Zum Inhalt springen

Weidenblättriger Baldrian

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Weidenblättriger Baldrian
Datei:Valeriana saliunca 001.JPG

Weidenblättriger Baldrian (Valeriana saliunca) am Col d’Izoard

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Unterfamilie: Baldriangewächse (Valerianoideae)
Gattung: Baldriane (Valeriana)
Art: Weidenblättriger Baldrian
Wissenschaftlicher Name
Valeriana saliunca
All.

Der Weidenblättrige Baldrian (Valeriana saliunca) oder Felsschutt-Baldrian<ref name="InfoFlora" /> ist eine Pflanzenart aus der Gattung Baldriane (Valeriana)<ref name="Euro+Med" /> in der Unterfamilie der Baldriangewächse (Valerianoideae) innerhalb der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae).

Datei:LG Valeriana saliunca.jpg
Weidenblättriger Baldrian in Botanischem Garten in Island

Beschreibung

Erscheinungsbild und Laubblatt

Der Weidenblättrige Baldrian wächst als ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 2 bis 15 Zentimetern erreicht. Die kurze, holzige Grundachse ist vielfach verzweigt und besitzt eine stämmige Pfahlwurzel. Die oberirdischen Teile dieser wohlriechenden Pflanze sind kahl.<ref name="TelaBotanica" /> Es sind mehrere unverzweigte Stängel vorhanden.<ref name="ExkursionsfloraA2008" />

Die Laubblätter sind immer in einer grundständigen Rosette angeordnete gestielte Grundblätter und manchmal auch sitzende, gegenständig angeordnete Stängelblätter. Die einfachen und ganzrandigen Blattspreiten der Grundblätter sind spatelförmig, verkehrt-lanzettlich oder linealisch-lanzettlich. Die Stängelblätter fehlen oder stehen mit einfachen, selten dreigeteilten, lanzettlichen oder linealen und ganzrandigen Blattspreiten in einem Paar und selten in zwei Paaren. Nebenblätter fehlen.<ref name="ExkursionsfloraA2008" />

Blütenstand, Blüte und Frucht

Die Blütezeit liegt im Juli und August.<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> Die Blüten stehen in mehr oder weniger einfachen, dichten zymösen Blütenständen.

Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen und enden in fünf Kelchzähnen, die in der Blüte eingerollt sind und sich bei zunehmender Fruchtreife zu einem behaarten, pappusähnlichen Strahlenkranz ausdehnen.<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> Die fünf rosafarbenen Kronblätter sind zu einer trichterförmigen, an der Basis leicht vorspringenden und tief rosafarbenen Kronröhre verwachsen, die in fünf ungleichen Kronlappen endet. Es sind drei Staubblätter vorhanden. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen, von denen nur eine Kammer fertil ist.<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> Ein einzelner Griffel endet in einer dreiteiligen Narbe.

Die bei einem Durchmesser von 5 bis 6 Millimeter dick blasenförmige Frucht ist eine Nussfrucht.<ref name="ExkursionsfloraA2008" />

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.

Vorkommen, Gefährdung und Schutz

Die Areale des Weidenblättrigen Baldrians liegen nur in den Alpen mit Schwerpunkt Westalpen<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> und im zentralen Apennin. Es gibt Fundortangaben für Frankreich, die Schweiz, Italien und Österreich.<ref name="Euro+Med" />

Der Weidenblättrige Baldrian besiedelt Felsspalten und steinige Magerrasen<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> in Höhenlagen von 1800 bis 2700 Metern.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 1 (alpin und nival), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Der Weidenblättrige Baldrian kommt im österreichischen Nordtirol und im italienischen Südtirol selten vor und gilt in Österreich als potentiell gefährdet.<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> Die Schweizer Bestände werden als gefährdet bewertet.<ref name="InfoFlora" /> In Frankreich wird der Weidenblättrige Baldrian als geschützte Art geführt.<ref name="TelaBotanica" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Valeriana saliunca erfolgte 1785 durch Carlo Allioni in Flora Pedemontana sive Enumeratio Methodica Stirpium Indigenarum Pedemontii. Band 1, Seite 3.<ref name="Allioni1785" /><ref name="FloraWeb" />

Literatur

  • David Jeffrey Ockendon: Valeriana. In (Valeriana- Beschreibung und Schlüssel zu Valeriana saliunca – im unveränderten Nachdruck von 2010 (ISBN 978-0-521-15367-6))

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Valeriana saliunca All.. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Valeriana saliunca All. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="ExkursionsfloraA2008"> </ref> <ref name="Euro+Med"> E. von Raab-Straube, T. Henning (2017+): Valeriana (excl. V. officinalis aggr.). Datenblatt Valeriana saliunca In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="TelaBotanica"> Benoît Bock: Valeriana saliunca. (PDF; 172,84 kB) In: Base de Données Nomenclaturale de la Flore de France. BDNFF v4.02. Association Tela Botanica. Institut de Botanique, abgerufen am 16. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Allioni1785"> Carlo Allioni: Flora Pedemontana sive Enumeratio Methodica Stirpium Indigenarum Pedemontii. Band 1, Johannes Michael Briolus, Turin 1785 S. 3, Tafel 70, Figur 1. </ref> </references>

Weblinks

  • Weiden-Baldrian. In: Botanik im Bild / Flora von Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Naturhistorisches Museum Wien, abgerufen am 16. April 2012 (Wildpflanzen Österreichs – Bild-Datenbank).