Verträglichkeit (Psychologie)
Verträglichkeit ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine der Dimensionen im Fünf-Faktoren-Modell (FFM) der Persönlichkeit. Personen, die verträglich sind, zeichnen sich durch Altruismus und Hilfsbereitschaft aus. Menschen mit niedrigen Werten werden als streitbar, egozentrisch, gegensätzlich und misstrauisch gegenüber den Absichten anderer beschrieben. Sie verhalten sich eher wettbewerbsorientiert als kooperativ.
Facetten
Verträglichkeit umfasst sechs Facetten:<ref name=":0">Franz J. Neyer, Jens Asendorpf: Psychologie der Persönlichkeit (= Springer-Lehrbuch). 6., vollständig überarbeitete Auflage, Online-Ausgabe. Springer, Berlin [Heidelberg] 2018, ISBN 978-3-662-54941-4, S. 143.</ref>
- Vertrauen (misstrauisch, skeptisch, zynisch vs. arglos, gutgläubig, vertrauensvoll)
- Freimütigkeit (arglistig, berechnend, unehrlich vs. aufrichtig, grundehrlich, offenherzig)
- Altruismus (egoistisch, ichbezogen, selbstsüchtig vs. großzügig, hilfsbereit, rücksichtsvoll)
- Entgegenkommen (rechthaberisch, unnachgiebig, streitsüchtig vs. gutwillig, nachgiebig, versöhnlich)
- Bescheidenheit (arrogant, eitel, wichtigtuerisch vs. bescheiden, genügsam, uneitel)
- Gutherzigkeit (hartherzig, mitleidlos, unbarmherzig vs. gutmütig, mitfühlend, verständnisvoll)
Messung
Die Messung der Verträglichkeit erfolgt über Persönlichkeitstests. Ein sehr verbreiteter Test ist der NEO-FFI bzw. NEO-PI-R nach Costa & McCrae (vgl. Amelang & Bartussek, 2004). Eine aktuelle Entwicklung ist das „Trierer Integriertes Persönlichkeitsinventar“.
Soziale Erwünschtheit
Extrem hohe Werte, also zu übermäßiges Vertrauen und Entgegenkommen, können als naiv wahrgenommen werden. Dennoch sind hohe Werte generell eher sozial erwünscht als niedrige. Extrem niedrige Werte (Antagonismus) sind mit der dissozialen, narzisstischen und paranoiden Persönlichkeitsstörung verbunden und daher generell unerwünscht.<ref name=":0" /> Nach ICD-11 können hohe antagonistische Werte für die Diagnose Persönlichkeitsstörung durch das Merkmal 6D11.2 Dissozialität angegeben werden.<ref>Bo Bach, Ueli Kramer, Stephan Doering, Ester di Giacomo, Joost Hutsebaut, Andres Kaera, Chiara De Panfilis, Christian Schmahl, Michaela Swales, Svenja Taubner, Babette Renneberg: The ICD-11 classification of personality disorders: a European perspective on challenges and opportunities. In: Borderline Personality Disorder and Emotion Dysregulation. Band 9, Nr. 1, 1. April 2022, ISSN 2051-6673, S. 12, doi:10.1186/s40479-022-00182-0, PMID 35361271, PMC 8973542 (freier Volltext).</ref>
Literatur
- Manfred Amelang, Dieter Bartussek: Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung. Kohlhammer, Stuttgart 2001, ISBN 3-17-016641-7.
Einzelnachweise
<references />