Zum Inhalt springen

Weiße Fetthenne

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Weiße Fetthenne
Datei:Sedum album 03 ies.jpg

Weiße Fetthenne (Sedum album)

Systematik
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Unterfamilie: Sempervivoideae
Tribus: Sedeae
Gattung: Fetthennen (Sedum)
Art: Weiße Fetthenne
Wissenschaftlicher Name
Sedum album
L.

Die Weiße Fetthenne (Sedum album), auch Weißer Mauerpfeffer genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Fetthennen (Sedum) innerhalb der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae).

Beschreibung

Datei:270 Sedum album.jpg
Illustration
Datei:Sedum album 07 ies.jpg
Stängel mit Laubblättern
Datei:Sedum album.jpg
Habitus mit Blütenständen
Datei:Sedum album 06 ies.jpg
Blüten

Die Art Sedum album ist sehr formenreich.

Vegetative Merkmale und Ökologie

Die Weiße Fetthenne ist ein überwinternd grüner, rasenbildender Chamaephyt, der Wuchshöhen von 8 bis 20, selten bis zu 30 Zentimetern erreicht.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Stängel sind kahl, zahlreiche blühen nicht. Die fast waagrecht abstehenden Laubblätter sind wechselständig am Stängel angeordnet. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 7 bis 20 Millimetern und einer Dicke von 1 bis 3 Millimetern<ref name="HegiHuber1961" /> länglich-lanzettlich, halbstielrund und beiderseits gewölbt. Ihre Färbung reicht von graugrün bis rotbraun.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Auf langen Stängel befindet sich ein mehrfach verzweigter, doldenrispiger Blütenstand<ref name="HegiHuber1961" /> mit vielen Blüten. Der Blütenstiel ist 2 bis 4 Millimeter lang.<ref name="HegiHuber1961" />

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind bei einer Länge von 1,3 Millimetern breit-länglich, grün und undeutlich dreinervig.<ref name="HegiHuber1961" /> Die meist fünf Kronblätter sind 2 bis 4 Millimeter lang, stumpflich und weiß bis blassrosafarben mit rotem Mittelnerv. Die zehn Staubblätter sind nur wenig kürzer als die Kronblätter. Die Staubbeutel sind rotbraun.<ref name="HegiHuber1961" />

Die fünf Balgfrüchte sind bis zu 5 Millimeter lang und am oberen Ende verschmälert.<ref name="HegiHuber1961" /> Die hell-braunen Samen sind bei einer Länge von etwa 0,7 Millimetern länglich<ref name="HegiHuber1961" />

Die Chromosomenzahlen betragen 2n = 32 oder 64.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Die Weiße Fetthenne kommt in Süd- und Mitteleuropa, im südlichen Skandinavien, in der Türkei und in Armenien, auch im Kaukasusraum und in Nordwestafrika vor.<ref name="Euro+Med" /> Sie ist auch oft aus Kultur verwildert. Sie hat ursprüngliche Vorkommen in fast allen Ländern Europas außer in Irland, Island, Polen, Belarus und Moldau.<ref name="Euro+Med" />

Die Weiße Fetthenne gedeiht in trockenen Felsspalten, auf Fels- und Schotterfluren und auf sandigen und steinigen Ruderalstellen. Sedum album ist eine Charakterart der Ordnung Felsgrus- und Felsband-Gesellschaften, der Sedo-Scleranthetalia, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Klassen Asplenietea trichomanis oder Festuco-Brometea vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt sie bis in Höhenlagen von etwa 1800 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2001" /> Im Engadin steigt sie am Piz Alv bis in Höhenlagen von 2200 Metern und im Kanton Wallis bis 2500 Metern auf.<ref name="HegiHuber1961" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1w+ (sehr trocken aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental), Salztoleranz 1 = tolerant.<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie und Systematik

Der wissenschaftliche Name Sedum album wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus 1, S. 432 erstveröffentlicht.<ref name="SpPl" />

Man kann folgende Unterarten unterscheiden:

  • Sedum album subsp. album:
  • Kleinblütige Weiße Fetthenne (Sedum album subsp. micranthum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bast. ex DC.) Syme). Bei ihr sind die Kronblätter nur 2 bis 3 Millimeter lang sind.<ref name="HegiHuber1961" /> Ursprünglich kommt sie im Mittelmeergebiet vor. Sie wird in Mitteleuropa auch als Zierpflanze genutzt, ist in Bayern in Einbürgerung begriffen und kommt unbeständig in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und in Sachsen vor.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />
  • Sedum album subsp. rupimelitense <templatestyles src="Person/styles.css" />Mifsud, R.Stephenson & Thiede: Sie wurde 2015 aus Malta beschrieben.<ref name="Euro+Med" />

Nahrungspflanze

Die Weiße Fetthenne dient verschiedenen Schmetterlingen als Raupenfutterpflanze. Dazu zählen insbesondere folgende Arten: Fetthennen-Bläuling (Scolitantides orion) und Roter Apollo (Parnassius apollo).<ref name="Ebert2005" /> In Hungerzeiten wurde die Weiße Fetthenne auch von Menschen gegessen. Die oberirdischen Teile ohne die Wurzeln sind bedingt zum Verzehr geeignet; sie sind schwach giftig und können Erbrechen auslösen.<ref name="Henschel2002" />

Inhaltsstoffe

Außer Alkaloiden sind als Pflanzeninhaltsstoffen noch das Monosaccharid Sedoheptulose nachgewiesen.<ref name="HegiHuber1961" />

Nutzung

Die Weiße Fetthenne wird verbreitet als Zierpflanze<ref name="HegiHuber1961" /> in Steingärten, Rabatten, zur Dachbegrünung, in Pflanzschalen und Heidebeeten genutzt.

Es gibt einige Sorten (Auswahl)<ref name="Zander2008" />:

  • ‘Murale’: die Blätter sind braunrot
  • ‘Coral Carpet’: die Blätter sind im Sommer grün, im Winter bronzerot
  • ‘Chloroticum’
  • ‘Laconicum’.

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Ebert2005"> Günter Ebert (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 10, Ergänzungsband. Eugen Ulmer, Stuttgart 2005, ISBN 3-8001-4383-6. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2001"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 644. </ref> <ref name="Henschel2002"> Detlev Henschel: Essbare Wildbeeren und Pflanzen. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2002, ISBN 3-440-09154-6, S. 24. </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 432. (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D1%26issue%3D%26spage%3D432%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011: Crassulaceae: Datenblatt Sedum album In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="InfoFlora"> Sedum album L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Zander2008">Walter Erhardt et al.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. S. 1732.</ref> <ref name="HegiHuber1961">Gustav Hegi, Herbert Huber: Familie Saxifragaceae. S. 83–85. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1961.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Sedum. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 363.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Weiße Fetthenne (Sedum album) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien