Vertreibung von Juden aus arabischen und islamischen Ländern
Die Vertreibung von Juden aus arabischen und islamischen Ländern ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); arabisch التهجير الجماعي لليهود من الدول العربية والإسلامية, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) umfasste sowohl Flucht als auch Vertreibung von 850.000 Juden hauptsächlich mizrachischer und sefardischer Herkunft aus arabischen und islamisch geprägten Ländern von 1948 bis in die 1970er Jahre, die abgeschwächt bis heute anhalten. Dadurch erloschen teils Jahrtausende alte jüdische Gemeinden. Sie wird auch jüdische Nakba genannt, womit auf Parallelen zwischen dem Schicksal der jüdischen Flüchtlinge des Nahostkonfliktes und dem als Nakba bezeichneten Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge hingewiesen werden soll.
Hintergrund
Wie Christen, Zarathustrier und andere Leute des Buches waren auch Juden in muslimischen Ländern seit dem Aufkommen des Islam nach dem Recht der Dhimma gegen Zahlung von Schutzgeld geduldet, wenngleich sie weniger Rechte hatten als Muslime. Obwohl die Abwanderung von Juden aus dem Nahen Osten und Nordafrika bereits im späten 19. Jahrhundert begann, blieb sie bis zum Palästinakrieg (1948) gering. Die Idee des Zionismus und des jüdischen Staates machte nur auf eine Minderheit der Juden dieser Länder Eindruck. Nach dem Palästinakrieg und der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 verschlechterten sich die Lebensbedingungen der Juden in diesen Ländern jedoch erheblich; in vielen Staaten kam es zu Bombenattentaten, wie dem Angriff auf die Menarscha-Synagoge, Pogromen wie dem von Tripolis 1948, Verhaftungen, Folter, Enteignungen und Massenausweisungen von Juden. Eine Drohrede hoher islamischer Geistlicher an der al-Azhar-Universität unmittelbar nach dem UN-Teilungsplan (1947) löste Gewaltakte gegen jüdische Gemeinden in vielen arabischen und islamischen Staaten aus.<ref>Der Beschluß der Vereinten Nationen zur Gründung des Staates Israel und die Reaktion der arabischen Staaten. In: Zionisums.info. haGalil e. V., 14. Oktober 2003, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. Dezember 2023; abgerufen am 17. Mai 2024.</ref>
Vom Anfang des Krieges 1948 zwischen Israel und den arabischen Staaten bis in die frühen 1970er Jahre wurden zwischen 800.000 und einer Million Juden aus ihren Heimatgebieten in den arabischen Staaten vertrieben oder mussten flüchten. Allein zwischen 1948 und 1951 kamen 260.000 von ihnen nach Israel und stellten damit 56 % aller Einwanderer in dem neu gegründeten Staat.<ref>Shindler, Colin. A history of modern Israel. Cambridge University Press 2008. Seiten 63–64.</ref> 600.000 Juden aus arabischen und muslimischen Ländern konnten Israel noch bis 1972 erreichen.<ref>Adi Schwartz: All I Wanted was Justice. In: Haʾaretz. 4. Januar 2001, abgerufen am 16. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Malka Hillel Shulewitz, The Forgotten Millions: The Modern Jewish Exodus from Arab Lands, Continuum 2001, Seiten 139 und 155.</ref><ref name="Aharoni">Ada Aharoni: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Forced Migration of Jews from Arab Countries ( vom 13. Februar 2012 im Internet Archive), Historical Society of Jews from Egypt website. Abgerufen am 1. Februar 2009.</ref>
Zum Zeitpunkt des Jom-Kippur-Krieges von 1973 existierte praktisch keine jüdische Gemeinde mehr in der gesamten arabischen Welt sowie in Pakistan und Afghanistan. Bis 2002 machten Juden aus arabischen Ländern und ihre Nachkommen fast die Hälfte der Bevölkerung Israels aus.<ref name="Aharoni" />
Ursachen
Neben Flucht vor Antizionismus, Antijudaismus und Antisemitismus, militärischen Zwangsmaßnahmen, politischer Instabilität, Verfolgung und Vertreibung wollten einige Auswanderer auch ihrer zionistischen Sehnsucht folgen oder einen besseren wirtschaftlichen Status sowie eine gesicherte Heimat in Europa und Amerika erreichen. Ein bedeutender Teil der Juden flüchtete wegen politischer Unsicherheit und des Aufstiegs des arabischen Nationalismus, sowie später wegen der Politik der arabischen Regierungen, welche die Judenvertreibungen als eine von der Bevölkerungsmasse gewollte Vergeltungsmaßnahme für das Schicksal nichtjüdischer arabischer Palästina-Flüchtlinge aus dem Mandatsgebiet darzustellen versuchten.<ref>Middle East: Why Jews fled the Arab Countries by Yaʿaqov Meron</ref>
Daneben gab es auch wirtschaftliche Gründe für die systematische Vertreibungspolitik. Viele Juden wurden dazu angehalten, ihr Eigentum in ihren Heimatländern, aus denen sie flüchteten, zu verkaufen oder aufzugeben, manche wurden auch staatlicherseits enteignet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Palestinian Refugee Issue: Rhetoric vs. Reality by Sidney Zabludoff ( des Vorlage:IconExternal vom 27. Dezember 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref><ref>Malka Hillel Shulewitz, The Forgotten Millions: The Modern Jewish Exodus from Arab Lands, Continuum 2001, Seiten 52, 71, 87, 92, 100, 110, 113–114, 116, 135, 139.</ref><ref>Rayyum al-Schawaf, Iraqi Jews: A story of mass exodus, Democratiya 7 2006.</ref>
Juden in arabischen Ländern ab 1947
Nach Land
Maghreb
Libyen
Die meisten libyschen Juden flohen bis 1951 nach Israel; den Verbliebenen wurde 1961 die libysche Staatsbürgerschaft entzogen und die Restgemeinde wurde als Folge des Sechstagekrieges schließlich nach Italien gebracht.
Algerien
Algerische Juden besaßen seit dem Décret Crémieux von 1870 die französische Staatsbürgerschaft, weshalb die meisten von ihnen in Folge des Algerienkrieges nach Frankreich zogen.
Marokko
Infolge der Pogrome von Oujda und Jerada begannen marokkanische Juden 1948 ihr Land zu verlassen; der größte Teil der Gemeinschaft floh jedoch erst in den 1960er Jahren nach Frankreich, Kanada und Israel.
Tunesien
Die tunesischen Juden verließen Tunesien zwischen 1948 und 1973, die meisten jedoch zwischen 1956 und 1966. Viele ließen sich in Frankreich, einige in Israel und Kanada nieder. Juden aus Nordafrika, die nach Frankreich emigrierten, erhielten automatisch die französische Staatsbürgerschaft.
Nahost
Jemen
Fast alle jemenitischen Juden wurden 1949 bis 1950 in der Operation fliegender Teppich aus Angst um ihre Sicherheit evakuiert.
Irak
Irakische und kurdische Juden wurden 1950 zunächst von der irakischen Regierung „ermutigt“, das Land zu verlassen, worauf die Regierung 1951 „die Vertreibung derjenigen Juden, die sich weigerten eine Erklärung des Antizionismus zu unterzeichnen“, anordnete.<ref>A history of modern Palestine: one land, two peoples, by Ilan Pappé, 2004, S. 176 in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref>
Ägypten
Die Juden Ägyptens wurden bereits 1948 zum Auswandern genötigt,<ref>Racheline Barda. The modern Exodus of the Jews of Egypt. (MS Word; 351 kB) „The 1948 War triggered their first exodus, forced or otherwise. In fact, the Jewish Agency records showed that 20,000 Jews, a sizable 25 % of the total Jewish population of about 75,000 to 85,000, left during 1949–1950 of whom 14,299 settled in Israel.“</ref> und die meisten verbliebenen, etwa 21.000, wurden im Jahre 1956 offen staatlicherseits vertrieben.<ref>The Sephardim of Sydney: coping with political processes and social pressures by Naomi Gale, S. 34 in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref>
Libanon
Der Libanon war der einzige arabische Staat, der nach 1948 eine temporäre Zunahme seiner jüdischen Bevölkerungszahl erlebte, was an den Flüchtlingsströmen aus anderen arabischen Ländern lag.<ref>Parfitt, Tudor. (2000) S. 91.</ref> Allerdings schrumpfte die jüdische Gemeinschaft des Libanon in der Folge ebenfalls aufgrund der Feindschaften im Bürgerkrieg im Libanon.
Bevölkerung
| Land oder Gebiet | jüdische Bevölkerung 1948 |
jüdische Bevölkerung 1960 |
jüdische Bevölkerung 1972 |
jüdische Bevölkerung heute |
|---|---|---|---|---|
| Marokko | 250.000<ref name="Stearns" />–265.000<ref name="Avneri" /> | 200.000<ref name="u219">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> | 31.000<ref name="wjp" /> | 3.500 (2022)<ref>2022 Report on International Religious Freedom: Morocco. In: U.S. Department of State. 2022, abgerufen am 21. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „According to Jewish community leaders, there are an estimated 3,500 Jews in the country, approximately 2,500 of whom reside in Casablanca.“</ref> |
| Algerien | 140.000<ref name="Stearns">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="Avneri" /> | 130.000<ref name="u219" /> | 1.000<ref name="wjp" /> | <200 (2022)<ref>2022 Report on International Religious Freedom: Algeria. In: U.S. Department of State. 2022, abgerufen am 21. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Religious leaders estimate there are fewer than 200 Jews“</ref> |
| Tunesien | 50.000<ref name="Stearns" />–105.000<ref name="Avneri" /> | 65.000<ref name="u219" /> | 8.000<ref name="wjp" /> | 1.500 (2022)<ref>2022 Report on International Religious Freedom: Tunisia. In: U.S. Department of State. 2022, abgerufen am 21. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „According to members of the Jewish community, there are approximately 1,500 Jewish citizens in the country. Around 1,100 of them live on the island of Djerba and in the neighboring town of Zarzis and the remainder in and around Tunis.“</ref> |
| Libyen | 35.000<ref name="Stearns" />–38.000<ref name="Avneri" /> | 3.750<ref name="u219" /> | 50<ref name="wjp" /> | 0 |
| Maghreb insgesamt | 475.000–548.000 | 398.750 | 40.050 | 5.000–5.200 |
| Irak | 135.000<ref name="Avneri" />–140.000<ref name="Stearns" /> | 6.000<ref name="u219" /> | 500<ref name="wjp" /> | 4–250 (2022)<ref>2022 Report on International Religious Freedom: Iraq. In: U.S. Department of State. 2022, abgerufen am 21. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „According to media organizations, following the death by stroke of a Jewish doctor in 2021, only four Jewish citizens remain in federal Iraq. According to unofficial statistics from the KRG Ministry of Endowments and Religious Affairs (MERA), there are possibly as few as 100 to as many as 250 Jewish individuals in the IKR. Jewish leaders report that most do not openly acknowledge their religion for fear of persecution or violence by extremist actors.“</ref> |
| Ägypten | 75.000<ref name="Avneri" />–80.000<ref name="Stearns" /> | 13.500<ref name="u219" /> | 500<ref name="wjp" /> | 6–10 (2021)<ref>2022 Report on International Religious Freedom: Egypt. In: U.S. Department of State. 2022, abgerufen am 21. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „According to a local Jewish NGO, there are six to 10 Jews in the country, residing in Alexandria and Cairo.“</ref> |
| Jemen und Aden | 53.000<ref name="Stearns" />–63.000<ref name="Avneri">Aryeh L. Avneri: The claim of dispossession: Jewish land-settlement and the Arabs, 1878–1948. Yad Tabenkin Institute, 1984, ISBN 0-87855-964-7, S. 276 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> | 3.500<ref name="u219" /> | 500<ref name="wjp" /> | 7 (2021)<ref>2022 Report on International Religious Freedom: Yemen. In: U.S. Department of State. 2022, abgerufen am 21. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „In January, a different UN report issued by the UN Panel of Experts stated that seven Jewish individuals remain in the country, including one whom the Houthis have detained.“</ref> |
| Syrien | 15.000<ref name="Stearns" />–30.000<ref name="Avneri" /> | 5.000<ref name="u219" /> | 4.000<ref name="wjp" /> | 0 (2020)<ref>2022 Report on International Religious Freedom: Syria. In: U.S. Department of State. 2022, abgerufen am 21. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Before the civil war, there were small Jewish populations in Aleppo and Damascus, but in 2020, the Jewish Chronicle reported that there were no known Jews still living in the country.“</ref> |
| Libanon | 5.000<ref name="Avneri" />–20.000<ref>Jews of Lebanon. Abgerufen am 16. Januar 2015.</ref> | 7.000<ref name="u219" /> | 2.000<ref name="wjp" /> | 70–100 (2022)<ref>2022 Report on International Religious Freedom: Lebanon. In: U.S. Department of State. 2022, abgerufen am 21. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „The Jewish Community Council, which represents the country’s Jewish community, estimates 70 to 100 Jews reside in the country.“</ref> |
| Bahrain | 550–600<ref>The Virtual Jewish History Tour – Bahrain. Abgerufen am 16. Januar 2015.</ref> | 20–40 (2022)<ref>2022 Report on International Religious Freedom: Bahrain. In: U.S. Department of State. 2022, abgerufen am 21. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „According to Jewish community members, there are between 20-40 Jewish citizens encompassing six families.“</ref> | ||
| Sudan | 350<ref>M. Cohen: Know your people, Survey of the world Jewish population. 1962.</ref> | mindestens eine Familie (2022)<ref>2022 Report on International Religious Freedom: Sudan. In: U.S. Department of State. 2022, abgerufen am 21. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „At least one Jewish family remains in the Khartoum area.“</ref> | ||
| Arabische Länder insgesamt (Maghreb eingerechnet) |
758.350–881.350 | 433.750 | 47.550 | 5.107–5.607 |
Vertreibung aus anderen muslimischen Ländern
Unter den nichtarabischen muslimischen Ländern erreichte die Fluchtwelle der iranischen Juden nach der Islamischen Revolution 1979 ihren Höhepunkt, als über 80 % der Juden im Iran im Zuge des Krieges mit dem Irak in die Vereinigten Staaten sowie nach Israel flohen. Türkische Juden wanderten hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen oder zionistischer Motivation aus; in den 1990er Jahren jedoch verursachten zunehmende terroristische Attacken gegen Juden Sicherheitsbedenken mit dem Ergebnis, dass erneut viele Juden nach Israel auswanderten.
| Land oder Gebiet | jüdische Bevölkerung 1948 |
jüdische Bevölkerung 1960 |
jüdische Bevölkerung 1971 |
jüdische Bevölkerung 2008 |
|---|---|---|---|---|
| Afghanistan | 5.000 | 4000<ref name="u219" /> | 500<ref name="wjp" /> | 1<ref>Der letzte afghanische Jude, Zebulon Simentov, floh im September 2021 in die USA.</ref> |
| Bangladesch | unbekannt | 175 bis 3.500<ref name="americanchronicle.com"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Americanchronicle.com ( vom 23. September 2009 im Internet Archive)</ref> | ||
| Iran | 140.000–150.000<ref>Iranian Jews in U.S. recall their own difficult exodus as they cling to heritage, building new communities. Abgerufen am 28. Dezember 2012.</ref> | 80.000<ref name="u219" /> | 80.000<ref name="wjp" /> | 10.800<ref name="jewishvirtuallibrary.org">Jewish Virtual Library. Abgerufen am 13. November 2014.</ref> |
| Pakistan | 2.000–2.500<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>
|
400<ref name="u219" /> | 250<ref name="wjp" /> | Kleine Gemeinde in Karatschi, etwa 200.<ref name="americanchronicle.com" /> |
| Türkei | 80.000<ref>World Jewish Population. (PDF; 105 kB) Abgerufen am 28. Dezember 2012.</ref> | 50.000<ref name="u219" /> | 30.000<ref name="wjp">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> | 17.800<ref name="jewishvirtuallibrary.org" /> |
| Gesamt | 202.000–282.500 | 134.400 | 110.750 | 32.100 |
Integration in Israel
Nach der Ankunft in Israel wurden zahlreiche Juden aus arabischen und anderen islamischen Ländern zunächst in Auffanglagern ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Sg. eine {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); im übertragenen Sinne: ‚Übergang[slager]‘) untergebracht und später im ganzen Land verteilt, wobei viele in Entwicklungsstädten angesiedelt wurden. Anders als die palästinensischen Flüchtlinge des Nahostkonfliktes, die in ihren arabischen Aufnahmestaaten meist weder Staatsbürgerschaft noch Arbeitserlaubnis erhielten und teilweise bis heute in Lagern ghettoisiert werden, konnten die Mizrachim meist vollständig in die zuvor aschkenasisch geprägte Mehrheitsgesellschaft Israels integriert werden, auch wenn sie lange Zeit in politischen, wirtschaftlichen und militärischen Führungspositionen unterrepräsentiert waren. Dies änderte sich aber in den späten 1970er Jahren mit dem Aufstieg der konservativen Partei Likud, deren Anhängerschaft und Führungspersonal sich überwiegend aus Mizrachim zusammensetzte. Aufgrund der Zersplitterung der israelischen Parteienlandschaft seit den 1990er Jahren und der sukzessiven Vermischung von Aschkenasim und Mizrachim sind sozialer Status und politische Einstellungen mittlerweile weitgehend unabhängig von der Herkunft.
Am 23. Juni 2014 verabschiedete die Knesset ein Gesetz, das den 30. November als jährlichen landesweiten Gedenktag der Vertreibung von Juden aus den arabischen Ländern und dem Iran im 20. Jahrhundert festlegt.<ref>Newsletter der Botschaft des Staates Israel vom 27. November 2014</ref>
„Jüdische Nakba“
Bereits 1951, anlässlich der Beschlagnahme des zurückgelassenen Eigentums von aus dem Irak geflohenen Juden durch die dortige Regierung, wurde von israelischer Seite das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge als wesensgleiches Gegenstück zu dem der palästinensischen Opfer des Nahostkonfliktes betrachtet. Der israelische Außenminister Mosche Scharet erklärte zu palästinensischen Entschädigungsforderungen für bei der Nakba zurückgelassenen Besitz, dass die wechselseitigen Forderungen miteinander aufzurechnen seien.<ref>Kurt O Wyss: Wir haben nur dieses Land - Der Israel-Palästinenser-Streit als Mutter aller Nahostkonflikte, Stämpfli Verlag, Bern 2015, E-Book, dritter und vierter Absatz des Kapitels „Exodus versus Vertreibung“.</ref>
Inzwischen werden die Vertreibungen gelegentlich auch als „jüdische Nakba“ bezeichnet. Ben-Dror Yemini, ein israelischer Journalist jemenitischer Abstammung, die in Ägypten geborene Schriftstellerin und Friedensforscherin Ada Acharoni sowie der ehemalige kanadische Justizminister Irwin Cotler verwenden diesen Ausdruck bzw. doppelte Nakba. Damit wird auf Parallelen zwischen der Vertreibung von Juden aus arabischen Ländern und der Flucht und Vertreibung der etwa 700.000 arabischen Palästinenser bei der Gründung des Staates Israel hingewiesen, derer die Palästinenser jährlich am Nakba-Tag gedenken.<ref name="ben">Ben Dror Yemini: The Jewish Nakba: Expulsions, Massacres and Forced Conversions. In: Maariv. 16. März 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Januar 2012; abgerufen am 23. Juni 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Deutsche Fassung (PDF; 214 kB).</ref>
UNO-Resolutionen zu jüdischen und palästinensischen Flüchtlingen
Seit 1947 wurden über 1000 UNO-Resolutionen zum arabisch-israelischen Konflikt verabschiedet. Mehr als 170 davon behandeln das Schicksal der 750.000 palästinensischen Flüchtlinge und ihrer Nachkommen. Keine einzige beschäftigt sich mit dem Schicksal jüdischer Flüchtlinge aus den arabischen Ländern und dem Iran und ihrer Nachkommen.<ref name=":0">Stephan Grigat, Das vergessene Leid der arabischen Juden, NZZ, 15. Mai 2019. Abgerufen am 29. August 2019.</ref><ref>Die Vertreibung, von der keiner spricht – Die „Naqba“ der Juden, Audiaturonline, 7. August 2017. Abgerufen am 30. August 2019.</ref><ref>Alex Feuerherdt, Florian Markl: „Vereinte Nationen gegen Israel“. Hentrich und Hentrich, Berlin 2018, ISBN 3-95565-249-1.</ref>
Der Politologe Stephan Grigat sieht darin ein „antiisraelisches Agieren der Vereinten Nationen“.<ref name=":0" />
Filme
- I Miss The Sun (1984), USA, Mary Hilawani (Produktion und Regie)
- The Dhimmis: To Be a Jew in Arab Lands (1987), Baruch Gitlis (Regisseur) und David Goldstein (Produzent).
- The Forgotten Refugees (2005) ist ein Dokumentarfilm des The David Project.
- The Silent Exodus (2004) von Pierre Rehov.
- The Last Jews of Libya (2007).
- The Farhud (2008) ist ein Dokumentarfilm von Itzhak Halutzi.
Siehe auch
- Pogrom von Aden
- Pogrom von Aleppo und Angriff auf die Menarscha-Synagoge
- Pogrom von Manama
- Pogrom von Tripolis und Pogrom von Tripolis 1948
Literatur
- Joel Beinin: The Dispersion Of Egyptian Jewry Culture, Politics, And The Formation Of A Modern Diaspora. University of California Press, c1998. American University of Cairo Press, 2005, ISBN 977-424-890-2.
- Georges Bensoussan: Die Juden der arabischen Welt. Die verbotene Frage. Hentrich & Hentrich, Leipzig 2019, ISBN 978-3-95565-327-9.
- André Chouraqui: Between East and West: A History of the Jews of North Africa. 2002, ISBN 1-59045-118-X.
- Hayyim J. Cohen: The Jews of the Middle East, 1860–1972. Israel Universities Press, Jerusalem 1973, ISBN 0-470-16424-7.
- Sir Martin Gilbert: The Jews of Arab lands: Their history in maps. World Organisation of Jews from Arab Countries: Board of Deputies of British Jews, London 1976, ISBN 0-9501329-5-0.
- Itamar Levin: Locked Doors: The Seizure of Jewish Property in Arab Countries. Praeger/Greenwood, 2001, ISBN 0-275-97134-1.
- Bernard Lewis: The Jews of Islam. Princeton University Press, Princeton 1984, ISBN 0-691-00807-8.
- Bernard Lewis: Semites and Anti-Semites: An Inquiry into Conflict and Prejudice. W. W. Norton & Co, ISBN 0-393-02314-1.
- Malka Hillel Schulewitz: The Forgotten Millions: The Modern Jewish Exodus from Arab Lands. London 2001, 1986, ISBN 0-8264-4764-3.
- Kristen Schulze: The Jews of Lebanon: Between Coexistence and Conflict. Sussex 2001, ISBN 1-902210-64-6.
- Norman Stillman: Jews of Arab Lands in Modern Times. Jewish Publication Society, Philadelphia 2003, ISBN 0-8276-0370-3.
- Shmuʾel Triango (Hrsg.): La fin du judaïsme en terres d’islam. Éditions Denoël, Paris 2009, ISBN 978-2-207-26104-0.
- Nathan Weinstock: Der zerrissene Faden. Wie die arabische Welt ihre Juden verlor. 1947–1967. Verlag ça ira, Freiburg 2019, ISBN 978-3-86259-111-4.
Weblinks
- The impact of the Six Day War on Jews in Arab lands
- The Middle East’s Forgotten Refugees by Semha Alwaya
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />In the Islamic Mideast, Scant Place for Jews ( vom 7. März 2007 im Internet Archive)
- Israel’s advent altered outlook for Middle East Jews Reuters
- How Arabs stole Jewish property by Tani Goldstein
- Adi Schwartz, 'A Tragedy Shrouded in Silence: The Destruction of the Arab World’s Jewry'. In: Azure, 45 (Summer 2011)
- Stephan Grigat, Das vergessene Leid der arabischen Juden. In: Neue Zürcher Zeitung, 15. Mai 2019. Abgerufen am 29. August 2019.
- Bernard L. Vigod: Jews in Canada, S. 6: Kanada nahm 1950–1970 eine große Zahl jüdischer Flüchtlinge aus Marokko auf, weltweit gerechnet an zweiter Stelle nach Israel.
Einzelnachweise
<references responsive />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2023-02
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Webarchiv
- Israelische Geschichte (20. Jahrhundert)
- Nahostkonflikt
- Vertreibung
- Antisemitismus
- Jüdische Geschichte
- Migration (Israel)
- Migrationsgeschichte (20. Jahrhundert)
- Geschichte des Islam
- Pogrom
- Antijudaismus
- Arabische Geschichte