Vertrag über die Energiecharta
Der Energiecharta-Vertrag (englisch Energy Charter Treaty, ECT) ist ein internationaler Vertrag, der nach dem Ende des Kalten Kriegs ursprünglich die Integration der Energiesektoren der Nachfolgestaaten der Sowjetunion und Osteuropas in die europäischen und globalen Märkte zur Aufgabe hatte.
Die zu Grunde liegende Energiecharta wurde am 17. Dezember 1991 in Den Haag unterzeichnet. Dabei handelte es sich um eine politische Erklärung der Prinzipien der internationalen Energiebeziehungen, darunter Handel, Transit und Investitionen. Die Absicht, einen rechtsverbindlichen Vertrag zu verhandeln, wurde darin ebenfalls zum Ausdruck gebracht.
Der rechtsverbindliche Vertrag selbst wurde im Dezember 1994 in Lissabon unterzeichnet, gemeinsam mit einem Protokoll zur Energieeffizienz und zu verwandten Umweltaspekten (PEEREA).<ref>Energy Efficiency Protocol – Energy Charter. Abgerufen am 12. April 2022.</ref> Der Vertrag und das Protokoll traten im April 1998 in Kraft.
Die Klage des Energiekonzerns Vattenfall gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen des Atomausstiegs 2011 berief sich auf den Energiecharta-Vertrag.<ref>fr.de vom 23. März 2013: 15 Juristen gegen die Demokratie</ref>
Der EuGH (Europäischer Gerichtshof) erklärte am 2. September 2021 die Energiecharta für Streitigkeiten zwischen den Mitgliedern der Europäischen Union für unwirksam. Damit entzog er formal vielen der 55 anhängigen ECT-Verfahren die Grundlage.<ref>Marcus Jung: Umstrittene Schiedsverfahren: Luxemburg kippt die Energiecharta. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 12. April 2022]).</ref><ref>70 neue Verfahren: Rekordbetrieb vor Schiedsgericht. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 12. April 2022]).</ref> Diese Verfahren werden jedoch derzeit weitergeführt, und nur wenige Schiedsgerichte sind bereit, sich der Rechtsprechung des EuGH zu beugen.<ref>Renewables claim against Germany clears early hurdle. Abgerufen am 22. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nachdem einzelne EU-Staaten bereits aus dem Vertrag ausgetreten waren, beschlossen die Mitgliedsländer der EU 2024 ihren gemeinsamen Austritt. Kritisiert wurde unter anderem, dass große Energiekonzerne sie durch den Vertrag zu leicht oft verklagen können.
Inhalt
Der Vertrag deckt vier Hauptbereiche ab:
- den Schutz von Auslandsinvestitionen, nach dem Prinzip der Anwendung nationaler Behandlung oder der Meistbegünstigung (je nachdem, welches vorteilhafter ist), und den Schutz gegen die wichtigsten nicht-kommerziellen Risiken;
- nicht diskriminierende Bedingungen für den Handel mit Energiematerialien, -produkten und energiebezogener Ausrüstung auf der Grundlage von Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) sowie von Regelungen zur Gewährleistung von verlässlichem grenzüberschreitenden Energietransit durch Pipelines, Netze und andere Arten des Transports; der Vertrag sieht jedoch keinen Zwang der Vertragsparteien vor, Dritten Zugang zur Infrastruktur zu gewähren;
- die Lösung von Streitfällen zwischen Teilnehmerstaaten und, im Fall von Investitionen, zwischen den Investoren und den Gastländern (Investor-state dispute settlement);
- die Förderung der Energieeffizienz sowie Ansätze zur Minimierung der Umweltauswirkungen von Energieproduktion und -verbrauch.
Während die Energiecharta auf der Idee aufbaut, dass internationale Investitions- und Technologietransfers im Energiesektor gegenseitigen Nutzen bringen, bleibt die nationale Souveränität über die Energieressourcen ein Kernprinzip des Vertrags (Art. 18 ECT). Jedes Mitgliedsland kann frei entscheiden, wann und wie seine nationalen Energieressourcen entwickelt werden sollen und in welchem Maß sein Energiesektor offen für ausländische Investoren sein soll.
Ein Ziel des Vertrags ist die Förderung der Transparenz und Effizienz von Energiemärkten, doch bleibt es Sache der Regierungen, die Struktur des nationalen Energiesektors festzulegen. Es gibt keine Verpflichtung zur Privatisierung von Energieunternehmen im Staatsbesitz oder zur Zerschlagung vertikal integrierter Energieunternehmen.
Im Dezember 2007 bekräftigte die Energiechartakonferenz ihre Unterstützung für einen Abschluss der Verhandlungen und die Beschließung des Transitprotokolls zum Energiechartavertrag, um die bestehenden Regelungen des Vertrags zu erweitern. Die Arbeitsgruppe Handel und Transit der Energiecharta wurde beauftragt, 2008 zu den multilateralen Konsultationen zum Entwurf des Transitprotokolls zurückzukehren.
Mitgliedschaft
Der Energiechartavertrag und das Protokoll zur Energieeffizienz und Verwandten Umweltaspekten wurden im Dezember 1994 unterzeichnet und traten im April 1998 in Kraft. Derzeit haben 51 Länder, die Europäische Gemeinschaft und EURATOM den Vertrag unterzeichnet oder sind ihm beigetreten. Damit liegt die Gesamtzahl seiner Mitglieder nunmehr bei 53.
Alle Mitglieder haben den Vertrag ratifiziert, mit Ausnahme Australiens, Belarus’, Islands, Norwegens und Russlands. Belarus und Russland haben erklärt, die Regelungen des Vertrags bis zur Ratifizierung provisorisch anzuwenden, soweit er im Einklang mit ihren nationalen Verfassungen, Gesetzen und Verordnungen steht.
Russland hat die Ratifizierung des ECT von Verhandlungen eines Transitprotokolls abhängig gemacht. Dieses Protokoll würde die Regelungen des ECT im Bereich Energietransit verstärken, um so einige spezifische operative Risiken zu mindern, die den Energietransit beeinträchtigen. Verhandlungen über den Text eines Transitprotokolls begannen Anfang 2000. Ein Kompromissvorschlag, der die Diskussionen zwischen der Europäischen Union und Russlands widerspiegelte, wurde der Energiechartakonferenz (dem leitenden und beschlussfassenden Organ der Organisation) am 10. Dezember 2003 vorgelegt.
Eine einvernehmliche Entscheidung wurde auf der Grundlage des Kompromissvorschlags nicht erzielt. Energiefragen, auch des Transits, waren auch Gegenstand bilateraler Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und Russland im Kontext des Beitrittsprozesses Russlands zur WTO. Die Verhandlungen zum Transitprotokoll wurden vorübergehend ausgesetzt. Die Suspendierung wurde 2004 aufgehoben, als Russland und die EU sich auf die Bedingungen des russischen WTO-Beitritts geeinigt hatten. Weitere bilaterale Verhandlungen zwischen der EU und Russland fanden seit Herbst 2004 statt.
Im Dezember 2006 deutete Russland an, dass eine Ratifizierung des ECT angesichts seiner Regelungen zum Zugang Dritter zu Pipelines unwahrscheinlich sei. Mitglieder des auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments forderten Anfang September 2007, die EU solle die Mitgliedschaft Russlands in der WTO nur unterstützen, wenn Russland am ECT festhalte.
Italien erklärte im Frühjahr 2015 den Austritt aus dem Vertrag, offiziell um die Mitgliedschaftsgebühr von 370.000 Euro pro Jahr einzusparen.<ref name="GAR">Italy withdraws from Energy Charter Treaty, Globalarbitrationnews.com, 6. Mai 2015.</ref> Die Kündigung wird nach einem Jahr wirksam, allerdings können Investoren noch bis 2036 die Verletzung ihrer Rechte durch Italien vor Schiedsgerichten geltend machen, wenn ihre Investition vor Wirksamwerden der Kündigung getätigt wurde.<ref name="GAR" />
Mit Stand Oktober 2022 kündigten auch Spanien, die Niederlande, Polen, Frankreich<ref>Le Monde with AP: France to leave disputed Energy Charter Treaty, says Macron. In: lemonde.fr. Le Monde, 21. Oktober 2022, abgerufen am 26. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und Slowenien<ref>euractiv: Slowenien tritt auch aus Energiecharta-Vertrag aus. In: euractiv.de. euractiv, 26. Oktober 2022, abgerufen am 31. Oktober 2022.</ref> den Austritt an, während Belgien die Möglichkeit eines Ausstiegs noch prüft.<ref>EU tries to stop energy treaty exit stampede. 20. Oktober 2022, abgerufen am 22. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im November 2022 verständigten sich die Ampelfraktionen im Bundestag darauf, dass Deutschland ebenfalls aussteigen werde.<ref>tagesschau.de: Ampel-Fraktionen: Deutschland soll aus Energiecharta austreten. Abgerufen am 11. November 2022.</ref> Am 18. November 2022 schloss sich auch Luxemburg den Aussteigern an.<ref>euractiv.de: Brüssel setzt ECT-Reformverhandlungen nach gescheiterter Abstimmung aus. Abgerufen am 26. November 2022.</ref>
Am 24. November 2022 stimmte das EU-Parlament für eine Resolution, die die EU-Kommission auffordert, aus dem Vertrag auszusteigen. Zuvor war im Europäischen Rat keine Zustimmung für die als unzureichend kritisierte Reform zustande gekommen.<ref>Energiecharta: „EU-Kommission sollte Ausstieg jetzt in die Wege leiten“. Abgerufen am 25. November 2022.</ref>
Im Juli 2023 kündigte die portugiesische Regierung an aus dem Vertrag auszutreten.<ref>Portugal kündigt Austritt aus dem Vertrag über die Energiecharta an. Abgerufen am 29. Juli 2023.</ref>
Energiechartakonferenz
Die Energiechartakonferenz ist das leitende und beschlussfassende Organ der Organisation. Der Vorsitzende der Energiechartakonferenz ist Selim Kuneralp, Türkei, und die stellvertretenden Vorsitzenden Anatolij Janowskij, Russische Föderation, und Odd Sverre Haraldsen, Norwegen. Die Energiechartakonferenz hat die folgenden untergeordneten Organe:
- Ad-hoc-Strategiegruppe,
- Investitionsgruppe,
- Handel- und Transitgruppe,
- Arbeitsgruppe Energieeffizienz und verwandte Umweltaspekte,
- Haushaltskomitee,
- Rechtsberatendes Komitee.
Zusätzlich bringt die Runde mit der Industrie als beratendes Gremium die Sichtweisen der Privatindustrie auf Fragen der Investitionen in den Energiesektor, grenzüberschreitenden Handel und Energieeffizienz in die Konferenz und ihre Gruppen ein.
Die Rechtsberatende Task Force wurde durch das Sekretariat der Energiecharta 2001 eingerichtet um die Ausarbeitung von Modellverträgen für grenzüberschreitende Öl- und Gaspipelines zu unterstützen.
Sekretariat
Die Energiechartakonferenz wird durch ein Sekretariat mit Sitz in Brüssel unterstützt. Die Aufgaben des Sekretariats sind:
- Überwachung der Implementierung des ECT und des PEEREA
- Organisation und Unterstützung der Sitzungen der Konferenz und ihrer untergeordneten Gremien
- Analysetätigkeit und Beratung für die Konferenz und ihrer untergeordneten Gremien
- Vertretung der Konferenz in den Beziehungen mit Nicht-Mitgliedsstaaten, Organisationen und Institutionen
- Unterstützung von Verhandlungen zu neuen Instrumenten im Auftrag der Konferenz.
Seit dem 1. Januar 2012 ist Urban Rusnák Generalsekretär. Wladimir Rachmanin wurde im Juli 2008 stellvertretender Generalsekretär. Alle Mitglieder sind in der Energiechartakonferenz (dem leitenden und beschlussfassenden Organ der Organisation) und den untergeordneten Gremien vertreten. Die Konferenz tritt regelmäßig zusammen, um über Angelegenheiten zu diskutieren, die einen Einfluss auf die Zusammenarbeit der Vertragsmitglieder im Energiebereich haben, und um die Implementierung des ECT und des PEEREA zu überprüfen und um neue Instrumente und gemeinsame Aktivitäten im Rahmen der Energiecharta zu erwägen.
Mitglieder
| Land | Energy Charter Treaty | European Energy Charter unterzeichnet | International Energy Charter unterzeichnet | Quelle | |
|---|---|---|---|---|---|
| Unterzeichnet | Ratifiziert | ||||
| Datei:Flag of Afghanistan (2013–2021).svg Afghanistan | 19. Januar 2013 | 4. August 2006 | 20. Mai 2015 | Link | |
| Datei:Flag of Albania.svg Albanien | 17. Dezember 1994 | 15. Dezember 1997 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Armenia.svg Armenien | 17. Dezember 1994 | 18. Dezember 1997 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Österreich Österreich | 17. Dezember 1994 | 12. August 1997 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Azerbaijan.svg Aserbaidschan | 17. Dezember 1994 | 2. Dezember 1997 | 19. Dezember 1991 | 15. März 2018 | Link |
| Datei:Flag of Belarus.svg Belarus | 17. Dezember 1994 | Vorläufige Anwendung (ausgesetzt ab 24. Juni 2022) | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien | 17. Dezember 1994 | 16. April 1998 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Bosnia and Herzegovina.svg Bosnien und Herzegowina | 14. Juni 1995 | 10. Januar 2001 | 6. April 1995 | 1. März 2016 | Link |
| Datei:Flag of Bulgaria.svg Bulgarien | 17. Dezember 1994 | 31 Juli 1996 | 17 Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Croatia.svg Kroatien | 17. Dezember 1994 | 31. Oktober 1997 | 5. Februar 1993 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Cyprus.svg Republik Zypern | 17. Dezember 1994 | 2. Januar 1998 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechien | 8. Juni 1995 | 29. März 1996 | 5. Februar 1993 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Estonia.svg Estland | 17. Dezember 1994 | 9. April 1998 | 18. Mai 1992 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Finland icon.svg Finnland | 17. Dezember 1994 | 11. Juli 1997 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Georgia.svg Georgien | 17. Dezember 1994 | 22. Februar 1995 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Greece.svg Griechenland | 17. Dezember 1994 | 16. Juli 1997 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Hungary.svg Ungarn | 27. Februar 1995 | 1. April 1998 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Iceland.svg Island | 17. Dezember 1994 | 7. Juli 2015 | 17. Dezember 1991 | N/A | Link |
| Datei:Flag of Ireland.svg Irland | 17. Dezember 1994 | 30. März 1999 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Japan Japan | 16. Juni 1995 | 23. Juli 2002 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Jordan.svg Jordanien | 12. August 2018 | 7. Dezember 2007 | 20. Mai 2015 | Link | |
| Datei:Flag of Kazakhstan.svg Kasachstan | 17. Dezember 1994 | 18. Oktober 1995 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Kyrgyzstan.svg Kirgisistan | 17. Dezember 1994 | 8. April 1997 | 13. Februar 1992 | 19. Oktober 2015 | Link |
| Datei:Flag of Latvia.svg Lettland | 17. Dezember 1994 | 18. Dezember 1995 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Liechtenstein.svg Liechtenstein | 17. Dezember 1994 | 3. Dezember 1997 | 17. Dezember 1991 | 19. Oktober 2015 | Link |
| Datei:Flag of Lithuania.svg Litauen | 5. April 1995 | 29. Juli 1998 (Austritt 8. August 2026) | 3. April 1992 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Malta.svg Malta | 17. Dezember 1994 | 21. Mai 2001 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Moldova.svg Republik Moldau | 17. Dezember 1994 | 10. Juni 1996 | 12. Februar 1992 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Mongolia.svg Mongolei | 21. Juli 1999 | 25. April 1997 | 20. Mai 2015 | Link | |
| Datei:Flag of Montenegro.svg Montenegro | 16. Juli 2015 | 27. November 2012 | 19. Oktober 2015 | Link | |
| Datei:Flag of North Macedonia.svg Nordmazedonien | 26. März 1998 | 3. April 1996 | 20. Mai 2015 | Link | |
| Datei:Flag of Romania.svg Rumänien | 17. Dezember 1994 | 10. März 1996 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Slovakia.svg Slowakei | 17. Dezember 1994 | 7. September 1995 | 5. Februar 1993 | 20. Mai 2015 | Link |
| Schweden Schweden | 17. Dezember 1994 | 13. November 1997 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz | 17. Dezember 1994 | 28. Mai 1996 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Tajikistan.svg Tadschikistan | 17. Dezember 1994 | 17. Juni 1997 | 17. Dezember 1991 | N/A | Link |
| Datei:Flag of Turkey.svg Türkei | 17. Dezember 1994 | 13. Februar 2001 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Turkmenistan.svg Turkmenistan | 17. Dezember 1994 | 10. Juli 1997 | 9. Juni 1994 | 20. Mai 2015 | Link |
| Ukraine Ukraine | 17. Dezember 1994 | 6. Februar 1998 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Uzbekistan.svg Usbekistan | 5. April 1995 | 22. Dezember 1995 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Yemen.svg Jemen | 19. Juli 2018 | 3. November 2014 | 20. Mai 2015 | Link | |
Stand: 15. Februar 2025
Beobachter
Beobachter sind berechtigt, an allen Sitzungen der Charta und den Debatten auf Arbeitsebene teilzunehmen und haben Zugriff auf alle einschlägigen Dokumente, Berichte und Analysen. Dies soll den jeweiligen Ländern die Möglichkeit geben, sich mit der Charta und ihrer Funktionen vertraut zu machen, um ggf. später dem ECT beizutreten.
| Land | Energy Charter Treaty | European Energy Charter unterzeichnet | International Energy Charter unterzeichnet | Quelle | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Unterzeichnet | Ratifiziert | Austritt<templatestyles src="FN/styles.css" /> * | ||||
| Australien Australien | 17. Dezember 1994 | 17. Dezember 1991 | Link | |||
| Datei:Flag of Bangladesh.svg Bangladesch | 20. Mai 2015 | Link | ||||
| Datei:Flag of Benin.svg Benin | 20. Mai 2015 | Link | ||||
| Datei:Flag of Burkina Faso.svg Burkina Faso | 16. März 2017 | Link | ||||
| Datei:Flag of Burundi.svg Burundi | 11. August 2015 | 20. Mai 2015 | Link | |||
| Datei:Flag of Cambodia.svg Kambodscha | 19. Oktober 2015 | Link | ||||
| Datei:Flag of Canada (Pantone).svg Kanada | 17. Dezember 1991 | Link | ||||
| Datei:Flag of Chad.svg Tschad | 22. April 2015 | 20. Mai 2015 | Link | |||
| Datei:Flag of Chile.svg Chile | 20. Mai 2015 | Link | ||||
| Datei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China | 20. Mai 2015 | Link | ||||
| Datei:Flag of Colombia.svg Kolumbien | 20. Mai 2015 | Link | ||||
| Ostafrikanische Gemeinschaft | 25. November 2016 | Link | ||||
| Zentralafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft | 25. November 2016 | Link | ||||
| Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft | 21. Mai 2015 | Link | ||||
| Datei:Flag of Eswatini.svg Eswatini | 15. Dezember 2015 | Link | ||||
| Frankreich Frankreich | 17. Dezember 1994 | 1. September 1999 | 8. Dezember 2023 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| G5 Sahel | 25. November 2016 | Link | ||||
| Datei:Flag of The Gambia.svg Gambia | 11. August 2017 | Link | ||||
| Deutschland Deutschland | 17. Dezember 1994 | 14. März 1997 | 20. Dezember 2023 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Guatemala.svg Guatemala | 25. November 2016 | Link | ||||
| Datei:Flag of Guyana.svg Guyana | 21. November 2018 | Link | ||||
| Datei:Flag of Indonesia.svg Indonesien | 18. Juni 2009 | Link | ||||
| Datei:Flag of Iran.svg Iran | 25. November 2016 | Link | ||||
| Datei:Flag of Iraq.svg Irak | 25. November 2016 | Link | ||||
| Italien Italien | 17. Dezember 1994 | 5. Dezember 1997 | 1. Januar 2016 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Kenya.svg Kenia | 20. März 2017 | Link | ||||
| Datei:Flag of Luxembourg.svg Luxemburg | 17. Dezember 1994 | 7. Februar 1997 | 17. Juni 2024 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Mali.svg Mali | 12. Mai 2017 | Link | ||||
| Datei:Flag of Mauritania.svg Mauretanien | 29. April 2014 | 20. Mai 2015 | Link | |||
| Datei:Flag of Morocco.svg Marokko | 20. September 2012 | 20. Mai 2015 | Link | |||
| Datei:Flag of Niger.svg Niger | 22. April 2015 | 20. Mai 2015 | Link | |||
| Datei:Flag of Nigeria.svg Nigeria | 7. März 2017 | Link | ||||
| Datei:Flag of Norway.svg Norwegen | 16. Juni 1995 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link | ||
| Datei:Flag of Pakistan.svg Pakistan | 9. Dezember 2005 | 21. Mai 2015 | Link | |||
| Datei:Flag of Palestine.svg Palästinensische Autonomiegebiete | 15. September 2014 | 20. Mai 2015 | Link | |||
| Datei:Flag of Panama.svg Panama | 26. Oktober 2017 | Link | ||||
| Datei:Flag of Poland.svg Polen | 17. Dezember 1994 | 24. November 2000 | 29. Dezember 2023 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Portugal Portugal | 17. Dezember 1994 | 11. Dezember 1997 | 2. Februar 2025 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Rwanda.svg Ruanda | 21. September 2016 | Link | ||||
| Datei:Flag of Senegal.svg Senegal | 20. September 2016 | Link | ||||
| Datei:Flag of Serbia.svg Serbien | 4. Juli 2001 | 20. Mai 2015 | Link | |||
| Datei:Flag of Sierra Leone.svg Sierra Leone | 13. Dezember 2018 | Link | ||||
| Datei:Flag of Slovenia.svg Slowenien | 17. Dezember 1994 | 23. Juli 1997 | 14. Oktober 2024 | 15. Oktober 1992 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of South Korea.svg Südkorea | 17. November 2015 | Link | ||||
| Datei:Flag of South Sudan.svg Südsudan | 10. Februar 2021 | Link | ||||
| Datei:Flag of Syria (2025-).svg Syrien | 28. Juni 2010 | Link | ||||
| Datei:Flag of Tanzania.svg Tansania | 21. Mai 2015 | Link | ||||
| Datei:Flag of the United Arab Emirates.svg Vereinigte Arabische Emirate | 29. Juni 2017 | Link | ||||
| Datei:Flag of Uganda.svg Uganda | 6. Dezember 2019 | 20. Mai 2015 | Link | |||
| Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link | |||
| Datei:Flag of Vietnam.svg Vietnam | 13. November 2018 | Link | ||||
| Spanien Spanien | 17. Dezember 1994 | 11. Dezember 1997 | 17. April 2025 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich | 17. Dezember 1994 | 13. Dezember 1996 | 27. April 2025 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Datei:Flag of Europe.svg Europäische Union und EURATOM | 17. Dezember 1994 | 1998 | 28. Juni 2025 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Niederlande Niederlande | 17. Dezember 1994 | 11. Dezember 1997 | 28. Juni 2025 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
| Dänemark Dänemark | 17. Dezember 1994 | 22. August 1997 | 4. September 2025 | 17. Dezember 1991 | 20. Mai 2015 | Link |
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Stand: 15. Februar 2025
Internationale Organisationen mit Beobachterstatur auf Beschluss auf der Energiechartakonferenz
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- ASEAN
- Baltic Sea Region Energy Cooperation
- Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation
- Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit
- Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
- Internationale Atomenergie-Organisation
- Internationale Energieagentur
- Internationale Organisation für erneuerbare Energien
- Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
- Wirtschaftskommission für Europa
- Weltbank
- Welthandelsorganisation
Stand: 15. Februar 2025
Investitionsschiedsverfahren
Unter dem Vertrag über die Energiecharta wurden und werden eine Reihe von Investitionsschiedsverfahren geführt. So klagte der Energiekonzern Vattenfall gegen die Bundesrepublik Deutschland im April 2009 wegen der Umweltauflagen des Kohlekraftwerks Moorburg<ref>Nathalie Bernasconi: Background paper on Vattenfall v. Germany arbitration. (PDF, 555 kB) International Institute for Sustainable Development (IISD), Juli 2009, abgerufen am 5. Mai 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und wegen des Atomausstiegs. Spanien und die Tschechische Republik werden wegen der Rücknahme von Förderprogrammen für erneuerbare Energien im Rahmen der sogenannten „Solar Claims“ in Anspruch genommen. Auch der bisher höchste Schiedsspruch in der Geschichte im Nachgang der Zerschlagung des Ölkonzerns Yukos erging unter dem Energiechartavertrag (siehe Yukos-Schiedsverfahren). Wie 2021 bekannt wurde verklagt RWE die Niederlande auf Basis der Charta für den Beschluss „bis 2030 aus der Stromerzeugung aus Kohle auszusteigen“.<ref>Neue Konzernklage gegen die Energiewende – RWE verklagt Niederlande wegen Kohleausstieg. Attac, 4. Februar 2020, abgerufen am 7. Februar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ein von Julia Steinberger und Yamina Saheb (Autoren des Sechsten Sachstandsbericht des IPCC)<ref>Why do we need your support ? EndFossilProtection.org, abgerufen am 12. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> initiierter offener Brief fordert den Austritt aus dem Vertrag über die Energiecharta, da Investitionsschiedsverfahren die Umsetzung des Übereinkommens von Paris und den European Green Deal behindern.<ref>End Fossil Protection. EndFossilProtection.org, abgerufen am 12. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Brief wurde unter anderem unterzeichnet von: Sandrine Dixson-Declève, Connie Hedegaard, James K. Galbraith, Helga Kromp-Kolb, Rachel Kyte, Thomas Piketty, Olivier de Schutter (UN-Sonderberichterstatter zu extremer Armut) und Jean-Pascal van Ypersele.<ref>Von Kromp-Kolb bis Piketty: Wissenschaftler*innen fordern Ausstieg aus Energiecharta-Vertrag. Attac Österreich, 9. Dezember 2020, abgerufen am 12. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der offene Brief führt deutschsprachige,<ref>ECT-Vertrag: Geheim-Prozesse gegen den Klimaschutz. ZDF, 8. September 2020, abgerufen am 12. Dezember 2020.</ref><ref>David Böcking: Coronakrise: Konzerne könnten die Bundesrepublik wegen Shutdown verklagen. Der Spiegel, 1. Juni 2020, abgerufen am 12. Dezember 2020.</ref><ref>Jakob Pallinger: Handelsexpertin: „Schiedsgerichte schaffen Paralleljustiz für Reiche“. Der Standard, 15. Oktober 2020, abgerufen am 12. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> wie internationale Kritik<ref>How some international treaties threaten the environment. In: The Economist. 5. Oktober 2020, ISSN 0013-0613 (economist.com [abgerufen am 12. Dezember 2020]).</ref> fort. Nach Entscheidung des Bundesgerichtshofs sind die Schiedsgerichtsverfahren weitgehend unzulässig.<ref>Pressemitteilung des BGH vom 27. Juli 2023: Gegen Intra-EU-Investor-Staat-ICSID-Schiedsverfahren auf Grundlage des Energiecharta-Vertrags ist vorgelagerter nationaler Rechtsschutz möglich</ref>
Fabian Flues von der Organisation Powershift forderte 2021, dass Deutschland den Energiecharta-Vertrag verlässt, weil dieser die Investition in fossile Energieprojekte zu langfristig schütze. Zudem ermögliche der Vertrag Energiekonzernen, unter Umständen Staaten wegen Klimaschutz- und Energiewendemaßnahmen vor privaten Schiedsgerichten verklagen zu können.<ref>Jörg Staude: EU droht vor Energiecharta zu kapitulieren. In: Klimareporter. 6. Juli 2021, abgerufen am 5. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Siehe auch
Weblinks
- Website der Energy Charter (eng.)
- Text des Vertrags über die Energiecharta vom 17. Dezember 1994 und dazugehöriger Dokumente (dt.) (PDF-Datei; 1,1 MB)
- Alexej Knelz: Russland ist kein Freund der Europäischen Energiecharta
Einzelnachweise
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