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Traditionspapier

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(Weitergeleitet von Warenpapier)

Traditionspapiere werden in Deutschland Wertpapiere genannt, die einen Herausgabeanspruch auf bewegliche Sachen verbriefen und zugleich die Sache selbst in der Weise ersetzen, dass über sie durch Übergabe des Papiers verfügt werden kann. Handelsrechtlich gehören sie zu den gekorenen Orderpapieren.

Allgemeines

Der Begriff „Traditionspapiere“ ist missverständlich, weil angenommen werden kann, dass sie etwas mit Tradition in der allgemeinen Bedeutung des Begriffs zu tun haben könnten. Zwar fußen beide auf demselben lateinischen Verb für Übergabe ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=la |SCRIPTING=Latn |SERVICE=lateinisch}}), doch ist bei Traditionspapieren der Lieferanspruch auf Waren, der durch Übergabe des Papiers übertragen werden kann, gemeint ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}). Sie werden auch als Dispositionspapiere bezeichnet, weil sie die Verfügung über die in ihnen verbrieften Waren ermöglichen. Die Traditionspapiere unterscheidet von den übrigen gekorenen Orderpapieren die Besonderheit, dass sie neben den wertpapierrechtlichen Wirkungen auch sachenrechtliche Auswirkungen entfalten.<ref>Lutz Sedatis: Einführung in das Wertpapierrecht, 1988, S. 183 ff.</ref>

Rechtsgrundlagen

Wertpapiere verbriefen allgemein ein Geld- oder Vermögensrecht. Dieses Vermögensrecht besteht bei Traditionspapieren konkret aus Waren. Als gekorene Orderpapiere repräsentieren sie schwimmende oder lagernde Waren, sofern sich diese Waren beim Verfrachter, Frachtführer oder Lagerhalter mindestens im mittelbaren Besitz befinden. Die Traditionswirkung setzt mithin voraus, dass der Frachtführer oder Lagerhalter die Ware übernommen hat, also mindestens mittelbarer Besitzer geworden ist.<ref>Hans Josef Wieling: Sachenrecht, 2007, S. 114 ff.</ref> Orderpapiere sind dadurch gekennzeichnet, dass sie das mit ihnen verbriefte Geld- oder Vermögensrecht repräsentieren. Wer rechtmäßiger Inhaber der Urkunde ist, hat einen Anspruch an den Aussteller der Urkunde auf Leistung des verbrieften Rechts.

Der Begriff Traditionspapier wird vom Gesetz als Legaldefinition verwendet, denn {{#switch: juris

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Arten

Im Gesetz sind die Arten der Traditionspapiere abschließend aufgezählt. Es handelt sich rechtlich um kaufmännische Anweisungen, dazu gehören der Ladeschein ({{#switch: juris

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Übertragung und Geltendmachung

Als (gekorene) Orderpapiere lauten diese Traditionspapiere auf einen bestimmten Namen. Dieser Begünstigte ist zunächst als Eigentümer alleine berechtigt, die in der Urkunde verbriefte Ware vom Besitzer (Verfrachter, Frachtführer oder Lagerhalter) gegen Vorlage der Urkunde heraus zu verlangen.

In ihrer Funktion als (gekorene) Orderpapiere können sie durch dingliche Einigung, Indossament und Übergabe des Papiers an einen neuen Erwerber rechtmäßig übertragen werden. Der neue Erwerber ist dann kraft Gesetzes nicht nur Inhaber der Urkunde, sondern automatisch auch Eigentümer der entsprechenden Waren. Der Eigentümer kann durch Vorlage der Urkunde vom Verfrachter, Frachtführer oder Lagerhalter die Herausgabe der in ihrem Besitz befindlichen Waren verlangen ({{#switch: juris

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Die Traditionswirkung besteht unabhängig davon, ob Konnossement oder Ladeschein als Order- oder Rektapapier ausgestaltet sind; nur beim Orderlagerschein ist zur Entfaltung der Traditionswirkung erforderlich, dass er von einer zur Ausstellung ermächtigten Lageranstalt ausgestellt ist.<ref name="abraham">Hans Jürgen Abraham: Das Seerecht, 1974, S. 172.</ref>

Durch die Verpflichtung zur Auslieferung der beförderten Waren an den jeweils berechtigten Inhaber des Traditionspapiers erkennt der Frachtführer, Verfrachter oder Lagerhalter die Sachherrschaft des Inhabers an.<ref name="abraham" />

Wurde dem Eigentümer das Gut gestohlen, ist es verloren gegangen oder sonst wie abhandengekommen, ist ein gutgläubiger Erwerb durch Übergabe des Papiers nach {{#switch: juris

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Literatur

  • Adolf Baumbach: Handelsgesetzbuch. Mit GmbH & Co., Handelsklauseln, Bank- und Börsenrecht, Transportrecht (ohne Seerecht). Bearbeitet von Klaus J. Hopt und Hanno Merkt. Neuauflage mit reformierten Bilanzrecht (BilMoG) sowie unter Berücksichtigung des ARUG, SchVFalschberG, VorstAG, ZahlungsdiensteUmsetzG u. v. a. 34. neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-59034-4, (Beck’sche Kurz-Kommentare 9).
  • Carl Creifelds: Rechtswörterbuch = Creifelds Rechtswörterbuch. Herausgegeben von Klaus Weber. 19. neu bearbeitete Auflage. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-55392-9, Stichwort: Traditionspapier (und weitere Stichworte wie Orderpapier, Wertpapier, Lagerschein, Ladeschein und Konnossement), (Parallel als CD-ROM-Ausgabe erschienen).
  • Robert Darreye: Die dingliche Wirkung der handelsrechtlichen Traditionspapiere. R. Noske, Borna-Leipzig 1907, (Heidelberg, Univ., Jur. Diss., 4. Mai 1907).
  • Ernst Heymann: Die dingliche Wirkung der handelsrechtlichen Traditionspapiere. In: Festgabe für Felix Dahn zu seinem fünfzigjährigen Doktorjubiläum. Gewidmet von gegenwärtigen und früheren Angehörigen der Breslauer Juristischen Fakultät. Band 3: Recht der Gegenwart. Marcus, Breslau 1905, S. 135 ff., (Auch Separatum).

Einzelnachweise

<references />

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