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Fetthennen-Bläuling

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Fetthennen-Bläuling
Datei:Scolitantides.orion.1969.jpg

Fetthennen-Bläuling (Scolitantides orion)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Bläulinge (Lycaenidae)
Unterfamilie: Lycaeninae
Gattung: Scolitantides
Art: Fetthennen-Bläuling
Wissenschaftlicher Name
Scolitantides orion
(Pallas, 1771)

Der Fetthennen-Bläuling (Scolitantides orion) ist ein Schmetterling (Tagfalter) aus der Familie der Bläulinge (Lycaenidae). Das Artepitheton leitet sich von Orion, einem Jäger aus der griechischen Mythologie ab.<ref name="Spuler1" />

Beschreibung

Die Flügeloberseite ist bei beiden Geschlechtern schwarz/dunkelbraun mit einer mehr oder weniger starken blauen Bestäubung. Die Unterseite ist weiß mit großen schwarzen Flecken und einem orangenfarbenen Band auf dem Hinterflügel. Der Flügelsaum ist schwarz/weiß abgesetzt.

Flugzeit

Die Falter fliegen je nach Region in ein, partiell zwei und drei Generationen von Mitte April bis Ende August. In Rheinland-Pfalz sind sie einbrütig, in Sachsen kommen bis zu drei Generationen pro Jahr vor.

Lebensraum

Das Primärhabitat sind steile besonnte Felshänge an Flüssen.<ref name="Ebert" /> In Rheinland-Pfalz sind aktuell vor allem aufgelassene Weinberge mit angrenzenden Felshängen oder Trockenmauern an Mittelrhein und Mosel die letzten Lebensräume des Fetthennen-Bläulings.<ref name=":0">W. Düring: Artenporträt des Fetthennen-Bläulings in Rheinland-Pfalz. (PDF) In: Tagfalter in Rheinland-Pfalz. BUND RLP, 20. Januar 2020, abgerufen am 11. Februar 2020.</ref>

Lebensweise

Die Eiablage erfolgt in der Regel an Pflanzen der Gattung Hylotelephium, vor allem an der Großen Fetthenne (Hylotelephium telephium). Darüber hinaus werden auch Pflanzen der Gattung Sedum belegt.<ref name=":0" /> Die Raupen sind schlecht auffindbar, da sie sehr versteckt leben. Ab der zweiten Häutung (L3) besitzt die Raupe zwei Tentakel und eine Honigdrüse auf dem hinteren Teil des Rückens. Ab diesem Zeitpunkt, manchmal auch schon vorher, leben sie in Symbiose mit verschiedenen Ameisen. Die Ameisen ernähren sich von dem Sekret der Honigdrüse, im Gegenzug werden die Raupen dafür von den Ameisen vor kleineren Feinden beschützt. Die Verpuppung erfolgt in Gesteinsritzen oder unter Steinen oder Felsen. Die Falter saugen an einer Vielzahl von Nektarpflanzen, wobei eine Vorliebe zu weißen Blüten zu beobachten ist. Die Überwinterung erfolgt als Puppe.<ref name=":0" />

Verbreitung

Der Fetthennen-Bläuling ist lückenhaft von Europa über die Türkei, Mittelasien bis Japan verbreitet. In Österreich ist die Art, die als empfindlicher Bioindikator gilt, an vielen Orten verschwunden.<ref>Gerfried Deschka, Josef Wimmer, Die Schmetterlingsfauna der Kreuzmauer, Beitr. Naturk. Oberösterreichs, 2000</ref> In Deutschland kommt die Art in Thüringen, Sachsen, Bayern und in Rheinland-Pfalz vor.

Gefährdung und Schutz

  • Rote Liste BRD: 1 (vom Aussterben bedroht).<ref name="BuNa" />

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="Spuler1"> Arnold Spuler: Die Schmetterlinge Europas. Band 1. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1908, S. 62. </ref> <ref name="Ebert"> </ref> <ref name="BuNa"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783896241108 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> </references>

Literatur

  • Hans-Josef Weidemann: Tagfalter: beobachten, bestimmen. Naturbuch-Verlag, Augsburg 1995, ISBN 3-89440-115-X.
  • Manfred Koch: Wir bestimmen Schmetterlinge. Band 1: Tagfalter. 4., erweiterte Auflage. Neumann, Radebeul/Berlin 1966, DNB 457244224.
  • R. Reinhardt, H. Sbieschne, J. Settele, U. Fischer, G. Fiedler: Tagfalter von Sachsen. In: B. Klausnitzer, R. Reinhardt (Hrsg.): Beiträge zur Insektenfauna Sachsens Band 6. – Entomologische Nachrichten und Berichte. Beiheft 11. Verlag Bernhard Klausnitzer, Dresden 2007, ISSN 0232-5535

Weblinks

Commons: Fetthennen-Bläuling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien