Zum Inhalt springen

Uncía (Potosí)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Uncía
Blick auf Uncía
Blick auf Uncía
Basisdaten
Einwohner (Stand) 9212 Einw. (Volkszählung 2024)
Rang Rang 57
Höhe 3867 m
Postleitzahl 05-0201-0103-2001
Telefonvorwahl (+591)
Koordinaten 18° 28′ S, 66° 34′ WKoordinaten: 18° 28′ S, 66° 34′ W
 {{#coordinates:−18,466944444444|−66,568055555556|primary
dim=20000 globe= name=Uncía region=BO-P type=city
  }}
Uncía (Bolivien)
Uncía (Bolivien)
Politik
Departamento Potosí
Provinz Provinz Rafael Bustillo
Klima
Datei:Klimadiagramm Uncía.png
Klimadiagramm Uncía
Zinnwäscher bei Uncía
Zinnwäscher bei Uncía

Uncía ist eine Stadt im Departamento Potosí im Hochland des südamerikanischen Anden-Staates Bolivien.

Lage im Nahraum

Uncía ist zentraler Ort des Municipios Uncía und Hauptstadt der Provinz Rafael Bustillo. Die Stadt liegt auf einer Höhe von 3867 m über dem Meeresspiegel dreihundert Kilometer südlich des bolivianischen Regierungssitzes La Paz und einhundert Kilometer südöstlich der nächstgelegenen Großstadt, Oruro. Von Oruro aus ist Uncía auf einer gut ausgebauten Straße in etwa anderthalb Stunden zu erreichen.

Geographie

Uncía liegt am Übergang des Hochlandes von Oruro in das Gebirge von Potosí. Die Stadt ist im Norden und Westen von Hochgebirgszügen der Cordillera Central begrenzt. Die Vegetation ist die der Puna, das Klima ein typisches Tageszeitenklima, bei dem die täglichen Temperaturschwankungen größer sind als die monatlichen Schwankungen.

Die mittlere Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 9 °C, die Monatsdurchschnittswerte schwanken zwischen knapp 5 °C im Juni/Juli und 11 °C von November bis März (siehe Klimadiagramm Uncía). Der Jahresniederschlag beträgt 370 mm und fällt vor allem in den Sommermonaten, die aride Zeit mit Monatswerten von maximal 10 mm dauert von April bis Oktober.

Geschichte

Uncía liegt im Zentrum des bolivianischen Zinnbergbaus und ist durch eine 100 Kilometer Bahnlinie mit der Stadt Machacamarca auf dem Altiplano verbunden. Von hier aus beherrschte der Zinnbaron Simón I. Patiño in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sein Imperium und noch heute kann man hier Patiños Palast besichtigen, von dem aus der König der Zinnbarone sein Reich beherrschte.

Uncía war auch der Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen zwischen dem Militär und den Minenarbeitern. So wurde in Uncía nach der Gründung der ersten bolivianischen Gewerkschaft am 1. Mai 1923 der nachfolgende Streik der Minenarbeiter mit einem Blutbad beendet, bei dem neun Mineros ums Leben kamen und fünfzig weitere verletzt wurden. Ein Konflikt jüngeren Datums zwischen Minenarbeitern und der Vista Gold Corporation forderte elf Todesopfer unter den Minenarbeitern und Kleinbauern am 30. Dezember 1996.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl der Stadt ist seit der Blütezeit des Zinnbergbaus mit rund 10.000 Einwohnern deutlich zurückgegangen:

Jahr Einwohner Quelle
1992 7 729 Volkszählung<ref>INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia 1992</ref>
2001 5 709 Volkszählung<ref>INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia 2001</ref>
2012 8 902 Volkszählung<ref>INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia: Censo Nacional de Población y Vivienda 2012. Abgerufen am 24. Oktober 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
2024 9 212 Volkszählung<ref>INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia: Poblacional Censo Población y Vivienda 2024. Abgerufen am 20. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Einzelnachweise

<references/>

Weblinks

Vorlage:Hinweisbaustein