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Veilchengewächse

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Veilchengewächse
Datei:Veilchen.jpg

Hain-Veilchen (Viola riviniana)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Veilchengewächse
Wissenschaftlicher Name
Violaceae
Batsch

Die Veilchengewächse (Violaceae) sind eine Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Malpighienartigen (Malpighiales). Die in Mitteleuropa bekannteste Gattung sind die Veilchen (Viola).

Beschreibung

Datei:Viola flowerdiagram.png
Blütendiagramm von Viola
Datei:Hybanthus enneaspermus in Talakona forest, AP W IMG 8537.jpg
Tribus Violeae: Hybanthus enneaspermus

Vegetative Merkmale

Es sind einjährige und ausdauernde krautige Pflanzen oder verholzende Pflanzen: Halbsträucher, Sträucher, Bäume und Lianen.

Die Laubblätter sind meist wechselständig und spiralig angeordnet. Die meist einfach, selten geteilte Blattspreite besitzt einen glatten oder gesägten Blattrand. Die Stomata sind anisocytisch oder paracytisch. Viele Arten besitzen Nebenblätter, die laubblattähnlich oder klein sein können.

Generative Merkmale

Die von zwei Hochblättern umgebenen Blüten stehen einzeln in den Blattachseln oder in unterschiedlich aufgebauten Blütenständen.

Bei den Veilchengewächsen gibt es sowohl Arten mit radiärsymmetrischen als auch Arten mit zygomorphen Blüten. Die meist zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelten Perianth. Oft ist ein Sporn vorhanden. Die fünf Kelchblätter sind frei oder nur an ihrer Basis verwachsen. Die fünf Kronblätter sind frei und ungleich. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Staubfäden sind oft sehr kurz oder fehlen. Meist drei (zwei bis fünf) Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. In parietaler Plazentation stehen in einer Fruchtknotenkammer 1 bis 100 anatrope Samenanlagen. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie).

Bei den meisten Arten bilden Kapselfrüchte. Es gibt jedoch auch Arten, die Beeren oder Nussfrüchte bilden. Bei vielen Arten besitzen die großen Samen einen Arillus, sodass sie oft von Ameisen verschleppt werden. Das reichliche Endosperm ist fleischig. Der Embryo ist aufrecht.

Systematik

Die Familie Violaceae wurde 1802 durch August Johann Georg Karl Batsch in Tabula Affinitatum Regni Vegetabilis, 57 unter dem Namen „Violariae“ aufgestellt. Typusgattung ist Viola. Synonyme für Violaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Batsch sind: Alsodeiaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />J.Agardh und Leoniaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />A.DC.

Datei:Hymenanthera crassifolia2.jpg
Tribus Rinoreeae: Melicytus crassifolius, ein Strauch
Datei:Melicytus dentatus berries.jpg
Tribus Rinoreeae: Zweig mit Beeren von Melicytus dentatus
Datei:10663-Amphirrhox longifolia-Ventuari.jpg
Tribus Rinoreeae: Blüten von Amphirrhox longifolia
Datei:14910-Rinorea melanodonta-Tabaro.jpg
Tribus Rinoreeae: Ausschnitt eines Blütenstandes von Rinorea melanodonta
Datei:Viola biflora 002.jpg
Tribus Violeae: Zweiblütiges Veilchen (Viola biflora)

Die Familie Violaceae wird in drei Unterfamilien: Violoideae gegliedert in Tribus sowie Subtribus mit den meisten Gattungen sowie Arten und die zwei monogenerischen, artenarmen Leonioideae sowie Fusispermoideae gegliedert. Sie enthält etwa 23 Gattungen mit 800 bis 1000 Arten:<ref name="GRIN" />

Unterfamilie Fusispermoideae <templatestyles src="Person/styles.css" />Hekking: Sie enthält nur eine Gattung:
Unterfamilie Leonioideae: Sie enthält nur eine Gattung:
  • Leonia <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruiz & Pav.: Sie enthält etwa 24 Arten im tropischen Mittel- und Südamerika.<ref name="POWO" />
Unterfamilie Violoideae <templatestyles src="Person/styles.css" />Beilschmied: Sie enthält zwei Tribus und etwa 21 Gattungen:
  • Tribus Rinoreeae: Sie enthält vier Subtribus und 13 Gattungen:
  • Subtribus Hymenantherinae: Sie enthält nur eine Gattung:
  • Melicytus <templatestyles src="Person/styles.css" />J.R.Forst. & G.Forst. (Syn.: Hymenanthera <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br.): Mit etwa 19 Arten, die vom Australien bis zu den Inseln im südwestlichen Pazifik vorkommen.<ref name="POWO" />
  • Subtribus Isodendriinae: Sie enthält nur eine Gattung:
  • Isodendrion <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Gray: Mit etwa vier Arten, die auf Hawaii vorkommen.<ref name="POWO" />
  • Subtribus Paypayrolinae: Sie enthält etwa fünf Gattungen:
  • Amphirrhox <templatestyles src="Person/styles.css" />Spreng.: Sie enthält nur zwei Arten, die in Brasilien vorkommen.
  • Hekkingia <templatestyles src="Person/styles.css" />H.E.Ballard & Munzinger: Mit nur einer Art:
  • Hekkingia bordenavei <templatestyles src="Person/styles.css" />H.E.Ballard & Munzinger; sie kommt in Französisch Guiana vor.
  • Paypayrola <templatestyles src="Person/styles.css" />Aubl.: Sie enthält etwa acht Arten, die im tropischen Südamerika vorkommen.<ref name="Mabberley2008" />
  • Subtribus Rinoreinae: Sie enthält etwa fünf Gattungen:
  • Allexis <templatestyles src="Person/styles.css" />Pierre: Sie enthält etwa vier Arten, die im tropischen Westafrika vorkommen.<ref name="Mabberley2008" />
  • Decorsella <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Chev. (Syn.: Gymnorinorea <templatestyles src="Person/styles.css" />Keay): Sie enthält nur eine Art:
  • Decorsella paradoxa <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Chev.; sie kommt in Afrika (Elfenbeinküste) vor.
  • Gloeospermum <templatestyles src="Person/styles.css" />Triana & Planch.: Sie enthält etwa 12 Arten, die im tropischen Amerika vorkommen.<ref name="Mabberley2008" />
  • Rinorea <templatestyles src="Person/styles.css" />Aubl. (einschließlich Alsodeia <templatestyles src="Person/styles.css" />Thouars, Phyllanoa <templatestyles src="Person/styles.css" />Croizat, Scyphellandra <templatestyles src="Person/styles.css" />Thwaites): Sie enthält 160 bis 270 Arten.
  • Rinoreocarpus <templatestyles src="Person/styles.css" />Ducke: Sie enthält nur eine Art:
  • Rinoreocarpus ulei <templatestyles src="Person/styles.css" />(Melch.) Ducke; sie kommt in Südamerika vor.
  • Tribus Violeae: Sie enthält etwa zehn Gattungen:
  • Agatea <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Gray (einschließlich Agation <templatestyles src="Person/styles.css" />Brongn.): Sie enthält etwa sechs Arten, die in Neukaledonien vorkommen.<ref name="Mabberley2008" />
  • Anchietea <templatestyles src="Person/styles.css" />A.St.-Hil.: Sie enthält etwa acht Arten, die im tropischen Südamerika vorkommen.<ref name="Mabberley2008" />
  • Corynostylis <templatestyles src="Person/styles.css" />Mart.: Sie enthält etwa vier Arten im tropischen Amerika.<ref name="Mabberley2008" />
  • Hybanthopsis <templatestyles src="Person/styles.css" />Paula-Souza: Mit nur einer Art:
  • Hybanthopsis bahiensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Paula-Souza; sie kommt in Brasilien (Bahia) vor.
  • Hybanthus <templatestyles src="Person/styles.css" />Jacq. (einschließlich Acentra <templatestyles src="Person/styles.css" />Phil., Clelandia <templatestyles src="Person/styles.css" />J.M.Black, Cubelium <templatestyles src="Person/styles.css" />Raf. ex Britton & A.Br., Ionidium <templatestyles src="Person/styles.css" />Vent., Pigea <templatestyles src="Person/styles.css" />DC.): Sie enthält 90 bis 150 Arten, ist aber in dem Umfang polyphyletisch.
  • Mayanaea <templatestyles src="Person/styles.css" />Lundell: Mit nur einer Art:
  • Mayanaea caudata (<templatestyles src="Person/styles.css" />Lundell) <templatestyles src="Person/styles.css" />Lundell; sie kommt in Guatemala vor.
  • Noisettia <templatestyles src="Person/styles.css" />Kunth: Mit nur einer Art:
  • Orthion <templatestyles src="Person/styles.css" />Standl. & Steyerm.: Mit etwa sechs Arten, die in Mexiko, Guatemala, Belize, Nicaragua und Costa Rica vorkommen.<ref name="POWO" />
  • Schweiggeria <templatestyles src="Person/styles.css" />Spreng.: Mit etwa zwei Arten in Mexiko und Brasilien.<ref name="Mabberley2008" />
  • Veilchen (Viola <templatestyles src="Person/styles.css" />L.) (einschließlich Erpetion <templatestyles src="Person/styles.css" />Sweet, Mnemion <templatestyles src="Person/styles.css" />Spach): Sie enthält 400 bis 600 Arten.

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.</ref> <ref name="Mabberley2008">David John Mabberley: Mabberley’s Plant-Book. A portable dictionary of plants, their classification and uses. 3. ed. Cambridge University Press 2008. ISBN 978-0-521-82071-4</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Violaceae bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Veilchengewächse (Violaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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