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Vollmühle (Bergisch Gladbach)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Vollmühle um 1910.JPG
Vollmühle um 1900,
links das Mühlengebäude, rechts das Wohngebäude
Datei:Bergisch Gladbach Mitte Neuaufnahme 1895.jpg
Lage von Vollmühle südöstlich von Schlom/Schlöm auf der Karte der preußischen Neuaufnahme 1895

Die Vollmühle war eine Walkmühle an der Strunde.<ref name="Brenner">Hans Leonhard Brenner: Die Strunde und ihre Bergisch Gladbacher Mühlen, Bergisch Gladbach 2012, S. 79ff. ISBN 3-932326-67-9</ref> Gleichzeitig war es ein Ortsteil im Stadtteil Stadtmitte von Bergisch Gladbach.<ref>Andree Schulte: Bergisch Gladbach Stadtgeschichte in Straßennamen, Hrsg. Stadtarchiv Bergisch Gladbach, Bergisch Gladbach 1995, S. 154, ISBN 3-9804448-0-5</ref>

Geschichte

Für die Walkmühlen gab es vielerorts auch die Bezeichnung Vollmühle. Dieser Begriff stammt von dem lateinischen Wort fullo, der Walker. Von daher wäre die Schreibweise Follmühle zutreffender. Die Schreibweise mit V assoziiert aber, dass etwas Vollständiges hergestellt wurde. In den Tuchwalkmühlen oder Vollmühlen wurden Wollstoffe in einem warmen und feuchten Zustand durch Schieben, Quetschen und Stampfen so zu einem zusammenhängenden Körper verfilzt, dass eine glatte Oberfläche entstand. Auf diese Weise wurden die Fäden des Gewebes vollständig versteckt, um dadurch den Stoff leicht Wasser abweisend zu machen. Wir kennen heute einen solchen Stoff noch als Loden. Weiterhin wurden andere Stoffe wie zum Beispiel Leinen leicht gewalkt, um sie geschmeidiger zu machen.<ref>Hans Leonhard Brenner, S. 35ff.</ref>

Die Quellenlage über die Vollmühle ist nicht sonderlich reich. 1758/59 wird die Vollmühle im Strundorf im Besitz von Dietrich Kierdorff geführt. Im Protokoll für den Strunderbach erscheint 1773 als Eigentümer für die Tuch-Walkmühle im Strundorf Gerhard Paffrath als Eigentümer. Danach wurde die Mühle in eine Ölmühle umgewandelt, wobei das Datum dafür unbekannt ist. Während der so genannten Franzosenzeit wurde hier – wie auch in anderen Mühlen – zeitweilig auch Tabak gemahlen (Priesmühle). Nach 1826 betrieb sie Georg Wilhelm Siller mit einem unterschlächtigen Rad als Öl- und Gerstenschälmühle. Noch vor dem Ende des 19. Jahrhunderts brannte ein Teil des Mühlengebäudes ab, das allerdings noch bis um 1912 gestanden haben muss. Spätere Aufnahmen zeigen an dieser Stelle kein Gebäude mehr.<ref name=Brenner />

Geschichte des Ortsteils

Aus Carl Friedrich von Wiebekings Charte des Herzogthums Berg 1789 geht hervor, dass Vollmühle zu dieser Zeit Teil der Honschaft Gladbach war.<ref name="Fabricius2">Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898</ref> Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst und Vollmühle wurde politisch der Mairie Gladbach im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Gladbach im Kreis Mülheim am Rhein. Mit der Rheinischen Städteordnung wurde Gladbach 1856 Stadt, die dann 1863 den Zusatz Bergisch bekam. Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 und der Preußischen Uraufnahme von 1840 als Mühle verzeichnet.

Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Wohn-

gebäude

Kategorie
1822<ref name="Mützell">Vorlage:Wörterbuch Preußischer Staat</ref> 27 Hof und Oelmühle
1830<ref name="Restorff">Vorlage:Beschreibung Rheinprovinz 1830</ref> 34 Hofstelle und Ölmühle
1845<ref>Vorlage:Uebersicht Ortschaften Cöln</ref> 10 1 Haus und Oelmühle
1871<ref name="Gemeindelexikon1871">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1871</ref> 12 1 Mühle
1885<ref name="Gemeindelexikon1885">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1885</ref> 24 3 Wohnplatz

Ab den Statistiken des Jahres 1895 ist Vollmühle nicht mehr in den amtlichen Statistiken aufgeführt.

Siehe auch

Literatur

  • Feststellung und Ordnung für den Strunderbach, gedruckt bei Chr. Illinger, Bergisch Gladbach o. J., (es handelt sich um die Bachordnung und das Bachprotokoll von 1823 nach einer Kopie von 1854)
  • Frank Schulte: Die Mühlen an der Strunde, Bergisch Gladbach, 1979, ISBN 3-932326-02-4
  • Herbert Nicke: Bergische Mühlen, Auf den Spuren der Wasserkraftnutzung im Land der tausend Mühlen zwischen Wupper und Sieg, Wiehl 1998, S. 246, ISBN 3-931251-36-5

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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