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Universität Spiru Haret

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Universitatea Spiru Haret
USH
colspan="2" class="notheme" style="background-color:#Vorlage:Standardfarbe; padding: 1em 0; text-align: center;" | Datei:Spiru Haret University.jpg
Gründung 19. Januar 1991<ref name="history" />
Trägerschaft privat
Ort Bukarest, Rumänien
Netzwerke IAU<ref name="IAU"/>
Website www.spiruharet.ro

Die Universität Spiru Haret (rum.: Universitatea Spiru Haret, abg.: USH) ist eine rumänische Privatuniversität mit Sitz in Bukarest. Sie wurde 1991 gegründet und erlangte im Jahr 2000 offizielle Akkreditierung. Sie gilt als eine Kaderschmiede der momentanen politischen und wirtschaftlichen Elite Rumäniens, kam jedoch mehrfach unter Kritik wegen mangelnder Qualität und leichtfertiger Vergabe von akademischen Titeln.

Geschichte

Datei:Spiru Haret.jpg
Spiru Haret (1851–1912), Namensgeber der 1991 gegründeten Universität

Die Universität wurde knapp ein Jahr nach der rumänischen Revolution am 19. Jänner 1991 auf Initiative von Aurelian Bondrea durch die Stiftung România de Mâine (Das Rumänien von Morgen) gegründet.<ref name="history" /> Benannt ist sie nach dem 1912 verstorbenen rumänisch-armenischen Mathematiker und Bildungsreformer Spiru Haret.

Am 14. Februar 2000 erlangte sie die offizielle Akkreditierung als Universität durch das Consiliul Național de Evaluare Academică și Acreditare a Instituțiilor de Învățământ Superior (CNEAA). Seitdem entwickelte sie sich zu einem der führenden Institute im Bereich der universitären Ausbildung auf dem zweiten Bildungsweg. Besonders politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger, die im kommunistischen System keine universitäre Ausbildung machen konnten oder einen wirtschaftlichen, politikwissenschaftlichen oder juridischen Abschluss mit westlichem Lehrplan nachholen wollten, gehörten zu den Absolventen der Universität. Dazu werden berufsbegleitende Fernstudien mit E-Learning über das Internet und vier eigene Satelliten-Übertragungskanälen angeboten.

Zurzeit unterhält die Spiru Haret Universität an die 30 Fakultäten mit 50 Bachelor-Studiengängen und 68 Master-Studiengängen. Im Jahr 2009 waren über 300.000 Studenten eingeschrieben, was sie zur größten Universität Rumäniens und sogar Europas macht.<ref>ziare.com: Lista profesorilor de la "Spiru Haret" care au obtinut ilegal gradul universitar (23. Juli 2009)</ref> Es existieren Filialen in Berlin, Wien, Rom, Madrid, Paris, Tel-Aviv, Chișinău, Toronto und New York.<ref>Joachim Günther MdB: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Europas größte Uni kommt nach Plauen (Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive) (20. Februar 2009) Abgerufen am 3. Oktober 2015.</ref>

Kritik

Schon wenige Jahre nach ihrer Gründung tauchte in den rumänischen Medien immer wieder Kritik an der Spiru Haret Universität auf. Diese warf dem Institut vor, eine Kaderschmiede der postkommunistischen Machtelite des Landes zu sein und ein Knotenpunkt korrupter Netzwerke. Tatsächlich zählen zahlreiche Persönlichkeiten der rumänischen Wirtschaft und Politik zu ihren Absolventen. Daneben tauchte immer wieder Kritik an der mangelnden Qualität der Ausbildung und der leichtfertigen Vergabe von akademischen Abschlüssen und Professorentiteln auf. Vielfach wurde sie auch als "Diplomfabrik" bezeichnet.<ref>Der Standard: "Diplomfabrik" droht Schließung (22. Juli 2009)</ref> Waren im Jahr 2003 noch 5.700 Diplome vergeben worden, so stieg diese Zahl bis zum Jahr 2008 auf 56.000.<ref>Allgemeine Deutsche Zeitung: Diplome, Wahlkampf und politische Lösung Skandal um die Hochschule „Spiru Haret“ geht weiter, 22. Juli 2009</ref> Daneben wurde dem Gründer Aurelian Bondrea vorgeworfen, in der Zeit des Kommunismus ein Vertrauter von Elena Ceaușescu gewesen zu sein, dessen gesamte Ausbildung und Karriere innerhalb der Kommunistischen Partei Rumäniens stattgefunden hat.<ref>Revista 22: Dosarul de cadre al lui Aurelian Bondrea (11. August 2009)</ref><ref>Revista22: Haret-Bondrea, dugheana de diplome (14. Juli 2009)</ref>

Diese Kritik kulminierte im Sommer 2009 zu einem in der Öffentlichkeit breit diskutierten Skandal.<ref>Konsulat der Bundesrepublik Deutschland Temeswar: Presseauswertung 10. - 16. August 2009</ref> Erst wurden Absolventen der Spiru Haret Universität im Juli 2009 nicht zum Wettbewerb für freie Lehrerstellen im staatlichen Schulwesen zugelassen.<ref>Konsulat der Bundesrepublik Deutschland Temeswar: Presseauswertung 13. - 19. Juli 2009</ref> Im August 2009 entzog die Bildungsministerin Ecaterina Andronescu der Universität die Zulassung zur Vergabe von Lizenziaten auf drei Jahre. Zahlreiche Diplome von teils prominenten Absolventen wurden rückwirkend aberkannt. Später wurde die gesamte Universität unter Kuratel des rumänischen Unterrichtsministeriums (Ministerul Educației și Cercetării) gestellt.<ref>Neue Zürcher Zeitung: Gelehrte ab Fliessband - Wie eine Privatuniversität mit Billigst-Doktortiteln das rumänische Bildungssystem unterminiert (1. Oktober 2009)</ref>

Gegen diese Entscheidung hat die Universität am 10. November 2009 Berufung bei Gericht eingelegt.<ref>spiruharet.ro: Certificat de grefă din data de 10 Noiembrie 2009 (PDF; 267 kB)</ref> Im Moment können Studenten der Spiru Haret Universität ihre Ausbildungen ganz normal fortführen, müssen jedoch zur Erlangung eines offiziell anerkannten Abschlusses eine Diplomprüfung an einer anderen, akkreditierten Universität ablegen.<ref>Evenementul zilei: „Spiru Haret“, trei ani fără examen de licenţă (11. August 2009)</ref> Im August 2010 wurde vor dem Obersten Gericht eine zivilrechtliche Einzelklage entschieden und somit ein Präzedenzfall geschaffen. Das Gericht stellte fest, dass das Unterrichtsministerium nicht befugt war, dieses Diplom nachträglich abzuerkennen. Das Ministerium verkündete darauf, für die Aufnahme in den Staatsdienst solche Abschlüsse entgegen der richterlichen Entscheidung auch weiterhin nicht zu akzeptieren. Stattdessen wurde die Möglichkeit einer zusätzlichen Prüfung geschaffen, die jedoch vor einer vom Ministerium bestückten Kommission abgelegt werden muss und nicht per Internet, wie zuvor bei Spiru Haret.<ref>Antena3: Scandalul de la Spiru Haret: Diplomele de licenţă nu pot fi anulate de Minister, ci de judecătorie, 10. August 2010 (rumänisch)</ref> Vor Gericht sind auch 2011 nach wie vor zahlreiche zivilrechtliche Einzelklagen von Personen anhängig, die diese Nachprüfung nicht ablegen wollen und stattdessen weiter den Rechtsweg bestreiten.<ref>Adevărul: Iaşi: 17 absolvente de la Spiru Haret îşi cer în instanţă dipolmele de licenţă, 5. Januar 2011</ref>

Die Fernstudienzentren im Ausland sind mittlerweile geschlossen worden.<ref name="Theyssen" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="history">

Short history. In: spiruharet.ro. Spiru Haret University, abgerufen am 14. August 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

<ref name="IAU">

List of IAU Members. In: iau-aiu.net. International Association of Universities, abgerufen am 14. August 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

<ref name="Theyssen">

Andreas Theyssen: Theyssen - Europa ist nur im Kern gesund. Kolumne. In: m.ftd.de. Financial Times Deutschland, 28. Dezember 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. Dezember 2012; abgerufen am 14. August 2019.</ref>

</references>

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