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Wangelin (Adelsgeschlecht)

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Datei:Wangelin-St-Wappen.png
Stammwappen derer von Wangelin nach Friedrich Crull

Wangelin ist der Name eines alten mecklenburgischen Adelsgeschlechts, das zu den Vasallen der Fürsten von Werle gehörte.

Geschichte

Inwieweit die Familie im Magdeburgischen<ref>Gustav von Lehsten: Der Adel Mecklenburgs seit dem landesgrundgesetzlichen Erbvergleiche (1755/1864). J. G. Tiedemann, Rostock 1864, S. 283.</ref> oder in Thüringen<ref>Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon, Band 4, Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 313.</ref> ihren Ursprung nimmt, ist in der Forschung des 19. Jahrhunderts ebenso umstritten, wie die Frage, ob die wappendivergente rügische Familie Wangerin bzw. Wengerin als Linie der mecklenburgischen anzusehen ist.<ref name="Ledebur">Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 3, Ludwig Rauh, Berlin 1858, S. 79.</ref>

Das Geschlecht entlehnt seinen Namen jedenfalls vom gleichnamigen Gut Wangelin im Amt Lübz und erscheint zuerst urkundlich am 25. September 1270 mit Hermann Wangelin<ref>Mecklenburgisches Urkundenbuch. (MUB) 2, Nr. 1199. 1270. Sept. 25. Röbel. Nicolaus, Fürst von Werle, bestätigt der Johanniter-Comthurei Mirow alle bisherigen Schenkungen ... .</ref> sowie mit dem Ritter Heynricus de Wangelin und dem Knappen Machorius de Wangelin am 1. August 1282.<ref>MUB, Band 3 (1286 – 1296), In Commission Stiller, Schwerin 1865, Nr. 1639. S. 56.</ref> Es zählte im 14. Jahrhundert zu den ältesten, angesehensten und in der Folge auch stark ausgebreiteten Adelsgeschlechtern Mecklenburgs. Noch im 13. Jahrhundert erscheint der Ritter Christian von Wangelin. Letzterer wurde Anfang des 14. Jahrhunderts nochmals mit seinen Söhnen, den Rittern Christian von Wangelin auf Glans und Gerhard von Wangelin, als werlischer Lehnsmann erwähnt. Dann folgen die Gebrüder Knappen Nikolaus und Gerhard von Wangelin auf Wangelin, der werlische Vasall Knappe Christian und Knappe Mathias und der Knappe Heinrich von Wangelin auf Wendisch Damerow und um 1340 Henning von Wangelin. Das Geschlecht breitete sich nach Pommern, Preußen und Sachsen aus, stand Ende des 18. bis Anfang des 19. Jahrhunderts jedoch auf immer weniger Augen.<ref>Rainer Münzing: Der Land-Adel in Mecklenburg. Betrachtungen zum Mecklenburger Landadel im St.-Klaren-Kloster zu Ribnitz. Wismar 1998. Keine Erfassung in DNB und KVK/KIT.</ref>

In Mecklenburg saßen die von Wangelin noch 1796 auf Alt Schwerin und sind im 19. Jahrhundert erloschen.

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich sieben Eintragungen von Töchtern der Familien von Wangelin aus Alt Schwerin und Wangelin aus den Jahren 1696–1816 zur Aufnahme in das dortige adelige Damenstift. Das Bildwappen der 1752 im Kloster Dobbertin verstorbenen Konventualin Anna Augusta Juliana von Wangelin befindet sich an der nördlichen Gebetsloge auf der Nonnenempore in der Klosterkirche.

Jacobi von Wangelin

Nach vorliegenden wissenschaftlich-genealogischen Stand kam nicht direkt durch Adoption Hermann Georg Ludwig Jakobi (1812–1903), Gutsbesitzer zu Großjena und seit 1841 Landrat des Kreises Naumburg, zum Namenszusatz Wangelin. Er hatte 1835 Adolfine von Wangelin geheiratet und war seit 1842 als Jacobi von Wangelin bei Berechtigung zum Führen des Wappens der von Wangelin in den erblichen Adelstand erhoben worden.<ref>Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon, Band 3, Gebrüder Reichenbach Leipzig 1843, S. 58.</ref> Bereits am 21. Februar 1841 erhielt man zu Berlin den preußischen Adelsstand. Hermann Jacobi von Wangelin war dann zwischen 1849 und 1867 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. Die bis heute bestehende Familie hatte viele Nachfahren und lebte zuteils auch mit mehreren Gliedern in der DDR.

Besitz

Zum historischen Güterbesitz des Geschlechts gibt Ledebur<ref name="Ledebur" /> eine groben Überblick:

Wappen

Das Stammwappen ist von Rot und Silber gespalten. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein springender silberner (auch schwarzer) Windhund (mit silbernem Halsband) zwischen einem offenen, rechts roten, links silbernen Flug.

Nach Friedrich Crull ist „von einem Hunde zwischen den Flügeln in alter Zeit keine Spur vorhanden“.<ref>Friedrich Crull: Die Wappen der bis 1360 in den heutigen Grenzen Meklenburgs vorkommenden Geschlechter der Mannschaft. In: Verein für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Band 52, Schwerin 1887, S. 119–120, Nr. 291.</ref>

Angehörige

Datei:Brief des Landgrafen Friedrich von Hessen-Homburg vom 15.6.1675 an seine Gemahlin.jpeg
Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg vom 15. Juni 1675 an seine Gemahlin über die Gefangennahme Wangelins nach der Schlacht von Rathenow

Literatur

  • Gustav von Lehsten: Der Adel Mecklenburgs seit dem landesgrundgesetzlichen Erbvergleiche (1755/1864). J. G. Tiedemann, Rostock 1864, S. 283. (Digitalisat)
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1907. Erster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1906 (Stammreihe, Digitalisat u. ältere Genealogie), ff. 1908, Gotha 1907, S. 521 f. Digitalisat Fortsetzungen, bis 1939, Gotha 1938, (Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft) (Jacobi v. Wangelin). Siehe: FamilySearch.
  • Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels, (GHdA), B VIII, Band 41 der Gesamtreihe, Limburg an der Lahn 1968, S. 185–193 (Jacobi von Wangelin); ff.
  • Walter von Hueck: GHdA, Adelslexikon. Band VI, Band 91 der Gesamtreihe GHdA, Limburg an der Lahn 1987, S. 8 (Jacobi v. Wangelin); f.
  • Christoph Franke: GHdA, Adelslexikon Bd. XV, Band 134 der Gesamtreihe GHdA, Limburg an der Lahn 2004, S. 447–448 (Wangelin); A XXVIII, Band 138 der Gesamtreihe GHdA, Limburg an der Lahn 2005, S. 496–501 (Wangelin); Gottfried Graf Finck von Finckenstein: GHdA, Adelslexikon Bd. XVII, Band 144 der Gesamtreihe GHdA, Limburg an der Lahn 2008, S. 531 (Wangelin), sämtlich C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn. ISSN 0435-2408
  • Lupold von Lehsten: Stammfolge der Familie von Wangelin für das 16. bis 18. Jahrhundert. In: Archiv für Familiengeschichtsforschung, 10, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2006, S. 127–137.

Weblinks

Commons: Wangelin family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />