Verbolzung (Bergbau)
Als Verbolzung bezeichnet man im Berg- und Tunnelbau die axiale Verkettung des Streckenausbaus.<ref name= "Quelle 1" /> Das Verbolzen dient beim Streckenausbau dazu, die Einzelbaue gegen eine Schubwirkung in Längsrichtung zu sichern.<ref name= "Quelle 2" />
Grundlagen
Durch Gebirgsbewegungen oder Schießarbeit entstehen Schubkräfte, die in Längsrichtung auf den Streckenausbau wirken.<ref name= "Quelle 7" /> Damit der Streckenausbau diese Schubkräfte besser aufnehmen kann, muss er in Längsrichtung der Schubkräfte versteift werden.<ref name= "Quelle 3" /> Durch diese Versteifung bilden die einzelnen Baue ein komplettes Tragwerk.<ref name= "Quelle 8" /> Dieses Tragwerk ist in der Lage, die Schubkräfte besser aufzunehmen.<ref name= "Quelle 7" /> Durch die Verbolzung wird gleichzeitig die freie Knicklänge des Ausbaus herabgesetzt, dadurch wird eine Verminderung der Tragfähigkeit verhindert.<ref name= "Quelle 5" /> Außerdem wird durch die Verbolzung der Zerstörung des Ausbaus durch Verkanten der Einzelbaue oder Ausknicken in Richtung der Strecke entgegengewirkt.<ref name= "Quelle 3" /> Um diese Anforderungen zu erfüllen, muss die Verbolzung eine ausreichende Festigkeit gegenüber Druck, Zug, Knickung und Biegung haben.<ref name= "Quelle 5" /> Außerdem muss sie fest sitzen und möglichst leicht einzubauen sein.<ref name= "Quelle 8" /> Je nach Beanspruchung müssen mehrere Bolzen in gleicher Höhe eingebaut werden.<ref name= "Quelle 7" /> Eine gute Verbolzung ist insbesondere beim nachgiebigen Ausbau erforderlich, denn bei diesem Ausbautyp ist die Nachgiebigkeit nur dann gewährleistet, wenn die Richtung des Lastangriffes nur unwesentlich von der Ebene des einzelnen Ausbaus abweicht.<ref name= "Quelle 3" /> Die Anzahl und die Abstände der Bolzen sind genormt.<ref name= "Quelle 2" />
Bolzen
Je nach Anforderung werden Bolzen aus Holz oder Bolzen aus Stahl verwendet.<ref name= "Quelle 3" />
Holzverbolzung
Bei der Holzverbolzung werden Rundhölzer verwendet, die entsprechend der benötigten Länge passend gesägt werden.<ref name= "Quelle 4" /> Die Rundhölzer haben in der Regel einen Durchmesser von acht bis zwölf Zentimetern.<ref name= "Quelle 5" /> Die Anzahl der Bolzen ist abhängig vom seitlichen Gebirgsdruck.<ref name= "Quelle 3" /> Wenn starker Druck zu erwarten ist, werden die Bolzen lückenlos als Vollverbolzung eingebracht.<ref name= "Quelle 5" /> Die Holzverbolzung hat den Vorteil, dass die einzelnen Bolzen ein geringes Gewicht haben und kostengünstig sind. Die Bolzen lassen sich entsprechend dem Abstand der Einzelbaue leicht auf die gewünschte Länge absägen.<ref name= "Quelle 5" /> Auch die Stärke der Bolzen lässt sich leicht an den Ausbau anpassen.<ref name= "Quelle 3" /> Nachteilig ist jedoch, dass Holzbolzen keine Zugkräfte aufnehmen können.<ref name= "Quelle 7" /> Außerdem fallen sie ohne Sicherung nach einiger Zeit aus dem Ausbauprofil heraus, Grund hierfür ist die Trocknung des Holzes.<ref name= "Quelle 3" /> Zur Sicherung der Holzbolzen gibt es verschiedene Bolzenhalter.<ref name= "Quelle 5" /> Bestimmte Ausbaue mit Stegprofil haben eine eingeschweißte Bolzensicherung.<ref name= "Quelle 3" />
Stahlverbolzung
Bei der Stahlverbolzung werden Distanzeisen aus U-, L-Profilstählen oder Rohrprofilen verwendet.<ref name= "Quelle 6" /> Die Verbolzungen sind entweder starr, verstellbar oder gelenkig verstellbar.<ref name= "Quelle 1" /> Stahlverbolzungen sind in der Lage, auch Zugkräfte aufzunehmen.<ref name= "Quelle 5" /> Bei Ausbauen aus TH-Profil, wie dem Gleitbogenausbau, haben sich Verbolzungen aus Rohrprofilen gut bewährt.<ref name= "Quelle 3" /> Die Verbolzungen besteht aus einem Distanzeisen mit einer dem Bauabstand angepassten Länge.<ref name= "Quelle 5" /> Durch die Länge der Verbolzung wird zugleich auch der Abstand der einzelnen Baue festgelegt.<ref name= "Quelle 3" /> Aus diesem Grund bezeichnet man sie in einigen Bergrevieren auch als Abstandseisen.<ref name= "Quelle 7" /> Auf jeder Seite des Distanzeisens befindet sich eine Lasche, diese ist mit dem Distanzeisen verschraubt und ist so lang, dass sie das Ausbausegment übergreift.<ref name= "Quelle 3" /> In der Lasche befindet sich eine Hakenschraube mit einer passenden Mutter. Die Hakenschraube wird so angebracht, dass sie hinter den Ausbau greift, anschließend wird die Schraube mit der Mutter befestigt.<ref name= "Quelle 5" />
Einzelnachweise
<references>
<ref name= "Quelle 1">Bochumer Eisenhütte: Verbindungen (abgerufen per Weblink Assistent am 2. Juli 2021; PDF; 1,5 MB).</ref> <ref name= "Quelle 2">Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen 1988, ISBN 3-7739-0501-7.</ref> <ref name= "Quelle 3">Carl Hellmut Fritzsche: Lehrbuch der Bergbaukunde. Mit besonderer Berücksichtigung des Steinkohlenbergbaus. Zweiter Band, zehnte, völlig neubearbeitete Auflage, mit 599 Abbildungen, Springer Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1962, S. 494, 495.</ref> <ref name= "Quelle 4">Heinrich Veith: Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen. Verlag von Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1871.</ref> <ref name= "Quelle 5">Carl Hellmut Fritzsche: Lehrbuch der Bergbaukunde. Mit besonderer Berücksichtigung des Steinkohlenbergbaus. Zweiter Band, achte und neunte Auflage, Springer Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1958, S. 435, 436.</ref> <ref name= "Quelle 6">Alexander H. Schneider: Sicherheit gegen Niederbruch im Untertagebau. ETH-Dissertation Nr. 14556, Institut für Geotechnik, vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich, Zürich 2002, ISBN 3-7281-2872-4.</ref> <ref name= "Quelle 7">Ernst-Ulrich Reuther: Lehrbuch der Bergbaukunde. Erster Band, 12. Auflage, VGE Verlag GmbH, Essen 2010, ISBN 978-3-86797-076-1, S. 374.</ref> <ref name= "Quelle 8">Carl Hellmut Fritzsche: Lehrbuch der Bergbaukunde. Mit besonderer Berücksichtigung des Steinkohlenbergbaus. Zweiter Band, siebente Auflage, Springer Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1950, S. 105, 106.</ref>
</references>