8" details="S. 32–35." /> Gleichzeitig attackierte das III. US-Korps südwärts in Richtung Bonn und Remagen.<ref name=":4" details="S. 415." /> Ziel des III. Korps war es, flussaufwärts beim Fluss Ahr Kontakt zur 3. US-Armee herzustellen. Am 1. März eroberten die Truppen des III. Korps Wollersheim gegen den Widerstand der 3. Fallschirmjäger-Division, wodurch sich die Route über Euskirchen und Rheinbach in Richtung Bonn für die 9. US-Panzerdivision öffnete. Die 9. Panzerdivision erreichte Meckenheim am 6. März. Das LXXIV. Armeekorps erhielt am gleichen Tag durch Armeebefehlshaber Gustav-Adolf von Zangen die Freigabe, sich in Richtung Bonn zurückzuziehen.<ref name=":8" details="S. 32–35." /> Hier geriet das LXXIV. Korps aber in große Schwierigkeiten, als die 9. US-Division am 7. März Bad Godesberg einnahm.<ref name=":8" details="S. 53." /> Truppen des LXVII. Armeekorps wurden südlich von Sinzig entlang des Rheinufers eingekreist.<ref name=":8" details="S. 32–35." /> Während diese deutschen Truppen noch versuchten, sich in kleinen Gruppen in Fähren von den linksrheinischen Ortschaften Andernach und Brohl aus über den Rhein zu retten, wurden sie am 9. März von der 11. US-Panzerdivision attackiert; 12.555 deutsche Soldaten gerieten in Gefangenschaft.<ref name=":8" details="S. 53." /> Während der Nacht des 6./7. März erging Marschbefehl an die 9. US-Panzerdivision, flussaufwärts in Richtung Remagen und Kripp zu marschieren.<ref name=":8" details="S. 32–35." /> Am 7. März erreichte das III. Korps die noch intakte Rheinbrücke von Remagen. Die 9. Panzerdivision eroberte damit eine erste Rheinbrücke.<ref name=":4" details="S. 415." />
{{#if: Operation Undertone|{{#ifexist:Operation Undertone|
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Bis zum 10. März waren die US-Truppen fast vollständig an das Nordwestufer der Mosel herangerückt.<ref name=":8" details="S. 6." /> Südöstlich der Mosel und im Saargebiet fand ab Mitte März eine amerikanische Offensive am linken Rheinufer (Operation Undertone) statt: Die 3. US-Armee aus Norden und die 7. US-Armee aus Süden griffen in einem Zangenangriff die Saarpfalz und das Elsaß an, wodurch bis zum 25. März die linksrheinischen Stellungen der Deutschen erobert und 200.000 deutsche Verluste erzielt werden konnten.<ref name=":4" details="S. 415." /> Die 1. Armee und 7. Armee der Wehrmacht waren durch militärisch zwecklose Haltebefehle immer wieder im Saargebiet gehalten worden, weshalb erst am 18. März ein allgemeiner Rückzug in Richtung Rheinlinie beginnen konnte.<ref name=":1" details="S. 431." /> Ab dem 25. März 1945 war das gesamte westliche Rheinufer in alliierter Hand; alle deutschen Großverbände waren auf das Ostufer abgedrängt oder vernichtet worden.<ref name=":2" details="S. 432." />
Rheinüberquerungen
Brückenkopf bei Remagen
Nachdem die Soldaten der 9. US-Panzerdivision des III. US-Korps im Rahmen der Operation Lumberjack die Brücke von Remagen am 7. März zu ihrer eigenen Überraschung hatten intakt erobern können, übertraten in den nächsten 24 Stunden 8000 US-Soldaten den Rhein.<ref name=":4" details="S. 415." /> Die zuständigen deutschen Offiziere, die eine Sprengung der Brücke nicht rechtzeitig durchgeführt hatten, wurden auf Befehl Hitlers und dann Models in einem fliegenden Standgericht am 14. März hingerichtet.<ref name=":5" details="S. 439–440." /> Hitler enthob als Reaktion auf den Verlust der Brücke auch Rundstedt seines Kommandos als Oberbefehlshaber West und befahl stattdessen Albert Kesselring, der bisher die deutschen Truppen in Italien geführt hatte, auf diesen Posten.<ref name=":8" details="S. 52." /> Noch in der Nacht des 7./8. März erhielt die 11. Panzer-Division Befehl zu einem Gegenangriff, musste jedoch zunächst Treibstoff beschlagnahmen und konnte sich deshalb erst ab dem 9. März in Bewegung setzen. Die bei Bonn schwer angeschlagene Panzerbrigade 106 war in Models Ansicht nicht geeignet, einen Gegenangriff alleine zu tragen.<ref name=":8" details="S. 51." />
Die 1. US-Armee nutzte die Brücke von Remagen, um möglichst viele Truppen über den Rhein zu bringen. Ein mittelfristiges operatives Ziel war es, nach der weiter nördlichen Rheinquerung der 21st Army Group (Operation Plunder, ab 23. März) so schnell wie möglich nordwärts vorzustoßen, um das Ruhrgebiet östlich zu umrunden und sich an seiner Nordostspitze mit von Westen vorstoßenden Truppen der 21st Army Group zu vereinen, um dergestalt den Ruhrkessel zu umklammern und die dortigen deutschen Verbände zu umzingeln.<ref name=":5" details="S. 440." /> Auf der östlichen Rheinseite stemmten sich Elemente der deutschen 9. Panzer-Division und 11. Panzer-Division entlang des entstehenden Brückenkopfes gegen die Amerikaner. Der Versuch, aus verschiedenen Jagdtiger-, Jagdpanther- und Königstiger-Einheiten inklusive der Schweren Panzer-Abteilung 506 eine improvisierte Panzergruppe Hudel aufzustellen, wurden wegen schweren Treibstoffmangels verzögert.<ref name=":8" details="S. 61." />
Brückenkopf bei Nierstein
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In der Nacht vom 22./23. März sicherten die Amerikaner südlich von Remagen einen weiteren Brückenkopf bei Nierstein und Oppenheim (Rheinüberquerung bei Nierstein 1945).<ref name=":7" details="S. 651." /> Die 3. US-Armee setzte an dieser Stelle über den Rhein,<ref name=":1" details="S. 431." /> wobei die 5. US-Infanteriedivision zunächst bei Nierstein und Oppenheim die Flussübergänge sicherte, um dann die 4. US-Panzerdivision nordostwärts in den Raum vorstoßen zu lassen.<ref name=":20" details="S. 267–268.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Das eher provisorische XII. Armeekorps hatte den vorstoßenden Amerikanern im Raum Wiesbaden–Oppenheim praktisch nichts entgegenzusetzen.<ref name=":20" details="S. 269." />
Brückenkopf bei Wesel
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Am 23. März begann auch weiter im Norden eine Rheinüberquerung nördlich des Ruhrgebiets bei Rees und Wesel (Operation Plunder).<ref name=":7" details="S. 651–652." /> Dabei fand mit der Operation Varsity am 24. März ab 10:00 Uhr morgens noch einmal eine größere Luftlandeoperation statt.<ref name=":9" details="S. 392–395." /> Nach einem vierstündigen Artilleriebeschuss aus 4000 Kanonen landeten im Rahmen der Operation Varsity Fallschirmjäger der britischen 6. Luftlandedivision sowie der 17. US-Luftlandedivision und sicherten einen vorläufigen Brückenkopf.<ref name=":5" details="S. 441." /> Truppen der 15. Division schlossen sich der 6. Luftlandedivision an, nachdem sie in Buffalo-Landungsfahrzeugen den Rhein überquert hatten. Weiter nördlich setzte die 51. Division über.<ref name=":14" details="S. 603." /> Die erste leichte Brücke über den Rhein war ab Mitternacht am 24./25. März benutzbar. Bis zum 26. März waren zwölf Brücken für schwere Fahrzeuge befahrbar.<ref name=":9" details="S. 392–395." />
Weitere Brückenköpfe
Zwischen dem 23. und 25. März konnte der Rhein unter dem Schutz der bisherigen Brückenköpfe an dreizehn weiteren Stellen übertreten werden.<ref name=":7" details="S. 652." /> Am 31. März folgte im Süden auch die französische 1. Armee mit dem II. Korps bei Speyer–Germersheim.<ref name=":2" details="S. 454–455." />
Ausbruch aus den Brückenköpfen
Im Norden ging die 21st Army Group aus der Bewegung heraus zur Offensive am östlichen Rheinufer über, um den eigenen Brückenkopf zu erweitern. Bis zum 27. März hielt die britische 2. Armee die Linie Isselburg–Haldern–Dingden, während weiter südlich die zur 21st Army Group gehörige 9. US-Armee ostwärts in Richtung Münster zur Offensive antrat,<ref name=":9" details="S. 392–395." /> um dort gemeinsam mit der von Süden kommenden 1. US-Armee den Ruhrkessel zu bilden.<ref name=":5" details="S. 442–445." />
Im Rahmen der Ausbruchsoffensive trat die 1. US-Armee zur Unterstützung der weiter nördlichen Operationen der 21st Army Group in den Morgenstunden des 25. März mit fünf Infanterie- und zwei Panzerdivisionen zum Ausbruch aus dem Brückenkopf östlich von Remagen an. Am 28. März erhielt die 1. US-Armee Befehl, auf Paderborn einzudrehen, wo bis zum 30. März eine zusammengewürfelte deutsche Verteidigungsgruppe um die improvisierte SS-Panzer-Brigade Westfalen entstand, der sich auch das Personal des Truppenübungsplatzes Senne sowie das SS-Regiment Meyer anschlossen.<ref name=":8" details="S. 71." />
Am 26./27. März übertraten US-Truppen den Main bei Aschaffenburg und Hanau. Am 28. März erreichten die Amerikaner Frankfurt am Main.<ref name=":2" details="S. 439." /> Schon kurz nach den alliierten Rheinüberquerungen im Süden fielen Mannheim (29. März) und Heidelberg (31. März).<ref name=":2" details="S. 431." />
Zusammenbruch der Westfront
Britische Offensive im Norden
Am 9. April überwanden alliierte Truppen die Weser bei Hoya und am 12. April auch bei Nienburg.<ref name=":2" details="S. 289–290." /> Am 11. April befreiten britische Truppen das KZ Bergen-Belsen, wo sie 60.000 Überlebende und mehr als 10.000 Leichen vorfanden.<ref name=":14" details="S. 605–607." /> Am 16. April erhielt die 21st Army Group aus dem alliierten Oberkommando den Befehl, nordostwärts zur Ostsee vorzustoßen.<ref name=":14" details="S. 607." /> Bis zum 18. April erreichten die Briten Verden und traten am 19. April bei Lauenburg ans Ufer der Elbe, auch wenn sie sich mit der Überquerung der Elbe aufgrund ihrer Breite bis zum 29. April Zeit ließen.<ref name=":2" details="S. 289–290." />
Am 26. April fiel Bremen an die Briten, die weiter nach Nordosten zogen.<ref name=":2" details="S. 465–466." /> Am 29. April ging das britische VIII. Korps in Stärke über die Elbe.<ref name=":9" details="S. 392–395." /> Britische Truppen nahmen Lübeck am 2. Mai, während die 6. Luftlandedivision bis Wismar vormarschierte, wohl auch, um die Rote Armee daran zu hindern, nach Holstein vorzustoßen. Am 3. Mai kapitulierte Hamburg.<ref name=":2" details="S. 465–466." /> Hamburg wurde kampflos besetzt, nachdem der Stadtkommandant Alwin Wolz sich dem Befehl von Ernst Busch verweigert hatte, die Stadt ‚bedingungslos zu verteidigen‘.<ref name=":2" details="S. 379." /> Oldenburg fiel am 3./4. Mai.<ref name=":2" details="S. 372." /> Weiter östlich eroberte die 8. US-Division am 2. Mai Schwerin und machte dabei 55.000 deutsche Gefangene. Am nächsten Tag ergaben sich 155.000 weitere deutsche Soldaten, der Großteil der 3. Panzerarmee, bei Schwerin den US-Soldaten der 8. Division. Am gleichen Tag ergab sich Kurt von Tippelskirch bei Ludwigslust mit 140.000 deutschen Soldaten der 21. Armee den Truppen der amerikanischen 82. Luftlandedivision.<ref name=":20" details="S. 464–466." />
Am 5. Mai trat die Teilkapitulation der Wehrmacht für Nordwestdeutschland, Dänemark und die Niederlande in Kraft.<ref name=":2" details="S. 372." />
Amerikanische Offensive im Zentrum
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Der Großteil der Heeresgruppe B der Wehrmacht unter Feldmarschall Model wurde am 1. April im sogenannten Ruhrkessel eingeschlossen, als sich die Spitzen der von Wesel kommenden 9. US-Armee sowie der von Remagen aus vorstoßenden 1. US-Armee bei Lippstadt vereinigten.<ref name=":5" details="S. 442–445." /> Anfang April wurde die seit Weihnachten 1944 als Teil der britischen 21st Army Group kämpfende 9. US-Armee an die amerikanische 12th Army Group zurückunterstellt, sodass die Operationen um den Ruhrkessel wieder eine rein amerikanische Angelegenheit waren.<ref name=":9" details="S. 392–395." /> Der Ruhrkessel war die größte Umkesselung, die Truppen der US-Armee während des Zweiten Weltkriegs gelang; die 15. Armee und 5. Panzerarmee waren mit sieben Korps und siebzehn Divisionen inklusive fast aller Hauptquartiere und Unterstützungstruppen und über zwanzig Generälen eingeschlossen. Die Amerikaner zogen mit vier Korps entlang der Außengrenze des Kessels die Schlinge immer enger und halbierten die Fläche des Kessels bis zum 11. April. Am 14. April durchschnitt ein amerikanischer Angriff gegen Hagen den Kessel in der Mitte. Vereinzelte deutsche Verbände begannen bereits, sich zu ergeben. Die Amerikaner nutzten bei geringsten Anzeichen des Widerstandes massiven Artilleriebeschuss, der deutsche Soldaten wie Zivilisten gleichermaßen traf. Die Korpsartillerie des XVI. US-Korps am Nordwestrand des Kessels verschoss etwa 259.000 Artilleriegranaten in 14 Tagen. Insgesamt gingen im Ruhrkessel 317.000 Soldaten in Gefangenschaft, was alle alliierten Erwartungen übertraf. Die meisten wurden in den improvisierten Rheinwiesenlagern interniert. Der deutsche Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B, Walter Model, entzog sich der alliierten Gefangennahme, indem er am 21. April Suizid beging.<ref name=":5" details="S. 442–445." />
Am 18. April nahmen die US-Truppen Magdeburg ein, am 21. April Leipzig.<ref name=":2" details="S. 444, Fn. 777." />
Am 25. April trafen sich US-amerikanische und sowjetische Truppen in Torgau an der Elbe,<ref name=":2" details="S. 285." /> nachdem die Sowjets am 16. April eine Großoffensive (Berliner Operation) gestartet hatten.<ref name=":4" details="S. 417." /> Dadurch war der deutsche Machtbereich in Mitteleuropa jetzt auch horizontal durchtrennt. Bereits am 11. April hatte Hitler die administrative Zweiteilung des Reiches in einen Nord- und einen Südteil befohlen, wobei im Norden Karl Dönitz und im Süden Albert Kesselring als seine territorialen Vertreter fungieren sollten.<ref name=":12" details="S. 865.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Nach Verhandlungen am 4. Mai erlaubte die 9. US-Armee den Überlebenden der schwer angeschlagenen deutschen 9. Armee sowie der 12. Armee, die Elbe zu überqueren und amerikanisches Gebiet zu erreichen. Etwa 70.000–100.000 Menschen erreichten über eine schmale Elbebrücke die Westzone.<ref name=":20" details="S. 464–466." />
Amerikanisch-französische Offensive im Süden
{{#invoke:Vorlage:Siehe auch|f}}
Am 31. März setzte das französische II. Korps bei Speyer und Germersheim über den Oberrhein, um in Südwestdeutschland selbst an den alliierten Vorstößen teilzunehmen. Am 2. April folgten bei Leimersheim die 9. Kolonialdivision und die 5. Panzerdivision. Trotz vieler eigener Verluste gelang es den französischen Truppen, die deutschen Verteidiger spätestens ab dem 7. April in den Schwarzwald abzudrängen. Dabei wurden Bruchsal (3. April) und Karlsruhe (4. April) erobert.<ref name=":2" details="S. 454–455." />
Es folgten in französischen und amerikanischen Vormärschen die Eroberungen von Bad Herrenalb (10. April), Heilbronn (12. April), Rastatt (12. April), Baden-Baden (13. April), Offenburg (18. April), Lahr im Schwarzwald (18. April), Freudenstadt (18. April) und Villingen (20. April). Nachdem die US-Amerikaner am 10. April auch Crailsheim zunächst hatten einnehmen können, wurden sie jedoch in einer in dieser Kriegsphase selten gewordenen Niederlage von dort vertrieben und konnten erst am 21. April Crailsheim endgültig unter ihre Kontrolle bringen.<ref name=":2" details="S. 457." /> Französische Verbände nahmen das Kinzigtal (20. April) und Stockach (22. April).<ref name=":2" details="S. 371." />
Ein wichtiges Ziel war Stuttgart, wo sich französisch-amerikanische Rivalitäten zeigten. Die französische 1. Armee hatte hier einen Alleingang durch den Nordschwarzwald und das Neckar-Tal über Esslingen gemacht, um die Stadt noch vor den Amerikanern am 22. April zu erreichen. Damit behinderten die Franzosen unbewusst auch die amerikanische Alsos-Mission zur Aufspürung deutscher Atomwaffen. Die Franzosen waren zudem mit ihrem Alleingang noch nicht fertig und beabsichtigten, von Stuttgart aus nach Ulm vorzustoßen und dabei auch Sigmaringen mit der vichy-französischen Commission gouvernementale de Sigmaringen einzunehmen. Da Stuttgart eigentlich der 7. US-Armee zugedacht gewesen war, befahl der Heeresgruppenbefehlshaber der übergeordneten 6th Army Group, Jacob L. Devers, die Räumung der Stadt durch die Franzosen. Als der Armeebefehlshaber der französischen 1. Armee, Jean de Lattre de Tassigny, dies an seinen Staatschef Charles de Gaulle meldete, erhielt er prompt den gegenteiligen Befehl, die Stadt zu halten. Es entwickelte sich eine militärdiplomatische Krise ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}: „Stuttgarter Zwischenfall“). Devers nutzte schließlich übertriebene Berichte über massenhafte französische Kriegsverbrechen an der Stuttgarter Bevölkerung als Vorwand, die 100. US-Division in die Stadt zu schicken. Als die 100. Division dort jedoch nur wenige Anhaltspunkte für Massenvergewaltigungen und große Plünderungen fand, änderte Devers seine Meinung und übergab Stuttgart schließlich wieder den Franzosen. De Gaulle, der eine möglichst große Machtbasis für die in ihren Grenzen zu diesem Zeitpunkt noch nicht festgelegte Französische Besatzungszone wollte, weigerte sich, sich für die französische Insubordination bei Devers oder beim mittlerweile eingeschalteten US-Präsidenten Harry S. Truman zu entschuldigen.<ref name=":20" details="S. 429–432." />
Nach einem Durchbruch bei Donaueschingen wurden das fliehende XVIII. SS-Armeekorps und das LXIV. Armeekorps zerschlagen; Lörrach (24. April) und Bad Säckingen (25. April) fielen daraufhin in alliierte Hände. Die Franzosen nahmen später auch Konstanz (26. April) kampflos ein.<ref name=":2" details="S. 371." />
Während die britischen Einheiten Nordwestdeutschland eroberten, wandten sich die US-Amerikaner nach Süden: Sie erreichten Eisenach am 7. April.<ref name=":2" details="S. 443." /> Sie besetzten Bamberg (13. April), Forchheim (14. April) und Nürnberg (20. April).<ref name=":2" details="S. 459." /> Am 26. April ergab sich Memmingen kampflos.<ref name=":20" details="S. 435." /> Auf dem Weg nach München befreiten Truppen der 42. US-Division und 45. US-Division außerdem das KZ Dachau.<ref name=":20" details="S. 429." /> Am 30. April wurde München von den US-Amerikanern eingenommen.<ref name=":2" details="S. 464–465." />
Versuche einiger versprengter deutscher Einheiten, eine Alpenfestung zu bilden und in den Bergen einen längeren Abwehrkampf zu führen, erwiesen sich schnell als Fiktion.<ref name=":2" details="S. 365–366." /> Einheiten der 7. US-Armee trafen am 3. Mai am Brennerpass mit ihren Landsleuten zusammen, die von Süden her Oberitalien besetzt hatten. Die 3. US-Armee drang bis nach Westböhmen und Oberösterreich vor und befreite am 5. Mai das KZ Mauthausen.<ref name=":2" details="S. 464–465." /> Die französische Armee drang nach Süden bis Vorarlberg vor.<ref name=":2" details="S. 464–465." /> Die Amerikaner besetzten Salzburg und Berchtesgaden (beide 4. Mai), wo der Vormarsch der Alliierten mittlerweile ernsthaft durch zahlreiche flüchtende deutsche und ungarische Soldaten verstopft wurden, die nach dem Kampf um Ungarn und der Wiener Operation versuchten, sich vor der Roten Armee zu retten.<ref name=":20" details="S. 441–443." /> Zu einer kuriosen Episode der Kriegsendphase kam es in der Schlacht um Schloss Itter (5. Mai), als US-Soldaten gemeinsam mit Wehrmachtssoldaten einen Angriff von Soldaten der Waffen-SS auf ein deutsches Gefängnis abwehrten.<ref name=":20" details="S. 474." />
Deutsche Kapitulationen im Mai 1945
{{#if: Teilkapitulation der Wehrmacht für Nordwestdeutschland, Dänemark und die Niederlande|{{#ifexist:Teilkapitulation der Wehrmacht für Nordwestdeutschland, Dänemark und die Niederlande|
|{{#if: Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht|{{#ifexist:Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht|
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|}}|}}|}}|}}|}}|Einbindungsfehler: Die Vorlage Hauptartikel benötigt immer mindestens ein Argument.}}
Adolf Hitler beging am 30. April im Führerbunker Selbstmord, woraufhin der bisherige Marineoberbefehlshaber Karl Dönitz nominell zum Reichspräsidenten und Oberbefehlshaber der deutschen Streitkräfte wurde. Dönitz versuchte zunächst erfolglos, die Westalliierten von einem Separatfrieden zu überzeugen und den Kampf nur gegen die Rote Armee fortzusetzen,<ref name=":6" details="S. 17.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> was aber von Briten und Amerikanern abgelehnt wurde, die auf einer bedingungslosen Kapitulation vor allen alliierten Mächten bestanden.<ref name=":4" details="S. 417." /> Trotzdem verzögerte die neue Regierung Dönitz zunächst noch eine Gesamtkapitulation; die an der Ostfront stehenden Truppen der Heeresgruppe Weichsel, 12. Armee und 9. Armee erhielten am 2. Mai vom OKW den Befehl, sich von der Roten Armee zu lösen und hinter die angloamerikanischen Linien „geordnet zurückzukämpfen“.<ref name=":6" details="S. 19." />
Albert Kesselring fragte am 2. Mai erstmals diskret bei den für die bereits erfolgte Kapitulation in Italien zuständigen deutschen Offizieren nach, bei wem er seine Heeresgruppe G zur Kapitulation anmelden könne. Am Folgetag erbat Kesselring förmlich bei Dönitz das Recht auf Kapitulation, welches gewährt wurde.<ref name=":20" details="S. 464–466." /> Die überlappenden Zuständigkeiten sowie die amerikanisch-französische Rivalität im Südsektor zeigten sich noch ein letztes Mal, da die französische 1. Armee auf ihrem Recht bestand, selbst mit der in ihrem Sektor kämpfenden 24. Armee zu verhandeln, während die 19. Armee sich sowohl den Amerikanern als auch den Franzosen ergeben sollte. De Lattre de Tassigny gab sich nicht mit der Information zufrieden, dass die gesamte Heeresgruppe G inklusive der 24. Armee am Mittag des 6. Mai vor der gesamten 6th Army Group inklusive der französischen 1. Armee kapituliert habe. Der französische General kündigte im Gegenteil kurzerhand an, dass seine Truppen entgegen der Befehle der 6th Army Group den Kampf so lange fortsetzen würden, bis zumindest die 24. Armee explizit vor der französischen 1. Armee kapituliert hätte. Kampfhandlungen im französischen Sektor dauerten noch über den gesamten 6. Mai hinweg an, starben aber am 7. Mai ohne eine weitere separate Kapitulation ab.<ref name=":20" details="S. 472–473." />
Am 4. Mai stimmten deutsche Abgesandte in Montgomerys Hauptquartier der Teilkapitulation der Wehrmacht für Nordwestdeutschland, Dänemark und die Niederlande zu, die am 5. Mai um 08:00 Uhr in Kraft trat.<ref name=":2" details="S. 291." /> Zuvor hatte der westalliierte Oberbefehlshaber Eisenhower noch den britischen Armeegruppenbefehlshaber Montgomery angewiesen, die deutschen Besatzungstruppen in Norwegen aus dieser Kapitulation auszuklammern, damit die Sowjetunion an der Kapitulation der deutschen Truppen in Norwegen beteiligt werden könnte.<ref name=":20" details="S. 464–466." /> Am 5. Mai kapitulierte Generaloberst Johannes Blaskowitz, dessen Truppen in der „Festung Holland“ abgeschnitten worden waren.<ref name=":2" details="S. 361." />
Die Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht erfolgte am 7. Mai in Reims und kurz nach Mitternacht am 9. Mai in Berlin-Karlshorst. Die deutschen Truppen erhielten Befehl von Karl Dönitz, um Mitternacht am 8./9. Mai die Kämpfe einzustellen.<ref name=":2" details="S. 476." />
Luftkrieg
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Parallel zur Bodenkriegführung an der West- und der Italienfront setzten die Westalliierten auch ihre umfangreichen strategischen Bombenangriffe gegen Deutschland fort. Zwischen Juni und Juli 1944 hatte es eine Ruhephase der großen Luftangriffe auf Deutschland gegeben, da die westalliierten strategischen Bomber über der Front in der Normandie zum Einsatz kamen. In der Nacht vom 23./24. Juli wurde mit einem schweren Luftangriff auf Kiel die britische Bomberoffensive wieder eröffnet. Auf den Angriff auf Kiel folgten größere Bomberattacken gegen Stuttgart, Hamburg, Braunschweig, Bremen, Rüsselsheim, Königsberg, Stettin, Emden, Mönchengladbach und Darmstadt, wobei der besonders erfolgreiche Großangriff auf Darmstadt in der Nacht vom 11./12. September zur Vorlage der späteren und sehr berühmten Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 werden würde.<ref name=":12" details="S. 778." /> Manche Städte, die bisher aufgrund ihres eher geringen militärischen Werts vom Bombenkrieg verschont geblieben waren, wurden nun ebenfalls Ziel sekundärer oder sogar primärer Angriffe; das zuvor unbeschädigte Würzburg wurde am 16./17. März 1945 angegriffen und erlitt verheerende Schäden und tausende Todesopfer. Der letzte große britische Luftangriff galt am Abend des 14. April der Stadt Potsdam,<ref name=":12" details="S. 784–785." /> gefolgt von kleineren Angriffen auf Bremen (22. April) und Bad Oldesloe (24. April).<ref name=":12" details="S. 792: „Die schwersten Städteangriffe des Bomber Command 1945“." /> Die letzten großen US-amerikanischen Luftangriffe galten Oranienburg (10. April), Dresden (17. April), Ingolstadt (21. April) und Pilsen (25. April).<ref name=":12" details="S. 793: „Großangriffe der 8. US Air Force zwischen Februar und April 1945“." /> Im Vergleich der beiden westalliierten Hauptmächte lässt sich nachweisen, dass US-amerikanische Luftangriffe nur etwa ein Viertel bis Drittel der Zivilverluste verursachten, die bei britischen Luftangriffen zu verzeichnen waren. Dies lag daran, dass die US-Amerikaner ihre Zielauswahl stärker am operativ-materiellen Nutzen ausrichteten, während für die Briten der Angriff auf Großstädte und der damit verbundene Effekt auf die Moral der deutschen Zivilbevölkerung ein wichtigerer Faktor waren.<ref name=":12" details="S. 786." /> Diese britische Ausrichtung auf zivile Wohngebiete war seit der Area Bombing Directive des 15. Februar 1942 die Politik des RAF Bomber Command gewesen. Trotzdem hatte Churchill, auch mit Blick auf die Nützlichkeit der zu erobernden Gebiete in Westdeutschland, bereits am 28. März 1945 in einem Memorandum an die britischen Stabschefs angedeutet, dass die Angriffe auf zivile Ziele (auch mit Rücksicht auf die britische öffentliche Meinung über die Angriffe auf Dresden) zu einem Ende kommen müssten. Mit der Direktive Nr. 4 vom 16. April wurde die strategische Bomberoffensive für beendet erklärt, doch dieser Befehl wurde erst am 5. Mai veröffentlicht, wodurch er im Krieg kaum noch eine Rolle spielte.<ref name=":12" details="S. 810–811." />
Die deutsche Luftverteidigung im letzten Kriegsjahr war sukzessive an Treibstoffmangel, der steigenden Zahl alliierter Begleitjäger, wachsenden Verlusten erfahrener deutscher Jagdpiloten sowie der Zweckentfremdung deutscher Jagdflugzeuge für die Unterstützung der Bodentruppen auseinandergebrochen. Auch gelegentliche technische Innovation wie der am 28. Juli 1944 erstmals von den Alliierten beobachtete Düsenjäger Messerschmitt Me 163 waren letztlich reine Makulatur.<ref name=":12" details="S. 812–813." /> Der ab Oktober 1944 in der Luftwaffe intensiv erprobte Düsenjäger Messerschmitt Me 262 wurde zwar von den Alliierten als ‚gefährlich bis tödlich‘ eingeschätzt, erlitt aber auch ohne Feindeinwirkung hohe Verlustraten durch menschliches oder technisches Versagen. Trotzdem verursachten deutsche Düsenjägerverbände ab Jahresbeginn 1945 ausreichend hohe alliierte Bomberverluste, um die Stützpunkte und Produktionsstätten der Strahlflugzeuge zu Prioritätszielen der alliierten Bomberangriffe zu machen.<ref name=":12" details="S. 825–826." /> Auch die deutschen Nachtjagdverbände taten sich immer schwerer damit, die britischen Bomberverbände am Einflug in den deutschen Luftraum zu hindern.<ref name=":12" details="S. 835–839." />
Ab dem 8. September beschossen deutsche Truppen London mit V2-Raketen.<ref name=":1" details="S. 607." />
Seekrieg
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Bereits im Mai 1943 hatte die deutsche Seekriegsleistung den Krieg gegen alliierte Nachschubkonvois im Nordatlantik abgebrochen, nachdem die Verluste der deutschen U-Boote im Frühjahr 1943 sprunghaft angestiegen waren.<ref name=":13" details="S. 95–96.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Zunächst verlagerten die deutschen U-Boote ihr Jagdgebiet weiter nach Süden, um z. B. in der Nähe der Azoren alliierte Konvois anzugreifen, die sich durch das Nadelöhr der Straße von Gibraltar bewegen mussten. Ab Juni 1943 intensivierte die US-Marine aber auch im Mittelatlantik ihre U-Boot-Jagd und setzte dafür auf spezialisierte U-Jagd-Gruppen mit Geleitflugzeugträgern und Zerstörern.<ref name=":13" details="S. 111." /> Auch in weiter entfernten Gewässern wie dem Südatlantik oder dem Indischen Ozean, wo vereinzelte größere deutsche U-Boote der Typen IX C und IX D operierten, änderten die Alliierten ihre Konvoi-Richtlinien und intensivierten ihre Patrouillen.<ref name=":13" details="S. 114–115." /> Von Norwegen aus stellten die Deutschen noch bis ins Jahr 1945 eine Gefahr für die alliierten Konvois im Nordmeer dar, durch welches die Westalliierten die Sowjetunion mit Nachschub versorgten. Die deutsche Besatzungsmacht in Norwegen konnte mangels Infrastruktur auf dem Festland ohnehin nur durch Schiffe und Boote versorgt werden, die sich entlang der langen norwegischen Küste bewegten.<ref name=":13" details="S. 207–208." />
Zum Zeitpunkt der Invasion im Juni 1944 verfügte das Marinegruppenkommando West unter Theodor Krancke im Normandie-Sektor nur über drei Torpedoboote, zwanzig Schnellboote und einige Minensucher und kleinere Artillerieträger. Der Seekrieg während der Operation Overlord gestaltete sich zunächst entsprechend schwierig. Die Torpedoboote duellierten sich unter dem Schutz der alliierten Rauchwände mit der Landungsflotte und feuerten ihre Torpedos ab, wobei ein norwegischer Zerstörer versenkt wurde. Es blieb der einzige Angriff durch deutsche Seestreitkräfte am Invasionstag. Erst nach einigen Tagen waren die Zerstörer und U-Boote, die in den Atlantikstützpunkten vor Anker lagen, einsatzbereit.<ref name=":13" details="S. 185–186." /> In den Folgemonaten kamen darüber hinaus in größerer Zahl Sprengboote und Einmanntorpedos zum Einsatz. Nachdem die Alliierten ab Juli 1944 aus der Normandie ausbrachen, wurden befestigte Marinestützpunkte entlang der Küste zu „Atlantikfestungen“, die teilweise bis Kriegsende in deutscher Hand blieben.<ref name=":13" details="S. 192–193." />
In den letzten Kriegsmonaten war die Kriegsmarine darauf bedacht, die eigenen Seewege, u. a. ins deutsch besetzte Norwegen, zu schützen.<ref name=":13" details="S. 205." /> Außerdem wurde zu Beginn des Jahres 1945 die Evakuierung von Soldaten und Zivilisten über die Ostsee zu einer wichtigen Aufgabe der Kriegsmarine, die von Karl Dönitz nach seiner Regierungsübernahme am 1. Mai 1945 sogar zu einem zentralen Ziel seiner Regierung erklärt wurde. Passagierschiffe auf der Ostsee wurden zum Ziel alliierter See- und Luftangriffe; am 3. Mai 1945 versenkten britische Jagdbomber die Cap Arcona und die Thielbek, die zuvor mit KZ-Häftlingen befüllt und in ‚schwimmende Konzentrationslager‘ verwandelt worden waren. In den letzten Kriegstagen evakuierten deutsche Schiffe 140.000 Flüchtlinge und Soldaten von der Hela-Halbinsel und 25.000 aus dem Kurland-Kessel. Insgesamt wurden zwischen dem 2. Januar und 8. Mai etwa 679.541 Flüchtlinge, 345.477 Verwundete und 181.775 gesunde Soldaten nach Schleswig-Holstein oder Dänemark. Dazu kommt noch einmal knapp eine Million Flüchtlinge, die weiter östlich entladen wurden und deren Schicksal deswegen weniger gewiss ist. Insgesamt etwa 30.000 Menschen kamen bei der Überfahrt zu Tode.<ref name=":13" details="S. 271–273." />
Kriegsverbrechen
Deutsche Verbrechen an alliierten Zivilisten
Besonders unter dem Zeichen vermeintlicher Partisanenbekämpfung kam es in Frankreich ab Juni 1944 zu zahlreichen Massakern der deutschen Besatzungsmacht an französischen Zivilisten.<ref name=":3" details="S. 180–182." /> Die Politik des Terrors durch Morde an der Zivilbevölkerung hatte in der Partisanenbekämpfung Methode und entsprang deshalb nicht nur aus Affekt oder Paranoia deutscher Soldaten.<ref name=":5" details="S. 318." /> Bei Col du Lautaret ermordeten Angehörige des Ostbataillons 781 am 11. August 1944 mehr als ein Dutzend Bergbauern und plünderten in den Dörfern La Grave und Villar-d’Arêne.<ref name=":10" details="S. 73." /> In der Partisanenbekämpfung sowie der Tötung von gefangenen Widerstandskämpfern ließen sich die deutschen Truppen in vielen Fällen von der durch Vichy-Regime unterhaltenen paramilitärischen Milice française unterstützen.<ref name=":11" details="S. 79–81." />
Mit ihrer Brutalität stachen besonders nach Beginn der Invasion die Truppen der Waffen-SS heraus, die acht der zehn größten Massaker an französischen Zivilisten begingen und für ausnahmslos alle großen Massaker verantwortlich waren, die neben erwachsenen Männern auch Frauen und Kinder als Ziel hatten. Innerhalb der SS tat sich insbesondere die 2. SS-Panzer-Division "Das Reich" als besonders brutal hervor.<ref name=":3" details="S. 180–182." /> Mitglieder der 2. SS-Panzer-Division begingen Anfang Juni 1944 an aufeinanderfolgenden Tagen das Massaker von Tulle und das größte Massaker der Westfront, das Massaker von Oradour.<ref name=":3" details="S. 174–175." /> Zu anderen großen deutschen Kriegsverbrechen der Waffen-SS gegen die Zivilbevölkerung zählen das Massaker von Buchères (24. August) und das Massaker von Maillé (25. August) mit jeweils 66 bzw. 124 ermordeten Zivilisten. Soldaten der zur Wehrmacht gehörigen 3. Panzergrenadier-Division begingen am 29. August die Massaker im Saulx-Tal, bei denen 86 erwachsene Männer aus Robert-Espagne und drei benachbarten Dörfern ermordet wurden.<ref name=":3" details="S. 182–183." />
Während der Ardennenoffensive ermordete die Kampfgruppe Peiper der 1. SS-Panzer-Division mindestens 93 belgische Zivilisten bei Stavelot.<ref name=":5" details="S. 392." />
Deutsche Verbrechen an deutschen Zivilisten
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Am 29. März 1945 gab der Reichsführer SS einen Befehl heraus, der kurz darauf auch vom OKW übernommen wurde: Alle männlichen Bewohner eines Hauses, aus dem eine weiße Fahne gehisst wurde, waren unverzüglich zu erschießen.<ref name=":2" details="S. 369." />
Deutsche Verbrechen an alliierten Soldaten
Schon am Tag nach der Invasion, dem 7. Juni 1944, erschossen Angehörige der 12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“ insgesamt 187 zumeist kanadische Kriegsgefangene.<ref name=":3" details="S. 137–138." />
Während der Ardennenoffensive ermordeten deutsche Soldaten mehrfach westalliierte Kriegsgefangene, wobei die Ermordung von mindestens 81 amerikanischen Gefangenen im Malmedy-Massaker durch Soldaten der zur 1. SS-Panzer-Division gehörigen Kampfgruppe Peiper (unter Joachim Peiper) am 17. Dezember 1944 das berühmteste Einzelverbrechen darstellt.<ref name=":3" details="S. 207–208." /> Die Kampfgruppe Peiper erschoss fast alle ihrer Gefangenen und ermordete dabei mindestens 266 alliierte Soldaten.<ref name=":5" details="S. 392." /> Das Malmedy-Massaker wurde in der Nachkriegszeit umfangreich juristisch aufgearbeitet.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Alliierte Verbrechen an deutschen Zivilisten
Am 14. April 1945 führten kanadische Truppen in einer Racheaktion die Zerstörung von Friesoythe durch.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Alliierte Verbrechen an deutschen Soldaten
Auf alliierter Seite waren besonders die französischen Partisanen der FFI bereit, das Kriegsrecht zu ignorieren. Bei Habère-Lullin, bei Les Rousses und bei Vals-les-Bains begingen FFI-Angehörige Massenexekution von jeweils bis zu 80 deutschen Gefangenen.<ref name=":3" details="S. 183." /> Der Massenerschießung bei Vals-les-Bains (29. August), bei der die etwa 60 Todesopfer nach Dienstgrad selektiert wurden, war die völkerrechtswidrige Übergabe der Gefangenen an die Partisanen durch US-amerikanische Soldaten vorausgegangen.<ref name=":3" details="S. 168–169." />
Einige westalliierte Einheiten erschossen entweder im Affekt oder systematisch deutsche Gefangene, besonders als um den Jahreswechsel 1944/1945 im Rahmen der Ardennenoffensive Verbrechen wie das Malmedy-Massaker bekannt wurden. Am 1. Januar 1945 ermordeten Soldaten der 11. US-Panzerdivision etwa 60 deutsche Wehrmachtsangehörige bei Chenogne.<ref name=":3" details="S. 207–208." />
Populärkultur
Der Comic, der besonders in den USA selbst während der Kriegsjahre ein dominantes Medium war, wurde zunächst propagandistisch zu Zwecken des Krieges genutzt. Comicfiguren wie Superman wurden von ihren Autoren genutzt, um vor Dezember 1941 amerikanische Isolationisten zu kritisieren, während Captain America bereits auf der Titelseite seiner ersten Comicausgabe aus dem Frühjahr 1941 Adolf Hitler im persönlichen Zweikampf ins Gesicht schlägt.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> In der Nachkriegszeit dient der amerikanische Einsatz gegen Nazi-Deutschland als Setting für The Invaders.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Im Europa der Nachkriegszeit wurde der Zweite Weltkrieg zum beliebten Themengebiet für Comiczeichner, sodass hunderte Serien mit zehntausenden Comics entstanden. Besonders in den Ländern der ehemaligen Alliierten war die Verarbeitung der Kriegsgeschichte im Comic unkompliziert, so etwa in Norwegen, Großbritannien und Frankreich. Die Anne-Frank-Stiftung sponsorte in den 2000er-Jahren mehrere Comics, die sich mit der niederländischen Besatzungszeit auseinandersetzen. Besonders der niederländische sowie der franko-belgische Comic bedienten sich auch in der unmittelbaren Nachkriegszeit bereits umfangreich an der Besatzungszeit und der Westfront des Zweiten Weltkriegs, um die eigene Besatzungszeit aufzuarbeiten.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
In Kriegsfilmen über den Zweiten Weltkrieg ist die Westfront traditionell stark vertreten. Filme wie Der längste Tag (1962) und Der Soldat James Ryan (1998) oder die Fernsehserie Band of Brothers – Wir waren wie Brüder (2001) waren sehr erfolgreich.<ref name=":3" details="S. 212." /> Besonders Der Soldat James Ryan zeichnete sich seinerzeit in der aufrüttelnden Darstellung der Brutalität der Landung bei Omaha Beach aus.<ref name=":18" details="S. 103–107.">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Auch Die Brücke (1959) und Das dreckige Dutzend (1967) waren erfolgreiche Kriegsfilme, auch wenn sich ihre Handlungen nur lose an den historischen Rahmengeschehnissen der Westfront orientieren. Die Brücke ist hierbei eher eine Ausnahmeerscheinung des westdeutschen Antikriegsfilms der 1950er-Jahre, da die meisten dieser Filme ihre Handlung mit Vorliebe an die Ostfront denn an die Westfront setzten.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Im 21. Jahrhundert nutzte auch Inglourious Basterds (2009) ein stark überzeichnetes besetztes Frankreich sowie die Anfänge der alliierten Invasion als Kulisse.<ref name=":18" details="S. 56–74." />
Im Bereich der Computerspiele gilt Castle Wolfenstein (1981) als früher Vorreiter historisch inspirierter Spiele mit einer am Zweiten Weltkrieg orientierten Thematik. Mit Wolfenstein 3D (1992) legte die Serie auch einen Grundstein für spätere Ego-Shooter. Jeweils nimmt der Spieler die Rolle eines US-amerikanischen Soldaten in einer deutschen Festung ein. Die späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre brachten einen Boom an Videospielen mit Weltkriegsthematik. Spiele wie Medal of Honor: Allied Assault (2002) oder Call of Duty 2: Big Red One (2005) nutzen die Westfront als historisches Setting der eigenen Rahmenhandlung, wobei sich Medal of Honor: Allied Assault zudem eindeutig bei der Bildsprache des Films Der Soldat James Ryan bedient.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Besonders US-amerikanische Videospiele reproduzieren hierbei das in den USA verbreitete Narrativ des idealistischen, tugendhaften und heroischen amerikanischen Kämpfers, dem üblicherweise die Protagonistenrolle eingeräumt wird.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Siehe auch
Literatur
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Weblinks
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Einzelnachweise
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